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Sabbat

SECHS TAGE ARBEIT, DANN RUHE
Nach sechs „guten“ Tagen – „jeder Tag war gut“ – erreichen wir den siebten Tag, den „heiligen“ Tag, den Schabbat.

Nach sechs Tagen ruhte Gott von Seinem Schöpfungswerk. Deshalb soll auch der Mensch ruhen von allen seinen Alltagswerken – das ist der Grundgedanke des Schabbats. „Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun…“

Wir kennen sehr gut das Gebot: am siebten Tag sollst Du ruhen, d.h. nicht arbeiten! Doch was ist mit dem ersten Teil, den sechs Arbeitstagen, wo die Arbeit befohlen ist? Auch das ist ein Gebot. In Europa gibt es nur vier oder fünf Arbeitstage – und das gilt als eine besondere Errungenschaft, die man aber vor der von Gott gegebenen Ordnung der sechs Arbeitstage in Frage stellen muß. Erst vor dem Hintergrund der Arbeit in den ersten sechs Tagen gewinnt das Gebot zur Schabbat-Ruhe den wirklichen Sinn: „da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten: es ist ein Ruhetag zu Ehren des HErrn in allen euren Wohnsitzen.“ (3. Mose 23,3)

5. Mose 5,14: „Aber am siebenten Tage ist der Schabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Ochse noch dein Esel noch all dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist, auf dass dein Knecht und deine Magd ruhe wie du.“ (vgl. 2. Mose 31,14-15).

Sieben ist die Zahl der Vollständigkeit und der Vollkommenheit:

  • Sieben Tage hat die Woche;
  • Sieben Wochen, wörtlich „sieben Schabbat-Tage“, vergehen zwischen Pessach und Schawuoth, d.h. von Passah/Ostern bis Pfingsten;
  • Das Siebte Jahr, das Erlaßjahr, ist das Schmitta-Jahr, in welchem auch das Feld ruhen soll und nicht bearbeitet werden darf (3. Mose 25);
  • Im siebten Jahr wird dem Hebräersklaven die Freiheit angeboten;
  • Nach 7 mal 7 Jahren ergibt im jüdischen Verständnis das Jubeljahr. (Nach dem 49. Jahr folgt das 50., das Jubeljahr);
  • Und nicht zuletzt: mit dem siebten Millenium, dem „Schabbat-Millennium“, bricht nach 6.000 Jahren seit der Erschaffung der Menschheit, das messianische Tausendjährige Reich an.

DER SCHABBAT
Nach biblischem und jüdischem Verständnis widmet man den Schabbat ganz Gott. Alles soll ruhen. Und auch wir sollen mit Leib, Seele und Geist ganz ruhen.

Mit dem Halten des Schabbats verbinden sich drei Hauptgebote:

  • ihn zu heiligen, (5. Mose 5,12)
  • zu ruhen (2. Mose 31,17)
  • und zu genießen (Jesaja 58,13)

Damit ist der Schabbat ein Zeichen für die ewige Gemeinschaft, in der wir einmal mit Gott leben werden, ein Vorgeschmack auf die kommende Welt.

Als es noch in Israel Herren und Sklaven gab, hatte der Schabbat zwei besondere Funktionen: Erstens war der Tag ein Ruhetag auch für die Sklaven, denn das Gebot war: „dein ganzes Haus soll ruhen“. Zweitens, die hebräischen Herren der Sklaven mussten einen Tag auf die Arbeit der Sklaven im Haus verzichten, was dazu führte, dass auch der Sklave zur Ruhe kam.

Für mich persönlich ist der Schabbat ein Tag, über dem ein Schleier aus Ruhe und Frieden liegt, frei von der Hektik des Alltags, den Problemen und Sorgen und der Politik. In dieser Atmosphäre muß man einfach abschalten. Selbst als Journalist nimmt man am Schabbat von den Medien Abstand, auch von Radio und Fernsehen! Es ist eine Zeit der inneren Besinnung, man kehrt zurück zum Weg Gottes, von dem man in der Hektik der Woche oft abweicht. Dafür ist der Schabbat da, damit wir zu einer persönlichen Umkehr zu Gott finden. Man wendet sich wieder Gott zu. Man schaltet vom Weltlichen ins GÖTTLICHE um! So gesehen ist der Schabbat eine erzwungene und gesunde Pause, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistlich. Bereits am Sonntag freuen wir uns schon wieder auf den nächsten Schabbat. Denn der Schabbat haucht eine Seele in die materielle Welt.

DER SCHABBAT: EIN ZEICHEN DES BUNDES

Der Schabbat ist nicht nur ein zentrales Gebot. Er ist noch viel mehr, nämlich ein Bundeszeichen zwischen Gott und Seinem Volk!

Hesekiel 20,20: „Meine Schabbate heiliget, dass sie seien zum Zeichen zwischen MIR und euch, auf dass ihr wisset, dass Ich der Ewige, euer Gott, bin.“

Der Schabbat ist eines von zwei Bundeszeichen (=Oth Brith), denen wir in der Bibel begegnen. Diese beiden Bundeszeichen sind:

1. Die Beschneidung als ein Zeichen des Bundes am Fleisch.
2. Der Schabbat als Zeichen und Vorgeschmack des kommenden Reich Gottes.

In 2. Mose 31,13-17 heißt es: Sage den Kindern Israel und sprich: „Haltet meinen Schabbat; denn derselbe ist ein Zeichen zwischen mir und euch auf eure Nachkommen, dass ihr wisset, dass Ich der HERR bin, der euch heiligt… Darum sollen die Kinder Israel den Schabbat halten, dass sie ihn auch bei ihren Nachkommen halten zum ewigen Bund.

Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Kindern Israel. Denn in sechs Tagen schuf der HERR Himmel und Erde; aber am siebten Tage ruhte er und erquickte sich.“
Es gibt einen weisen Spruch im Judentum, der deutlich macht, dass der Schabbat nicht nur ein Gebot, sondern auch ein Segen ist: „Mehr, als dass Israel den Schabbat bewahrt hat, hat der Schabbat Israel bewahrt“ (Echad HaAm)

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