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Sabbat-Lesung und Kommentar für die 20. Woche 2009, 9. Mai, Schabbat Emor – Sprich

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3. Mose 21,1 – 24,23; Haftara-Prophetenlesung: Hesekiel 44,15-31
von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
Die Kapitel 21 und 22 richten sich an den Hohenpriester (Aharon) und seine Söhne mit der Anrede ‘Sprich! – Emor!’.

Die folgenden Kapitel 23 und 24 sind an das ganze Volk gerichtet, die Söhne Israel (hebr. Bene Israel), aber hier mit der Anrede ‘Befiehl! – Zaw!’ Ja, oft ist die Anrede des HERRN (aber auch Verlangen) zu Seiner geistlichen Führung anders als zum Volk und Gemeinde.
Den Priestern werden einige Besonderheiten für ihr Verhalten auferlegt. Ein Priester soll zum Beispiel keine Geschiedene, Hure oder Witwe zur Frau nehmen (21,14; Hes. 44,22). Priester sollen „keine Glatze auf ihren Kopf scheren, und der Rand des Bartes soll nicht rasiert werden“. Ein Priester soll sich keiner Leiche nähern, um sich dadurch nicht zu „entheiligen“, darum befinden sich bis heute auf jüdischen Friedhöfen für Cohanim (Priester) besondere Gelände, abseits von den Gräbern. Auf Abstammung vom uralten Priestertum deuten jüdische Namen hin wie Cohen, Cohn, Kahn, Kohn, Katz (Akronym von Kohen Tzedek) oder Asulai.
Der Priester, das geistliche Haupt des Volkes, muss laut Kapitel 22 auch körperlich fehlerfrei sein (22,19), damit sein Dienst nicht zum Gespött wird. Mit anderen Worten, beim Priestertum geht es um vollständige Reinheit, denn „Ihr sollt meinen heiligen Namen nicht entweihen, damit ich geheiligt werde in der Mitte der Söhne Israel…“ (22,32) Im Prophetenabschnitt in Hesekiel 44 lesen wir: „Und darin soll ihr Erbteil bestehen: Ich (der HERR) bin ihr Erbteil…“ (Vers 28). Sie und die Leviten erhielten kein Landerbteil.
Das ist es! Der Priester ist Repräsentant des heiligen Namens des HERRN. Seine ganze Lebensführung liegt offen vor den Augen des Volks und wird dieses hoffentlich anregen, ihm nachzueifern.
Ja, auf seinen Schultern liegt eine große Verantwortung!

* Wir heute, die wir nach dem Neuen Testament auch Priester sind – nehmen wir sie wahr? Nehmen wir sie wirklich ernst, oder ist es nicht vielfach missverstandene „Freiheit im Messias“? Ist der Messias Jeschua nicht unser Hohepriester, und wir seine Priesterschaft?
Gott als Priester zu dienen, war ein außerordentliches Vorrecht und ist es auch immer noch! Im Neuen Testament lesen wir auch über Sonderheiten eines geistliche Authorität in den Gemeinden wie in 1. Timotheus 3. Ja, Gott verlangt anderes Benehmen von Seinem zum Dienst gerufene Knechte!

Im Kapitel 23 finden wir den ganzen biblischen Festzyklus eines jeden Jahres. Diese Feste feiert der Jude gemäß der jüdischen Tradition.

* Wir sollten diese Feste jedoch nicht bloß als „jüdische Feste“ abtun! Es sind die „Feste des HERRN“, Vers 23,4. Sie sollten allen bibeltreuen Christen wichtig sein, denn sie beten ja denselben HERRN an – denn sie haben „ewige Gültigkeit“.

Jedes biblische Fest vereint in sich einen landwirtschaftlichen, einen historischen, einen messianischen und endzeitlichen Aspekt. Es beginnt mit Pessach, dem Frühlingsfest, zu Beginn der Gerstenernte.

* Es ist das Fest des Auszugs aus Ägypten und hat den messianischen Aspekt: Jeschua das Passahlamm, geschlachtet zur Erlösung aller. Dadurch gewinnen wir die Befreiung von der Sklaverei der Sünde. Ja, es wird zu unserem persönlichen Auszug „aus der Welt“.
Der Vers 11 im 23. Kapitel hat eine interessante messianische Auslegung: „Und er soll die Garbe (Omer) vor dem HERRN schwingen zum Wohlgefallen für euch; am anderen Tag NACH dem Schabbat soll der Priester sie schwingen“.
Es geht hier um die Auferstehung der ersten Garbe (Jeschua), wann geschah sie? Einen Tag nach dem Schabbat, dem Sonntag in der Pessachwoche. Das hebräische Wort für Schwingen ist „lahanif“ und bedeutet soviel wie „gen Himmel / nach oben schwingen“: Die Handlung an der Pflanze ist eine bildliche Andeutung der Auferstehung von den Toten!

Die Feste in ihrer Reihenfolge (mit Schabbat sind es es sieben Feste!): Im ersten Monat Nissan fällt auf den 15. Tag das Pessach-Fest, das Fest des ungesäuertes Brotes, dann 50 Tage später Schawuot, das Wochenfest, dann das Fest des Posaunenschalls am ersten Tag des siebten Monats (Jom Terua, was heute als Rosch HaSchana, als Neujahrsfest, bekannt ist, jedoch keinen biblischen Hinweis hat!), der 10. Tag im siebten Monat Tischri ist der große Versöhnungstag, Jom Kippurim, und dann als letztes biblisches Fest folgt Sukkot, das Laubhüttenfest, am 15. Tag im siebten Monat, zur Erinnerung an die 40 Jahre Wüstenwanderung. Der Mensch wandelt mit Gott bis zur Ankunft im verheißenen Land, Eretz Israel und dem himmlische Reich Gottes.
Sowohl das erste wie auch das letzte Fest sind siebentägige Feiern. Im Abstand von genau einem halben Jahr beginnen sie in der Mitte des jeweiligen Monats, das heißt bei Vollmond.

Die jüdischen Feste Purim (das Estherfest) und Chanukka (das Makkabäerfest) sind nachexilische Feste, das heißt nach der Babylonischen Gefangenschaft – und sind darum nicht in unserer Lesung erwähnt.

Lasst uns auch heute die „Feste des HERRN“ feiern – als Erbteil Gottes!
Schabbat Schalom!

s. dazu auch „Aktuelles“ >

*) God’s Sabbath Int. versucht stets, das Gemeinsame, das
Verbindende, von Juden und Christen zu finden und herauszustelle
n


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2 Kommentare to “Sabbat-Lesung und Kommentar für die 20. Woche 2009, 9. Mai, Schabbat Emor – Sprich”

  1. […] Die geistliche Tiefe jeden biblischen Festes aber brachte mir ein aus der Ukraine stammender orthodoxer Jude erst beim anschließenden Dinner-Buffet bei: „Gewiss“, sagte er, „ich sündige fast an jedem Schabbat, zum Beispiel indem ich Auto fahre oder mehr als zwei Kilometer gehe, ich bin Mensch. Aber ich kann auch sagen, ich heilige den Schabbat aus Liebe zu HaSchem. Wenn wir nur nach Regeln leben und Heiliges nicht aus Liebe zu Gott heiligen, können wir Gott nicht verstehen wie er uns liebt, indem er uns die Schabbate in die Herzen schenkte, dass wir in seiner Heiligkeit ruhen können – to rest in HIS Holiness!“ (Klick Song-Video im Schabbat-Kommentar zu diesem Wochenabschnitt) […]

  2. Shalom.
    Lange Zeit wuste ich nicht das ich Jüdische Wurzeln habe.Und ich bin froh zu diesem wunderbaren Volke zu gehören und meine ersten Shabbate zu feiern