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Schabbat BeSCHALACH – Als er ziehen ließ – Sabbat-Lesung und Kommentar

2. Mose 13,17 bis 17,16; Haftara-Prophetenlesung: Richter 4,4 bis 5,31

Auszüge aus dem Kommentar von Michael Schneider, Jerusalem:
Die Lesung BeSchalach berichtet von dem triumphalen Auszug der Söhne Israel (Bene Israel; was oft als Kinder Israel übersetzt wird) und eins des größten Wunder Israels, das In-Zwei-Spalten des Schilfmeeres, und das Durchziehen des Volkes.

Heute, am 30. Januar, im jüdischem Kalender Tu BiSchwat, wird in Israel das Neujahr der Bäume gefeiert und überall im Land Eretz Israel werden Bäume gepflanzt!

Doch davor: Pharao, nachdem er das Volk Israel hatte ziehen lassen, verhärtet wieder sein Herz und jagt ihnen nach. Als die Israeliten die herangaloppierenden Pferde wahrnehmen, bricht Panik und Angst aus. Die mächtige Hand Gottes scheint vergessen. Der Jubel wandelt sich in Murren, und Mose sieht sich als Vermittler zwischen Gott und Menschen. „Nun lässt du uns hier in der Wüste sterben!“ und „Warum hast du uns aus Ägypten ausziehen lassen?“ lauten die Vorwürfe. Der Midrasch zieht die Lehre aus dieser Geschichte: Der Mensch sollte vorsichtig mit dem sein, was er sagt. Die Worte vom Sterben in der Wüste verwirklichen sich 40 Jahre später!!!
Ferner sehen wir hier, wie wieder für einen der Triumph und das Wunder, aber zugleich für den anderen ein strafendes Unglück. Für einen der Segen, für den anderen der Fluch. So hieß das Wunder Israels gerettet durchziehen, für den Ägypter den Tod.

Der HERR gibt dieselbe Antwort wie auch heute noch in Zeiten panischer Sorge: „Der HERR wird für euch kämpfen, ihr aber seid still!“ (14,14)

Am Siebten Tag nach dem Auszug, nach jüdischen Gelehrten, geschah das Wunder der Spaltung des Meeres. Am ersten Pessach-Tag, dem Erlösungsfest, gedenkt man an den mächtigen Auszug aus Ägypten. Am siebten Festtag, wieder ein Vollfeiertag, an dem die Arbeit verboten ist, gedenkt man an das zweite große Wunder, das mächtige Spalten des Meeres.

Dass Gott Sein Volk gerade nicht durch das Philisterland die Mittelmeerküste entlang führt (wo heute das Palästinenserland, der Gazastreifen ist), sondern durch die Wüste, hat gute Gründe. Es geht nicht nur darum, kriegerischen Auseinandersetzungen aus dem Wege zu gehen. Die noch größere Gefahr liegt in der drohenden Assimilation und dem ‘Nachhuren’ hinter fremden Göttern. Im fruchtbaren Philisterland wären die Israelis auf florierenden Handel gestoßen und auf Läden, die für jede ‘jüdische Mutter’ bis heute noch so sehr wichtig sind. Der Gott Israels jedoch wollte Sein Volk in 40 jähriger Wanderung zubereiten zu wahrer Umkehr im Herzen. Ziel ist die totale Abhängigkeit und Vertrauen zum HERRN. Das lässt sich in der dürren Wüste am besten lernen – es ist der beste Trainingplatz!

Gott sagt zu Mose: „Du aber erhebe deinen Stab und strecke deine Hand über das Meer aus und spalte es, damit die Söhne Israel auf trockenem Land mitten in das Meer hineingehen!“ Der von Gott verliehene Stab, der schon die zehn Plagen brachte, spaltet nun das Schilfmeer. Es ist derselbe Stab, der später den Felsen schlägt, um das überlebenswichtige Wasser für zwei Millionen Menschen hervorzubringen.

Wir sehen auch am Ende unserer Lesung wieder die Rolle des Stabes, auf Hebräisch „Mattee“, durch den die wundersame Tat während des ersten Krieges der erschöpften Israeliten, die von den listigen Amalekitern angegriffen wurden, durch das Hochheben mit Hilfe von Hur und Aharon, gesiegt wurde. Amalek wurde deshalb als Erzfeind Israels erklärt, und Gott fordert zu jeder Generation die Auslöschung dieses Volkes (17,14-16; später hatte der erste König Israels, Saul, die Gelegenheit gehabt, doch sie nicht ganz ausgefüllt – was viel später zu Gefahrkonsequenzen zur Zeit Esther führte.)

Wir sehen aber auch dies: So mächtig die Wunder Gottes auch sind, führen sie doch nicht zu dauerhafter und ‘transformierter’ Umkehr. Die Geschichte der Wüstenwanderung ist dafür das beste Beispiel. Man denke nur an das Manna.

Das Manna vom Himmel wird zum täglichen Brot. Es steht Tag für Tag zur Verfügung, lässt sich jedoch nicht auf Vorrat sammeln. Mit Absicht war es eine Tagesportion (16,18) und keine wöchentliche, monatliche oder jährliche Portion – der abhängige Gläubige soll Gottes Brot täglich erbeten – am Morgen! Zweitens zeigt es, dass vor Gott alle gleich sind! Nur für den Schabbat gab es am Freitag eine Doppelration. Zur Erinnerung daran wird bis heute über zwei Chala-Schabbatbrote der Segen ausgesprochen.

Dieser Schabbat trägt einen Sondernamen, „Schabbat Schira“, d.h. Schabbat des Liedes. Der Lobpreis, das „Lied des Meeres“, ist kaum verklungen, da fängt nach nur drei Tagen das Murren wieder an (15,22). Der Prophetenabschnitt aus Richter 4 und 5 überliefert uns auch ein Sieges- und Loblied der Prophetin und Richterin Deborah über des Feindesheer.

Darum, lasst uns danken und immer auf Ihn vertrauen, nicht murren! … und uns immer an Seine Wundertaten erinnern, die Er in unserem Leben offenbart.

Schabbat Schalom

Video Commentary by Rabbi Chaim Richman, The Temple Institut, Jerusalem:

The Israelites encounter with the deadly Amalek clearly shows the danger when our faith in G-d weakens. But faith in G-d is not enough. Even the wicked can be men of faith.



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