cat-right

Geheiligt von Ihm

1. Herkunft des Gefühls „heiligen“,
1.1. historiolinguistisch:
Das Verb „heiligen“ ist in der hebräischen Sprache das gleiche Wort wie für das Verb „vermählen“! (= deshalb beginnt der Schabbat mit einem Lied: Auf, mein Freund, der Braut entgegen, die Königin Schabbat wollen wir empfangen! – „Lecha Dodi“, s.u.)
1.2. biblisch (exegetisch):
Genesis / 1.Mose 2,2: Wo wir gewöhnlich übersetzen und Gott vollendete am siebten Tag liest eine alte aramäische Übersetzung: und Gott sehnte den siebten Tag herbei. 3: Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn… Exodus / 2.Mose 31,14:Darum haltet meinen Sabbat, denn er soll euch heilig sein…. 15: Sechs Tage soll man arbeiten, aber am siebenten Tag ist Sabbat, völlige Ruhe, heilig dem HERRN.

2. Herkunft des Gefühls „halten“
(übernommen aus Abraham J. Heschel „Der Schabbat: Seine Bedeutung für den heutigen Menschen“)
Das Gefühl für den Geist des Sabbat ist nicht auf ein Siebtel der Woche beschränkt. Die Zehn Gebote kommen in zwei Versionen vor; im Buch Exodus und im Buch Deuteronomium. In der ersten Version beginnt das Sabbatgebot mit den Worten: Gedenke (zahor) des siebten Tages; in der zweiten heißt es: Halte (shamor) den siebten Tag. Ein Weiser des Mittelalters sagte: „Gedenke gilt immer, warte auf sein Kommen (shemor bedeutet auch, begierig warten)…Warte, freue dich darauf, wie man sich freut, einen Menschen wieder zu sehen, den man liebt.“

Lecha Dodi – Die erste „Beziehung“ Gottes mit jedem Menschen in aller Welt

Schöpfungsgeschichte: Gott sah an alles, was ER gemacht hatte und fand, es war sehr gut. Dann fehlte IHM nur noch Eines, eine Beziehung zu Seiner Schöpfung – das ist der Schabbat. Kann man sich das vorstellen, jede Woche ein Mal Hochzeit, das höchste Glücksgefühl auf Erden, das größte Fest des Lebens, an jedem siebten Tag, Freitagabend bis Samstagaben, knapp 25 Stunden? Zuzüglich die weiteren biblischen Feste, vom Schöpfer selbst festgelegt, um den Menschen zu begegnen, Sehnsucht pur, nach Dir! Wer möchte da nicht alles stehen und liegen lassen, komm, mein Freund, der Braut entgegen!

Diese „Beziehung“, diese alles verzehrende Sehnsucht, wer könnte sie besser ausdrücken, als Gott selbst – s. „Hohelied“ (Lied der Lieder oder, hebräisch, Shir HaShirim). Lass‘ Dich entführen in die berauschende Wirklichkeit Gottes!