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500 Jahre Reformations-Lüge – Schawuot 1

...von Jehonatan Kiebitz...

…von Jehonatan Kiebitz…

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Was sollte damals eigentlich reformiert werden?

(→ Gedicht „Mahnung Gottes“)
Das ganze Unternehmen spielte sich ab im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“. Dieses „Reich“, sagen wir das 1. Reich ab Karl der Große (*747 Fränkisches Reich °814 Aachen) im Gegensatz zum 2. Reich der Könige von Preußen und Hohenzollern (ab Friedrich der Große *1712 Berlin °1786 Potsdam), für das in Versailles bei Paris der lutherische Preußen-König zum Kaiser Wilhelm (Tell) I. gekrönt wurde, das zugleich mit dem 700 Jahre alten Osmanischen Reich der Türken als seinem Komplizen als Verlierer des 1. Weltkrieges sein Ende fand. Immerhin hat der preußische Landtag ein Gesetz herausgebracht, das es allen Katholiken ermöglichte, ohne Angst vor der Inquisition aus der katholischen Kirche austreten zu dürfen.
DAS DRITTE REICH [„des Heiligen Geistes“] ←“Die Geschichte des Mythos beginnt an einem Pfingstmorgen“, das sich als 1000-jähriges Reich propagierte und zum Glück oder bereits Unglück der ganzen Welt nur 12 Jahre dauerte, trieb den Antisemitismus der lutherischen Fürsten von Württemberg, der Hohenzollern, auf die Spitze, und endete nach der „Machtergreifung“ mit dem von ihm gegen die Juden provozierten 2. Weltkrieg.

An Shawuot schenkte Gott den Seinen Seine Gesetze - zu Pfingsten der Papst und Luther das Gegenteil: den Heiligen Geist!

An Shawuot schenkte Gott den Seinen Seine Gesetze – zu Pfingsten der Papst und Luther das Gegenteil: den Heiligen Geist!

Das 1. Reich befand sich südlich und nördlich der Alpen zugleich. Das Sagen hatte darin der Papst und damit allein die „Freie Wahl“. Er konnte die Kaiser, Könige und höchsten Fürsten ein- und absetzen. Das bedeutete die absolute Macht der Kirche, die sich selbst, auch in Luthers Kathechismus im „Glaubensbekenntnis“ mit dem „Heiligen Geist“ gleichsetzt und via Inquisition über Leben und Tod aller ihrer als Baby zwangsgetauften Mitglieder entschied, wenn sie anders dachten als vorgeschrieben. Dabei war ihr „Dauerbrenner die Judenfrage“, betraf also die nie Getauften, aber im Bund Abrahams Beschnittenen.
Die Juden fielen der Religions-Politik des Kaisers Karl V. (*1500 Gent °1558 Kloster von Juste, Spanien) zum Opfer, der in den Ländern des westlichen Mittelmeeres die „Glaubens-Einheit“ (der kath. Kirche) erzwingen wollte, und zwar indem er die Juden als die Ungläubigen vertreiben ließ, die einfach immer ganz anders dachten als die sich selbst „Heilig sprechende Kirche“, die also mit „heilig“ grundlegend andere Begriffe verbanden und nie bereit waren, sich etwa taufen zu lassen. War die Taufe nur eine Machtfrage?

Kaiser Karl V. musste natürlich nicht befürchten, dass er dafür vom Papst abgesetzt würde, oder handelte er sowieso dabei im Auftrag des Papstes? Er war jedenfalls den Kurfürsten nördlich der Alpen gegenüber bei dem Projekt ein paradoxes Vorbild. Denen wurde das vom Kaiser streng verboten, was er ihnen selber vormachte, nämlich ihre Juden ebenfalls zu vertreiben. Umso brutaler war auch die eigenmächtige Vertreibung der Juden in Württemberg-Hohenzollern durch den Großherzog von Stuttgart (→ 44 min. Doku: Die Hohenzollern). Damals war die Katholische Kirche längst in ein „Griechisch-Orthodoxes Reich“ (Konstantinopel-Türkei) und ein „West-Römisches Reich“ (Rom) gespalten, was ja bereits zu grausamen Glaubens-Kriegen geführt hatte. Der jüngste Balkan-Krieg machte sichtbar, dass dieser Konflikt noch nicht beigelegt ist. Zuflucht fanden die Juden innerhalb Europas nur beim König Kasimir von Polen und außerhalb Europas beim Sultan der Türkei, Sülejman I. (der Prächtige 1520-66), der in allen spanischen Häfen Schiffe anlegen ließ, um die fliehenden Juden aufzunehmen. Dadurch lebten 1939 die Hälfte aller Juden Europas in Polen, einem ansonsten katholischen Land, bevor es von den Nazis überfallen wurde, nachdem in der → „Reichskristallnacht“ zu Luthers Geburtstag 1938 die Marschrichtung bereits eingeschlagen war!

Christliche Politik drehte sich also immer gleichzeitig um die „Judenfrage“.
Dass deren Vertreibung in vielen Fällen einem Mord gleichkommen konnte, war dabei geplant, denn man konnte sie ja dann „großzügig“ vor die Entscheidung stellen, sich taufen zu lassen und dadurch bleiben zu dürfen. Ein Kalkül bei der Vertreibung war also die Zwangstaufe. Alle Juden, die dem zum Opfer fielen, bekamen, z.B. in Spanien, den Namen „Marranen“ (Schweine). Ein Sprichwort sagt: „Sage mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist“! Wer bekam damals bereits die Erkenntnis, dass das Christentum seit dessen Entstehung ausschließlich ein Antisystem gegen das Judentum ist, eine griechische Rache als Verlierer der Makkabäer-Kriege?
Im Grunde genommen waren die Kurfürsten nördlich der Alpen also gar nicht besser als der Papst und der Kaiser, aber sie wurden sich einig, die Vorherrschaft von Rom abzuschütteln, sicher auch mit dem Vorsatz, dann ihre Juden ebenfalls vertreiben zu können. Sie hatten jedoch zunächst ein völlig anderes Problem: Sie waren sich nur zu gut bewusst, dass sie zur Witzfigur werden mussten, wenn sie bei dem geplanten Schritt der Unabhängigkeit von Rom nicht ihre Untertanen hinter sich wussten, die das geplante Manöver schließlich mittragen und dafür sogar kämpfen mussten. Diese waren jedoch in ihrem Gewissen und ihren Glaubens-Gewohnheiten völlig vom Papst abhängig. Die Fürsten mussten also als ersten Schritt ihre Untertanen vom Papst „abnabeln“, sie zum Umdenken bringen, wo doch der Papst für sie an der Stelle Gottes stand.
Noch ein Problem hatten die Kurfürsten: Sie hatten ja einen Sitz und Einfluss im Reichstag, wenn dieser vom Kaiser einberufen wurde. Wenn sie das Ziel der geistlichen Unabhängigkeit vom Papst erreichen wollten, was man also Reformation nannte, konnten sie als Kurfürsten doch nicht die Rolle des Reformators spielen. Dafür brauchten sie eine geeignete Gallionsfigur. Kurz gesagt:

Bei dieser Reformation ging es nicht um Wahrheitsfindung, sondern um nackte Machtinteressen. Dabei spielte der Antisemitismus im Hintergrund die entscheidende Rolle, der aber gleichzeitig das Wesen der ganzen Kirche ausmachte und gar nicht zu reformieren ging.

Niemals ging es also dabei um die Frage, wo die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge verläuft, wo die Unterscheidung zwischen der Lehre der Juden und dem Christentum hinführen würde, ob die Kirche geeignet ist dem Gott Israels, und damit der Wahrheit, oder den Götzen der Volker, also der Lügenwelt zu dienen. Im Römischen Imperium war das Volk fast ausschließlich eine Welt von Analphabeten, die einfach glauben mussten, was von ihnen verlangt wurde. Dass bei den Juden schon immer alle Kinder lesen und schreiben lernten, um die Heilige Schrift verstehen zu können, und zwar auf hebräisch, wusste das Volk kaum und auch nicht, dass die Heilige Schrift nicht der Kirche „Neues Testament“ ist (→ BEHAR-BECHUKOTAI: Gottes Berg- oder römische Gottesstaats-Gesetze), sondern Moses und die Propheten, also im Original von Anfang an in der Hand der Juden geblieben war. Dass jedoch das NT sogar auf die Heilige Schrift (der Juden) hinweist, interessierte die Kirche freilich nicht und auch nicht, dass es vom NT im Gegensatz zur einige Jahrtausende älteren Heiligen Schrift, nicht einmal ein Original gibt.

Wäre die „Reformation“ kein politisches Macht-Kalkül sondern ein theologisches Interesse gewesen, hätte es genügt, Grundsatzfragen der Lehre und Praxis zum Thema zu machen. Dabei hätte man ohne Frage auch jüdische Gelehrte mit einbeziehen können. Das hätte einer Grundsatz-Erkenntnis bedurft, nach der sich im Judentum alles orientiert!
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