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SCHOFTIM – Richter über Islam- und Christianisierung

Tora: 5. Mose 16,18 – 21,9 || Haftara: Jesaja 51,12 – 52,12
sowie jeden Morgen im Monat Elul und bis Roschana Raba: Psalm 27
Kommentar von Eric Martienssen

Das Leben der gesamten heutigen Menschheit in der Beziehung zum Ewigen begann mit der Frage des einen Gottes an den einen Menschen: „Adam [hebr: Mensch], wo bist du?“ (1.Mo.3,9) Gefühle pur. Gar eine Beziehungskiste; der Eine der ohne den Anderen nicht sein mag? Weit gefehlt. Es gab keine Anderen, keine Pluralität. Nur Schöpfer und Geschöpf. Ganz anders unser Tora-Wochenabschnitt „Schoftim“, übersetzt „Richter“. Richter im Plural. Ganz viele Richter sogar, weil die Menschheit doch so riesig geworden ist. – Menschheit? Wieso Menschheit? Geht es denn nicht um das Volk Israel, dem in der „Tora“ all diese „Lehren“ von Gesetzen und Richtern gegeben wurden? Doch Gefahr laufend, dass wir uns wiederholen: Als Demonstrationsvolk für alle Völker, hat Gott Israel erwählt und geliebt! Wir, die Menschen, haben uns vermehrt. Gott ist einer geblieben, und: Eure Richter sollen nach Meinem Einen Recht richten. Über das was Ich einmal als Recht Gesetz(t), und das was Ich einmal als Unrecht für immer verworfen habe, will uns (allen) der Ewige und Einzige – stark vereinfach – in der vorliegenden Parascha zurufen. Punkt.

Es ist der menschlichen Seele unmöglich, an mehrere Götter zu glauben, geschweige denn an unterschiedliche, sich widersprechende Rechte. Gar gleichzeitig an ein Neues und ein Altes Recht. Denn jeder Menschen Seele ist einzigartig, singulär. Und sie ruft zu Einem Gott. Sie, die Seele, würde ansonsten grundsätzlich verzweifeln, auseinander gerissen, buchstäblich: entzweit irre werden, eben Seelenkrank. Und treffender wäre der Zustand der Welt heute, unter christlicher Weltherrschaft mit drei Göttern, wohl auch tatsächlich nicht zu beschreiben. Zumal das Neue Testament in seinem zweiten, dem sog. Paulinischen Teil (nach Apostel Paulus) im völligen Gegensatz zum ersten Teil – den Evangelien über die Lehren des Rabbiners von Nazareth – den Abfall von den Gesetzen Gottes zugunsten des vermeintlichen Herrn des Neuen Bundes und dessen heiligen Geistes predigt. Wörtlich soll der Rabbi von Nazareth nämlich EIN-deutig gesagt haben (Lk 16,17):
„Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Buchstäbchen vom Gesetz fällt.“
Paulus hingegen negiert nicht nur das auf „steinerne Tafeln“ geschriebe Gesetz Gottes (2.Kor.3,6):
„Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig“,
sondern hetzt gegen die Juden ultimativ, sich zum neuen Herrn und dem Geist zu bekehren (15):
„denn wenn sie Moses lesen, hängt eine Decke vor ihrem Herzen.“

In Folge des so propagierten seelischen Entzweiungsdramas folgt jeder Christ in Wahrheit dem Apostel Paulus, um jedoch umso vollmundiger zu betonen, dem Jesukind nachzufolgen. Ein diese größten nur vorstellbaren Gegensätze „im Glauben“ überwunden zu haben bekennender Mensch, wird niemals mehr zugänglich für Fakten, geschweige denn die von Gott allen Menschen gegebenen Gesetze sein. Ein Schöpfer und Richter im Himmel, unter dessen Einem Gesetz von in Ihm geeinten Richtern nach Einem Maß den Menschen Gerechtigkeit wiederfahre, unmöglich. Im Gegenteil. Man gerät immer tiefer in den Strudel, muss immer mehr eigene, absurdere Gesetze und „Glaubensthesen“ verabschieden. Denn, wie es gleich eingangs in unserem Tora-Wochenabschnitt gesagt war, solltest du „den [einen] Rechtsgang nicht beugen“ … „dem Wahr[haftigkeits]spruch jage nach, damit du lebest, du das Land ererbest, das Er, dein Gott, dir [letztendlich] gibt“, wenn du „nicht pflanzest dir ein Aschera, irgendein Holz, neben deines Gottes Altar, den du dir machen wirst, aufrichte dir nicht ein Bild-Standmal, das Er, dein Gott, hasst“. (16,22)

So hat sich die naiv (in Regime Changes und Kriegen) putzig naiv durch die Welt tollende westliche Glaubensgemeinschaft ein Bild-Standmal aus Holz – gemalt oder als plastische Darstellung – ihres gekreuzigten Christus direkt neben dem Altar ihrer Götter errichtet und würde dafür des Einen Hass erfahren * … denn die Abrechnung macht am Ende der Wirt, der ihnen eigentlich eine Herberge für die Zeit nicht nur in der Fremde sondern auch in der kommenden Welt hatte geben wollen. Da man die kommende Welt jedoch nicht sehen kann, können die nach griechisch-römischer Weltordnung richtenden Regierungen ihren Völkern auch erfolgreich weismachen, dass der Gott der Gesetze gestorben sei. Nachdem ein bis heute von Rom aus regierender Pontifex Maximus im Jahre 66 dem Ewigen sogar die Herberge auf Erden, den Tempel in Jerusalem, genommen hatte ist dies eine von den Siegermächten über Gottes Gesetz, Land und Volk nachvollziehbar kommunizierbare These. Sicherheitshalber ließ man jedoch noch besagtes Neues Testament verfassen, demzufolge Gottes ursprünglichen Gesetze veraltet und sogar nichtig seien, stattdessen aber ein neuer Gott mit neuen Gesetzen ewiges Leben bringen würde. Die Völker „glauben“ es! Konnte es denn auch einen größeren Widerspruch als Glauben vs. Gesetz und Bilder vs. Bilderverbot geben, den nur die Priester der Heiligen Kirche und ihre Pfarrer auflösen konnten, wenn „Seelchen“ in Brass kam? – Von den Priestern Gottes hingegen lesen wir im Kapitel 18: „Denn ihn hat Er, dein Gott, aus all deinen Zweigen erwählt, zu stehen, mit Seinem [einen] Namen zu amten, er und seine Söhne, alle Tage.“

Auch dieses Amt hat der Gründungsvater der Kirche, Paulus, zugunsten seines „Glaubens“ ad absurdum geführt:
„Denn wenn das Amt, das zur Verdammnis führt [jüdisches Priesteramt], Herrlichkeit hatte, wieviel mehr hat das Amt, das zur Gerechtigkeit führt, überschwengliche Herrlichkeit.“ (2.Kor.3,9)
Doch auch diese Negation Gottes war dem personifizierten deutschen Arier, Martin Luther, und kurze Zeit später sogar der Alten Kirche noch als eine zu große Gefahr mit mutmaßlich alle Christenheit zerstörender Sprengkraft erschienen. Deshalb schuf Ersterer – als Ersatztheologie das Gesetz Gottes (GG) austauschend – kurzerhand seinen Großen und Kleinen Katechismus. Die Pontifices ahmten dem im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation waltenden Reformator nach, und „schufen“ einen Römisch-Katholischen Katechismus als Handbuch der Unterweisung in den Grundfragen des christlichen „Glaubens“. In diesen Menschen-Werken wurde das zweite der vom Ewigen einst „auf Stein“ geschriebenen „Zehn Gebote“ – das Bilderverbot – schlicht eliminiert! → Vergleichen Sie…

Jedoch so allvernichtend, wie das zuvor mutmaßlich vom jüdischen Joseph Ben Mathitjahu ha Kohen für den Pontifex Imperator Titus Flavius Vespasianus (SPIEGEL GESCHICHTE 6/2011 vom 29.11.2011: „Das war die Wende in Josephs Leben: Seine Weissagung ging in Erfüllung, und damit war der Aufstandsführer zum Günstling des flavischen Kaiserhauses avanciert) geschriebene Neue Testament, war nicht einmal der Islam in seinem Koran gegen Gott vorgegangen.

    *) Und so – mit unserem Wochenabschnitt „Richter“ – erklären sich auch die heutigen „Probleme“ des christlichen Westens mit seinen selbstgemachten Neuen Weltordnungen. (Letzte Woche nahmen wir im Kommentar zum Wochenabschnitt „Re’eh“ bereits Bezug darauf → § Siehe deutscher Palästinenserterror begünstigt in StGB und GG.) Ihren – zwar längst verlorenen – Kampf gegen den Islam, machen ihre christlichen Regierungen aus abgehalfterten Lutherpfarrern (Gauck), Lutherpfarrerstöchtern (Merkel) und Kirchentagspräsidenten (Steinmeier), zur Beruhigung ihrer Völker, am Islamischen Staat fest. Derweil sie Panzer und Waffen an eben den Staat Saudi Arabien liefern, der den IS maßgeblich finanziert. Seelenleiden? Das so ein Irrsinn funktioniert, ist natürlich ebenfalls „reine Glaubenssache“.

Doch, um im Bild der von Gott verhassten syrisch-kanaanitischen Meeresgöttin „Aschera“ und der kirchlich geheiligten Kruzifixe gegenüber dem Islam zu bleiben, schrieb die FAZ am 7.1.2015 doch schon unter der Headline: „Gibt es ein Bilderverbot im Islam?“:
…Bis heute ist umstritten, ob es im Islam ein ausdrückliches Bilderverbot gibt oder nicht. Islamische Fundamentalisten behaupten das … Eine Sentenz Mohammeds lautet: „Ich habe den Gesandten Gottes sagen hören: Die Engel betreten kein Haus oder Zimmer, in denen sich ein Hund oder eine bildliche Darstellung befindet.“ Hintergrund für diese Aversion des Propheten war wohl die Anschauung, der Mensch versuche durch die Darstellung lebender Wesen, „Gott nachzuahmen“, was zumindest auf den christlichen NATO-Westen auch zutreffen könnte, oder?

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

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Ebenfalls in der Edition Kiebitz erschienen:
„VERKNÜPFUNGSPUNKTE – Warum gerade dieser Psalm?“ [Autor: Prof. Y. Ahren, € 9,80]

Paraschat Schoftim-Stichpunkte lt. Hawdala-Kalender v. Jehonatan Kiebitz:
< Richterrecht: Schwere Sachen ins Heiligtum. Königsrecht: Tora schreiben, lesen, regieren. Leviten-, Priester- und Prophetenrecht: Erziehung zu Dienern des Ewigen. Vernichtung Götzendienst; Freistätte. Zeugenrecht. Kriegsrecht. || Gottes Recht an Seinem Volk Israel: Gerichtszeit zu Ende – jetzt Israels Quälern. Gott ist König – nach Zion zurückgekehrt, Sein Volk getröstet, Jerusalem erlöst, Israel zieht heim > Psalm 17

Elul ist der Monat, in dem der Jude „und der Fremdling, der bei euch weilt, oder der unter euch lebt … eine Weisung und ein Recht sei für euch und den Fremdling, der unter euch weilt“ (aus 4.Mo.15,14-16) sein Herz auf Jom Kippur vorbereitet, zunächst aber ausrichtet auf den Großen Gerichtstag, auf Neujahr im Herzen, Rosch Haschana, und auf die Hoffnung auf Vergebung (selichot), den „Monat des Erbarmens“ (chodesch harachamim). Toratreue Juden gehen früh morgens in die Synagoge, um beim Blasen des Schofarhorns, ein Weckruf zur Umkehr, zu beten. Die jüdischen Weisen ermahnen uns, niemanden zu richten. Denn Gott wird uns mit demselben Maß richten. Das Vielen wichtigste und nachfolgend zitierte Gebet zu den Schacharit-Gottesdiensten in der Zeit der 50 Tage zwischen dem 1. Elul und Hoschana Raba ist der Psalm 27. Dieses Psalm beschreibt den Geist des Bösen (…der, siehe Heiliger Geist der Kirche, lt. Schiller, „fortzeugend immer Böses muss gebären“) im Gegensatz zum Geist des Gott und Sein Wort beobachtenden Geistes, der sich nichts sehnlicher erwünschet als zu wandeln im heiligen Tempel (dem Geist Gottes, der Tora) alle Tage seines Lebens:

    1 Von David. Der Ewige ist mein Licht und meine Freiheit, vor wem mich fürchten? Der Ewige ist meines Lebens Schutz, vor wem mir grauen?
    2 Wenn sich Bösgesinnte mir nahen, mein Fleisch zu fressen, meine Bedränger und meine Feinde, so straucheln die und fallen.
    3 Wenn sich ein Heer gegen mich lagert, so fürchtet sich mein Herz nicht; wenn sich auch Krieg gegen mich erhebt, trotzdem bin ich gesichert.
    4 Eins habe ich vom Ewigen erwünscht, das ist’s was ich suche: zu wohnen im Haus des Ewigen alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Freundlichkeit des Ewigen und jeden Morgen nachzusinnen in Seiner Halle
    [des Tempel]…

Schabbat SCHOFTIM Schalom.
Und jetzt schon: Einen guten Eintrag (ins Buch des Lebens)


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