Wahrnehmung. Wie nehme ich etwas wahr, halte es für „wahr“? Im Anfang (be reschit) unseres aktuellen Wochenabschnitts aus der Tora (Lehre) steht eine ganz unglaubliche Geschichte, wie sich die Schöpfung vollzogen haben mag. Ein Irrsal und Wirrsal (tohuwabohu) für alle Menschen? Oder nur unverständliches Irrsal und Wirrsal für die Christenheit, die das sich von ihr genozidal angeeignete und dann verunglimpfend „altes Testament“ genannte „Wort Gottes an die Juden“ vielleicht nur aus einem einzigen Grund ihrer „jungfräulichen Empfängnis“ voranstellte. Nämlich um die ihr ab Ende des 1. Jahrhunderts vom römischen Pontifex eingeimpfte Geschichte der von Khalil Gibran bis Rudolf Augstein in unserer Zeit höchst gegensätzlich hinterfragten Gestalt JESUS MENSCHENSOHN – das Neue Testament – glaubhaft zu machen? Bei genauerer Betrachtung könnte dem unvoreingenommenen Leser nun bereits gewahr werden, dass „Lehre“ und Lernen so ziemlich das exakte Gegenteil von „Glauben“ und Glamour ist, um Himmels willen aber nicht dasselbe. Doch ist es von Ewigkeit der Schöpfung an bis heute die Entscheidung jedes einzelnen Menschen (adam), ob er sich für die ewigen Werte und das Lernen vom Ewigen oder eben für das exakte Gegenteil, also für den Glauben und Glamour entscheidet. Denn scheint die entscheidende Frage an jeden Menschen nicht grundsätzlich die danach zu sein, was ich „wahr“ nehmen, beziehungsweise was und wen ich von der Wahrheit ausschließen will? Im Schluss der Lehre an das Volk Israel steht von ihrem größten Propheten Moses jedenfalls, quasi als Zusammenfassung der gesamten Tora, zu lesen: „Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Gute und das Böse, Segen und Fluch; wähle das Leben, auf dass du lebst, dass du bleibst auf dem Boden, den der Ewige deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zu geben geschworen hat“ (aus 5. Moses 30,15-20). Wollen wir in diesem Sinne erst einmal wieder – jeder Einzelne wenn er will mit seiner ganzen bisherigen Wahrnehmung – auf Reset gehen, den totalen Anfang im Anfang unseres Tora-Wochenabschnitts Bereschit?

Schabbat Bereschit Lesungen: 1. Moses 1,1 – 6,8 || 1. Samuel 20, 18-42 [Psalm 139]
| Kommentar von Eric Martienssen | → Über uns – gegen Rom

„Im Anfang schuf Gott
[Elohim – wörtlich אֱלֹהִים: Götter, Singular: Eloah, aramäisch: Elah, arabisch: Allah]
die Himmel und die Erde. Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal [hebr: tohuwabohu תהו ובהו]. Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Antlitz der Wasser. Gott sprach: Licht werde! Licht ward. Gott sah das Licht: dass es gut ist. Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis.“
(1.Mo.1,1-4)

Wir lernten in diesen ersten vier Versen der Schöpfungsgeschichte bereits, dass Gott – im absoluten Gegensatz zu jedem Menschen – gleichzeitig im Singular und Plural erscheint. Um diese Schöpfergöttlichkeit auf Ewigkeit unantastbar und alleinherrschend regierend insbesondere über jeden Menschen zu unterstreichen, steht in unser aller Stammbuch gleich welcher Religion in Vers 26 geschrieben: „Und Gott sprach: Lasst uns machen einen Menschen in unserem Bilde nach unserer Ähnlichkeit.“

Laut Wikipedia behaupten sogar agnostische Theisten, „kein Wissen von der Existenz einer Gottheit zu haben; dennoch glauben sie an eine (oder mehrere) solche.“

Vertauschung von Gut und Böse. Der Pontifex und Imperator Roms hatte nach seiner Zerstörung des Tempels Gottes in Jerusalem im Jahre 70 u. Z. auch jenes auf Ewigkeit unantastbare Alleinherrschafts-Regiment an Gottes Statt erlangen wollen. (Ebenso wie die Vereinigten Nationen jeden Tag heute aufs Neue: Nach Niederringung Israels durch weltweite Meinungsführerschaft, Fake News, Siedlungslügen und Verabschiedung unzähliger, an Absurdität nicht zu überbietender Resolutionen, sollte letztlich auch die Klagemauer in Jerusalem nicht mehr zu Israel gehören.)

Rom spielte damals in die Hände, dass ein jüdischer Priester, Joseph Ben Mathitjahu ha Kohen, in seinem Kerker gefangen saß. Einer der wenigen, wenn nicht einziger unter den Menschen seiner Zeit mit soviel hebräischem Bibelwissen, um sogar ein Neues Testament flüssig schreiben zu können, das die Alleinherrschaft Gottes (im Singular wie Plural) durch Erfindung einer Dreieinigkeit völlig zu egalisieren in der Lage war.

Um, wir ahnen das sich nahende Unheil, bezüglich des obigen Verses 26 (Lasst Uns machen einen Menschen) sogar den Beweis zu liefern, dass der Plural (Uns) durch den Neugott Jesus komme, der somit bewiesener Maßen neben Gott schon an der Schöpfung beteiligt gewesen sei.

Unser gern gelesener Autor und Freund Jehonatan Kiebitz aus Ramat Bet Schemesch im Bezirk Jerusalem sieht in dieser gewaltigen Verkehrung – jeder Mensch für sich verantwortlich – die Frage nach Gottes System oder Antisystem dringend erforderlich; eben wem der Mensch seinen Antisemitismus „Heiligkeit beimessen“ will?

    „Wie kommt es, dass die große Welt so getäuscht wird und in immer größeren Hass gegen das kleine Israel gerät? Wie viele religiöse Organisationen gibt es heute, die mit der Heiligen Schrift argumentieren, jedoch die Wahrheit mit Lügen vermischen, ohne das Verhängnis zu durchschauen, das dabei entsteht.“
    | Heilig oder unheilig? → Gedanken zu Chanukka.

Neben dem Hawdala-Kalender verlegt die Kiebitz Edition von Jehonatan Kiebitz auch einige Bücher von Prof. Dr. Yizhak Ahren. Darunter „Verknüpfungspunkte – Warum gerade dieser Psalm?“ Hier bezüglich „Lasst uns machen einen Menschen“:

    „Dem Wochenabschnitt Bereschit wurde Psalm 139 zugeordnet. In diesem Kapitel spricht der Psalmist über Gottes Mitwirkung bei seiner Entstehung: „Denn Du hast meine Nieren Dir zu eigen gemacht, als Du mich decktest in meiner Mutter Schoss. Dir huldige ich darob, dass ich in so überwältigend wundervoller Weise geworden bin. Wundervoll sind Deine Werke, und meine Seele ist sich des sehr bewusst…“

Praktisches Negativ-Beispiel aus Politik und Wirtschaft. Wenn ein Mensch sich – beispielsweise bei der Namensgebung eines von ihm neu erschaffenen Flughafens in Berlin – der überwältigend wundervollen Weise seiner eigenen Schöpfung bewusst wäre, könnte dann eingedenk des größten von Deutschland begangenen antisemitischen Verbrechens an Israel nach dem Holocaust, dem Jom-Kippur-Krieg, der Name Willy-Brandt-Flughafen entstanden sein?

Deutschlands Verdienst oder ein doppelt-unbelehrbares Armutszeugnis für die ganze Nation, weil die BER-Eröffnung außerdem zu Ehren Martin Luthers am Reformationstag geplant ist (Luther: „Brennt ihre Synagogen mit Feuer nieder, dem Herrn zu Ehren, dass Gott sehe, dass wir Christen sind“ – „Kanzlerin rühmt Luther als Weltveränderer“ lt. Stuttgarter Nachrichten vom 31.10.2017)?

    Wikipedia: »2013 wurden Dokumente veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass Willy Brandt während seines Aufenthalts in Israel von Ministerpräsidentin Golda Meir um Geheimvermittlung mit Ägypten gebeten wurde. Brandt sollte dem ägyptischen Staatspräsidenten verdeutlichen, dass Israel Frieden wolle und nicht „ganz Sinai oder halb Sinai oder den Sinai-Großteil“. Stattdessen berichtete Brandt den USA, Frankreich und der Sowjetunion über seine „positiven Eindrücke“ bezüglich des israelischen Friedenswillens und überließ es dem Auswärtigen Amt, Meirs Wunsch nach direkten Friedensverhandlungen in Kairo vorzubringen, wo man darauf nicht einging“. Infolge des israelisch-arabischen Jom-Kippur-Krieges 1973 kam es zur sogenannten Ölkrise..«

Doch ob Jude oder Deutscher, es gibt keine zwei Standards: Es gilt, im völligen Gegensatz zu den Gläubigen-Religionen wie Christentum etc., die Lehre zu lernen und sich selbst in all seinen sogar heftigsten antisemitischen Abgründen zu beherrschen, will uns allen unser Tora-Wochenabschnitt ((1. Moses 4,7)) sagen. Denn der oder, je nach Befindlichkeit, auch das Ewige, ewige Werte also, redet zu jedem Einzelnen in unserer Parascha heute (so er/sie noch redlich und zu retten ist) das Gleiche, was er dem Brudermörder Kain damals geredet hat:

„Ist es nicht so, meinst du Gutes, so kannst du frei den Blick erheben. Meinst du aber nichts Gutes, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen – Du aber herrsche über sie!“

Schabbat Schalom.

Eric Martienssen

Seit meinem Kirchenaustritt 2009 spüren meine jüdisch-orthodoxen Freunde in Israel und ich in Artikeln und höchst politischen Schabbat-Kommentaren auf GSI (God's Sabbath Int.) den Fake News Roms nach.

Der damalige Pontifex zerstörte die Wohnung Gottes, den Tempel in Jerusalem - Fakt! War das Neue Testament und die Kirche nur eine Weltmacht strategische Geschäftsidee Roms? Was ist Politik heute? Viel Freude bei Ihrer Reise auf GSI.

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