Vielleicht alles andere als zufällig eröffnet sich aktuell mit dem Wochenabschnitt „Sch’mot“ nicht nur das Zweite Buch der Tora-Erzählung vom Auszug Israels aus dem Sklavenhaus Ägypten, sondern auch das Neue Jahr der vom römischen Machtgeist bis heute dominierten Welt. Zumindest könnte der Umstand, dass diese Neujahrswoche 2021 anno Domini auch die höchst ambivalenten Feierlichkeiten von 1700 Jahren Juden in Köln und ganz Deutschland beginnen lässt, ein heilendes Nachdenken entfachen? Besonders darüber, was faktisch und menschlich heute zum Guten richtig gestellt werden sollte, gegenüber dem, was in 2000 Jahren nach der Zerstörung Gottes Tempels in Jerusalem – und über einer Million jüdischer Seelen in ganz Israel – durch den heute als Papst verehrten Pontifex Roms tatsächlich unwiederbringlich vernichtet wurde. Kleiner Tipp: Merkels christlich demokratisches Bundestagswahlkampf-Märchen 2017, von wegen Christlich-jüdische Kultur bleibt „für unser Land bestimmend“, ist nicht unwiederbringlich die Fakten vernichtend, sondern durch klare Trennung des einen vom andern seitens eines Fakten statt Fake News begrüßenden Bürgertums reversibel – zum Guten umkehrbar! Denn die jüdische Kultur ist so ziemlich das exakte Gegenteil von christlicher Kultur – nicht dasselbe! Hier einer der nach Unterzeichnung des aktuellen Palästinenser freundlichen CDU/CSU-SPD Koalitionsvertrages nur noch wenigen Klartexte dazu: „Eine Anmaßung ist es, von christlich-jüdischer Tradition zu reden, weil diese Tradition in Deutschland vor allem aus Ausgrenzen, Entrechten, Vertreiben, Ermorden der Juden durch Nichtjuden – meist Christen – besteht. Schon am Ende des 11. Jahrhunderts, als der Papst zum Kreuzzug rief, attackierten die Kreuzfahrer auf dem Weg zum Heiligen Grab in ihrem Furor reihenweise die Gemeinden der angeblichen Gottesmörder … bis in die Neuzeit oft gezwungen, besondere Kennzeichen zu tragen. Geschützt wurden sie, wenn und weil sie Steuern zahlten … unsere schöne christlich-jüdische Tradition. Diese Tradition hat zu Heines Gedichten geführt, aber auch nach Auschwitz. Wir sollten aufhören, uns da etwas vorzumachen.“
| RP ONLINE, Frank Vollmer → Rheinische Post: Christlich-jüdisch? Anmaßung!

Paraschat „Sch’mot“ (Namen) 2. Moses 1,1 – 6,1 || Jes. 27,6 – 28,13; 29,22-23
| Kommentar von Eric Martienssen | → Über uns – gegen Rom

    „Dann sollst du [Moses] zu Pharao sprechen: So spricht der Ewige: Mein erstgeborener Sohn ist Israel. Und ich habe dir gesagt: Entlasse meinen Sohn, dass er mir diene! Du aber hast dich geweigert ihn ziehen zu lassen; so erschlage ich denn deinen erstgeborenen Sohn!“ (2. Buch Moses 4,22-23)

So gesagt, so [ohne jedwede historische Belastbarkeit] geschehen! Selbst bildungsfernen Mitmenschen im neuen Ägypten „Christentum“ wird sich beim Lesen dieser beiden Verse der Tora (Lehre) der Grund erschließen, warum Rom qua Neues Testament zwangsläufig einen völlig neuen „erstgeborenen Sohn“ Gottes kreieren musste. Denn man hatte Gottes Tempel in Jerusalem – „meiner Wohnung inmitten der Kinder Israels, meines Volkes“ (1.Kö.6,13) – doch schon niedergebrannt und abertausende seines Volkes ermordet.

Die hier vor dem Auszug aus Ägypten dem Pharao angedrohte Rache des Ewigen, die würde auf Ewig Angst in Roms Weltmacht anstrebendem Volk des Papst- und Kirchenglaubens herauf beschwören, wenn auch dem Dümmsten klar würde, dass man gegen den Schöpfergott nichts ausrichten konnte, der sich die Juden als sein Volk – doch merke: nur als Demonstrationsvolk seiner Gerechtigkeit gegen alle Welt! – auserwählt hatte.

| Wiki → Antisemitismus/Antijudaismus im Neuen Testament lässt nur erahnen, was sich Rom an christlichen Lügenmärchen gegen das Judentum des Einen Gottes einfallen ließ, um sich auch dem als Atheist, Agnostiker oder als aufgeklärt Kirchenausgetreten wähnenden Weltbürger des Jahres 2021 als politisch korrekte Moralinstanz inszenieren zu können. Gar derart invasiv, dass dieser Fakten in Glaubenssachen völlig ablehnt nach dem Motto: „I’ve made up my mind – Don’t confuse me with the facts!

Dass Fakten sein verlässlichster Freund sein wollen, kann der so von den ins Gegenteil verkehrenden Lügen Roms besessene Mensch dann unbemerkt auch als soziales, politisches Wesen (zoon politicon) nicht mehr „wahr“ nehmen. Der Schabbat „Namen“ scheint also gerade in Inzidenz mit 1700 Jahren Judentum in Deutschland eine kurative Gelegenheit zu bieten, Fakten wieder beim Namen zu nennen. Den ultimativen Auszug aus dem Sklavenhaus der ungeheuerlichen Lügen Roms ermöglichend, hin in eine Identität wiederherstellende Zukunft mit dem Ewigen im Sinne des ersten Verses unserer Parascha: „Und dies sind die Namen der Söhne Israels…“

Wie bitte, sollen die Narrative der Tora (Lehre) etwa als historische Begebenheiten betrachtet werden? Nein, Judentum ist kein Glaube, sondern im Gegenteil Lehre, Lernen der Tora, der Gesetze. Die Erfinder der „Kunstfigur des Christentums“, wie Rudolf Augstein den Jesus charakterisierte, waren bedacht darauf, die Lehren der Tora künstlich zu historischen Fakten zu erheben, um den Ewigen und sein Volk dann besser als Lügner, Kriegstreiber, Mörder oder – besonders Fakten vernichtend, weil genau das Gegenteil der Fall ist – als Schweine bezeichnen zu können.

Nie hat es – wie man dem verächtlich Altes Testament genannten Buch unterstellen will – historisch je einen von Juden ausgegangenen Krieg gegeben, nicht einen einzigen Steinigungstoten oder rituellen Mord, im Gegensatz zu den faktisch in die Zigmillionen gehenden Tote und Morde der Christen und Muslime. Doch ihr Glaube stellt die schärfste Waffe gegen Fakten dar. Deshalb Auszug. Die Identitätsfrage:

    „Ich bin DER GOTT, der ich DICH führte aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhause.“

Das Erste Gebot im weiteren Verlauf des Auszug-Buches offenbart beispielsweise jedem intellektuell begabten Menschen die Lehre von der Identität Gottes und seines Volkes so fälschungssicher wie ein Personalausweis: Nur DER ist Gott, der dich aus dem Sklavenhaus [deines Götzenglaubens] gerettet hat. Umgekehrt ist ER nur DEM ein Gott, der sich von IHM hat retten lassen. Hier ein Weckruf des gestrigen Morgens:

| Deutschlandfunk ► 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland „Eine einseitige Liebeserklärung“
»Im Jahre 321, also vor 1700 Jahren, da wandte sich der Rat einer Stadt namens Colonia Claudia Ara Agrippinensium an den Römischen Kaiser Konstantin. Denn die Ratsmitglieder dieser Stadt, besser bekannt als Köln, die wollten von ihm wissen: Dürfen wir auch Juden zum Dienst im Rat [Steuern] verpflichten? Der Kaiser fand die Angelegenheit offensichtlich so wichtig, dass er zügig ein Dekret erließ, das dann für das ganze römische Reich galt … Doch Julian-Chaim Soussan [orthodoxer Rabbiner in Frankfurt am Main] blickt mit gemischten Gefühlen auf das Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“:

„Bei ‚Jubiläum‘ denkt man ja eigentlich an Jubeln. Und so ein bisschen ist natürlich immer auch ein komisches Erinnern. Wenn wir an 1700 Jahre jüdische Geschichte denken, dann gab es eben einfach ganz viele Anlässe, auch traurig zu sein, oder auch schlimme Dinge in der Geschichte zu erleben: Pogrome, Juden hatten keine gleichen Rechte. Das Mittelalter ist geprägt von Verleumdung, Vertreibung, Ermordungen. Und dann schließlich bis hin in die Shoah“ …

Soussan: „Überall auf der Welt gibt es Menschen, die große Bibelkommentatoren, die hier in Deutschland gewirkt haben, zitieren – bis heute. Unter anderem Raschi, also ein Rabbiner, der eigentlich aus Frankreich stammte, aber hier in Worms gewirkt hat. Es gibt den Rabbi Gerschom Me’Or Hagolah, der unter anderem das Briefgeheimnis im 11. Jahrhundert verschriftlicht hat und auch die Monogamie für europäisches Judentum eingeführt hat – und ähnliches mehr…“«

Zum Beginn des Auszugs aus der Lüge von christlich-jüdischer Kultur uns allen immer wieder neu und herzlich:
Schabbat Schalom.

Eric Martienssen

Seit meinem Kirchenaustritt 2009 spüren meine jüdisch-orthodoxen Freunde in Israel und ich in Artikeln und höchst politischen Schabbat-Kommentaren auf GSI (God's Sabbath Int.) den Fake News Roms nach.

Der damalige Pontifex zerstörte die Wohnung Gottes, den Tempel in Jerusalem - Fakt! War das Neue Testament und die Kirche nur eine Weltmacht strategische Geschäftsidee Roms? Was ist Politik heute? Viel Freude bei Ihrer Reise auf GSI.

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