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ImAnfang : BeReshit – Sabbat-Kommentar

1. Mose 1,1 – 6,1 || Jesaja 42,5 – 43,10 [Psalm 139]
Kommentar von Eric Martienssen.

Alles Liebe. Die Bibel beginnt – da es weder die alleinige Weltherrschaft der USA und noch nicht einmal einen einzigen Menschen (hebr: Adam) der Kirche gab – „im Anfang“ zu aller Erst mit dem unterscheidenden Wirken des einzig einen Schöpfergottes, der sich der gesamten Menschheit nachher auch in Seinem Ersten Gebot – unverwechselbar exakt! – definieren, outen und verewigen würde als Der Gott, der ICH dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe (zur Unterscheidung klick Tabelle → Erstes Gebot heidnischer Religionen):

    „Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war Irrsal und Wirrsal (Tohu waBohu [תהו ובהו]) und Finsternis über dem Abgrund, und Gottes Odem schwingend über dem Antlitz der Wasser. Gott sprach: Licht werde! Licht ward. Gott sah das Licht: dass es gut sei. Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis … schied zwischen dem Wasser unterhalb des Gewölbs und dem Wasser oberhalb des Gewölbs … Das Gewölb rief Gott: Himmel! … schied zwischen Tag und Nacht“ usw…

. . . bis Er, irgendwann später, zwischen Seinem heiligen Volk und den heidnischen Völkern der Welt unterschied, letztere sich später – ebenso voraussehbar wie militant (Zerstörung des Tempels zu Jerusalem, Vertreibung aus der Heimat Israel, Kreuzzüge, Inquisition, Holocaust, und heute durch Angriffe der vom Papst → seinem Westreich und Deutschland unterstützten Palästinenser) – weigerten, sich von Ihm aus der Knechtschaft ihrer römisch-katholischen oder römisch-lutherischen Kirchenstaaten und deren Geboten erretten zu lassen. In Abgrenzung zum antizipierbaren Entstehen der Feinde Seiner Gebote („Wo Licht ist, ist auch Finsternis“ s.o.) hatte der Liebe Gott doch schon in Vers 27, zurückkehrbar (deshalb → Jom Kippur), zu verstehen gegeben, dass Er „den Menschen [jeden Menschen] in Seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf, männlich und weiblich schuf Er sie“. Gott ist also, selbstredend, männlich und weiblich. Aber in Seinem einzig einen EchaD-Gerichtshof auch Plural und Singular, damit sich eben niemals jemand ein [eigenes, menschliches] Bild von Gott machen konnte. Wollte der Ewige auf diese Weise ewiglich sicherstellen, dass er für Menschen „als Gott“ anzubeten bleiben würde, wie man nur einen übernatürlichen Gott anbeten kann? Dafür spricht, dass Er in Seinem Zweiten Gebot für ein Leben „in Seinem Bilde“ auf ewig verbot, sich „ein Bildnis noch irgendein Gleichnis“ von Ihm zu machen (weshalb das Ihn verkehrende Christentum Sein Zweites Gebot völlig aus den Zehn Geboten entfernte).

Überflüssig also zu erwähnen, dass „in Seinem Bilde geschaffen“ auch in Seinen Geboten zu wandelnd meinte und bis in alle Ewigkeit meint. Sogar ausgestattet mit einem Rückkehrrecht zu Ihm, falls einmal ein Mensch oder Volk so schlimm aus der Art schlagen würde, wie es nachher das gesamte Christentum tat und bis heute tut. Den Imperativ an sich selbst im vorangehenden Vers 26, „Lasst uns machen einen Menschen in unserem Bilde uns zur Ähnlichkeit“ kommentiert Raschi im Hinblick auf die doch ziemlich lächerliche Interpretation Roms, dass das „Uns/Wir“ auf den beim Schöpfungsakt nach römischer Legende vermeintlich anwesenden Jesu hindeutet entsprechend scharf: „obschon sie Ihm bei seiner Erschaffung nicht halfen und der Ausdruck Abtrünnigen Gelegenheit zu einem Angriff geben könnte, hielt sich die Schrift doch nicht zurück, Anstand und Demut zu lehren, auch der Große berate sich mit dem Kleinen und lasse sich von ihm seine Zustimmung geben. Würde stehen, Ich will einen Menschen machen, so könnten wir nicht daraus entnehmen, dass Er zu Seinem Gerichtshof sprach, sondern zu sich selbst.“

Laut diesem → Kommentar Raschis zu BeReschit macht den entscheidenden Unterschied zwischen einem Menschen in Seinem Bilde“ und eines aus Seiner Art geschlagenen Menschen „Anstand und Demut“ aus. Und wer möchte dem Raschi-Kommentar zur Parascha „im Anfang“ widersprechen? Ist es nicht so, dass, vom Prinzip her, auch der § 1 „im Anfang“ der Straßenverkehrsordnung (StVO) alle folgenden 52 Paragraphen auf tausenden von Gesetzesunterseiten abdeckt, ebenso wie auch das Erste Gebot das ganze Leben eines jeden Menschen hier, in der Ferne vom himmlischen Gesetzgeber, abdeckt? Unter „Anstand“ verstehen wir den ethisch-moralischen Anspruch im Sinne guten und richtigen Verhaltens. Aber gegenüber wem? Natürlich gegenüber den Menschen. Denn der Ewige stellt einen völlig anderen, einen im wahrsten Sinne des Wortes überirdischen Anspruch an den Menschen in der Welt, nämlich „Demut“. Gegenüber wem? Natürlich gegenüber Ihm, Ihn als Souverän und letztendlich alleinig ewigen Erretter aus der Welt (im § 1 unserer Gebote „Ägypten“ genannt) hier anzuerkennen um auch da – ceteris paribus – ewig zu leben. Also zu Seinen Bedingungen Ihn sogar zu lieben. Gleich wenn wir morgens die Äugelchen aufmachen und wenn wir sie für immer schließen: SchmA Jisrael Adonaj Elohajnu Adonaj EchaD … „und du sollst den Ewigen deinen G’tt lieben mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deiner ganzen Kraft. Punkt. Full Stop!

    Vielleicht nur noch eine kleine Ermutigung: Von ganzem Herzen und ganzer Seele lieben ist ganz einfach. Wenn man dankbar ist.

Prof. Yizhak Ahren schreibt in seinem Buch „VERKNÜPFUNGSPUNKTE – Warum gerade dieser Psalm?“
(welches ich einst die Ehre und Freude hatte, redigieren zu dürfen, da im Verlag von Jehonatan Kiebitz erschienen, Kiebitz Edition, kiebitz.edition[ät]gmail.com, € 9,80:-)
»…„Dem Wochenabschnitt Bereschit wurde Psalm 139 zugeordnet … Der Mensch zeichnet sich von allen anderen Lebewesen dadurch aus, dass er um das Wundervolle der Schöpfung weiß und Dank aussprechen kann. Den Ausdruck „gewebt in der Erdenniedere“ erläutert Rabbiner S. R. Hirsch: Die Stätte, in welcher die allerersten Anfänge eines irdischen Daseins vorgehen, wird hier bildlich: irdischer Untergrund, Erdenniedere genannt. Es ist die unterste Stufe, von der auf ein zu geistiger Höhe bestimmtes Wesen sich emporbildet“. . .

. . . . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . . .
Stichpunkte des Schabbat „Bereschit“ nach dem jüdischen Hawdala-Kalender («Rezension von Prof. Ahren in „Jüdische Allgemeine“), ebenfalls aus dem Hause Kiebitz Edition:
< Schöpfung Himmel und Erde, Mensch, Garten Eden, Abels Tod – Noach || Israel Gottes Zeuge > Psalm 139
Klicken Sie gerne auch den AKTUELLES Artikel von Jehonatan Kiebitz:
Luthers Kristallnacht beendet US-Wahlen

. . . „Da schickte ihn weg der Ewige, Gott, aus dem Garten Eden, den Boden zu bauen, davon er genommen worden (Bereschit 3,23). Psalm 139 schildert die weiterhin bestehende Beziehung zwischen Gott und dem Menschen: „Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, siehst meinem Gedanken schon entgegen aus der Ferne“ (Vers 2). Daher kann der Psalmist Gott um Hilfe bitten: Leite mich in den Weg der Ewigkeit“ (Vers 24)«

Schabbat Schalom


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2 Kommentare to “ImAnfang : BeReshit – Sabbat-Kommentar”

  1. Israel Yaoz sagt:

    Eine Deutung ist, dass der Ewige“ sich mit dem Elia Hanavie beraten hat. Elia ist Prophet „zwischen den Zeiten vor der Schöpfungswoche und nach der Schöpfung und zwischen den Welten“; Himmel und Erde,
    Israel Yaoz
    P.S. Eliah hat keine Eltern, keine Kinder, keine Geschwister, keine Großfamilie, keine Stammeszugehörigkeit, fährt zum Himmelreich mit feurigen Rossen, jenseits des Jordan, und so wie Mose, sein Grab ist leer/unbekannt…

  2. […] Yaoz setzte unter den → BeReschit Kommentar der letzten Woche durch Einbeziehung Elias, der keine Eltern, keine Kinder, keine Geschwister, […]