zurück zu Teil 2 | Zum Schawuot-Fest veröffentlicht GSI – wie bereits 2017 schon – einen Beitrag von Jehonatan Kiebitz in vier Teilen.
Den aktuellen Schabbat Bemidbar (4. Moses 1,1 – 4,20 || 1. Samuel 20,8-42) fasst sein „Hawdala-Kalender 5780“ wie folgt zusammen: «Musterung Israels in der Wüste für Lager- und Dienstordnung || Neumondsmal des Königs – Jehonatan rettet David vor Saul.» [Hier kostenloser → Download Schawuot Grußkarte]

von Jehonatan Kiebitz

von Jehonatan Kiebitz

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Israel wurde zu einem großen Volke nicht im Lande des Schem, sondern im Lande des Cham. Zuerst wurde Ägypten durch das Walten Josephs in Regierungsverantwortung vor einer Hungerkatastrophe überregionalen Ausmaßes bewahrt und „Josephs Familie“ gern aufgenommen. Als sie aber zum semitischen Volk heranwuchsen, und Joseph und seine Brüder schon nicht mehr lebten, hat man ihnen im Lande des Cham das Leben sauer gemacht und sie versklavt. Schließlich hat man ihre neugeborenen Knaben im Nil ertränkt (staatlich verordnete Abtreibung nach der Geburt!), um sie zu dezimieren. Wie haben die Hebräer, also Israel, reagiert? Sie riefen den Namen des Gottes des Schem um Hilfe an, den Namen des Gottes der Hebräer, den Gott Abrahams, Jizchaks und Jakobs!

ER erhörte sie. ER berief aus der Familie des Leviten Amram den Moses am Berg Gottes Chorew (Horeb), im Lande Midjan, vor den König der Ägypter zu treten, und zwar mit seinem Bruder Aharon gemeinsam. Beide sollten dem Pharao Befehle des Gottes der Hebräer verkünden, die ihn verpflichteten die Hebräer in die Freiheit zu entlassen, damit sie IHM, ihrem Gott, dienen können. Das hat der König unter den Chamiten zuerst nicht ernst genommen, aber zunehmend den Eindruck erweckt, dass er vorher die listigen Methoden der Schlange studiert und gelernt hatte. In der Tora wird er selbst auch „die Schlange“ genannt. Das erinnert auch wieder an Nimrod.

Pharao machte politische Winkelzüge und ließ sein Machtkalkül spielen, wobei er zuerst den Zwang gegen die Sklaven steigerte, um sie zur Verzweiflung zu treiben. Im Land Ägypten, das von gigantischen Götzenstatuen geprägt war, fand er es nicht nur lächerlich, etwas vom Gott seiner Sklaven zu hören, sondern er wäre auch nicht bereit gewesen, zwischen seinen toten Götzenbildern und dem Lebendigen Gott der Hebräer die Unterscheidung (hebr. Hawdala) zu lernen. Der Gott seiner Sklaven schickte aber Moses und Aharon zehnmal zu Pharao, und dieser durfte nun erleben, wie der Gott der Hebräer ihm Schritt für Schritt sein Königs-Zepter aus der Hand nahm.

Ägypten wurde zur Bühne für das Schauspiel der Befreiung der Hebräer aus der Sklaverei der Götzendiener, und die umliegenden Länder wurden das „Publikum“. Das Volk Israel bekam seine eigentliche historische Aufgabe, durch seinen Weg ihrem Gott zu dienen, der den Himmel und die Erde und auch sie, das Volk Gottes, erschaffen hat. Sie hatten keineswegs vor, im Sinne Nimrods „sich selbst einen Namen“ zu machen. Ihr Gott brauchte sie fortan, um SEINEN HEILIGEN NAMEN unter den Völkern groß werden zu lassen, also der ganzen Welt ins Bewusstsein zu bringen. Israel soll dazu dienen, der Welt ihren Schöpfer, Erlöser, Richter, Lehrer, Arzt und Helfer etc. verständlich zu machen, angesichts einer Rolle der Schlange, die nicht aufhört den Erlöser zu spielen!

So wie das ganze Werk der Schöpfung ein reines Wunder ist, von dem auch alle Völker leben, wurden nun die Ägypter Zeugen, dass der Schöpfer aller Dinge zugleich der Erlöser derjenigen Menschen ist, die IHM allein dienen wollen. Gott offenbarte sich durch Wunder zur Strafe für Ägypten und zur Rettung für Israel. ER machte Hawdala zwischen Israel und Ägypten, so wie am ersten Schöpfungstage zwischen dem Licht und der Finsternis. Mit zehn Strafwundern (Plagen) weckte ER das Gewissen der Ägypter. Zum Beispiel ließ ER in Ägypten den Nil, in dem sie die Knaben ertränkt hatten, zu Blut werden.

Gott ließ auch über ganz Ägypten eine Plage der Finsternis kommen, während Israel volles Licht hatte. Die Welt wurde Zeuge und erfuhr so vom Handeln des Gottes der Hebräer auch als dem Richter der ganzen Erde und als dem Erlöser Israels. Den ganzen Bericht über die zehn Plagen finden wir in der Tora im 2. Buch Moses in den Kapiteln 7 bis 11, wobei die zehnte Plage, die zur Stunde der Befreiung führt, in dem langen Kapitel 12 zuerst vorbereitet wird. Mit speziellen Geboten lernt Israel, was es bei seiner Befreiung selbst in die Hand nehmen soll! Das gehört auch zum Inhalt der Pessach-Haggada, dem Leitfaden zum Inhalt des Pessach-Festes, des Festes der Erlösung! [Vgl. Artikel „Die Erlösung der Welt vom Chrislamischen Glauben“
| In 50 Tagen → vom Pessach bis zum Schawuot.]

Mit jeder neuen Plage musste sich Pharao mehr und mehr geschlagen geben, hörte jedoch nicht auf, listig zu betrügen, wodurch seine Diener bereits anfingen, ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Israel schöpfte dabei Schritt für Schritt Hoffnung, aus diesem Land der Götzen- (Schlangen-) Diener befreit zu werden. Sie hatten ihren Gott zu Hilfe gerufen. Jetzt machten sie nicht nur die lebendige Erfahrung, dass ER ihre Sache in die Hand nimmt, sondern ER selbst sprach sie auch an und ließ sie SEINE Führung erkennen und von der Schlangenlist unterscheiden. ER selbst bereitete sie vor auf die zehnte Plage, nach der Pharao sie aus „seinem“ Lande fortschicken sollte.

In Ägypten gab es nur das Sonnenjahr mit dem Götzendienst des Sonnenkultes ohne Beziehung zum Monat, dem Mondumlauf um die Erde mit den Mondphasen, also auch ohne Rücksicht auf den Einfluss des Mondes auf der Erde, nicht nur der Gezeiten, beim Wetter oder sogar beim Befinden der Menschen. Als ersten Schritt zur Vorbereitung auf die Stunde der Erlösung bekam Israel einen neuen Umgang mit der Zeit: den Kalender ihres Erlösers mit dem Mondjahr als Erlösungsjahr. (2.M.12,1-2: Übers.: Rabbi S. R. Hirsch): „Da sprach Gott zu Mosche und Aharon im Lande Mizrajim also: Diese Monderneuerung sei euch Anfang von Neumonden; er sei euch der erste unter den Monaten des Jahres“.

Es geht dabei um den Molad, das Sichtbarwerden des Neumondes, als Beginn des neuen Monats und gleichzeitig um die Zählung der Monate des Jahres beginnend mit dem Frühlingsmonat, der gerade begonnen hatte zur Jahreszeit der Tag- und Nachtgleiche, wonach die Tage wieder länger sind als die Nächte. Das bedeutet keine Namen für die Monate wie auch für das Datum, nur Ordnungszahlen. Die Zählung der Wochentage bekam Israel erst nach der Errettung aus der Hand der Ägypter auf dem Weg zu ihrem Erlöser. Monatsnamen übernahmen sie erst im Galut Bawel. Der Anblick der neuen Mondsichel war für sie das Erreichen des Monats ihrer Erlösung.

Mit der Offenbarung des Erlösers bei der Berufung von Moses zum Prophet für Israel am Berg Choreb und dem Einsatz seines Bruders Aharon begann im persönlichen Verhältnis zwischen dem Gott Israels und Seinem Volk die entscheidende Phase, nachdem der Erlöser Israels sich vorher den drei Stammvätern und der Familie Israel offenbart hatte. Es geschahen Dinge, bei denen die Schlange sich nicht mehr einmischen konnte. Das Volk Israel lebte in Mizrajim von Anfang an in der Hoffnung auf das ihnen verheißene Land mit den heiligen Stätten, dem Berg Morija und der Höhle Machpela. Die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies wird dabei auch Hoffnung bekommen haben.

Den gerade zitierten beiden Versen schließt sich Vers 3 wie folgt an: „Sprecht zur ganzen Gemeinde Israels: Am zehnten dieses Monats, dann sollen sie jeder sich ein Lamm nehmen für ein Elternhaus, ein Lamm für das Haus.“ Verse 6 bis 8: „Es sei euch zur Bewahrung bis zum 14. Tage des Monats; dann schlachte es die ganze Versammlung der Gemeinde Israels zwischen den beiden Abenden. (Anm.: Zwischen Sonnenuntergang und Ende der Abend-Dämmerung) und sie nehmen von dem Blute und geben es an die beiden Pfosten und an die Oberschwelle (Anm.: oberer Türbalken), an die Häuser, in welchen sie es essen sollen. Dann essen sie das Fleisch in dieser Nacht, in Feuer gebraten, und ungesäuerte Brote, mit bitteren Kräutern sollen sie es essen.“

Sehen wir wieder die Lämmer des Abel bei dem Opfer, das der Ewige mit Wohlgefallen angenommen hat? Hier dient es zur Errettung des Volkes Israel als Zeichen Gottes in der Nacht ihrer Erlösung. Gott geht in dem Gericht, bei dem jeder Erstgeborene in Ägypten bei den Menschen und den Tieren stirbt, an allen Häusern mit dem Blut des Lammes an den Türpfosten vorüber (Bedeutung des hebräischen Wortes Pessach: Überschreitung!). Vers 14:

    „Es bleibe dieser Tag euch zum Andenken, und ihr sollt ihn als ein Gott geweihtes Fest feiern; für eure Nachkommen als ein ewiges Gesetz sollt ihr ihn feiern.“ Der Kalender Israels beginnt mit dem Datum für die Erlösung und dem Fest der Erlösung. Israel hat ihn von seinem Erlöser selbst bekommen.

Das Sterben in allen Häusern der Ägypter war der Auslöser, dass diese Israel in die Freiheit entlassen und ihnen auch noch Wertsachen mitgegeben haben, denn sie waren als Sklaven keinen Lohn gewöhnt. In Eile musste Israel Ägypten verlassen. Trotzdem war Pharao für sie noch eine gefährliche Schlange und verfolgte sie sogar noch mit Heeresmacht. Dadurch hat der Erlöser Israels Sein Volk schließlich endgültig errettet: Er ließ Israel trockenen Fußes durch das Schilfmeer ziehen und die Verfolger, die Israels Kinder im Nil ertränkt hatten, nun selber im Meer ertrinken. Als Israel ihre Leichen vorbei schwimmen sah, begann die Angst der Sklaven in den Jubel der Erlösten umzuschlagen – daran erinnert heute noch jedes Jahr der 7. Tag Pessach als hoher Feiertag und auch Schabbat Schira.

Auf dem Weg zum ersten Ziel, nachdem sie aus Ägypten herausgezogen waren, brauchten sie bereits eine Orientierung und auch am Tage einen Schutz vor der Hitze und in der Nacht ein Licht für den Weg. Konnten sie einfach Moses nachfolgen? (2.M.13,21 + 22). Gott selbst war ihr Führer! ER führte sie bei Tage in einer Wolkensäule und bei Nacht in einer Feuersäule. Bedenken wir, wo es in der Welt schon hingeführt hat, wenn Ersatztheologen der Schlange als „Führer der Gläubigen“ die Welt beherrschen, um Israel zu „beseitigen“? Unter der Führung des Erlösers Israels waren auch Ägypter dabei, die gelernt haben, als Gott zwischen Israel und Ägypten Hawdala gemacht hat. Sie schlossen sich einfach Israel an, und bald bestanden für beide gleiche Rechte und Pflichten.

Wie sollten sie aber den Weg durch die Wüste überleben wo nicht gesät und nicht geerntet wird? (2.M.16,15): „Israels Söhne sahen es, und sagten einer zum anderen: Eine Gabe (Man) ist es; denn sie wussten nicht, was es war. Mosche aber sprach zu ihnen: Es ist das Brot, das Gott euch zur Nahrung gegeben.“ (Siehe auch Verse 17 bis 36). Vers 22:

    „Da war es, am sechsten Tage hatten sie doppeltes Brot, zwei Omer für jeden, gesammelt; es kamen alle die Fürsten der Gemeinde und berichteten es Mosche.“ Das Wunder ihrer Erlösung hatte Israel erlebt. Jetzt lernten sie ihren Schöpfer und Erlöser auch als ihren Ernährer kennen, der Einzige Wahrhaftige Gott, Echad!

Das Brot vom Himmel bekamen sie nun 40 Jahre, aber gleichzeitig mit einem Geschenk aus dem verloren gegangenen Paradies, und dazu einen konkreten Teil vom Kalender ihres Erlösers. Mit dem 7. Tage der Schöpfungswoche hatte der Schöpfer das Heiligtum in der Zeit geschaffen, den Schabbat. Weiter oben lasen wir, wie Israel zum Erlösungsjahr die Zählung der Monate und innerhalb der Monate die Zählung der Tage bekam, aber noch nicht die Zählung der Wochentage. Wie sollten sie auf einmal die Arbeitstage vom Ruhetag unterscheiden können? Ihr Erlöser gab ihnen den Ruhetag aus dem Paradies, die Zeit der Heiligung, in der sie nicht ihrer Arbeit, sondern nur ihrem Schöpfer und Erlöser gehören, in der Wüste zurück. Am sechsten Tag bekamen sie die Ration für den 7. Tag gleich mit und lernten dabei, sich auf den Schabbat vorzubereiten. So kannten sie auch die Ordnungszahlen aller Tage in jeder Woche! Jetzt konnte Israel vorausblicken und seinem Ziel zustreben.

Was war aber ihr Ziel, und wo war es?

Das alles hat seinen Niederschlag in Israels Kalender. Der Tag des Aufbruchs ist der Start und das Fest dafür ist Pessach. Ab dem Tag danach beginnt nochmals eine neue Zählung. Dabei werden gleichzeitig Tage gezählt und Wochen. (3. Moses 23 Vers 16). Der Tag nach 7 vollen Wochen ist die 50. Das ist das erste Ziel nach dem Auszug aus Ägypten: das Wochenfest. Wo waren sie da? (2. Moses 3 Vers 1: „Moses … kam zum Gottesberge, zum Choreb. Verse 11 – 12): „Da sprach Mosche zu Gott: Wer bin ich, dass ich zu Pharao gehen, und dass ich die Söhne Israels aus Mizrajim führen soll? Er sprach: Weil ich mit dir sein werde! Und eben dies wird für dich das Zeichen sein, dass ich dich geschickt habe. Wenn du das Volk aus Mizrajim führst, werdet ihr Gottes Diener werden an diesem Berg.“

Für Moses persönlich war der Start also nicht in Ägypten und nicht das Pessach, sondern der Abschied von seinem Schwiegervater Jitro für den Weg nach Ägypten. Sein Ziel war ein Zeichen, das ihm der Ewige genannt hat, Vers 12. Da hat sich für ihn der Kreis geschlossen. In welchem Ziel bestand dabei die Hoffnung des Volkes Israel? Das Zeichen für Moses kannten sie wahrscheinlich nicht aber die Verheißung ihrer Stammväter für das Heilige Land. Hat das für sie auch die Hoffnung beinhaltet zur Rückkehr zum Baum des Lebens? Oder könnten wir nicht besser fragen: Wer war ihr Ziel? Pessach ist das Fest der Erlösung, Schawuot ist das Fest des Erlösers! Er selbst ist das Ziel Israels und zugleich das Zeichen für Moses am Berg Gottes, Choreb.
| Jüdische oder christliche Dreieinigkeit → Schawuot oder Pfingsten.

Dabei bekam dieser Berg (leider?) auch einen zukunftsweisenden neuen Namen: Berg Sinai! Sina ist das hebräische Wort für Feindschaft! Das konnte und wird doch niemals das Ziel des Volkes Gottes sein? Hat es etwas mit der Schlange zu tun? Wird durch die Erlösung Israels das Wesen der Schlange unter den Völkern erst recht gereizt, macht sie der Neid zu Feinden und zu Ersatztheologen? Am Berg Sinai wird eine Weiche gestellt. Der Erlöser Israels offenbart sich seinen Erlösten, und das ganze Volk hört wie ein Prophet den Schöpfer und Erlöser der Welt zu sich sprechen. Hier gibt ER ihnen die Grundlagen für die einstige Rückkehr zum Baum des Lebens durch die Tora.
| Darüber mehr in → Teil 4

Eric Martienssen

Seit meinem Kirchenaustritt 2009 spüren meine jüdisch-orthodoxen Freunde in Israel und ich in Artikeln und höchst politischen Schabbat-Kommentaren auf GSI (God's Sabbath Int.) den Fake News Roms nach.

Der damalige Pontifex zerstörte die Wohnung Gottes, den Tempel in Jerusalem - Fakt! War das Neue Testament und die Kirche nur eine Weltmacht strategische Geschäftsidee Roms? Was ist Politik heute? Viel Freude bei Ihrer Reise auf GSI.

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