Unser Tora-Wochenabschnitt handelt von vielen glücklichen Namen. Von Jakob, dem Enkelkind Abrahams, dem Gott später den Namen Israel geben wird, der, wie seinerzeit sein Großvater schon, im ersten Vers auszieht aus seiner Heimat. Im letzten Vers unseres Kapitels 29 gebärt Lea diesem Jakob den Sohn mit Namen „Jehuda; dann hörte sie auf zu gebären“. Ob sie schon ahnte, dass die Nachkommen seines Namens zum schlimmsten Schimpfwort und Ziel aller Volksverhetzung in der Welt avancieren würde: Du Jude? Dies übrigens schon vom Neuen Testament an, dem sogenannten „Gottesmord“, demzufolge die Juden |»| „den Herrn Jesus getötet haben, und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen Feind.“ Das Christkind, Jesus selbst, verteufelt die Juden: „Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm.“ |»| Unsere Parascha fällt in gerade diese Woche, in der ein „bibeltreuer“ Pastor der Evangelischen Kirche Deutschlands in vermeintlich anderer Sache wegen „Volksverhetzung“ verurteilt wird. Von wegen, dass dieser Pastor „die befreiende Botschaft von der Liebe und Verständigung in ihr Gegenteil verkehrt, um bestimmte Menschengruppen zu verteufeln und auszugrenzen“. Um darüber hinaus vom volksverhetzenden Inhalt des Neuen Testaments entsprechend vorgenannter Links weitestmöglich abzulenken – schließlich könnte jemand auf die verwegene Idee kommen, das Neue Testament auf seine judenfeindliche Volksverhetzung hin zu lesen, bezeichnet der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm die Aussagen seines Pastors als „unerträglich“. Doch kann bei denkenden Menschen ein faktisch fundierter Zweifel daran bestehen, woher Volksverhetzung von Pfarrern rührt, dessen Jesus doch selbst…? Ist besser nicht zu denken eine Option für den Weltfrieden, liebe Kirche und christliche Staaten? Okay. Dann starten wir doch mit himmlischen Träumen direkt in unseren Tora-Wochenabschnitt:

Paraschat „WaJeze“ (So zog aus), 1. Moses 28,10 – 32,3 || Hosea 11,7 – 12,12
| Kommentar von Eric Martienssen | → Über uns – gegen Rom

    „So zog aus Jakob von Berscheba und ging auf Haran zu und geriet an jenen Ort. Er musste dort nächtigen, denn die Sonne war eingegangen. Er nahm einen von den Steinen des Orts und richtete ihn für sein Haupt und legte sich hin am selben Ort. Und ihm träumte: Da, eine Leiter gestellt auf die Erde, ihr Haupt an den Himmel rührend, und da, Boten Gottes steigen auf, schreiten nieder an ihr. Und da stand ER über ihm und sprach: Ich bin’s, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Erdland, auf dem du liegst, dir gebe ich es und deinem Samen. Dein Same wird sein wie der Staub der Erde. Ausbrechen wirst du westwärts, ostwärts, nordwärts, südwärts. Segnen werden sich mit dir alle Sippen des Bodens und mit deinem Samen. Ich da bin bei dir, ich will dich hüten, wo all hin du gehst, und will dich heimkehren lassen zu diesem Boden, ja, ich verlasse dich nicht, bis dass ich tat, was zu dir ich geredet habe.“ (28,10-15)

Klingt ein Schlaf- oder Wiegenlied (Lullaby) aus Gottes Original vom Inhalt her nicht viel freundlicher, wenn es ein nicht den Anspruch auf Wahrheit erhebender Traum ist, dem Kinde zugeneigter, als ein aus dem römischen „Gegenentwurf“ dazu abgeleitetes Volkseinlullen vom lieben Christkind im Neuen Testament? „Jesus, Kunstfigur des Christentums“, wie Rudolf Augstein es einst in den Titel eines seiner Bücher schrieb. Noch dazu, wie wir oben lasen, wo es doch gar nicht so lieb war. Eher ganz sein Erzeuger: Die bis heute mit seiner absurden Volksverhetzungsgeschichte gegen Juden durch regierenden Weltmacht Rom oder Berlin!

Doch mit der Wahrheit kann man keine christliche Politik machen. Schon gar nicht, wenn diese einen „Glauben“ an die damalige und leider bis heute politisch extrem in die Seelen seiner Bürger hinein regierende Weltmacht generieren soll. Dieser kann sich kein damit aufgewachsener „Erwachsener“ entziehen, selbst wenn er längst begriffen hat, dass der Pontifex bereits mindestens seit dem dritten Jahrhundert vor dem vermeintlichen Messias als Imperator von Rom und von Trier aus regierte.

Doch wenn von „Mutti“ eingelullte „christliche Werte“ besonders in Corona Zeiten des Abends durch die Medien zum Schlafe singen, dann hat auch jedes heranwachsende Kind im Kopfe, dass Jesus von den Juden ermordet wurde. Geglaubte Fakten haben den Vorteil, dass auch Erwachsene sogar im Lockdown noch vom Guten der Kirche und ihren Pfarrern träumen können. Im Neuen Testament übrigens auch schon die christliche Brüderschaft mit den Palästinensern beschwörend:

„Die ihr doch in Judäa dasselbe erlitten habt von euren Landsleuten, was jene von den Juden erlitten haben. Die haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen Feind“. (1.Thess.2,14-15)

Dem gegenüber die glücklichen Worte einer Mutter:
„Diesmal kann ich Gott rein für seine Gabe danken. Darum nannte sie ihn: Jehuda.“ (29,35) Mit den ersten drei Söhnen gewinnt Lea ihren Mann nach und nach für sich. Der vierte bedeutet für sie „reines“ Mutterglück, glücklich in dessen Namen ausgedrückt. Danksagung.

Diesen Gedanken finden wir bereits in einem Midrasch, den Raschi zur Stelle zitiert. Durch Jehuda fühlte sich Lea zu besonderem Dank verpflichtet. „Ich nahm mehr, als den für mich vorgesehenen Anteil und dafür habe ich zu danken.“ Die Nachkommen Jakobs tragen diesen Namen: Juden, Jehudim! Eben in Anlehnung an den vierten Sohn Jehuda. Denn auch das jüdische Volk hat Grund, Gott besonders zu danken, bekam es doch einen Anteil mehr, als die anderen Völker der Welt, wurden sie von Gott doch für geeignet befunden, seine Lehre, die Tora, in die Welt hinaus zu tragen.

Nicht zur Würde, sondern oft zur Bürde, kontinuierliche Anfeindung. Und auch nach zweitausend Jahren Neues Testament noch gelebte Volksverhetzung der Nationen ertragend, ihrer Kirchen, Reichskanzler und Kanzlerinnen, die, weil Vater beispielsweise Lutherpfarrer war, von Kindheitsträumen an ihr Seelchen die Himmelsleiter doch gar nicht anders haben empor klimmen lassen können, als über ihre traumhafte Judenverunglimpfung, ausgedrückt im herzlichen Empfang von Palästinenserterrorführer Abbas. Oder indem man, als ehemaliger Kirchentags- und heutiger Bundespräsident Kränze zu Ehren Jassir Arafats an dessen Grabe niederlegt. Deren Münchener Olympia-Massaker doch glatt vergessend.

Im Judentum aber eben alles mehr eine Bürde zu mehr an Verantwortung, zu mehr Leistung, zu mehr exemplarischer Existenz als Mensch und Jude und dafür regelmäßig von seiner Umgebung missverstanden und verfolgt. Und dennoch danken sie Gott für das ihnen anvertraute Kleinod, für seine Tora, und bleiben ihrer Aufgabe treu, die Juden.

Doch nicht nur das jüdische Volk, auch das ihm von Gott zugesprochene Land, Erez Jisrael, trug seit der Zerstörung des Ersten Tempels den Namen Jehuda. Auch der Pontifex Roms nannte nach seiner Zerstörung des Tempels Gottes in Jerusalem diese Provinz seines Weltreichs Judäa. Erst nach dem Bar Kochba-Aufstand (132-135) wurde Judäa wurde vom römischen Kaiser Hadrian als Pontifex Maximus – wie von Pontifex Franziskus, seinen denkunwilligen Gläubigen, ihren christlichen, auch lutherischen Gottesstaaten und Europäischen Unionisten heute – „in Syria Palaestina umbenannt, um die Erinnerung an Palästina als jüdisches Königreich und Heimat der Juden auch im Namen der Region zu tilgen,“ so Wikipedia. Wer’s glaubt wird wohl eher nicht selig und am anderen Ende der Leiter seiner Volksverhetzungsträume verurteilt. Oder, was glauben Sie? Wie sagte schon König Salomo:

    „Viele Gedanken sind im Herzen des Menschen, doch der Ratschluss Gottes wird Bestand haben.“ (Sprichwörter 19,10)

Schabbat Schalom.

Eric Martienssen

Seit meinem Kirchenaustritt 2009 spüren meine jüdisch-orthodoxen Freunde in Israel und ich in Artikeln und höchst politischen Schabbat-Kommentaren auf GSI (God's Sabbath Int.) den Fake News Roms nach.

Der damalige Pontifex zerstörte die Wohnung Gottes, den Tempel in Jerusalem - Fakt! War das Neue Testament und die Kirche nur eine Weltmacht strategische Geschäftsidee Roms? Was ist Politik heute? Viel Freude bei Ihrer Reise auf GSI.

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