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Schabbat Chol HaMoed Lesungen und Kommentar

Hallel; Kohelet (Prediger) 2. Moses 33,12 – 34,26; 4. Moses 29,17-25; Hesekiel 38,18 – 39,16, Hoschanot

Kommentar von Eric Martienssen:
Man könnte die „Chol haMoed“-Zeit zwischen dem ersten und dem letzten Vollfeiertag – sowohl im Pessach wie im Sukkot – auch als Verbindung zwischen dem Profanen und dem Heiligen, dem Heiligen und dem Profanen bezeichnen. Denn Chol heißt Wochentag, ist also das Profane, und Moed heißt Feiertag bzw. Fest oder, wie Wikipedia es sehr gut ausdrückt, der „fest-gesetzte Zeitpunkt für die Begegnung mit Gott“. An beiden Schabbatot – dem Schabbat im Pessach und dem im Sukkot – wird sinnvoller Weise auch die gleiche Torastelle gelesen, nämlich 2. Moses 33,12 – 34,26, in welcher Moses die „Verbindung“ zwischen dem Ewigen und dem Volk Israel, Seinem Volk, personifiziert und die zuvor zerbrochenen Bundestafeln wieder neu in Empfang nimmt. Die Bundestafeln, deren Inhalt, nämlich die Zehn Gebote, der Dekalog, bis zum heutigen Tag ausschließlich die Juden mit Gott verbindet, da Gott sich im Ersten Gebot als der Gott identifiziert, „der ICH dich aus Ägypten aus der Knechtschaft heraus geführt habe“.

Im Ersten Gebot identifiziert sich (wie mit Personalausweis) nicht nur der Ewige selbst auf unverwechselbare und unaustauschbare Weise („ICH bin der [Gott], der dich aus Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt hat!), sondern ebenso unverwechselbar und ausaustauschbar wird das Volk identiviziert, dessen Gott ER ist, nämlich Israel als das Volk, welches sich von IHM hat aus Ägypten herausführen lassen und dieser Errettung in jedem Abend-, Morgen-, Schabbat-, Fest- und insbesondere Pessachgebet so inbrünstig gedenkt, als sei man „persönlich“ mit dabei gewesen . . . auch bei der Wüstenwanderung, wo man nur provisorische Hütten (Laubhütten – Sukkot) hatte:

Auch im nunmehr 2. Israel-Kongress Sonntag in acht Tagen (1. s. 2010-Artikel: Deutschlands Israelkonkress in Titus Namen) wird bedauerlicherweise erneut der Name Gottes (der ICH dich aus Ägypten heraus geführt habe!) von einem Volk in den Schmutz gezogen werden – wie seit 2000 Jahren natürlich im Namen des Guten – welches sich in Wirklichkeit klar als die Verräter Gottes identifizieren lässt, ein Volk, das auch nicht einmal Versöhnung mit dem Gott der Bibel anstrebt und insofern nicht einmal das höchste biblische Fest Gottes – das Versöhnungsfest Jom Kippur vergangene Woche – mitfeiern will, umso lauter jedoch heraus posaunt: Wir sind das wahre, geistliche Israel. Dies, an und für sich betrachtet, wäre ja nicht so schlimm, diese Untaten muss sich Gott doch seit 2000 Jahren von ihnen gefallen lassen (und, unter uns: ER kann auch damit umgehen, da ER denen, die Jom Kippur nicht halten, schließlich auch „das Ende“ bestimmt hat), doch schlimm ist, dass sich liberale und Tora-ferne Juden von diesem Gott und allen guten Geistern unter dem Freundschaftsmäntelchen verlassenen Treiben haben anstecken lassen. Das ist wohl der von Schiller gemahnte Fluch: „der Fluch der bösen Tat“ [der Christenheit] „der fortzeugend Böses muss gebären“ wie den Israelkongress!

Weder Christen noch Muslime fühlen sich zweitausend bzw. eintausendvierhundert Jahre nach ihrer Religionsgründung vom Ersten Gebot angesprochen – bestenfalls vereinnahmen sie es ohne es aber anzuerkennen – geschweige denn, leider, dass sie diesen einen Gott des Ersten Gebotes anbeten – ergo auch keine Verbindung zu Ihm! Im Gegenteil, Martin Luther hat genau diesen Identifizierungs-Teilsatz „der ICH dich aus Ägypten aus der Knechtschaft heraus geführt habe“, sogar in seinem Katechismus ersatzlos gestrichen, das Zweite und Dritte Gebot war alleine schon durch das Kreuz Jesu (Verstoß gegen das Bildergebot) hinfällig geworden, das brauchte Luther erst gar nicht zu verstümmeln, doch beim Vierten Gebot griff er so ein, dass aus dem Schabbat ein x-beliebiger „Feiertag“ wurde, an einem x-beliebigen Wochentag zu halten, nicht mehr am Samstag, wie von Jesus und überhaupt zu Jesu Zeiten.

Es geht um Liebe. Im Shir haShirim, Lied der Lieder, Lied Salomos, welches die Liebe Gottes zu Seinem Volk im Bild der Liebe zwischen Eheleuten so wunderbar schön beschreibt, fragt die Braut-Israel (Sulamith) den Bräutigam (Gott) im ersten Kapitel:
“Erzähle mir, du, den meine Seele liebt, wo weidest du? Wo lässt du lagern am Mittag?”

Kapitel1: Er küsse mich mit Küssen seines Mundes, denn deine Liebe ist köstlicher als Wein. An Duft gar köstlich sind deine Salben; ausgegossenes Salböl ist dein Name. Darum lieben dich die Mädchen. Zieh mich dir nach, lass uns eilen! Der König möge mich in seine Gemächer führen! Wir wollen jubeln und uns freuen an dir, wollen deine Liebe preisen mehr als Wein! Mit Recht liebt man dich. Schwarz bin ich und doch anmutig, ihr Töchter Jerusalems, wie die Zelte Kedars, wie die Zeltdecken Salomos. Seht mich nicht an, weil ich schwärzlich bin, weil die Sonne mich gebräunt hat! Meiner Mutter Söhne fauchten mich an, setzten mich als Hüterin der Weinberge ein. Meinen eigenen Weinberg habe ich nicht gehütet.

»Erzähle mir, du, den meine Seele liebt, wo weidest du? [→Verbindliche Beziehungen leben]
Wo lässt du lagern am Mittag? Wozu denn sollte ich wie eine Verschleierte sein bei den Herden deiner Gefährten?« »Wenn du es nicht weißt, du Schönste unter den Frauen, so geh hinaus den Spuren der Herde nach und weide deine Zicklein bei den Wohnstätten der Hirten!«
»Einer Stute an den Prachtwagen des Pharao vergleiche ich dich, meine Freundin. Anmutig sind deine Wangen zwischen den Schmuckkettchen, dein Hals mit der Muschelkette. Goldene Schmuckkettchen wollen wir dir machen mit Perlen aus Silber.« »Solange der König bei seiner Tafelrunde weilt, gibt meine Narde ihren Duft. Ein Myrrhenbeutelchen ist mir mein Geliebter, das zwischen meinen Brüsten ruht. Eine Blütentraube vom Hennastrauch ist mir mein Geliebter, aus den Weinbergen von En-Gedi.« »Siehe, du bist schön, meine Freundin, siehe, du bist schön, deine Augen sind Tauben.« »Siehe, auch du bist schön, mein Geliebter, und liebenswert, und unser Lager ist frisches Grün. Die Balken unseres Hauses sind Zedern, unsere Dachsparren sind Wacholder.«

Es kommt eben doch auf die Verbindung zu Gott an; wird sie nicht gehalten, geht sie verloren oder von falschen Göttern und Kirchen einfach eliminiert. Dass aber Gott die Verbindung zu allen Menschen, auch Dir, besonders zu Dir, haben wollte und will, ist in der Schöpfung dargestellt (sonst gäbe es Dich doch gar nicht) Ist es nicht an der Zeit, Ihn auch zu lieben?

Schabbat Schalom



1 Kommentar to “Schabbat Chol HaMoed Lesungen und Kommentar”

  1. Birgit sagt:

    Gott lieben, das ist der springende Punkt. Anders gibt es keine Möglichkeit, ihm wirklich zu gefallen.

    Wer Gott liebt will auch tun, was ihm gefällt.
    auch betreffs Gebote und Schabbat.

    Wer Gott von ganzen Herzen sucht, wird ihn finden. Er hört unser Flehen, unsere Anbetung. David war aufgrund der Anbetung so erfolgreich (4000 Sänger rund um die Uhr)

    Schalom uwracha