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Sabbat

Wie das Schabbat-Gebot zu verstehen ist, macht Jesus gegenüber den Pharisäern deutlich: Erlaubt ist „Gutes zu tun“. Im Hebräischen heißt es hier „Lehativ“. Damit sind lebensrettende Taten wie Heilen und Retten gemeint, denn „der Schabbat ist um des Menschen willen gemacht“. Doch niemals hat Jesus, der Seinem Vater im Himmel vollständig unterstellt und gehorsam war, damit das Arbeiten am Schabbat genehmigt! Es geht also darum, Leben zu retten, und nicht um eine Rechtfertigung der Arbeit am Schabbat.

In diesem Sinn muß man auch den Bericht über Petrus in Apostelgeschichte 10 verstehen. Es wird dort von seiner Vision berichet, in der er aufgefordert wird, unreine Tiere zu essen. Petrus hatte diese Vision vor seinem Zusammentreffen mit dem heidnischen Hauptmann Kornelius in Cäsarea. Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass Petrus nach dieser Vision weiter „koscher“ aß. Die Küche des Petrus in Joppe blieb koscher! Viel später in Apg. 15 heißt es, dass es dem Heiligen Geist und den Apostel gefallen hat, nur die nichtjüdischen Christen, außer von vier Auflagen, von den Speisegeboten zu befreien – nicht aber die Judenchristen. Es handelte sich hier vielmehr um eine Ausnahme, die Gott ihm aufgezeigt hatte. Es ging hier darum, dass es Petrus beim Besuch des Kornelius, also bei einer Gemeinschaft mit einem Nicht-Juden, erlaubt war, nicht-koschere Speisen zu essen. Dies bedeutete jedoch keine Aufhebung der Vorschriften für koscheres Essen. Gottes Gebote sind heilig und ewig.

Die Jünger wie auch ihr Rabbi (Meister) Jeschua hielten den Schabbat. Aber sie hielten gleichermaßen auch einige rabbinische Regeln. Man darf nicht vergessen, dass zu dieser Zeit das Kernwerk der mündlichen Thora, die „Mischna“, gesammelt und zusammengefasst wurde. So finden wir in Apostelgeschichte 1,12 den rabbinischen Begriff Techum Schabbat, d.h. den erlaubten Schabbatweg. „Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der da heißt Ölberg und nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt.“

Ist der Sonntag, den die allgemeine Christenheit feiert, nun ganz verkehrt, weil der offiziell im Dekalog von Gott einsetzte Ruhetag der Schabbat ist?

Paulus schreibt in Kolosser 2,16, dass der Schabbat, wie auch die übrigen Feste, „Schattenbilder des Zukünftigen“ sind. Und den Christen in Galatien (Galater 4)
ruft er zu, dass sie nicht mehr Sklaven des Gesetzes sind, sondern alles, was sie tun, dem „Abba, lieben Vater“ als freie Menschen in Liebe zu ihm tun sollen.

Dass Paulus die Korinther auffordert, ihre Liebesgaben am ersten Tag der Woche abzugeben (1. Korinther 16,1-2) verrät, dass er den Schabbat respektiert, denn am Schabbat durften keinerlei Geldübergaben oder ähnliche Dinge getätigt werden. Also gab man den Zehnten oder Spenden am folgenden Sonntag ab.

Die Urchristen zu Troas versammelten sich „am ersten Tag nach dem Schabbat, um das Brot zu brechen“ (Apg. 20,7), denn hier mussten Arbeiten getan werden,
die man am Schabbat nicht tun durfte. Dieser „Brotbrechtag – Abendmahlstag“ begann bereits am Abend nach Ausgang des Schabbat am Motze Schabbat.

Der Sonntag dagegen soll an die glorreiche Auferstehung Christi erinnern. Er ersetzte damit als Dies Solis (Sonnentag) bzw. als Dies Domini (Tag des HErrn) aber nicht den göttlichen Ruhetag Schabbat.

Der Schabbat wurde von Gott eingesetzt zum Andenken an die Vollendung des Schöpfungswerkes, an dem alle „Anteil haben sollen an der Ruhe Gottes“. Der
Sonntag dagegen soll auf die Vollendung des Erlösungswerkes hinweisen. Er ist ein Tag des Feierns: „Christus ist wahrhaftig auferstanden und lebt!“

Bis ins 4. Jahrhundert durften Christen am Sonntag arbeiten – ihren Ruhetag hatten sie ja am Schabbat. Erst Kaiser Konstantin machte 325 n. Chr. den Sonntag zum Ruhetag, an dem er jegliche Arbeit – bis auf die Feldarbeit – verbot und die Christen verpfl ichtete, den Gottesdienst zu besuchen. Wer drei Sonntage nicht in der Kirche war, musste mit harten Strafen rechnen. Auf diese Weise wurde der Schabbat als Ruhetag zugunsten des Sonntags verdrängt.

MAN TRENNTE SICH VON DEM SCHABBAT
Mit dem Konzil von Nizäa (325 n. Chr.) wurde eine Entwicklung forciert, die darin mündete, dass sich jüdische Lehre und christliche Dogmatik immer weiter voneinander entfernten. Das war der „Juden-rein“-Prozess, der in der christlichen Kirche die Entwicklung und viele Entscheidungen bestimmte. Mit anderen Worten, man gründete eine neue judenreine Religion – das taten Menschen, nicht Gott!

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