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EKEW – Lohn: Leben oder Wortbruch-Tod

5. Mose 7,12 – 11,25 || Jesaja 49,14 – 51,3
Kommentar von Eric Martienssen

Walter Scheel - Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1989-047-20 / CC-BY-SA 3.0

Walter Scheel – Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1989-047-20 / CC-BY-SA 3.0

Der gestern verstorbene Kopf der Ostverträge, Macher der Ost-West Entspannungspolitik, ehem. Bundesaußenminister und als solcher erster Besucher Israels sowie Alt-Bundespräsident Walter Scheel wollte, wie dies auch der Ewige und Moses ihrem Volk Israel im Tora-Abschnitt „Ekew“ dieser Woche wünschen, dass sein deutsches Volk „heute“ lebt. Ein weiterer Wortbruch würde der grassierenden Staatsverdrossenheit auf fatale Weise Vorschub leisten. Wie Walter Scheel gesagt hat (nicht jetzt, sondern 1972): „Wenn es zur Regel werden sollte, daß Mehrheitsverhältnisse in den Parlamenten durch Parteienwechsel, also ohne Wählervotum verändert werden, dann stirbt die Glaubwürdigkeit der parlamentarischen Demokratie“, ließ DIE ZEIT unter der Überschrift „Bürger müssen entscheiden“ am 12. November 1982 Revue passieren.

Letztlich entschieden sich die deutschen Bürger – 30 Jahre nach Scheels Start in die verheißungsvolle Ost-West Entspannung – zum Sterben! Ausgerechnet durch den Wortbruch des den Russen gegebenen Versprechens, wenn sie der Deutschen Wiedervereinigung zustimmten, im Gegenzug auf jegliche NATO-Osterweiterung zu verzichten. Der damalige NATO- Generasekretär Manfred Wörner wörtlich (Link zum Fakt): „Schon der Fakt, dass wir bereit sind, die NATO-Streitkräfte nicht hinter den Grenzen der BRD zu stationieren, gibt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien.“ Heute wimmelt es nur so von NATO-Streiträften im – auf eigenes Wort hin – verbotenen Land. Merkel und Obama setzten sogar Leib und Seele ihrer Nationen dran, zur Provokation Moskaus, Putins, Gottes und Seines Wortes einen Raketen-Abwehrschirm in Polen und Rumänien zu errichten. – Warum auch nicht? Hat der Gott Israels doch schließlich auch nicht schon Sein Wort gegenüber Seinem Vok gebrochen, war nach Verfassen eines vermeintlichen Testaments zugunsten eines neuen, von Pfarrer Gauck und ZdK so bezeichneten „Gottesvolks“ und deren Götzen gestorben?

Am Ende der letztwöchigen Parascha erging durch Moses das Wort Gottes:
„Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher wärt als alle Völker, hat Er sein Herz euch zugewandt und euch erwählt — denn ihr seid das geringste unter allen Völkern —, sondern weil Er euch liebte und weil er den Eid halten wollte, den Er euren Vätern geschworen hatte, darum hat Er euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. Erkenne, dass der Ewige, dein Gott, der Gott ist, der treue Gottherr, wahrend den Bund und die Huld denen die ihn lieben, denen die seine Gebote wahren, in tausend Geschlechter, aber bezahlend seiner Hasser jedem ins Antlitz, ihn schwinden zu machen, nicht zögert er seinem Hasser, ins Antlitz bezahlt er ihm. Wahre denn das Gebot, so die Gesetze so die Rechtsgeheiße, die ich heuttags dir gebiete, sie zu tun.“

Jeder Mensch, jedes Volk, kann sich für oder gegen Sein dir gegebenes „Wort“ entscheiden!
Denn dazu, als Demonstrationsvolk für alle Völker, hat Gott Israel erwählt und geliebt.
Den Bund und die Huld wahrend denen die ihn lieben, denen die Seine Gebote wahren.

Entsprechend beginnt unser Wochenabschnitt mit Verheißung. Ermutigung pur (zunächst 7,12):
„Und zum Lohne dafür, dass ihr diese Vorschriften [Gebote, Gesetze, Rechtsgeheiße] höret und sie sorgfältig ausübt“:

  • Er wird dich lieben und dich segnen und dich mehren: Er wird segnen die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Landes,
  • gesegnet wirst du sein vor allen Völkern; kein Unfruchtbarer und keine Unfruchtbare wird unter dir sein, noch unter deinem Vieh,
  • und der Ewige wird jede Krankheit von dir abwenden; und keine der bösen Seuchen Ägyptens, die du kennst, wird er auf dich legen, sondern er wird sie auf alle deine Hasser bringen…

Für Nichtjuden, die vielleicht auf den Geschmack gekommen sind, „lohnt“ es sich jedoch vor übereilter und völlig unangebrachter Begeisterung, diese Vorschriften, Gebote, Gesetze, Rechtsgeheiße, zunächst einmal über ein paar Jahre im „dry run“ (Probelauf) zu hören & sorgfältig auszuüben. Danach erst ist man voll gegen oder für den Ewigen, gelobt sei Er. Beachte: Judentum ist keine Missionsreligion. (Für was sollte man auch werben. Etwa für das Lernen der Tora (Lehre, Weisung) wieder und wieder, das Tun und dafür auch noch Liebe entgegen zu bringen, während man sich vorher doch frei fühlte :-) Bestehen dann trotz dieser Unattraktivität noch Gedanken an Konversion, sprich Übertritt zum Judentum, lohnt ein Blick in den „Giur“ betreffenden Artikel unseres unermüdlichen GSI-Autors und Freundes Israel Yaoz → Gerim, bewusst zum Judentum Übergetretene!, verbunden mit dem Hinweis, dass dieser Schritt ein völlig neues Leben bedeutet; man wird womöglich alle Freunde aus seinem alten Leben verlieren. Baruch haSchem (gelobt derName) allerdings auch die von Gott wegführenden Vorschriften der christlich-palästinensischen Kirchengötzen im so genannten Neuen Testament verlieren, oder die zum Dschihad aufrufenden islamischen Vorschriften des Koran.

Man mag es kaum glauben. Aber auch, wenn man nicht an den Einen Gott der Tora (Lehre) glaubt, hat der Ewige der Einzig gültigen Bibel (1. Buch Moses bis 2. Chroniken) eine enorme Attraktivität, alleine schon durch eine klare Ordnung und Weisung im Leben bis zum Ende und ewig darüber hinaus, wenn man z. B. das letzte Wort der Bibel betrachtet (2. Chroniken 36,23): „Alle Königtümer der Erde hat mir Er gegeben, der Gott der Himmel, und Er ist es, der mir zuordnete, Ihm ein Haus in Jerusalem, in Jehuda zu bauen. Wer unter euch von Seinem Volk ist: Er, Sein Gott, ist bei ihm, der ziehe hinauf!“ (Alijah)

„Liebe geht durch den Magen“, sagt der Volksmund. Und wenn wir uns auf das viele, in Anbetracht der wundersamen Rundumversorgung Gottes stets unverschämte Murren der Juden in der Wüste besinnen, dann trifft diese Weise wohl auch auf das Volk Gottes zu. Doch im Unterschied zu den Religionen seiner Nachbarn dankt der religiöse Jude dem Ewigen „nach dem Essen“. Also erst dann, wenn er definitiv weiß, dass er tatsächlich satt geworden ist. Aber Scherz beiseite, der wirkliche Grund liegt darin, dass er sich in Unterscheidung (Hawdala) zu allen heidnischen Religionen an Gottes Wort, Seine persönlichen Versprechen uns gegenüber hält, wo es in unserem Abschnitt heißt (8,10): „Und du sollst essen und du sollst dich sättigen und Du sollst den Ewigen, deinen Gott preisen…“

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .
So steht dieses Tischgebet → Birkat Hamason auch am Ende eines jeden Kiddush, das im Anschluss an den Schabbes- oder Festtagsgottesdienst in der Synagoge gehalten wird:

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< Der Ewige will dein Herz erkennen – 40 Jahre Wüste. Du sollst erkennen, wovon der Mensch lebt: Nicht von Brot allein – von allem, was Gottes Mund ausspricht – Manna. Segen + Früchte des Landes – beim Essen den Ewigen nicht vergessen, sonst hochmütig und vernichtet wie Völker zuvor. || Gottes Werk: Erlösung Israels und vieler Kinder der Nationen, die den Ewigen suchen. Der Ewige tröstet Zion – gleich Eden seine Wüste > Psalm 75

Lebst du nach Seinen Gesetzen und Seinem Kalender in Seinem Volk, wird dir Seine Prophetie / Verheißung in unserem Wochenabschnitt ganz nahe sein, in deinem Herzen und auf deinen Lippen, dass du sie tust (8,7-9):

    Denn der Ewige, dein Gott, bringt dich in ein gutes Land, in ein Land mit Wasserbächen, mit Quellen und Fluten, die im Tal und im Gebirge hervorbrechen. In ein Land mit Weizen, Gerste, Trauben (Kiddusch-Wein für die Heiligung Gottes Schabbats), Feigen und Granatäpfeln, in ein Land mit Oliven und Honig (=Datteln). In ein Land, in welchem du nicht in Armut Brot essen wirst, in welchem Dir nichts fehlen wird, in ein Land, dessen Gestein Eisen ist, und aus dessen Bergen du Kupfer hauen wirst.

Schabbat Schalom


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