Mitten in den Abstands-und Infektionsschutzgeboten der Corona-Krise erreichen uns die Reinheitsgebote der Heiligen Schriften der Tora-Wochenabschnitte „Tasria“ (Wenn sie gebiert) und „Mezora“ (Lehre für den Aussätzigen) vielleicht hautnaher als zuvor? Wie zur Unterstreichung kommt dann jedoch noch die Propheten-Lesung zur Begrüßung des Neuen Monats – in unserem Fall des Neumonds „Ijar“ – hinzu, indem Jesaja am Ende prophezeit, dass „wie die neuen Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir bestehen, ist des Ewigen Spruch, so soll bestehen euer Same und euer Name [Israel], und es wird sein: Neumond um Neumond und Sabbat um Sabbat kommt alles Fleisch sich hinzuwerfen vor meinem Antlitz spricht der Ewige und sie ziehen aus und blicken auf die Leichen der Männer, die mir abtrünnig gewesen…“ Nun, vor ein paar Tagen machte die Kanzler werden wollende Rheinische Frohnatur Armin Laschet noch Schlagzeilen damit, dass sie trotz steigender Corona-Infektionszahlen eine Mundschutzpflicht ablehnt. Dann scheint ihm jemand gesteckt zu haben, dass man mit einem Mund-Nasen-Schutz weniger sich selbst sondern vielmehr den anderen schützt (der ihm vorher egal zu sein schien, denn der wählt mich ja nicht?) Mit dieser christlich-fröhlichen Wendehalspolitik entgegen dem Gott Israels – denn ab Montag kommt nun doch die Mundschutzpflicht nach NRW – passt er mühelos in die Fassungslosigkeit der beiden letzten ihm verliehenen Preise: Im Februar erhielt er den „Orden wider den tierischen Ernst“, im März zeichnete ihn die Union progressiver Juden in Deutschland für seine Verdienste für das liberale Judentum sowie die Stärkung des jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen aus. Wie ernst es der eher überhaupt nicht liberale Gott Israels mit der Reinheit meint, lesen wir aber hier in unserem Doppelabschnitt:

Tasria-Mezora am Rosch Chodesch: Kl. Hallel; 3.Mo.12,1 – 15,33;4.Mo.28,9-15 || Jesaja 66
| Kommentar von Eric Martienssen | → Über uns – gegen Rom

    „Er redete zu Moses und sprach: Sprich zu den Kindern Israels: eine Frau, die ein Kind gebärt, und das Kind ist männlich, so ist sie sieben Tage unrein; gleich der Sonderungstage ihres Erschwachens, muss sie unrein sein. Und am achten Tage soll das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten werden.“ (12,1-3)

Rabbi Richman lehrte uns zum vorliegenden Tora-Wochenabschnitt vor einigen Jahren, dass die hebräischen Tora Konzepte von

  • „Tahara“, Adjektiv „tahor“, rein im Sinne der Tauglichkeit zum Betreten des Tempels / Opfer Darbringens, und
  • „Tumah“, Adjektiv „tame“, unrein / unvollkommen als „spirituelle Reinheit“ und „spirituelle Unreinheit“ übersetzt,

unglaublich schwer für uns sind, ausschließlich über den Verstand zu begreifen. Und das ist vielleicht deshalb so, weil die Konzepte und Realitäten, die sie ausdrücken, so viel größer sind als unser eigenes, individuelles Selbst. Der Zeitraum der Verunreinigung einer Mutter nach der Geburt eines Kindes zeugt von der reinen und vollkommenen Erkenntnis einer Welt zur nächsten inklusive der „notwendigen“ Verlust-Erlebnisse. „Die längere, das Mehr an Verunreinigung bei Geburt einer Tochter spiegelt das perfektere, das Mehr im Bild G’ttes, das in der weiblichen Seele verkörpert wird“…
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Bereits die Paraschat der letzten Woche (Schemini) machte sehr drastisch und absolut „orthodox“ klar, wohin der Gott den Einzelnen und das Volk Israel untereinander und gegenüber Ihm rief: Zur Heiligung des Heiligtums! Laut Raschi war dies, nach sieben Tagen der Vorbereitung, der achte Tag, der Tag der Einweihung des Wüstenheiligtums. Es ist doch völlig klar, dass die Götter des Westens nach Verschwörungstheorien riefen, wenn sie den Gott Israels – besonders in Deutschland auch dessen Volk – vernichtend schlagen wollten, dass er stürbe und sie ein Neues Testament mit neuen Schabbaten und Monaten (die sich nicht mehr nach dem Mond richteten) „glaub“ haft machen konnten. Mit dem Ergebnis, dass heute kein Christ mehr über die „Natur“ der Worte Monat und Mond, den Bio-Rhythmus des Menschen, nachdenkt.

Wir schrieben letzte Woche auch von der Verpflichtung auf die Lehre, dass einjeder selbst zwischen Heiligem und Unheiligen unterscheiden können soll (3.Mo.10,10). Doch es heißt an dieser Stelle genau, „auf dass ihr unterscheidet zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen und zwischen dem Unreinen und dem Reinen, und dass ihr die Kinder Israel unterweist in allen Gesetzen, die der Ewige ihnen durch Mosche verkündet hat.“

Und diese exklusive Hinwendung Gottes an sein Volk, die macht die Völker, allen voran die Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation-Nachfolger und seine vermeintlich heiligen Geister rasend vor Eifersucht.

72 Jahre Israel – der vermeintlich gute „heilige Geist“ Roms hält alleine schon die US-amerikanische Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt für eine „schlechte Idee“. Hingegen sind die unreinen Ideen des Nachfolgers von Vespasian im Amte des Pontifex Roms „natürlich“ rein. Der hatte Gottes Tempel in Jerusalem – Gottes Wohnung unter seinem Volk – doch bereits 70. u.Z. zerstört und geplündert, um sich vom Erlös seiner kriegerischen Feldzüge das Kolosseum in Rom zu erbauen. Demonstrativ ein neues Heiligtum!

In den folgenden hundert Jahren hat das neuheilige Rom Israel dann völlig am Geist Gottes erkrankter, jedoch umso christlicherer Weise umbenannt, um die Erinnerung an Palästina als jüdisches Königreich und Heimat der Juden auch im Namen der Region zu tilgen. – Der heutige Pontifex macht das Gleiche. Nur eben politisch korrekt, indem er die größten Feinde der Heiligkeit Gottes und seines Landes Israel als
| „Friedensengel“ → so DER SPIEGEL – auszeichnet.

Jedem, der einmal länger als für einen „Orientierungsbesuch“ allein mit deutschen Ordensbrüdern oder Ordensschwestern hinter dicken Klostermauern gelebt hat, ist eines völlig klar: Deutschland ist der christliche Gottesstaat in Reinkultur. Betonung nicht auf „rein“, sondern ganz im Gegenteil, auf: Kultur. Erscheinen heutige Politiker nicht gerade während der Corona-Pandemie oft als völlig unheilig ihre Weltherrschafts-Überzeugung christlich-profan nach außen lebend?

Etwa gegen Gott? – Natürlich gegen Gott! Im Grunde nur gegen Gott, da dieser in seiner „Lehre“ den Weltherrschaftsanspruch für sich allein beansprucht. Diesen Geist bekommt die Kirche nicht mehr in die Flasche zurück. Da man medial gegen Gott aber heute nun einmal politisch keinen Staat mehr machen kann, nimmt man sich stattdessen ganz weltlich gegen „seine Kinder Israel“ aus – von wegen Besatzungsmacht, Brunnen- oder Coronavergifter! Denn „Israel ist mein erstgeborener Sohn“ sagt der Ewige (2.M.4,22). Oder das Ewige, für die, die eher zur agnostischen Religiosität neigen.

Wie kommt der vermeintlich heilige Geist wieder in die Flasche zurück?
Der normalerweise – wenn wir nicht den Neumond feierten – an diesem Schabbat gelesene Prophetenabschnitt (2. Könige 7,3-20) lässt die Aussätzigen resignativ fragen, „lassen sie uns leben, leben wir, lassen sie uns sterben, sterben wir eben“. Doch allen christlichen Völkern der Welt sollte des einen Vaters rettende Antwort auf diese Frage in ihrem Geist versichert sein: mein Sohn / meine Tochter, es liegt in deiner Hand!
Schabbat Schalom

Eric Martienssen

Seit meinem Kirchenaustritt 2009 spüren meine jüdisch-orthodoxen Freunde in Israel und ich in Artikeln und höchst politischen Schabbat-Kommentaren auf GSI (God's Sabbath Int.) den Fake News Roms nach.

Der damalige Pontifex zerstörte die Wohnung Gottes, den Tempel in Jerusalem - Fakt! War das Neue Testament und die Kirche nur eine Weltmacht strategische Geschäftsidee Roms? Was ist Politik heute? Viel Freude bei Ihrer Reise auf GSI.

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