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Sabbat-Lesung und Kommentar für die 39. Woche 2008, (20. Sept.) Schabbat Ki Tawo – Wenn du kommest:

(in eigener Sache (PDF): Exposè für Gründungsmitglieder der God’s Sabbath International in der vorgesehenen Rechtsform als gemeinnützige Aktiengesellschaft)

5. Mose 26,1 – 29,8; Haftara: Jesaja 60,1 – 22
von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Kommentar:
Die Betonung in der Schabbat-Lesung dieser Woche liegt auf den Erstlingen aller Frucht des Erdbodens, „wenn du ins Land kommst, das der HERR, dein Gott, dir als Erbteil gibt“ (26,1-2). Es handelt sich also um ein Gebot, das mit dem Land Eretz Israel verknüpft ist! Jedesmal als die Person die Erstlingsfrüchte dem HERRN brachte, betonte sie ihre Dankbarkeit und Verbundenheit mit dem Land und Volk. Dies ist das Thema hier.

Nachdem Mose abermals die Großtaten und Wunder Gottes aufgezählt hat, dass Gott nämlich aus einem ‘umherirrenden Aramäer‘, wie es im Vers 5 heißt und womit Jakob gemeint ist, eine starke und zahlreiche Nation machte, führt Gott sie ins verheißene Land, in dem Milch und Honig fließen.

Und nun danke, und freue Dich! „Und du sollst dich an all dem Guten freuen, das der HERR, dein Gott, dir und deinem Haus gegeben hat…“ (Vers 11)
Hier finden wir das Prinzip: Wahre Freude kommt von Geben! Man brachte dem HERRN die Erstlinge der Frucht, also sein Bestes (wie es Abel tat!), und dies führte zu vollkommener innerer Freude.

Ich sehe es so: wie eine Interaktion, Wechselwirkung, eine Hand erhält dankbar vom HERRN und die andere Hand schenkt aus und gibt, wo es gebraucht wird und zum Segen sein kann. Wie ein Gefäß Gottes Ihm zum Dienste. Niemals die Hände voll lassen (denn dann kann ja auch nicht neu gefüllt werden). Immer in Bewegung bleiben, eine Hand nimmt und die andere gibt.
König Salomo fügt hier seine Weisheit hinzu: „Ehre den HERRN mit deinem Besitz, mit den Erstlingen all deines Ertrages! Dann füllen deine Speicher sich mit Vorrat, und von Most fließen über deine Keltern.“ (Sprüche 3,9 10)
Salomo kannte das Geheimnis.

Das Darbringen der Erstlinge wird mit Gebet begleitet (Vers 26,15):
„Blicke herab von deiner heiligen Wohnung vom Himmel, und segne dein Volk Israel und das Land, das du uns gegeben…“, und folgt mit der Erinnerung, die Gebote mit Herz und Seele zu bewahren (Vers 16).

Im Kapitel 27 lesen wir, dass ihnen befohlen war, die Thora auf Stein niederzuschreiben, sobald die Kinder Israel ‘den Jordan überquert hatten’. Wenn man die Situation mit dem persönlichen Wandel und der Nachfolge vergleicht, und das Verheißene Land das Himmelreich Gottes ist, sehen wir die Verheißung des Neuen Bundes aus Jeremia 31: „Ich werde ihnen das Gesetz (die Thora) aufs Herz schreiben“.
Im Vers 8 finden wir eine interessante Endung, sie lautet im Hebräischen: „ba’er hetev – gut deutlich und erklärbar machen.“ Daraus lesen die orthodoxen Juden, und sie folgen darin der jüdischen Tradition, dass zu dieser Zeit nicht nur die schriftliche Thora, sondern auch die mündliche Thora gegeben wurde – die später im Kernwerk Mischna ihre gültige Gestalt gefunden hat.
Mose setzt seine Anweisungen fort, bevor sie (ohne ihn) den Jordan überquerten. Sechs Stämme werden auf dem Segensberg Garizim versammelt, und die anderen sechs auf dem Berg des Fluches, dem Ebal, worauf eine lange Liste von „Verflucht sei, wer” folgt (Verse 15-26).
Kapitel 28 beginnt mit einer Aufstellung des Segens, der über das Volk kommen soll, wenn es der Stimme des HERRN, seines Gottes, gehorchen würde.
„Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang, und gesegnet wirst du sein bei deinem Ausgang.“ (28,6) Dies gebraucht man bis heute als Formel für einen wohlgemeinten Wunsch. „Der HERR wird dir seinen guten Schatz, den Himmel, auftun…“ lesen wir.

Aber Mose kannte seine Leute und darum folgt eine viel längere Liste von „wenn Du aber nicht auf die Stimme des HERRN hörst, …”. Da werden im Folgenden alle Verse von „Gesegnet-bist-du (hebr. baruch ata)’ zu ‘Verflucht-bist-du (hebr. arur ata)‘ umgewandelt. In dieser Liste vom 16. bis zum 69. Vers wird alles erwähnt, was man sich und keinem anderen wünscht. Wir lesen in Vers 28,28: „Der HERR wird dich schlagen mit Wahnsinn und mit Blindheit und mit Geistesverwirrung.“
Auch Vers 53 hat sich leider verwirklicht in der Geschichte des jüdischen Volkes, als die Stadt Jerusalem über ein Jahr belagert war – wir erfahren es aus den Propheten und von Nehemia.

Und warum wird all dies Schlimme eintreffen? „Dafür, dass du dem HERRN, deinem Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast…“

Nach diesen harten Worten und Warnungen finden wir jedoch in unserem messianischen Kapitel in Jesaja 60 Trost. Nach den vielen Leiden in der jüdischen Geschichte, die sich leider alle erfüllt haben, wird es einmal doch zu den Verheißungen ‘Gesegnet bist du’ kommen – aber erst wenn die Verheißung:
„Steh auf, werde Licht! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des HERRN ist über dir aufgegangen“ sich im Messias Jeschua erfüllt hat!



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