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Schabbat WaEtchanan – Und ich flehte – Sabbatlesung und Kommentar

5. Mose 3,23 – 7,11; Haftara: Jesaja 40,1-26

Auszüge aus dem Kommentar von Michael Schneider
NAI israel heute, Jerusalem:

Unsere Schabbatlesung „Wa’Etchanan“ beginnt mit einem bewegenden Flehgebet Moses nämlich der Bitte, ihn doch – trotz seiner Sünde mit dem Felsenschlag – ins Gelobte Land hineinzulassen. Er habe doch so auf diesen Moment gehofft. Wenn man genau hinschaut, erhielt Mose auf die Hälfte seines Flehens eine Antwort: Gott ließ ihn auf übernatürliche Weise von dem Aussichtspunkt Berg Nebo aus das verheißene Land vom Norden bis zur Negev Wüste im Süden sehen!

Die jüdischen Weisen sprechen sogar davon, dass Gott Mose ins „virtuelle Jerusalem platziert“ hat, und von dort aus konnte er in alle vier Himmelsrichtungen schauen (3,27).

Mose kannte seine Leute, und darum die strenge Warnung vor dem Vergessen, bevor er starb: „Nur hüte dich und hüte deine Seele sehr, dass du die Dinge nicht vergisst, die deine Augen gesehen haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen schwinden alle Tage deines Lebens! Und tue sie deinen Kindern und deinen Kindeskindern kund“. (4,9) Anschließend gibt Mose hier, nachdem er im 5. Kapitel zum zweiten Mal den Dekalog (Zehn Gebote) auflistet, im 6. Kapitel das größte Gebot angefangen mit dem Schma-Gebet:
Höre, Israel: Der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.“ (6,4-5)

* Im Neuen Testament lesen wir von diesem Gebot, wo Jeschua in Beantwortung der Frage ‘Lehrer, welches ist das größte Gebot in dem Gesetz?’ auf dieses Gebot hinweist. Jedoch nur im Markus-Evangelium finden wir es vollständig mit dem „Schma (Höre) Israel“, wie es vom Urtext in der Thora übernommen wurde. (Mark 12,29-30)

Am Schluss des Wochenabschnitts erklärt Mose, warum Gott dieses Volk, Israel, erwählte. Nicht weil es groß und mächtig sei, sondern das Gegenteil:
weil es das Geringste unter den Völkern ist! So dass der Allmächtige durch dieses hartnäckige und rebellische Volk Wunder und Zeichen tun wird, denn ‘in unserer Schwäche vervollständigt Er Seine Macht’.

Interessant ist, dass alle Prophetenabschnitte, die an die Lesungen aus dem fünften Buch Mose angelehnt sind, aus dem Buch Jesaja stammen! Unser Prophetenabschnitt aus Jesaja 40 beginnt mit den Worten: „Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet zum Herzen Jerusalems, und ruft ihm zu, dass sein Frondienst vollendet, dass seine Schuld abgetragen ist! Denn es hat von der Hand des HERRN das Doppelte empfangen für all seine Sünden.“ Ja, Jerusalem und das jüdische Volk hat das Doppelte an Strafe – durch die Geschichte hindurch – erhalten, aber auch ihr Segen wird einmal doppelt sein!

Schabbat Schalom

*) God’s Sabbath International versucht an den mit Stern gekennzeichneten Stellen Gemeinsames, manchmal sogar Verbindendes, zwischen Juden und Christen zu beobachten


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