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Parascha WaJikra – Schabbatlesung und Kommentar

Lecha Dodi, a Sabbath Song:

3. Mose 1,1 – 5,26; Jesaja 43,21 – 44, 23

Kommentar Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem:
Mit unserem Wochenabschnitt WaJikra für diesen Schabbat beginnen wir das dritte Buch Mose, Leviticus, das auch „Thorat ha-Kohanim“ genannt wird (dt.: die Thora der Priester). Dieses dritte Buch der Thora beinhaltet die genauen Vorschriften und Angaben für die Priester und Leviten in Bezug auf deren Gottesdienste, besonders die verschiedenen Opferdarbringungen in der Stiftshütte (Mischkan) bzw. im Tempel.

Viele Christen überspringen diese „trockenen“ Texte aus dem Alten Testament, es gehe sie ja sowieso nichts an – der Tempel existiert doch nicht! Doch Juden rezitieren diese fundamentalen Texte jedes Jahr immer wieder neu – denn sie glauben fest an die Wiedererrichtung des Dritten Tempels in Jerusalem. Was sagt uns der Prophet Haggai: „Größer wird die Herrlichkeit dieses künftigen Hauses sein als die des früheren“ (Vers 2,9)
Lasst uns diese Texte nicht überspringen, denn auch das ist Gottes lebendiges Wort – ewig und gültig für uns heute! Man bezieht sie nur im geistlichem Sinne, ist nicht unser Leib Sein Tempel?

Ein Brandopfer soll von Rindern sein, männlich und ohne Fehler. Für die Armen, wie einst die Eltern von Jeschua, konnten laut Thoragesetz anstelle von Rindern das Brandopfer von Vögeln eingesetzt werden. Dabei waren allerdings nur Tauben erlaubt (1,14). Dann war das Speiseopfer an der Reihe, es war mehr eine Delikatesse mit Öl, Weihrauch und Gebäck (2. Kapitel).

Dann lesen wir in Vers 11: „… denn von allem Sauerteig und allem Honig sollt ihr für den HERRN nichts als Feueropfer in Rauch aufgehen lassen.“

Kein Sauerteig (se’or) und kein Honig (dwasch)! Warum? Das fragten sich die jüdschen Weisen und Gelehrten und kamen zu zwei Auslegungen:

1. Sauerteig, der aufgeht, sei eine Andeutung des Hochmuts und der Arroganz. Honig symbolisiert Nahrungen, die den (bösen) Trieb des Menschen weckt. Deshalb sei kein Platz für Sauerteig und Honig im Heiligtum Gottes. 2. Rambam (Maimonides) gab als Begründung an, dass diese beiden Elemente bei Götzendiensten benutzt wurden.

God’s Sabbath Int. stellt das Gemeinsame, das Verbindende von Juden und Christen in den Mittelpunkt:
Hier ein Hinweis auf Se’or (Sauerteig), der von uns „entfernt werden muss – wie zu Pessach – um rein vor Gott zu stehen. (1. Kor. 5,7)

Bei solchen Texten muss man wirklich „zwischen den Zeilen lesen“. So finden wir zwei Verse weiter ein interessantes Gebot: „Alle Opfergaben deines Speisopfers sollst du mit Salz salzen und sollst das Salz des Bundes deines Gottes auf deinem Speiseopfer nicht fehlen lassen; bei allen deinen Opfergaben sollst du Salz darbringen.“ (2,13)

Jedes Speiseopfer soll gesalzt werden! So wird auch beim Brotsegen am Schabbat immer Salz auf das gebrochene Brot gestreut oder das Brot in Salz eingetaucht. Die jüdischen Weisen begründen diese Handhabungsweise mit dem Vergleich: unser Haus soll der Tempel sein, unser Tisch der Altar und unsere Speisen die Speiseopfer, die auf der Tafel des Altars dargebracht werden. Weiter legen die Gelehrten aus, dass Salz die Nahrung konserviert, bewahrt. So soll auch das Salz auf den Opfern auf die Ewigkeit der Gültigkeit des Sühneopfers hindeuten.

Auch hier finden wir einen Hinweis im Neuen Testament, als Jeschua in der Bergpredigt die wahren Gottesfürchtigen mit „Salz der Erde“ vergleicht. Man soll es in dieser „geschmacklosen“ Welt spüren. (Matth. 5)

Dann das ewige Gebot in Kapitel 3: „…keinerlei Blut dürft ihr essen!“ (Vers 17). Denn: „…das Blut ist die Seele, und du sollst nicht die Seele mit dem Fleisch essen“ lesen wir später in 5. Mose 12,23. Dies ist ein ernstes Verbot, das auch für den Nichtjuden (Goi) gilt, darüber lesen wir in Kapitel 17: „Denn die Seele des Fleisches ist im Blut, und ich selbst habe es euch auf den Altar gegeben, Sühnung für eure Seelen zu erwirken. Denn das Blut ist es, das Sühnung tut durch die Seele [in ihm].“ (3. Mose 17,10-14).

Es ist einst der Sieben Noachidischen Gebote für den Nichtjuden (Apg. 15,20)!

Die drei oben erwähnten Gebote bestehen auf ewig – wie es dort steht – und sind befohlen worden, darum sollen wir sie auch heute berücksichtigen!

In unserem Prophetenabschnitt in Jesaja 43 lesen wir, wie das Volk Gott „nicht mit dem Fett deiner Schlachtopfer gesättigt“ hat und „deine Schlachtopfern Mich nicht geehrt“ haben, dafür aber „vielmehr Arbeit gemacht mit seinen Sünden“ (Vers 24), doch Gott, der HERR, unser Heiliger, der Schöpfer Israels, unser König, antwortet gnadenvoll: „Ich, ich bin es, der deine Verbrechen auslöscht um Meinetwillen, und deiner Sünden will ich nicht gedenken.“ (Vers 25) Halleluja!
Denn ‘so spricht der HERR, der König Israels und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott!’ (Jesaja 44,6)

Schabbat Schalom



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