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NOACH – Schöpfung mit Ruth Lapide erleben

Kleines Hallel; Parascha: 1. Moses 6,9 – 11,32 + Maftir: 4. Moses 28,9-15 Haftara: wegen Rosch Chodesch Jesaja 66 (sonst 54,1-10)

Kommentar von Eric Martienssen

ViewtyWir befinden uns mit unserer Noah- bzw. Noach-Geschichte genau in der Mitte der Zeit zwischen Adam und Abraham (auch Avraham bzw. Awram). Zehn Generationen lagen zwischen den beiden A’s – dem „Anfang aller Menschen“ durch Adam (hebr. Mensch) und dem „Anfang der Ein-Gott-Anbetung“ durch Abraham (hebr. gedeutet für [mein] Vater [ist] erhaben bzw. Vater der [vielen] Völker). Die Sintflut, von der unser Tora-Wochenabschnitt Noach berichtet, gilt heute auch wissenschaftlich als ein tatsächlich stattgefundenes, weltumspannendes Ereignis etwa um 9.545 v.d.Z.

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

Stichpunkte der Lesungen am Schabbat NOACH entspr. Hawdala-Kalender 5774:
< Sintflut. Bund unter Regenbogen. Name Babel. Turm – Spitze im Himmel / Gottes Diener mit Jerusalem getröstet – Nationen erfahren Gottes Herrlichkeit – Himmel und Erde neu. Neumond- und Schabbatfeier ewige Weltordnung > Psalm 29

Keine Strafe also eines sich über die Menschen ärgernden Gottes, sondern ganz nüchtern betrachtet ein kosmisches Ereignis. Man muss auch „nicht an Zeitrechnungen der Bibel glauben“, wie neulich in einem Interview von niemand geringerem attestiert als von der wunderbaren jüdischen Religionslehrerin, der von uns immer wieder gern zitierten Judaistik Prof. Ruth Lapide (siehe z.B. GSI-Artikel: Ruth Lapides Bildung christlicher Erwachsener). „Denn“, so Lapide im Noach-Interview weiter, „die Sumerer haben z.B. gerechnet, dass jede ihrer Könige Minimum 18.000 Jahre regiert hat, bis hin zu 65.000 Jahre; ich will damit sagen, die Zeit ist ja völlig irrelevant, wann, was passiert ist, ob vor 9.000 Jahren, 90.000 Jahren; ich weiß – alle Fundamentalisten im Land mögen mir verzeihen – manche zählen wörtlich, wie es in der Bibel steht, manche addieren auf … die Zeit ist mir in dem Moment wenig nachvollziehbar … Dass aber irgend etwas geschehen ist, das haben wir in den verschiedenen Mythologien, in den Traditionen aller Völker des Mittleren Ostens … es geht um den Sund, also den Bruch, die Sintflut symbolisiert einen Bruch zwischen den Menschen und Gott, durch die Schuld der Menschen, ja! Die Jahre können wir nicht rechnen in unseren Jahren, unser lieber Noach steht genau in der Mitte zwischen Adam und Abraham … mich fasziniert die Geschichte, wenn ich sie lese, dass uns die Lebenszeitalter von Noach und seiner Generation bis hin zu Abraham in hunderten von Jahren vorgestellt werden. Bei Abraham werden sie auf einmal ganz normal, hundert Jahre, die ich auch Ihnen wünsche, also rechne ich nicht mit unseren Zeitalterfragen – ist auch völlig unwichtig!“ Wichtig ist nach Ruth Lapide, „dass etwas geschehen ist zwischen Adam, der Schöpfung, und Abraham: das beginnende Gedächtnis der Menschheit!“

Die Bibel: das Gedächtnis der Menschheit !

Kein anderes Buch, auch kein wissenschaftliches, kann, der Bibel ähnlich, den Menschen an seiner eigenen Wahrheit in Jahrmillionen teilnehmen lassen, sich selbst als Schöpfung in Beziehung zu seinem Schöpfer durch Jahrmillionen hindurch als unverrückbare Wahrheit „wahr“ nehmen lassen. So macht sich der Schöpfer für alle Menschen unersetzlich. „Alles vor Noach und seinen Söhnen Sem, Ham und Jafet, ist auf diese Weise gut behütet in einer „Zeit vor unserem persönlichen Gedächtnis“ aufgehoben. In einer Zeit, die wir weder begreifen können, wollen, noch müssen. Außer der Schöpfung an sich, also uns selbst, spielt keine Rolle für unser Leben im Jetzt und Hier, was in Zeiten passierte, da Menschen wie Methusalem, der Großvater Noachs (biblisch: Metuschelach), 969 Jahre alt wurden. Die Sintflut kam, fertig! Mit der ganzen Südengeschichte haben wir nichts zu tun. Weder mit diesen vielhundertjährigen Opas und Omas in der damaligen Zwischenzeit zwischen Adams und Abrahams Geschichte, noch dass wir für irgendeine Sünde unsrer leiblichen Väter und Großväter in den letzten Jahrzehnten büßen müssen. Nur für unsere eigenen! Beispielsweise dann, wenn wir auch aus unserem persönlichen Gedächtnis die SEMs auslöschen, die Nachkommenschaft des Noachs Sohnes SEM, die unsere Väter und Mütter – den Päpsten, den Luthers und sonstigen Hitlers dieser Welt nachlaufend – in Gaskammern und Schlachtfeldern vernichteten, „damit Gott sehe, dass wir Christen sind“, wie Martin Luther Gott verspottete. Jeder, der die von der Evangelischen Kirche Deutschlands EKD oder ihren Handlangern inszenierte Lutherdekade (s. Göring-Geist Gaucks gegen Gott : Kirchen-Merkels Lutherdekade) oder die Hasskampagnen der AntiSEMiten gegen Israels Existenzrecht in der sogenannten „Judenfrage“ – heute als Siedlungsfrage gestellt – torpediert, begeht seine eigene Sünde vor Gott. Und „jede Seele, die am zehnten Tag des siebenten Monats, dem Jom Kippur … nicht zur Buße [Sühne] fastet, wird gerodet aus ihrem Volk“ (3.Mo23). Jom Kippur war gerade vor nicht einmal drei Wochen! Ist es nicht gerecht vom Gerechten Gott, dem Schöpfer, dass Er umgekehrt jede Seele aus Seinem Buch des Ewigen Lebens auslöscht, die nicht einmal einen einzigen, winzigen, in Seinem „Gedächtnis der Menschheit“, der Bibel, Fest-gesetzten Tag des Jahres auf ihn hört? Vom Beachten des Schabbat / Sabbat ganz zu schweigen. Der Mensch entscheidet sich – und das ist es, was uns die Sintflut auch lehrt – durch seinen Lebenswandel im Leben hier unten in der Fremde, ob er tatsächlich mit diesem gewaltigen Schöpfergott auf ewig zusammen leben, oder lieber für immer ersaufen will. Und zwar jeder Mensch, ganz persönlich! Denn dank der Bibel (übrigens, entgegen der Gott verspottenden Kirchen-Märchen, ist Bibel von 1. Moses bis 2. Chroniken, der Rest nichts als Gott- und Menschenverachtende Lüge) hat jeder Mensch der westlichen Welt Zugriff auf dieses einzig artige Menschheitsgedächtnis, wo der Ewige, gesegnet sei Er, das Versprechen schwarz auf weiß abgibt, dass Er nie wieder pauschal ein Volk (nicht einmal die Deutschen, s. auch Artikel in „Aktuelles“: Andreas Voßkuhle – Lutherdekade vor Bundesverfassungsgericht) bzw. die Menschheit verurteilen will: „Meinen Bund errichte ich mit euch: nicht werde nochmals gerottet alles Fleisch von Wassern der Flut, nicht geschehe nochmals Flut, die Erde zu verderben!“ (1.Mo9,11)

Vielleicht ist dem geschätzten Leser der „Bund“, den Gott mit ihm, ganz persönlich (wörtlich: „mit aller lebenden Seele“), an dieser Stelle eingeht, aufgefallen? Und das, obwohl der ein oder andere – die Kirche schlimmer Weise jedoch als Ganzes – vielleicht bis jetzt der Meinung war, dass Gott nur und ausschließlich mit Seinem Erstgeborenen Sohn, Israel (2.Mo.4,22) einen Bund geschlossen habe, und die Kirche deshalb – aus Eifersucht – das Gottesvolk auslöschen wollte und heute noch will, wie die Reichskristallnacht der Deutschen mit anschließendem Holocaust beweist (= alles gestreng einer Durchsetzungsverordnung Martin Luthers geschehen, den Merkel, Gauck und Göring-Eckardt heute in der Lutherdekade wieder zum deutschen Gott erheben, um damit auch das „wieder nachgewachsene“ Deutsche Volk in den gleichen braun-roten Dreck vor Gott zu reiten, in den sie als Verantwortliche im DDR-Regime bereits das Volk als Nacheiferer der Deutschen Weltherrschaftsidee ihrer Eltern geritten hatten. Solchen Menschen sind Menschen piepschnurz egal, die interessiert nur die Macht, egal ob ganz rot im DDR- oder im schwarzbraunen BRD-Regime – gar im Grünen –Deckmäntelchen ganz Luther – herrschend). Das Moment, das einen Bund jedoch ausmacht, ist das beiderseitige Einverständnis! Bis heute sind Juden die einzigen, die das „Gedächtnis der Menschheit“ angenommen haben und mindestens einmal pro Woche in Form des Tora-Wochenabschnittes (normalerweise jedoch 2 x pro Tag in Form des Schma Israel) „anzapfen“…

    . . . also lesen, und dann erkennen: emet (hebr. „wahr“)! Ja, so isses! Wenn aus einer solchen Erkenntnis ein Lobpreis Gottes erwächst, ein Dank an Gott dafür, dass Er mich daran „erinnert“ hat, kann daraus – erstmals im Leben – wahrhaftig verantwortliches Handeln entspringen. Tun ! (s. auch „Schlüsselfragen zum Judentum“: Tun oder verstehen, was kommt zuerst?)

„In Kirchenkreisen ist das anders, weil die Kirche keinen Wert darauf gelegt hat“, wie Prof. Ruth Lapide wiederum den Unterschied zum Gottesvolk in einem anderen Interview zum Thema Noach erklärte, „dass ihr Volk, das Kirchenvolk, die Bibel liest. Und das ist ein Riesenunterschied. Im Judentum ist von Anfang an kein Geheimnis da, es gibt keine Priester mit höherem Standard, es gibt das Lernen lernen, lernen, lernen – das hat mit PISA in Deutschland zutun – die Freude am Lernen, und jeder hat Zugang zu den Quellen, jeder kann lesen und lernen und predigen; man kann sie [die Bibel] erklären und auswendig und auslegen und diskutieren, daher kommt das Lebhafte! Die Kirche aber – weil sie keine Verkünder aus dem Volk wollte – hat die Bilder“. Bei gleichzeitiger Eliminierung des „Bilderverbotes“ aus dem Zehnwort Gottes (den „Zehn Geboten“), wie wir an dieser Stelle bereits im „Urtrieb 1 der Welt gegen Gott“ des letztwöchigen Kommentars erklärten. Hier begann der Teufelskreis, in dem sich – selbst gewollter Weise – das Christentum, egal ob Evangelische Kirche Deutschlands EKD oder Römisch-katholische Kirche Roms, wo auch immer auf der Welt bis heute bewegt. Einem tödlichen Hamsterrad gleich, denn was Mönche, Priester und Pfarrer durch die abgöttische Bildererlaubnis vor Augen hatten, war das von der Kirche in Testamentsform gezeichnete Bild eines von ihr selbst ermordeten Gottes.

Dieser von der Kirche für auferstanden erklärte Kirchengott war nun das „Sprachrohr“ für die Botschaften und Evangelien der Pontifexe Roms (später auch des Islam, da Mohammed zwar nicht lesen konnte, jedoch Schüler eines Priesters war), die bereits in der 1. Generation (vgl. Turmbau zu Babel durch Nimrod, Koran Sure al-Anbiya 21:68-69 / Bibel 1.Mo.10,10, denn: „der Anfang seiner Königschaft war Babel“/Sprachverwirrung) dazu führten, dass man sogar auch in den eigenen Römischen Führerbunkern (das Kolosseum wurde vom Raub der Schätze aus dem Tempel Gottes in Jerusalem, 66-70, bezahlt) das wahre Wort Gottes zwar noch lesen, die hebräischen Lettern noch erkennen, doch nicht mehr verstehen konnte. Eben genau so, wie es der Psalm 115 König Davids im „Großen Hallel der Juden“ den heidnischen Gottheiten, allen voran – noch vor ihrer Zeit – den christlichen voraussagte:

    „Ihre Götzen sind Silber und Gold, Gemächt von Menschenhänden, haben einen Mund und können nicht reden, haben Augen und können nicht sehn, haben Ohren und können nicht hören, haben eine Nase und können nicht riechen, ihre Hände, sie können nicht tasten, ihre Füße, sie können nicht gehn, nicht tönen sie mit ihrer Kehle. Ihnen gleich werden, die sie machten, alles, was sich sichert an ihnen.“
    Judentum ist die Religion des Hörens (Gehorsams). Einer der renommiertesten Rabbiner unserer Zeit, Prof. Dr. Sir Jonathan Sachs brachte den Vergleich Judentum ↔ Christentum einmal auf den Punkt, klick GSI-Artikel: Tora vom Himmel.
    Klick dazu auch GSI-Artikel: Letztes Hallel für Deutschland

Kommen wir ganz hoffnungsvoll jetzt im letzten Absatz für heute auf den letzten Stichpunkt von Jehonatan Kiebitz in seinem jüdischen Kalender Hawdala (hebr. Unterscheidung) zurück, wo es heißt: „Nationen erfahren Gottes Herrlichkeit – Himmel und Erde neu. Neumond- und Schabbatfeier ewige Weltordnung“. Nanu, verkehrte Welt? Wie kann das sein, dass sich irgendwann, ach käme der Messias doch morgen schon, diese scheins von Gott und allen guten Geistern verlassenen Nationen und sogar einzelne, übrig gebliebene Christen sich zu Gottes Herrlichkeit bekehren und Seine Schabbate halten. Dazu muss man – scheinbar erschwerend – zusätzlich erfahren, dass die echte Bibel, die des Gottes Israels, dem Schöpfer aller Welt, mit den Chroniken 36,23 endet, wo es heißt: Wer immer unter euch aus Seinem Volk ist, mit dem sei Gott, der Ewige! Er ziehe hinauf [nach Jerusalem]. . .“ Und Christen sind nunmal exakt das komplette Gegenteil des Schöpfergottes. Doch deren Hass auf Gott wurde schließlich von Menschen entfacht, von Rom und deren Neuen Bibel. Muss sich Gott aber von Menschen beeinflussen lassen, weil solche Christen sich ausgedacht haben, sie müssten die wenigen von ihnen nicht ermordeten und vergasten Juden jetzt endgültig durch Mission eliminieren? Nein, Gottes Plan stand von Anfang an fest, umgekehrt ist es. Alle Menschen werden Juden! Aber ohne Mission, sondern einfach dadurch, dass sie – die Übriggebliebenen aus den Nationen – die Decke vom Kopf genommen bekommen, s. Jesaja 25: „Bereiten wird Er der Umscharte allen Völkern auf diesem Berg ein Gelage von fetten Speisen, ein Gelage von firnen Weinen, fetten Speisen, markreichen, firnen Weinen, klargeseihten. Dann wird Er auf diesem Berg die Hülle verschlingen, die das Gesicht aller Völker verhüllt, und die Decke, die über alle Nationen gedeckt ist. Den Tod verschlingt er auf ewig, und der Herr, Er, wird die Tränen abwischen von jedem Gesicht, und die Schmach seines Volkes wird er von der ganzen Erde hinwegtun. Denn der Ewige hat geredet!“ Den Anfang des Ganzen macht Er jedoch im Halten des Schabbats, dem Siebten Tag, den Er ganz am Anfang der Welt heiligte (bis heute von Freitagabend bis Samstagabend), wie er auch in den Noachidischen Geboten vorkommt, den Mindestanforderungs-Geboten für alle Menschen, die auch in der kommenden Welt mit dem Ewigen, gesegnet sei Er, zusammen sein wollen. Wer den Schabbat nicht hält, verstößt gegen das 3. und 6. Noachidische Gebot (Götzenanbetung/Gotteslästerung) von nur 7. Für den Gerechten jedoch ist das Be(ob)achten des Gottes des Himmels und der Erde und des Schabbats DER Anfang – der Rest kommt dann, wenn die Kirche vollkommen aus dem Herzen raus ist, auch ganz von (Ihm) selbst. Halleluja.

In überschwänglicher Freude,
Schabbat Schalom



2 Kommentare to “NOACH – Schöpfung mit Ruth Lapide erleben”

  1. […] ins falsche Licht rücken. Erbauliches beispielsweise im Artikel zur kommenden Schabbatlesung: NOACH, in dem es um Gott und Schöpfung geht. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und – Sie […]

  2. […] die Menschheitsgeschichte, die Bibel: das Gedächtnis der Menschheit, entgegen, wie wir es →letzte Woche im NOACH-Kommentar ausdrückten. Welchen Weg Du gehst, ist Deine Sache. Das Wort „gehen“ zieht sich wie ein […]