Um Daten auf der Festplatte des Computers auszulöschen, müssen wir sie vollständig überschreiben! Das weiß jedes Kind. Ist das bei der über Jahrhunderte beschriebenen Festplatte in des Menschen Hirn und Seele aber anders? Nein, weiß der grauenhafte Glaube unseres Kirchenstaates zu bezeugen. Denn sogar knapp vierhundert Jahre, nachdem Martin Luther sie den Deutschen mit den Worten, „brennt ihre Synagogen mit Feuer nieder … dem Herrn zu Ehren, dass Gott sehe, dass wir Christen seien“ in die Seele geschrieben hatte, wurde die Reichskristallnacht in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, Luthers Geburtstag, kaltblütig umgesetzt. Die Festplatte des Deutschen wurde nie überschrieben, sodass auch Kanzlerin Merkel ihren Luther 2017 noch „als Weltveränderer“ rühmte und bis heute feiert. Sie weiß es als Kind eines Lutherpfarrers schließlich nicht besser. Ist das denn beim „erstgeborenen Sohn Gottes, Israel“ (Ex 4,22) anders? Die Frage, feiere ich jetzt den himmlischen Schöpfergott oder nicht doch lieber die irdischen Weltzerstörer, wird eigentlich bei den Festen Israels – wie dem Laubhüttenfest Sukkot – so oft zum Guten und Besten wiederholt, dass die Entscheidung doch klar pro Schöpfer ausfallen sollte, oder? Zumal sogar das Tätervolk Luthers seinen Tag der deutschen Einheit vom Mauerfallstag 9. auf 10. November auf einen Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober verlegte, dem faktischen „Wirksamwerden des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland“ 1990. Welch Jubel: 30 Jahre Wiedervereinigung! „Deutschland singt“ in 150 Städten und Gemeinden! Schirmherren der Aktion am Samstag, dem ersten Sukkot-Feiertag, sind ausgerechnet der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, der die Reichspogromnacht samt Luther in einer Neuauflage des antisemitischen Weltbestsellers Luthers „Von den Juden und ihren Lügen“ relativierte, sowie niemand Geringerer als der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster. Statt den und das Ewige zu feiern, gemeinsame Feierlaune mit denen, die das alles zerstört haben und in lutherischer Glückseligkeit weiter tun wollen – schließlich ist am Sonntag doch Erntedankfest. Ist das nicht alles dasselbe?

Sukkot-Lesungen: Hallel; 3. Moses 22,26 – 23,44; 4. M. 29,12-16 || Sacharja 14
(sowie jeden Morgen bis Roschana Raba am Freitag nächster Woche: Psalm 27)
| Kommentar von Eric Martienssen | → Über uns – gegen Rom

„In Hütten sollt ihr sieben Tage siedeln. Jeder Bürger [Esrach] in Israel, sie sollen in den Hütten siedeln, damit eure Geschlechter wissen, dass in den Hütten ich die Söhne Israels siedeln ließ, als ich sie führte aus dem Land Ägypten, Ich, euer Gott.“ (3. Moses 23,42-43)

Der Kli Jakar, Rabbi Schlomo Ephraim ben Aharon Luntschitz (1550–1619), stellt die Frage, warum die Tora gerade bei diesem Gesetz (Mizwa) das Wort „Esrach“ verwendet. Bürger eines Landes zu sein, ist die höchste Stufe an politischer Zugehörigkeit, an Besitz von Rechten und Pflichten [als Jude in Israel, aber auch hier in der deutschen Diaspora?] … An Sukkot, nach Abschluss der Erntezeit, mag das Gefühl der Selbstsicherheit und Selbstzufriedenheit äußerst ausgeprägt sein [sodass man etwa statt Sukkot lieber die Deutsche Einheit und das christliche Erntedankfest feiert?]

Darum ist es Zeit, so der Kli Jakar, dem „satten Bürger“ seine Grenzen aufzuzeigen. Der siebentägige Aufenthalt in der Laubhütte soll ihm seine Beschränkung aufzeigen und zu Bescheidenheit anhalten.
In diesen Tagen der Ruhe darf man als Zentralratsjude dann auch gerne mal – entgegen seinem Führer – den Verstand gebrauchen, um selber anhand von Fakten zu analysieren, um was für ein wiedervereinigtes Volk es sich da handelt, deren „Bürger“ man mehr zu sein sich wähnt, als dem Gott des Landes Israels?

Denn historisch richtig ist, dass der damalige deutsch-lutherische NATO-Generalsekretär Manfred Wörner – als Voraussetzung für die Deutsche Wiedervereinigung die es sonst nicht gegeben hätte! – der Sowjetunion faktische Sicherheitsgarantien gegeben hatte, „die NATO-Streitkräfte nicht hinter den Grenzen der BRD zu stationieren.“
| Auf der offiziellen → Website der NATO nachzulesen: (Search: „very fact“)

Ein Volk also, dessen Führer – bei aller nicht auf den Festplatten überschriebenen Bekehrungs- und Liebenswürdigkeit seiner „Bürger“ – nach dem Strickmuster des Neuen Testaments alle Werte und Wahrheiten des Ewigen auf den Kopf zu stellen vermögen. Auch heute wieder Quelle aller Ost-West-Kriege.

Sogar die vermeintliche Krim-Annexion durch Russland muss letztlich erst einmal ganz nüchtern von jedem jüdischen Verstand erkannt werden als christlich-deutsche
| „Kühle Ironie der Geschichte“ → FAZ.

Nicht zuletzt mahnt unser Prophetenabschnitt:

„Und dies wird der Gottesschlag sein, mit dem der Ewige all die Völker schlagen wird, die gegen Jerusalem gezogen sind: Es modert sein Fleisch, während er auf seinen Füßen steht, und seine Augen modern in ihren Höhlen, und seine Zunge modert in ihrem Mund … So wird der Gottesschlag sein, mit dem der Ewige die Völker schlägt, die nicht hinaufsteigen, um das Fest der Hütten zu feiern. Das wird die Strafe Ägyptens sein und die Strafe aller Völker, die nicht hinauf ziehen, das Fest der Hütten zu feiern.

Zum 8.-Tag-Sukkot-Schlussfest, dem Schabbat der nächsten Woche („Schmini Atzeret“) kommt aber – wie immer beim Ewigen – die versöhnliche Auflösung für seine Bürger. Nämlich dass es eine Mizwa (auch: Mitzwa = Gesetz/Pflicht) vom lieben Gott ist, sich an Sukkot, dem Laubhüttenfest, zu freuen! Von Herzen, aus Liebe zu freuen. Nicht vom Kopf, der Festplatte aus, weil wir ja gar so gesetzestreue Juden wären, stolz auf unsere gar so vorbildliche Lebensführung, was im orthodoxen Judentum vielleicht vorkommen könnte.

Dann sollten wir uns das Buch Kohelet, was an dem Schabbes gelesen wird (normalerweise Zuhause, allein mit dem Ewigen), zu Herz und Seele nehmen, denn: Alles ist eitel?
Nein, herzliche Freude ist angesagt, alle (falschen) Einstellungen resetten, back to basics:

„Als Jude der eigenen Religion treu zu bleiben und zugleich der christlichen Mehrheitsgesellschaft verbunden: Samson Raphael Hirsch, der berühmte Rabbiner und Begründer der Neuen Orthodoxie, hat gelehrt, wie das geht.“
| Klick DIE ZEIT → Liebe ist die Vollendung des Lebens.

Ihnen und allen die es annehmen wollen, ein fröhliches Laubhütten-Fest!

Eric Martienssen

Seit meinem Kirchenaustritt 2009 spüren meine jüdisch-orthodoxen Freunde in Israel und ich in Artikeln und höchst politischen Schabbat-Kommentaren auf GSI (God's Sabbath Int.) den Fake News Roms nach.

Der damalige Pontifex zerstörte die Wohnung Gottes, den Tempel in Jerusalem - Fakt! War das Neue Testament und die Kirche nur eine Weltmacht strategische Geschäftsidee Roms? Was ist Politik heute? Viel Freude bei Ihrer Reise auf GSI.

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