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Am achten Tag: Feuer vom Ewigen

3. Moses 9,1 – 11,47; (Para-Lesung) 4. Moses 19 || Hesekiel 36,16-38
Kommentar von Eric Martienssen

Dafür sei man Feuer und Flamme, sagt man unter den Völkern, wenn man sich für etwas begeistert. Dazu fällt mir immer eine Situation ein, als unser Chasan mir beim Kiddusch hinter dem Rücken eines zwischen uns sitzenden Mannes, der für das Judentum schwärmte, zurief: „Sag’ ihm, er spielt mit dem Feuer!“ Ganz offensichtlich wollte er es ihm nicht selber sagen, was dazu zu sagen war. Denn wenn man, wie ich aus den Völkern kommend, nicht mit dem Wort, das uns der Ewige gab – er hat uns wahrhaftig Sein Wort gegeben (ohne auferstanden zu sein :-) – aufgewachsen ist, kann man ganz schnell mal in seinem übergroßen Glücksempfinden glauben, jetzt müsste man Ihm was besonders Gutes tun. Etwas, woran der Ewige selber vielleicht noch gar nicht gedacht hat … ach, Er wird sicher Purzelbäume vor Begeisterung über ein ganz fremdes Feuer schlagen.

Wir vergessen alzu leicht, dass Er das alles hier gemacht hat. Das höchste Glücksgefühl, das man Ihm bescheren kann ist, wenn wir Sein Wort (beob-)“achten“! Vielleicht einer der Gründe, warum Prof. Dr. Daniel Krochmalnik von der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg gerade zur Sonderlesung über die rote Kuh (Para Aduma) betont, dass „wir gehorchen müssen, auch wenn wir nicht verstehen. Soviel Hörigkeit wollten sich [auch] die jüdischen Philosophen nicht gefallen lassen“ …mehr klick Artikel. Das „Beobachten“ und das entsprechende „Tun“ sind zwei absolute Prioritäten der Tora. Das war es, was ich meinem Gegenüber, zweifellos jedoch mit eben dieser jiddisch-parallelen Spitzfindigkeit pointiert, mitteilen sollte. Tatsache ist, dass der kommende Schabbat „Schmini“ am achten (Tag) heißt und er jedem Juden – stellvertretend für alle Nationen,

die diese Botschaft jedoch erst später verstehen werden, sagen unsere Propheten, aber immerhin, sie werden!

tatsächlich mit äußerster Dringlichkeit zurufen will: Achtung, Feuer!

Heute bereits dürfen wir uns darauf einstellen, dass wir s.G.w. auch nach dem kommenden Pessach, geistlich wieder in Richtung des Berges ziehen, von dem wir alle 613 Gebote herunter gegeben bekommen sollen. Und ausgerechnet die Söhne des ersten Kohen haGadol der Menschheitsgeschichte, die Söhne Aarons (auch: Aharon), des Bruder Moses, die sind es, die total begeistert sind von ihrem Amt am (mobilen) Tempel, der Stiftshütte. Und über ihre Begeisterung hinaus lieben sie Gott so sehr, dass sie Ihm ein Opfer bringen wollen, das noch viel schöner ist, noch viel demütiger und noch viel inbrünstiger als alle anderen Opfer, die Gott befohlen und genau beschrieben hat, wie sie Ihm darzubringen seien. Hören wir mal rein in das Drama:
„Und am achten Tage rief Moses Aaron und seine Söhne und die Ältesten in Israel und sprach zu Aaron: Nimm dir einen jungen Stier zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, beide ohne Fehler, und bringe sie vor den Ewigen. Und rede mit den Israeliten und sprich: Nehmt einen Ziegenbock zum Sündopfer und ein Kalb und ein Schaf, beide ein Jahr alt und ohne Fehler, zum Brandopfer und einen Stier und einen Widder zum Heilsopfer, dass wir sie vor dem Ewigen opfern, und ein Speisopfer, mit Öl vermengt. Denn heute wird euch der Ewige erscheinen.“
So geht das in einer Tour, Opfer um Opfer, eine Ausführungsbestimmung nach der anderen, weiter, das ganze Kapitel 9 hindurch. Doch – immerhin – dann erschien der Ewige auch. Vers 22:
„Und Moses und Aaron gingen hinein in das Zelt der Begegnung. Und als sie herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des Ewigen dem ganzen Volk. Und Feuer ging vom Ewigen aus und verzehrte auf dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke.“
Im völligen Gegensatz zum Anfang von Kapitel 10, wo …
„Nadab und Abihu sich jeder sein Feuerbecken nahm und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer vor dem Ewigen dar, das Er ihnen nicht geboten hatte. Da ging Feuer vom Ewigen aus und verzehrte sie. Und sie starben vor dem Ewigen.“

4.M.15,14 „Und wenn ein Fremder bei euch wohnt oder wer in eurer Mitte ist bei euren künftigen Generationen, und er opfert dem Ewigen ein Feueropfer von wohlgefälligem Geruch, dann soll er es ebenso tun, wie ihr es tut. In der Versammlung soll ein und dieselbe Ordnung gelten für euch und für den Fremden, der bei euch wohnt, eine ewige Ordnung für eure Generationen; wie ihr, so soll der Fremde sein vor dem Ewigen. Ein und dasselbe Gesetz und ein und dasselbe Recht soll für euch gelten und für den Fremden, der bei euch wohnt“.
Dadurch, dass der Pontifex den Tempel in Jerusalem plünderte und zerstörte, um sich von der Beute das Kolosseum zu finanzieren – durch welches auch Papst Franziskus zur Schaustellung seiner alles zerstörenden Weltmacht noch am Karfreitag letzter Woche pilgerte

…vgl. Foto Tafel 1 Ausstellung ▼ “Im Licht der Menora” (aus 2015 im Jüdischen Museum Ffm):
Kolosseum finanziert mit Gottes Tempelschatz

gibt es keinen Tempel mehr, darin das Judentum mit allen geforderten Opfern „zum Wohlgeruch des Ewigen“ zelebriert werden könnte. Deshalb wird seit dem Rabbinischen Judentum, heute im Orthodoxen Judentum um so inniger und herzlicher, einfach vom Ganzen Sein (Identitätsfrage!) und allen Gefühlen her geistlich geopfert durch Opfer (Korbanot) im Gebet, BeAchtung der Gebote und das Torastudium.

Liberale gehen, zugegeben, seit der Reformbewegung im ausgehenden 18. Jahrhundert andere Wege als die der Tora, mit entsprechend assimilierenden Ergebnissen, die wiederum zur Aufgabe der wichtigsten Fähigkeit führten, die die Tora überhaupt schärfen wollte. Und diese Fähigkeits-Bildung steht nicht nur quasi im Zentrum unseres Wochenabschnitts, sondern wenn man so will sogar in der Mitte der gesamten Tora, auf dem Gipfel des Berges aller Erkenntnisse und aller Entscheidungen

    (auf der einen Seite die Wüste, woher alle kamen, auf der anderen Seite das Verheißene Land, wohin alle wollten – aber wer wollte wirklich?)

auf dem der Ewige, dein Gott, euch eine ewige Ordnung für eure Generationen lehrte, (10,10) „damit ihr unterscheidet zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen und zwischen dem Reinen und dem Unreinen und damit ihr die Söhne Israel all die Ordnungen, die der Ewige durch Moses zu euch geredet hat, lehrt!“

. . .gerade heute, also mehr als vor 80 Jahren noch (weil heute alles offen und für jedermann ersichtlich) ist von Juden in Deutschland eine klare Unterscheidung (Hawdala) zwischen Wahrheit und Lüge in Verantwortung für die ganze Welt zu treffen! Und auch in exakt diesem biblischen Ausmaß, mit absoluter Dringlichkeit und „frei“ von jedweder political correctness! Jetzt, da das zur Wiedervereinigung Deutschlands von der NATO gegebene Wort gegenüber Russen:

NATO-Generalsekretär Wörner 1990: „schon der Fakt, dass wir bereit sind, die NATO-Streitkräfte nicht hinter den Grenzen der BRD zu stationieren, gibt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien“,

mit gottlosen Lügen Merkels und Obamas hintertrieben wurde und Putin und dem stets immer wieder von Deutschland – niemals in der Weltgeschichte umgekehrt – angegriffenen Russland die Ukraine-Verbrechen angedichtet werden, die Luther-Deutschland als skrupelloser Scherge von Luther-USA selber verbrochen hat, merke:
Begeisterung macht Sündern gleich. Wort halten macht Gott ähnlich.

Schabbat Schalom


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