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Neoliberalismus gegen Gott – SCHLACH LECHA

Schabbat Schelach-Lecha („entsende…“) Lesungen:
4. Moses 13,1 – 15,41 || Josua 2
Kommentar von Eric Martienssen:

Demokratie, „Volksherrschaft“ [durch Abstimmung], ist nicht nur allein schon vom Wort her das größte definierbare Gegenteil zur „Gottesherrschaft“. Sie spiegelt auch die Überzeugung des Gutseins in der durch Mehrheitsbeschluss erreichten Erhebung des Menschen über seinen himmlischen Schöpfer. Vergleichsweise das Gleiche wie die christliche Erhebung der Homosexualität des westlichen „Neoliberalismus“ gegen das zumindest diesbezüglich Gott die Treue haltende Russland Putins, womit die westliche Welt unter lutherischer Gesandtschaft Merkel-Deutschlands und den USA Obamas gleich zwei Klappen auf einmal schlägt. Nämlich sowohl die Vernichtung der Gottesgesetze zugunsten eigener Menschengesetze als auch (im missbrauchten Namen Gottes) die Erwirkung einer gottlosen Fahnentreue innerhalb der westlichen Bevölkerung auf ihrem skrupellosen Weg zur ethisch-moralischen wie auch wirtschaftlichen Weltherrschaft. Der geopolitische Publizist Dr. Haucke Ritz, von dem wir unseren Lesern auch vor knapp einem Jahr schon einmal ein → Interview über religiöse Energien christlich kreierter Feindbilder PDF zuteil werden ließen, schrieb neulich im RT DEUTSCH Spezial: „Die Logik des neuen Kalten Krieges – Teil 4“ zur Wirkungsweise des Neoliberalismus des Westens:
„Wäre der Neoliberalismus in der Tat nur eine Wirtschaftstheorie, so könnte man sich seine Hegemonie sowohl in einer unipolaren als auch multipolaren Welt vorstellen. Doch der Neoliberalismus war nie nur eine Wirtschaftstheorie. Er war immer verbunden mit einer imperialen Außenpolitik, die die Marktöffnung anderer Länder oft mit verdeckten Mitteln und in letzter Zeit immer häufiger auch militärisch erzwang. Und er ist darüber hinaus verbunden mit einer bestimmten Form von Kulturpolitik, auf die im Folgenden noch genauer einzugehen ist. Und schließlich kann dem Neoliberalismus sogar noch eine bestimmte Interpretation des Völkerrechts [vgl. FAZ → Kühle Ironie der Geschichte] zugeordnet werden. Weil er den Bereich der Wirtschaft überschreitet und ein umfassendes ideologisches System darstellt, kann der Neoliberalismus in der Tat nur in einer unipolaren Weltordnung Bestand haben. Sobald sich eine bi- oder sogar multipolare Weltordnung herausbildet, wird der Neoliberalismus als Ideologie an sein Ende gelangen. . .“
Hier geht’s zum → Artikel mit eingebundenen Videos inkl. aller Parts.

Unser Wochenabschnitt geht sozusagen auf den jüdischen Anfang des aktuellen Neoliberalismus ein, indem man die „Betrachtung“, das „Sehen“, fälschlich als das Schöne glorifizierte, dem das „Hören“, der gesetzliche „Gehorsam“, als etwas Verachtenswürdiges entgegenstand. Treue versus Untreue, wobei allerdings des Ewigen biblisch attestierten Ratschlusses nach ausschließlich die „Treuen“ in Gottes Land (Ewigkeit) gelangen sollen.

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .
Stichpunkte der Parascha Sch’lach Lecha nach dem jüdischenHawdala-Kalender:
< Kadesch Barnea: 10 untreue und 2 treue Kundschafter - untreue Generationen kommen nicht ins Land || Jericho: 2 treue Kundschafter und Rahab. > Psalm 64

Die Episteln des Neuen Testaments hingegen waren der Beginn Roms/der westlichen Welt, die Gesetze Gottes – ganz demokratisch und im christlichen Glauben sogar einstimmig – auszuhebeln, dass man nach eigenem Gusto leben und Leben zerstören können würde, der heutige Neoliberalismus der westlichen „Demokratien“. Diejenigen, die diesen Menschenunwürdigen Unfug nicht mitmachen wollten, wurden mit demokratisch gewählter Regierungsmacht verfolgt, ermordet und zuletzt sogar, der Holocaust war schließlich eine christlich-deutsche Herrschaftsveranstaltung, vergast!. . .

    Auch Hitler wurde von der deutschen „Herrenrasse“ – der Begriff vom „des HERRN sein“ ist ein durch die römische Kirche in den Episteln überhaupt erst erfundener Begriff, welcher in der hebräischen Bibel (verunglimpfend: Altes Testament) kein einziges Mal auftaucht – demokratisch gewählt (vgl. Artikel → Kristallnacht/Holocaust: Man feierte in Luthers Geburtstag). Die Vergasung indes war u.a. eine Idee des letzten deutschen Kaisers, Kaiser Wilhelm II., s. → Christliche Glaubens- und Götzenbilder in Israel, wobei auch der heutige Bundespräsident Joachim Gauck die deutschen Katholiken zum → Gottesvolk erhebt…

. . .Einzig, weil sie, die Juden, Zeugen – und vor allem Kinder! – des einen und Einzigen Gottes waren! Denn Judentum war von jeher kein Glaube, hatte also zu keinem Zeitpunkt der Weltgeschichte irgendetwas mit solchen gegen Gottes Herrschaft gerichteten demokratischen Mehrheitsbeschlüssen, wie sie in der Neuen Weltordnung der römisch-griechisch angezüchteten Christenheit Vorrang haben, zutun. Gott war, ist und bleibt für Juden der Vater! Komme da, was da will. Zur Verdeutlichung der Vater ↔ Kindbeziehung: Fragen Sie einmal ein x-beliebiges Kind, ob es an seinen Vater glaubt. Vermutlich wird es Ihnen sagen: „bei dir piept’s wohl, Tante. Der da drüben IST mein Vater!“ Verstehen Sie, was hier gemeint ist? – Exklusiv in der jüdischen wie auch russischen Seele/Identität geht es, im Gegensatz zum gesamten Rest der Welt, niemals um die (vermeintliche/erfundene) Befreiung/Freiheit eines einzelnen Menschen oder Volkes, sondern um Heilung für die gesamte Welt- und Menschheitsgeschichte! So erklärt sich die zerstörerische Aversion des neoliberalen Westens gegenüber allem Jüdischen und Russischen, also gegenüber dem einstigen „jüdischen Bolschewismus“.

Jetzt müsste man meinen, dass es im Judentum keine Mehrheitsbeschlüsse gegen Gott geben könnte. Weit gefehlt. Zwar ist wahr, dass der Vater als iinziger Gott in der Regel nicht infrage gestellt wird

    das ist der Kern jedes Juden und jeder Jüdin, egal wie säkularisiert er/sie sein mag ––

jedoch den Wunsch eines Einzelnen nach Macht, Ruhm, Ehre, Anerkennung und Herrschaft, für die derjenige, manchmal auch aus Angst vor Niederlage oder Verlust heraus, eine Mehrheit in seiner Sippe, seinem Stamm oder – wie im Beispiel unserer Parascha – unter der Gesandtengemeinschaft einen demokratischen Mehrheitsbeschluss herstellt, den gibt es schon auch im Judentum. Im Beispiel unserer heutigen Parascha war es das Stimmenverhältnis 2:10, dass den Juden – zur Strafe und zum ewigen Gedenken – eine vierzigjährige Wüstenwanderung einbrachte, obwohl sie nach dem zweiten Empfang der Tora nach zwei Jahren in der Wüste schon in das Land hätten einziehen können, welches der Ewige, gesegnet sei Er, ihren Vätern versprochen hatte; ein Land darin Milch und Honig fließen würden. . .

Auszug aus einem Hör-Vortrag → Tora vom Himmel:

former Chief Rabbi Jonathan Sacks Foto: coopermiall

Im Judentum sagt nicht das, was man sieht, die Wahrheit, sondern das, was man hört – und das ist alles. Wenn man sich auf das Sehen verlässt, geht man in die Irre.
Was sollen wir anschauen, um es richtig zu erfassen? Die „Zizit“. „ure’item oto usechartem“ – „ihr sollt sie sehen und gedenken“.
Und wie fängt der Wochenabschnitt an, in dem die Zizit eine Rolle spielen? „Schelach lecha“ [„Sende aus“! 4. Mose 13,1 – 15, 41] – es ist der Abschnitt über die Kundschafter.
Da werden dieselben Worte gebraucht: „ure’item et ha’arez“ – „und ihr sollt ansehen das Land….“ Das ist das Leitwort. „Und ihr sollt sehen“ – das Wort kommt nur drei Mal in der Tora vor, zwei Mal in diesem Abschnitt.
Die Kundschafter sahen – und zogen daraus bestimmte Schlüsse. Es waren falsche Schlüsse. Was sahen sie? Wann immer Sie eine Verteidigung des Judentums brauchen, hier ist sie. Erinnern Sie sich, dass Mose unter den vielen Dingen, die er den Kundschaftern aufgetragen hat, sagte: „Seht, was es für Städte sind, in denen sie wohnen, ob sie in Zeltdörfern oder in festen Städten wohnen!“ Und sie kamen zurück und sagten, die Städte seien befestigt und sehr groß. Im 5. Buch Mose , Kapitel 1, fügen sie noch hinzu, sie seien bis an den Himmel ummauert. Also: Was machen die Kundschafter? Sie folgerten, wenn die Städte stark sind, dann ist auch die Bevölkerung stark. Das war ihre Schlussfolgerung…

Auch steht das jüdische Bekenntnis: Die Tora ist vom Himmel
dem Talmud Bawa Mezia 59b entgegen: Die Tora ist nicht vom Himmel,
wo, sinngemäß zitiert, zwei der größten Toragelehrten aller Zeiten über die Bewertung ein und derselben Sache – es ging darum, ob ein Schlangenofen koscher oder unkoscher war – zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen. Alle Begründungen von Rabbi Elieser ben Hyrkanos, warum der Ofen koscher wäre und alle Argumente gegen diesen untauglich, wurden von der Mehrheit der Rabbiner auf der Seite von Rabbi Jehuda (Jehoschua) im Namen Schemu’els abgelehnt. Daraufhin strebte Rabbi Elieser einen Beweis vom Himmel an, indem er einen Johannisbrotbaum sich um hundert Ellen versetzen ließ. Doch die Mehrheit der Rabbiner erkannte das himmlische Wunder nicht als Beweis für Rabbi Eliesers Überzeugung an. „Hierauf sprach er zu ihnen: Wenn die geltende Norm meiner Meinung entspricht, so mag dies dieser Wasserlauf beweisen. Da zog sich der Wasserlauf zurück. Sie aber erwiderten: Man bringt keinen Beweis von einem Wasserlauf. Wiederum sprach er zu ihnen: Wenn die geltende Norm meiner Meinung entspricht, so werden es die Wände des Lehrhauses beweisen. Also neigten sich die Wände des Lehrhauses und drohten einzustürzen […] Wiederum sprach er zu ihnen: Wenn die geltende Norm meiner Meinung entspricht, so werden sie dies aus dem Himmel beweisen. Da erscholl eine himmlische Stimme und sprach: Was habt ihr gegen Rabbi Elieser; die geltende Norm ist stets wie er sagt. Da stand Rabbi Jehoschua auf und sprach: Nicht im Himmel ist sie. – Was bedeutet: Nicht im Himmel ist sie? Rabbi Jirmija erwiderte: Die Tora ist bereits vom Berge Sinai herab gegeben worden (und befindet sich nicht mehr im Himmel). Wir achten nicht auf die himmlische Stimme, denn bereits am Berge Sinai hast du in die Tora geschrieben: Nach der Mehrheit muss man sich richten.“ (Klick → Originalzitat)

Doch heißt es bis heute: „Wenn alle Weisen Israels auf einer Waagschale wären und Elieser, Sohn des Hyrkanos, auf der andern, würde dieser sie alle aufwiegen“. Denn die vom Berge Sinai herab gegebene Tora, das Gesetz Gottes (GG 5. Moses 30,11 ff.), sagt:
Höre auf SEINE, deines Gottes Stimme, zu wahren Seine Gebote und Seine Satzungen, was in diesem Buch der Weisung geschrieben ist, denn du kehrst um zu IHM deinem Gott mit all deinem Herzen, mit all deiner Seele. Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht entrückt ist nicht zu hoch für dich, dass du es nicht erreichtest. Nicht im Himmel ist es, dass du sprächest: Wer steigt für uns zum Himmel und holt es uns und gibt es uns zu hören, dass wir es tun? Nicht über dem Meer ist es, dass du sprächest: Wer fährt uns übers Meer hinüber und holt es uns und gibt es uns zu hören, dass wir es tun? Nein, sehr nah ist dir das Wort, in deinem Mund und in deinem Herzen, → dass du es tust!

Schließlich wird unser Wochenabschnitt mit den „Worten“ des täglichen „Schma Israel“-Gebetes beendet. Eine Ermahnung, nicht den eigenen Augen/Gelüsten „nachzuhuren“ (oft übersetzt mit: Gott nicht untreu zu werden – s.o. lutherisch-westlicher Neoliberalismus), sondern Gottes Geboten gehorsam zu folgen (4.M.15,37-41):
ER sprach zu Mosche, sprach: Rede zu den Söhnen Israels, sprich zu ihnen, sie sollen sich ein Geblätter machen an die Zipfel [Zizit] ihrer Kleider, für ihre Geschlechter, sie sollen an das Zipfelgeblätter einen hyazinthnen Faden geben, es sei euch zu einem Blattmal: ihr seht es an – ihr gedenkt all SEINER Gebote, ihr tut sie und schwärmt nicht hinter eurem Herzen und hinter euren Augen, hinter denen ihr herhurt. Damit ihr gedenket, tuet all Meine Gebote, heilig werdet eurem Gott. ICH bin euer Gott, der ICH euch aus dem Land Ägypten führte, euch Gott zu sein, ICH euer Gott.

Schabbat Schalom



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