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WAJIGASCH – Lebt MEIN Staat noch

Wieso Staat? Die in u. g. Leseabschnitt gestellte Frage nach dem „Vater“ ist doch die übergeordnete Frage nach unserem Leben. Die Frage nach Ordnung – völlig laizistisch! Nie hat jemals ein Kind entscheiden können, wer seine leiblichen Eltern sind; Naturgesetz – völlig altruistisch! Aber auch völlig losgelöst von der Frage nach Gott, geradezu atheistisch? Koran und Christenbibel – die „heiligen“ Schriften der beiden größten Religionen der Erde – bilden in sich ähnelnder Weise die Geschichte von „Josef“ (Islam: „Yusuf“) ab. Also eine rein jüdisch-israelische Geschichte! In dieser stellt der ranghöchste Politiker im damals größten Staat der Welt, Ägypten, unter Tränen die nach zwanzig Jahren in der Diaspora ihm seelisch einzig wichtige Frage: „Lebt MEIN Vater noch?“ Eine mitunter agnostische Identitätsfrage nach Herkunft allen Lebens … auch für unsere aktuelle Werte- und Flüchtlingsdiskussion zu empfehlen?

Parascha „WaJigasch“ (Und es trat vor) 1. Moses 44,18 – 47,27 || Hesekiel 37,15-28
Kommentar von Eric Martienssen.

    „Und Jehuda trat vor und sprach: Ach, mein Herr, möge doch dein Knecht Rede in meines Herrn Ohren reden dürfen, und nimmer entflamme dein Zorn wider deinen Knecht, – denn du bist gleich Pharao! Mein Herr hat seine Knechte gefragt, sprechend: Habt ihr noch Vater oder Bruder? (44,18-19)

Wenn man vor einem Herrn steht, der über Leben und Tod zu entscheiden hat, nicht nur deines eigenen, sondern sogar auch das deines ganzen Volkes, tut man schon gut daran, diesen Herrn bei seiner Entscheidungsfindung nicht zornig zu machen. Das leuchtet jedem Menschen (hebr: Adam) ein. Man kennt diesen Herrn doch nicht einmal, wann man dessen „Reizschwelle“ überschreitet, den Bogen dadurch vielleicht final überspannt. Nur eines steht in unserer Geschichte ganz außer Frage. Man gehört völlig unterschiedlichen Wertesystemen an. Der eine ist Sohn Jakobs, dem und dessen Volk Gott den Namen „Israel“ gab. Der andere ist offensichtlich nicht nur Ismaeli, Araber, sondern zudem der mächtigste Mann der damaligen Welt. Was, um Himmels Willen, kann man da alles Verkehrtes sagen? Zumal Jehuda, als er vor den unbekannten „Herrn“ trat, noch nicht wissen konnte, dass es sich bei diesem Staatspräsidenten des Pharao um seinen eigenen Bruder handelte, sie also ein- und denselben „Vater“ hatten, denn Josef hieß nicht Josef – er hatte einen ägyptischen Namen angenommen – und sie verständigten sich ausschließlich über einen Dolmetscher.

Ach wie schön wäre es doch, wenn ich einen wahren „Übersetzer“ meiner unbeholfenen irdischen Worte hätte. Der dem Herrn automatisch nur das übersetzt, was mein Herz, meine Seele und all mein Sein im tiefsten Innern wirklich meint, mag sich da der ein oder andere fragen. Diesen „seelischen Notstand“– schließlich weiß ein jeder um seine Fehler und Fehlbarkeit – nutzten später die unterschiedlichen Imperien von Rom bis zum für Nichtmuslime gesperrten Mekka zur Unterdrückung des Volkes durch Inthronisierung sog. „Vermittler“ aus, die in ihren eigenen Fake News, vermeintlich „heiligen Schriften“, vor Gott / Allah „zur Vergebung der Sünden“ des einzelnen „Gläubigen“ eintreten.

Sure 12 (Yusuf/Joseph), 97-99: Sie sprachen: «O unser Vater, bitte für uns um Verzeihung unserer Sünden; denn wir sind fürwahr Schuldige gewesen.» Er sprach: «Ich will Verzeihung für euch von meinem Herrn erbitten. Wahrlich Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige.» Als sie vor Joseph traten, nahm er seine Eltern bei sich auf und sprach: «Ziehet ein in Ägypten in Frieden, wie es Allah gefällt.»
Das Ave Maria im Rosenkranz: „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen“

Nur das Judentum kennt keine „Vermittler“ zwischen Gott und dem Volk bzw. dem religiösen Juden. Jeder einzelne und das ganze Volk steht direkt unmittelbar vor Gott – also dem „Vater“ gegenüber – als verantwortlicher Sohn / verantwortliche Tochter Israels. Während der vom Imperator und Pontifex Maximus Roms zum Messias erhobene Rabbiner von Nazareth am vom „heiligen Stuhl“ errichteten Kreuz für die Verbrechen jedes Christen des heute noch mit gott- und menschenverachtender Hinterlist regierenden Pontifex gestorben sein soll (was dem noch andauernden kirchlichen Terrorismus Tür und Tor öffnete, der bekanntlich mehr Menschen das Leben kostete, als die beiden von deutschen Christen geführten Weltkriege [am Ende waren noch 95 % der deutschen Bevölkerung in der Kirche organisiert] zusammen genommen). Unter Jesus waren aber auch noch vermeintlich Gott vertretende „Dolmetscher“ in Form von bereits ab dem Kindesalter geistlich und sexuell missbrauchender Pfarrer, Ordensleute und dergleichen, in die Bevölkerung eingeschleust worden, die, bis hin zum „heiligen Vater“, vorgaben, als ehrwürdige „Väter“ vor dem Ewigen für die Menschen einzutreten und zu „vermitteln“, um dadurch jedoch eine Abhängigkeit zu generieren, mit der man „Staat machen“ konnte – und dies im Falle der Bundesrepublik Deutschland als lupenreiner Kirchenstaat bis heute gott- und menschenverachtender Weise auch tut, der von Lutherpfarrern oder Kirchentagspräsidenten (Gauck / Steinmeier) und Lutherpfarrerstöchtern wie Merkel regiert wird, die ergo von Kindesbeinen nichts anderes als gott- und menschenverachtende Lügen kannte!

Haben die – q.e.d. – wenigen verbliebenen aufgeklärten Bürger im 21. Jahrhundert hierzulande nicht geradezu die Pflicht und Verantwortung (wenn nicht vor Gott, dann doch wenigstens vor dem Leben), solche mörderischen und Volks verratenden „heiligen Geister“ aus allen Ämtern eines so regierten Staates hinaus zu komplimentieren? Oder, noch positiver gefragt, hat der von Lutherpfarrerstochter Merkel ausgerufene und von Steuergeldern bezahlte Lutherstaat Deutschland → DER SPIEGEL: Staat stützt Kirchen mit [64] Milliarden – es nicht noch vor seinem 500. Reformationsgeburtstag am 31. Oktober durch Bundestagswahlen 2017 verdient, „in Würde“ zu sterben? (…wo doch auch schon der Holocaust von Beginn an → Kristallnacht: Man feierte in Luthers Geburtstag – ein einziges deutsches Lutherfest war?)

Über Dekaden hinweg glaubwürdig ist es leider einzig nur Ingrid Matthäus-Maier, die „rote Ingrid“, die auch schon das 1974 entstandene, damals wie heute erstaunlich fortschrittliche FDP-Kirchenpapier „Freie Kirche im Freien Staat“ maßgebend mitformulierte (welches eine klare Trennung von Staat und Kirche sowie die Abschaffung der Kirchensteuer und die Ablösung sämtlicher exklusiver Staatsleistungen an die Kirchen forderte), die bis heute ultimativ für Laizismus in Deutschland eintritt, da „Kirchen als moralische Instanz unbrauchbar sind“ (so 2012 als Vertreterin der „Giordano Bruno-Stiftung“ [GBS] auf dem Kongress des „Internationalen Bunds der Konfessionslosen und Atheisten“ [IBKA]). Sollte der deutsche Staat folglich statt von Merkel nicht besser von SPDs Ingrid Matthäus-Maier als Kanzlerin gegen Kirche wie Islamisierung geführt werden?

Im Moment jedenfalls noch lebt das Dritte Reich (1. Reich = Gott Vater, 2. Reich = Gott Sohn, 3. Reich = Gott Heiliger Geist)! Erinnern wir uns: das System der heute in Deutschland weltweit einzigartigen Bindung von Kirche und Staat, indem der Staat die Steuern zur Finanzierung der Kirche erhebt, wurde 1934 in Deutschland eingeführt und diese Nazipraxis juristisch einfach bis heute fortgesetzt. Väterchen Staat macht’s möglich und Mutti strahlt? Nein, es ist das ganze Volk, das strahlt! Im Glanze seines neuen, qua Neues Testament „selbstbestimmten Vaters“ in der Person eines Sohnes, welch ein Unsinn, während man dessen Vater samt dessen Gesetze negiert! Doch sind dreißig Millionen Säkularisierte, Ausgetretene, Agnostiker und Atheisten nicht genug – weniger als „Väter“ denn vielmehr als „Menschen“ – Deutschland erstmals in der Weltgeschichte zu Menschen ehrender Würde zu verhelfen? Gerade jetzt, da der einzige natürliche Gegner des Islamischen Gottesstaates der christliche Gottesstaat ist? Hi wie da wird der absurde Anspruch auf einen selbst zu bestimmenden Vater per Religion gefördert, was – natürlich – völlig wider die Natur des Menschen ist! Einfach nur, weil sie als Säkularisierte, Ausgetretene, Agnostiker und Atheisten nicht mit Heiligem in Berührung kommen wollen?

Gegendarstellung: Niemals hat jemand seinen leiblichen Vater bestimmen können. So ist dieser – durchaus auch metaphorisch betrachtet – automatisch dem „Heiligen“ zugeordnet, des von Menschen nicht Verfügbaren. Durch Akzeptanz des „Vaters“ kann man sich selbst auch als „heilig“ annehmen und die Welt zum Positivsten verändern (ohne Götzen des Christentums anzubeten, weltherrschaftlichen Unfug der Kirchen zu „glauben“ oder Israels Vernichtung zu finanzieren, um selber Gottes Volk zu werden). Kann es nicht sein, dass Sie als Atheisten wie Israel vom Ewigen berufen sind, Heiliges mit Leben zu erfüllen?

Wer mag einmal darüber nachdenken, warum das Judentum als eine der kleinsten Religionen den nachhaltigsten Einfluss auf die beiden größten Religionen ausübt. Kann es an der Natürlichkeit des Judentums, der Akzeptanz eines Vaters als Vater, dem Unterschied zu allen anderen Völkern liegen? Ein Jude glaubt natürlich nicht an den Vater. Aus einem ganz einfachen, höchst weltlichen Grund: Fragen sie doch einfach mal einen vierjährigen Jungen, egal wo auf der Welt, ob er an seinen Vater „glaubt“? Er wird ihnen den Vogel zeigen und zurückfragen: wieso glauben? Da drüben, das ist MEIN Vater!

    „Josef sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Josef. Lebt MEIN Vater noch? Aber seine Brüder vermochten ihm nicht zu antworten, denn bestürzt waren sie vor seinem Antlitz. (45,3)

Dieses Possessivpronomen, das besitzanzeigende Fürwort: „MEIN“, nimmt durch Josef an dieser Torastelle bereits den Alleinauftrag Gottes an Seinen »Erstgeborenen Sohn« – aktuell hoffentlich ergänzt um die Atheisten – gegenüber der ganzen nichtjüdischen Welt vorweg, den Gott erst später beim Auszug aus dem Land Ägypten als für alle Zeiten exklusives Sohn ↔ Vater Verhältnis auch Seinerseits bestätigen wird. Nämlich in 2. Moses 4,22: „Israel ist MEIN erstgeborener Sohn“! Zu diesem Possessivpronomen „MEIN Vater“ – Lebt MEIN Vater noch? – sollte sich der geneigte Leser vor Augen führen, dass seine eigene Prophetie, die Josefs, es war, die ihn nach Ägypten brachte. Aber letztlich auch das ganze Volk Israel! Ohne Einzug kein Auszug, ohne Zerreißen, kein Zusammen-Einen und keine Prophetie. Hier zeigt sich – in Josef – Gottes Muster des EINS-Seins Seines Volkes im Singular wie im Plural.

    „Und die Nationen werden erkennen, dass ICH der Ewige bin, der Israel heiligt, wenn MEIN Heiligtum für ewig in ihrer Mitte ist“,

wie es im letzten Satz unserer Haftara, der Prophetenlesung, heißt. Mag es wohl sein, dass es das ist, was es heißt, auserwählt zu sein?

Schabbat Schalom


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