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Rosch HaSchana 5773 Grüße und Karten

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    1. Neujahrstag (Rosch HaSchana) 5773 ist Montag, der 17. September 2011


1. Tag: 1. Mose 21, 4. Mose 29,1-6; 1. Samuel 1,1 – 2,10
2. Tag: 1. Mose 22, 4. Mose 29,1-6; Jeremia 31,1-19

noch bis Hoschana Raba Psalm 27 im Morgen- und Abendgebet

Was für ein Paradoxon dieser Mann, Bundesaußenminister Guido Westerwelle, in sich verkörpert. Wenn er sich überhaupt als Mann empfindet – keiner weiß, ob er den weiblichen oder den männlichen Teil innerhalb seiner Beziehungen verkörpert. Wie – zumindest – memmenhaft mutet sein dieswöchiger Besuch an: in Israel – UND den Palästinensergebieten. Wenn ein normaler Mensch einen Freund besucht, dann reist er jedenfalls nicht unmittelbar weiter zu dessen Feind, der seinen Freund „auslöschen“ oder „ins Meer treiben will“, nur, weil man gerade in der Gegend ist. Das ist widerlich und pietätlos, kommt aber vor bei Menschen, die nichts mehr von einander unterscheiden können, sprichwörtlich sich selber nicht entscheiden können, ob sie Männchen oder Weibchen sind.

Da ist es dann ur-plötzlich gar kein Widerspruch und keine Chuzpe mehr, wenn ich nach dpa-Meldung Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versichere, „wir stehen zusammen mit Israel“ und im gleichen Atemzug offiziell das komplette Gegenteil versichere, nämlich „dass daran auch die mögliche Lieferung von zwei deutschen U-Booten an Ägypten nichts ändere“, obwohl jedes Baby spätestens seit dem Angriff auf die israelische Botschaft in Ägypten vor einem Jahr – von den gestrigen Anschlägen auf die US-Botschaft abgesehen – weiß, dass das Volk des Landes Israel lieber vernichten denn verhandeln will. Welche Abgründe können sich in einem einzelnen deutschen Politikerkopf 74 Jahre nach →Luthers Reichskristallnacht noch abspielen? Oder muss man in Hinblick auf die →Lutherdekade eher fragen: wieder?

Jawohl, es geht gerade an diesem Schabbat Nitzawim vor Rosch HaSchana um klare Entscheidungen des einzelnen Menschen, „für“ oder „gegen“, für oder gegen Gott beziehungsweise → wie Moses es in der Wochenlesung vorstellt – Leben und Segen oder Fluch und Tod. Er, und so auch wir, schlägt vor: „Wähle das Leben!“

Wir wollen weiter unten soweit irgend möglich versuchen, zwei ur-sprünglich brüderliche Seiten – die israelitische und die ismaelitische – in Liebe unterscheidbar zu machen, weil wir finden, dass Unterscheidung wahr oder unwahr eine wunderbare Chance der aktiven Liebe ist. Denn nur klar umrissene Parteien können zu klaren Verhandlungsergebnissen führen. Doch dazu zunächst auch die dpa-Meldung vom 9. September im weiteren Verlauf: „Bei einem Kurzbesuch in den Palästinensergebieten stärkte der FDP-Politiker dem von sozialen Protesten bedrängten Ministerpräsidenten Salam Fajad den Rücken. Zugleich bekräftigte er die deutsche Haltung, dass es einen Palästinenserstaat nur durch Verhandlungen mit Israel geben könne. Die Friedensverhandlungen liegen jedoch seit September 2010 auf Eis. Die Palästinenser versuchen nun, gegen den Willen Israels in den Vereinten Nationen als Staat anerkannt zu werden.“ . . .
. . . Also back to the future des letzten Jahres:
bewegte Zeiten, Neujahr war doch auch und vor allem Umkehr? Alle Augen blickten zur UNO. Würden auch die Palästinenser umkehren, wie es US-Präsident Barack Hussein Obama ihnen nahelegte, nämlich ihren Antrag auf Gründung des Palästinenserstaates „von sich aus“ nicht zu stellen? In den PA-Gebieten gingen Tausende auf die Straße dafür, nicht umzukehren, obwohl der Umkehrschluss der Antragstellung vor der UNO der ganzen Welt die Unversöhnlichkeit und Borniertheit der Palästinenserführung offenlegen würde, denn:
Stellte Abbas den Antrag, und der würde abgelehnt, würdw das neue, noch heftigere Gewaltbereitschaft seiner „Leute Zuhause“ herauf beschwören, die er wissentlich in Kauf nahm! Er stellte den Antrag – und die UNO begeistert.

Dabei stelhen unsere Lesungen zu Rosch HaSchana, am 1. Tag die für die Ismaeliten, am 2. Tag die für die Israeliten, wunderbar versöhnlich neben einander – zunächst DER Auszug aus der Ismaelitischen 1. Moses Kapitel 21:

Und sie [Hagar/Koran: Hadschar, s. auch Hadsch] ging und setzte sich gegenüber hin, einen Bogenschuss weit entfernt, denn sie sagte sich: Ich kann das Sterben des Kindes nicht ansehen. So setzte sie sich gegenüber hin, erhob ihre Stimme und weinte. Gott aber hörte die Stimme des Jungen. Da rief der Engel Gottes der Hagar vom Himmel zu und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht! Denn Gott hat auf die Stimme des Jungen gehört, dort wo er ist. Steh auf, nimm den Jungen, und fasse ihn mit deiner Hand! Denn ich will ihn zu einer großen Nation machen. Und Gott öffnete ihre Augen, und sie sah einen Wasserbrunnen; da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Jungen zu trinken. Gott aber war mit dem Jungen, und er wurde groß und wohnte in der Wüste; und er wurde ein Bogenschütze. Und er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter nahm ihm eine Frau aus dem Land Ägypten.

Was für eine Verheißung! Wenn . . . ja, wenn da nicht später jemand mit neuen Verheißungen für die einstigen „Ismaeliten“ gekommen wäre, wie – fahrlässiger Weise – zur Zeit jetzt Abbas (s. auch Palästinenserstaat: Angela Merkel und brauner deutscher Antisemitismus?). Parallel dazu, am 2. Tag, die Entwicklung für die Israeliten, aus Kapitel 22, also direkt die Tora-Seite gegenüber:

Und Abraham [Koran: Ibrahim]streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten [Isaak, im Koran umgekehrt: Ismael]. Da rief ihm der Engel des Ewigen vom Himmel her zu und sprach: Abraham, Abraham! Und er sagte: Hier bin ich! Und er sprach: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Jungen, und tu ihm nichts! Denn nun habe ich erkannt, dass du Gott fürchtest, da du deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast. Und Abraham erhob seine Augen und sah; und siehe, da war ein Widder hinten im Gestrüpp an seinen Hörnern festgehalten. Da ging Abraham hin, nahm den Widder und opferte ihn anstelle seines Sohnes als Brandopfer. Und Abraham gab diesem Ort den Namen »Der Ewige wird ersehen«, von dem man heute noch sagt: Auf dem Berg des Ewigen [Moriah] wird ersehen. Und der Engel des Ewigen rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel her zu und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Ewige, deshalb, weil du das getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, darum werde ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist; und deine Nachkommenschaft wird das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen. Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür, dass du meiner Stimme gehorcht hast.

Nach wie vor geht es also – auch und besonders in den Palästinensergebieten – um Umkehr zum und Gehorsam gegenüber Gott Elohim / aram. Elah / arab. Allah.

Mehr zu Rosch HaSchana klick Kommentar letztes Jahr »

God’s Sabbath International wünscht allen, die Gott Elohim (Allah) von ganzem Herzen und ganzer Seele lieben, ein unendlich erfüllendes Neujahrsfest, einen guten Eintrag ins Buch des Lebens, und ein Umkehr-volles Jom Kippur.

Schana tova u’metuka
Eric C. Martienssen



3 Kommentare to “Rosch HaSchana 5773 Grüße und Karten”

  1. Israel Yaoz sagt:

    Am 16. September, abends, fängt das jüdische Neujahrsfest an; 5773 “nach der Schöpfung der Welt”. Um genauer zu sein: der sechste Schöpfungstag. Also: der Geburtstag der Menschheit! Ein Tag an dem der Mensch sichselber Rechenschaft geben soll, was man mit seinem Leben bisher getan hat, und was Gott und du selber von dir verlangt. Auch im Himmel wird festgelegt, was das kommende Jahr bringen wird: zum Guten und zum Bösen. In der Synagoge wird der Schofar (Widderhorn) geblasen, mit dem begleitenden Gebet: “Lieber Herrgott, wenn Du diese Töne hörst, erinnere Dich an unseren Patriarchen Abraham, der bereit war, seinen geliebten Sohn zu opfern, um seine Treue und Gehorsamkeit zu bekunden. Stattdessen opferte er einen Widder. Wir, seine Nachkommen, beten um Milde für das kommende Jahr, und hoffen, das wir eisngeschrieben werden im himmlischen Buch des Lebens. Dies ist mein Wunsch für Euch und euren Nächsten.
    Israel Yaoz, Herzeliya-IL, 12.9.2012

    Ein Geburtstag hat immer zwei Aspekte:
    die Selbstbesinnung – wie oben – und die Feier: eine üppige Mahlzeit, Gesang und Freude; allerdings, je älter man wird, je mehr ist der Nachdruck auf den ersten Aspekt; und die Gemeinde Israel ist uralt!

    (Siehe: Nehemia: Kap. 8: Vers 1 [Tag des Neujahrs!!]; Vers 3; Vers 6: [das geschieht auch heute in jeder Synagoge]; Vers 9 und 10 … denn der Tag ist unserem Herrn heilig. Seid daher nicht bekümmert; die Freude am Herrn ist eure Zuflucht.)

    Aus dem Chassidismus:
    Ein alter Rabbi, in einem kleinen Dorf in Russland, war wie üblich, am frühen Morgen auf seinem Weg zur Synagoge. Während er gemütlich seines Weges ging, stand plötzlich mit gezücktem Gewehr ein Polizist ihm gegenüber, und forderte von ihm agressiv: “Wer bist du”! “Was tust du hier?” “Wohin gehst du?” Der Rabbi antwortete dem Polizisten sanftmuütig: “Wieviel zahlt man dir für deine Arbeit?” Dieser antwortete: “20 Kopeken für jeden Tag”: Der Rabbi: “Ich zahle dir auch jeden Tag 20 Kopeken, wenn du mir den Gefallen tust, jeden Morgen, auf meinem Weg zum Gebetshaus, mich hier anhalten und mich fragen wirst: “Wer bist du? Was tust du hier? Wohin gehst du?”
    Shalom, Friede und in Liebe, Israel

  2. Gods Sabbath sagt:

    Lieber Israel,
    danke für Dein wunderbar erwärmendes „Geburtstagsgeschenk“ in Form dieses reichen und erfüllenden Kommentars.
    הרבה אהבה ושנה טובה ומתוקה, אריק

  3. […] Schabbat zwischen →Rosch HaSchana und Jom Kippur (→Umkehr zum Leben) wird am Sonderschabbat Schuwa (Umkehr) Folgendes […]