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Papstrücktritt, Papst dankt ab …

Wie lange muss die Menschheit auf diese erlösende Schlagzeile noch warten?

Von Eric C. Martienssen

Wäre der Rücktritt des Papstes nicht alleine schon eine Frage des Anstandes nach solchen „Managementfehlern“, die der Kurienkardinal Kasper (klick hier, unterster Absatz) gestern verniedlichend einräumte? Doch lassen wir uns nicht täuschen von dessen Kasperltheater – hier geht es um genau jene katholische Art von Gehirnwäsche, die auch letztes Jahr im Streit um die Karfreitagsfürbitte schon über die sich nun als wahre Geisteshaltung des „deutschen Papstes“ herausstellende innere Einstellung hinwegtäuschen sollte.

Ging es vor 12 Monaten – um den konservativen Kräften in der katholischen Kirche zu gefallen – darum, sich ‚heilig väterlich‘ in vorkonziliarer Manier über die „verblendeten, verstockten Juden“, freilich ohne diese Worte zu gebrauchen, im Gebet zu erheben, auf dass „Gott die Juden erleuchten möge, damit sie Jesus Christus als den Heiland der Welt anerkennen“, ist es in diesem Jahr doch die gleiche Strategie – diesmal nur unter namentlicher Nennung der „Piusbruderschaft“ – frei nach dem reichskanzlerischen Motto: meine Deutschen glauben mir alles, wenn wir es nur eindringlich und oft genug wiederholen. Ein wenig wird doch in den Köpfen bleiben, auch wenn ich nachher durch die Kurie verkündigen lasse, nichts von dem „Erz-Antisemitismus“ der Piusbruderschaft gewusst zu haben, mag sich der deutsche Papst denken. Es ist dies aber bedauerlicherweise eben die deutscheste aller antisemitischen Ausreden überhaupt und dieses Moment macht die Sache auch auf so sophistische Weise katholisch, denn die Mär von den Juden als Gottesmörder wurde von Päpsten erfunden, und nachdem diese sie in nachkonziliarem Ritus nicht mehr gebrauchen durften, hat der deutsche Papst sie gestern erfolgreich wieder in allen Kanälen verbreitet, ohne etwas gesagt zu haben – Seine Hände in Unschuld waschend, er habe ja von nichts gewusst.

Wer glaubt, wird selig? Es gibt zu viele im missbrauchten Namen Jesu von der katholischen Kirche verbreitete dumme Sprüche, um die Kirchensteuer zahlenden (übrigens eine Erfindung Adolf Hitlers) deutschen Schäfchen von der Gnade G-ttes fern und sich selbst wohligwarm zu halten, als dass der herzliche Ruf der katholischen Seelen nach einem Papstrücktritt noch zurück zu halten wäre. Warum sollte er auch? Indem sich Papst Benedikt XVI. selbst für etwas Besseres hält als die Juden (…dass Gott die Juden erleuchte, damit sie erkennen) ist schon im letzten Jahr zu Tage getreten. Klirrend klar! Doch spätestens jetzt sollte sich jeder stolze Christ eingestehen, welch‘ Geistes Kind der Papst ist. Insofern ist es vielleicht als Segen für die Menschheit zu betrachten, dass dessen durch christlichen Hochmut hervorgerufenes „Herzversagen“ auch in diesem Jahr noch einmal so vehement in die Öffentlichkeit gelangte. G-tt nennt sein Volk – auch in der katholischen Bibel – „heilig“. Nur G-tt allein ist heilig und nur Er hat die Vollmacht, etwas als heilig anzusehen und so zu nennen. Von einem Papst steht da nichts – auch nichts davon, dass sich irgendjemand heilig nennen oder nennen lassen darf. Er lässt sich nicht spotten.

Nun aber sei der Menschheit, uns allen, für die Zeit nach dem Papstrücktritt hinsichtlich des „Erleuchtens und Erkennens“ folgende Verheißung zur Ermutigung zuteil, die uns G-tt durch seinen Propheten Jesaja (Kapitel 25) mitteilt, nämlich dass
er auf diesem Berge die Hülle wegnehmen wird, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind.

In diesem Zusammenhang könnten es jetzt auch die Herzen, Seelen und Gemüter der guten Katholiken als Segen verstehen, dass der erste Papstrücktritt nach 700 Jahren von einem deutschen Papst vollzogen wurde. Es musste geradezu so sein, um die Heiligkeit G-ttes neu zu verstehen, denn auch Luther war zeitlebens ein Katholik und der Holocaust, katholisch verstanden, zum himmelschreienden Leid nur ein Kreuzzug gegen Gottesmörder. So kann der Papstrücktritt und Nichtwiedereinsetzung eines Neuen (da es G-tt nicht gefallen kann, dass ein Mensch oder Glaubensgemeinschaft sich heilig nennt) eine Erlösung für alle Völker werden, zum Vorboten des Messias, bis dass er kommt. / P.S. …die, die G-tt lieben, empfinden die brennende Sehnsucht auf dessen Wiederkunft übrigens ebenso wie die, die dessen Ankunft herzlich entgegeneilen. So ist Versöhnung!



2 Kommentare to “Papstrücktritt, Papst dankt ab …”

  1. […] den EINEN, zurück kehren sollen! Es ist also keine Blasphemie, darüber nachzudenken, das Amt des Papstes überhaupt als Ganzes einzustellen und den Vatikanstaat aufzulösen, sondern es ist Blasphemie, es nicht zu […]