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Jüdisches oder Christliches Verständnis

...von Jehonatan Kiebitz...

…von Jehonatan Kiebitz…

! Zeichen Gottes !
BS“D

Schalom, lieber Eric Martienssen!

Im ganzen Gerangel der religiösen, philosophischen, historischen, weltanschaulichen etc. Welt- Politik hat sich im Hintergrund ein System etabliert, das außer Gefahren auch erstaunliche Türen zum Verständnis der Dinge für die Menschheit geöffnet hat: www (world wide web). Für viele Artikel aus Deiner Feder, wenn man das beim heutigen Keyboard noch so sagen darf, habe ich Dir schon das Prädikat wwe verliehen: weltweit einmalig! So gibt es kaum einen Beitrag von Dir zum Zeitgeschehen, bei dem nicht mindestens für einen alles überragenden Satz dieses „Einmalig“ zutrifft!

In Deinem Kommentar zu Ki Tissa ist der Satz »Die Kirche hat sich durch die Streichung „Ägyptens“ aus dem Ersten Gebot um die Wiedervereinigung (mit Gott) gebracht« dafür ein treffendes Beispiel. Das betrifft auch Deinen Eingriff ins aktuelle Zeitgeschehen über den reinen Zusammenhang innerhalb der Tora hinaus, das durch den „Taumelbecher“, von dem die Prophetie spricht, bereits im permanenten Torkeln der Trunkenheit

charakterisiert ist. Zum Charakterbild der Trunkenheit gehört entsetzliche Schamlosigkeit. Dass dabei die Kirche dem Beispiel von Sodom und Gomorra folgt, in dem Sittlichkeitsverbrechen wie Perversität zur Staatsnorm gemacht werden, kann eigentlich nicht mehr verwundern.

Die deutsche Wiedervereinigung in der Stunde der Nazi-Christ-All-Nacht, angelegt zur Geburtstagsfeier des Mörders und Judenfeindes Martin Luther, ist ein demonstratives Zeichen dafür, dass die Frage der Wiedervereinigung der Menschheit mit ihrem Schöpfer und Erlöser, der kein Anderer sein kann als der Schöpfer und Erlöser Israels, im Christentum völlig vernebelt wird, wo nichts so streng verboten ist wie die Erkenntnis, dass ab dem Sündenfall die Schlange die Rolle des Erlösers spielt und damit einen Platz im Ersten Gebot Gottes beansprucht.

Es gibt viele Dinge, die ein Zeichen oder so bezeichnend sein können, dass sie für Menschen zur Orientierung dienen. Diese lassen sich keinesfalls vergleichen mit den Zeichen Gottes, die ER für die ganze Menschheit, oder speziell für Sein Volk Israel, auch für einzelne Menschen oder sogar auch für sich selbst eingesetzt hat. Da ist das erste Zeichen Gottes zur Vollendung des Schöpfungswerkes der Schabbat mit dem Segen und der Heiligung. Der Regenbogen, ist ein Bundeszeichen, bei dessen Anblick ein Jude seinen Gott segnet mit den Worten:

„Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der du des Bundes gedenkst, treu deinen Bund hältst und dein Wort erfüllst!“

Das ist der Bund, den der Ewige nach der Sintflut mit Noah geschlossen hat, 1.Moses 9, 15, und Gott benutzt ihn für sich selber als Gedenkzeichen, dass Er die Wasser nie wieder zu solch einer Flut werden lassen will. Spätere Zeichen können auch wiederum ein Bundeszeichen sein.

Nach dem Turmbau zu Babel, als sich die Menschen selbst einen Namen machen wollten und sich damit in Widerspruch setzten zum Heiligen Namen ihres Schöpfers und Erlösers, war es wiederum nur ein Mann, der sich mit seiner Frau vom Ewigen herausrufen ließ zu einem Neuanfang für die ganze Menschheit. Abram und Sarai waren beide Nachkommen des Schem (Name), des Sohnes von Noach. Dieser war der Priesterkönig Malki Zedek von Salem (Jerusalem), der Abram entgegen kam und ihn segnete, nachdem er auch sogar in einem Krieg Babylon besiegt hatte. Ist das bereits ein auffälliger Kontrast zwischen Babylon und Jerusalem? Der berühmteste König und zugleich Prophet in Jerusalem war später David, der Sohn des Ischai, aus dem Stamm Jehuda.

Dem Abram und seiner Frau Sarai, die nur dem Heiligen Namen des Ewigen die Ehre gaben, gab der Ewige mit Abraham und Sarah beiden einen neuen Namen, der für alle Ewigkeit unvergänglich ist. Von ihrem gemeinsamen Sohn Jizchak (der selbst ein Wunder Gottes ist), dessen Name von Gott bestimmt war, sollte das Volk Gottes abstammen. Von beiden Zwillings-Söhnen des Jizchak bekam Jakob den Segen, denn er hatte die geistliche Gesinnung (heb. Ruachniut) und verstand den Heiligen Namen Gottes. Er suchte seine Frau unter den Nachkommen des Schem, dem der Segen zugekommen war, und bekam selbst von Gott den Namen Israel als Stammvater des Volkes Gottes. Sein Bruder Esau, der die irdische Gesinnung verkörpert (heb. Gaschmiut) und später zum Symbol der Verfolgung Israels wurde in der religiösen Weltmacht Rom, konnte oder wollte nicht unterscheiden zwischen der geistlichen und der irdischen Gesinnung. Er heiratete Töchter des Kanaan, über den ein Fluch ergangen war.

Mit den drei Stammvätern des Volkes Israel, die nie getrachtet haben, sich selbst einen Namen zu machen, und deshalb einen unvergänglichen Namen von Gott bekommen hatten, weil sie Seinem Heiligen Namen treue Diener waren, schloss der Ewige Seinen Bund. Das Bundeszeichen bekam Abraham am eigenen Leib und erst danach bekam Sarah den ihr verheißenen Sohn. Dass dieses Bundeszeichen, die Beschneidung, entgegen dem modernen Feminismus nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen etwas angeht, ist ein deutliches Zeichen dass es nicht nur für einen Mann darauf ankommt, welche Frau er heiratet, sondern ebenfalls für die Frau, welchem Mann sie sich anschließt. Das sieht man auch daran, dass in den Ländern, in denen alle Männer als Nachkommen Abrahams beschnitten sind, z.B. in Arabien, der Unterleibskrebs der Frauen praktisch unbekannt ist. Dass im Islam gewisse Praktiken der Beschneidung auch bei Mädchen vorhanden sind, lässt zwar nicht auf Feminismus schließen, hat aber mit Gottes Geboten sicher nichts zu tun.

Moses hat der Erlöser Israels ein persönliches Zeichen gegeben (2. Moses 3,12), als Er ihn am Berge Gottes Choreb berufen hat, nämlich die Prophezeiung, dass das Volk Israel an diesem Berge mit Moses gemeinsam Gott dienen wird.

Dass nun das historisch bekannteste Bundeszeichen Gottes, der Schabbat, nicht nur die Frauen etwas angeht, sondern auch die Männer, liegt einfach daran, das er das Bundeszeichen zwischen dem Schöpfer und Erlöser mit dem ganzen Volk Gottes ist, für den Bund Gottes mit Israel am Sinai. Bevor sich der Schöpfer des Himmels und der Erde den Seinen am Berg Sinai als ihr Erlöser offenbarte, war der Schabbat das Zeichen des Schöpfungswerkes. Nach der Errettung Israels aus der Sklaverei Ägyptens und Erlösung von ihren Verfolgern im Schilfmeer bekam Israel den Schabbat bereits in der Wüste auf dem Weg zum Berg Choreb, und zwar mit der Gabe des Brotes vom Himmel, dem Manna. Das Bewusstsein des Schabbat ging ihnen bereits durch den Magen, als ihr Erlöser sich Ihnen offenbarte, und ist auf der ersten der beiden Bundestafeln zu lesen.

Damit ist der Schabbat nicht nur Zeichen des Schöpfungswerkes sondern zugleich des Erlösungswerkes und dabei dafür, dass der Schöpfer und Erlöser Einzig, also Ein- und Derselbe ist. Beim Sabbat ist es auffällig, dass die Menschen an diesem Zeichen beteiligt sind, uns zwar in der Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer und Erlöser. Bei dem Erlösungswerk war es den Erlösten ebenfalls anbefohlen, ein Zeichen zu setzen, und zwar mit dem Blut der Lämmer auf den Mesusot, den Türpfosten. Danach richtete sich ihr Erlöser in der Pessach-Nacht, nahm es quasi selbst als ein Zeichen.

Daran erinnert wiederum ein anderes Zeichen, das ebenfalls einem Gebot Gottes entspringt und gleichzeitig geschrieben werden muss und zugleich mit den Mesusot vorkommt. Das sind die Tefillin, die Gebetsriemen. Diese werden nur von den Männern angelegt, aber die Mesusa auch von den Frauen geküsst. Anstoß erregt das ganze heute leider beim Unverstand des Feminismus, der zunehmend die Rollen der Männer und Frauen pervertiert bis hin zu den Kotel-Frauen am Tempelberg. In der ARD-Webseite tagesschau.de hat man mit dem bisherigen Videoblock „Zwischen Mittelmeer und Jordan“ samt seinem klassischen Korrespondent Richard Schneider, eine Tradition abgesetzt. Zunächst hat man die geradezu schwachsinnig feministischen Frauen an der Kotel hofiert mit einem neuen Namen des Videoblog: „Naher Osten – ganz nah!“ Damit hat ARD wahrscheinlich zu viele Sympathien verloren und nun mit dem Namen „Israel / Palästina“ irgendwelchen Interessen nachgegeben, um die Unterscheidung abzuschaffen zwischen Israel und dem von Rom erfundenen schändlichen Namen zur permanenten Beleidigung Israels in seiner lateinischen Form. Hebräisch und Arabisch sind wie zwei Dialekte nahe verwandte Sprachen. Da heißen die Palästinenser Philistim, die Philister. Die wurden aber bereits vom König David vollständig ausgerottet, gibt es also schon seit Jahrtausenden nicht mehr. Was Rom heute UNO-weit Israel wünscht, sieht man an dieser römischen Erfindung!

Die Tefilin, die Gebetsriemen, nicht zu verwechseln mit den Tefillot, den Gebeten, sind kein Bestandteil der Schmone Esre (des Achtzehn-Gebetes, auch Amida) sondern des Schma-Israel-Gebetes, vereint mit den Mesusot. Das Gebot Gottes besagt für Israel, diese Worte, (5. Moses 6, 4 ff.) das Schma (höre) Israel, we ahavta (und liebe) et Adonai Elohecha (den Ewigen, deinen Gott) … als Zeichen auf die Hand und die Stirn und auf die Mesusot ihres Hauses und ihrer Tore zu schreiben. Zunächst sieht es so aus, als ob das Gebot Gottes im Schreiben besteht, um damit ein Zeichen zu schaffen. So wie das Blut an den Türpfosten für den Erlöser Israels ein Zeichen war, nicht nur die Männer, sondern ganz Israel zu erlösen, so sind auch die Tefilin an der Hand und Stirn der Männer und die Mesusot an den Türen (auch der Frauen!) ein Zeichen für Gottes Gebote. Das Schreiben ist also eine Voraussetzung, aber wofür? Eindeutig ist das, was aufgeschrieben werden soll, das Schma Israel-Gebot mitsamt dem Gebot, dieses zum Zeichen zu schreiben, auf … . Darüber habe ich schon früher geschrieben, was auch in der GSI-Webseite erschienen ist.

Wenn ich nun durch den Ki Tissa–Kommentar vom 25. Februar 2016 beflügelt wurde, erneut über diese Dinge zu schreiben, dann gehört dazu auch ein Blick zur Hawdala (Unterscheidung) im Umgang der Christlichen Welt mit diesen Zeichen. Dass dort das Bundeszeichen Abrahams, die Beschneidung, und die Gebote des Untertauchens in der Mikwe ersetzt wurden durch die Taufe, hat bei Martin Luther dazu geführt, seine permanenten Probleme mit der „Judenfrage“ mittels der Taufe lösen zu wollen. Während seines ganzen Lebens war er, wie Esau, unfähig zu erkennen, warum er sich damit bei den Juden nur lächerlich machen konnte, und er steigerte sich gegen sie zunehmend in ein Ausmaß brutalster Bosheit, weit über alle bisherigen Ausmaße in der von ihm verleugneten „Christenfrage“ mit Inquisition, Folterungen, Scheiterhaufen und Pogromen etc. hinaus bis zum Höhepunkt des Holocaust nach Luthers boshaften Verordnungen.

Hawdala zwischen Zeichen Gottes ◄und► großem Bluff
Auf Anfrage des Grafen Wolf Schlick von Falkenau wegen angeblicher Propaganda der Juden in Mähren reagierte Luther mit der Schrift „Wider die Sabbather“. Das war für ihn eine Bezeichnung der Juden, es ist ja das Zeichen zwischen Gott und Israel. Dass es in späterer Zeit sogar Sabbat haltende Christen geben würde, ahnte Luther nicht, noch weniger aber, dass Sabbat haltende Christen Zeichen Gottes für sich in Anspruch nehmen würden, um damit Juden bis zur Taufe missionieren zu können, also ein großer Bluff! Das macht sichtbar wie fragwürdig es werden kann, wenn die Falschen ein Zeichen Gottes für sich in Anspruch nehmen und auch noch denen, die Gott mit diesem Zeichen betraut hat, damit etwas vormachen wollen. Dem auf die Spur zu kommen lohnt sich!

Ein treffendes Beispiel dafür ist in Amerika entstanden. Die Christliche Religion als Ersatztheologie gegen Israel beunruhigt und verängstigt oft in bestimmten Fragen ihre Anhänger durch eine angebliche Prophetie in ihrem „Neuen Testament“. Da erscheint der Begriff Zeichen in grotesker Form als Gespenst in der Zukunft. Ein grausames System, das die Welt beherrscht und als „Das Tier“ bezeichnet wird, macht seinen eigenen Namen zum Machtzeichen, dort „Malzeichen des Tieres“ genannt, stellt sich also demonstrativ gegen den Heiligen Namen des Gottes Israels und gegen alle, die Seine Mizwot (Gebote) praktizieren. Alle Menschen, die dieses Malzeichen nicht an ihre Hand oder Stirn nehmen, werden nicht mehr kaufen oder verkaufen können, also entmündigt und enteignet werden, was an das Schicksal der Juden unter der Gewalt der Nazi´s erinnert.

Die Juden sind es ja, die das Zeichen Gottes, die Tefillin, an ihre Hand und ihre Stirn nehmen, was dabei nur die Mitzwa der Männer ist. So beginnt in diesem Christlichen Buch das folgende Kapitel mit 12 mal 12 = 144 Tausend Angehörigen der 12 Stämme Israels, also einer beschränkten Zahl, die den christlichen Gottes-Namen an ihrer Stirn tragen, und gnädiger Weise mit einer nicht überschaubaren Zahl aus allen Völkern zu den Auserwählten gehören, die bei der christlichen Messias-Erwartung belohnt werden. Da der christliche Messias nicht nur Mensch sondern Gott ist, wetteifert die christliche Gottes-Erwartung mit der jüdischen Messias-Erwartung und wollen die Juden dazu bringen, ebenfalls den christlichen Messias zu erwarten. In Amerika entstand zu Anfang des 19. Jahrhunderts eine Bewegung, die meinte, das Jahr berechnen zu können, in dem sich diese Erwartung erfüllt. Nach dem Namen ihres Begründers nannte man sie Rutherford-Bewegung. Ihr Jahr war 1944.

Weil in diesem Jahr aber kein Messias kam, kamen stattdessen Probleme mit der Spaltung der Bewegung in zwei neue religiöse Gruppen. Die eine Gruppe bekam den Namen „Ernste Bibelforscher“ und sah das Problem nicht in dem Anspruch, das Jahr der Messias-Erwartung berechnen zu können, sondern in einem Fehler bei der Berechnung. Sie kamen zu der Korrektur von 1844 auf 1914. Da kam aber statt dem christlichen Messias der 1. Weltkrieg, und sie änderten dann ihren Vereinsname auf Zeugen J´s. Das erinnert an das Dritte Gebot von den 10 Geboten, das den Missbrauch des Heiligen Namens als Straftat zu erkennen gibt.

Die andere Gruppe bestritt jedoch den Fehler in der Jahreszahl und präsentierte ihren „Gläubigen“ eine ganz neue Glaubens-Akrobatik! Sie verließen diese Erde und verlegten das ganze Problem in den Himmel. Sie kamen zu der „Erleuchtung“, dass ihr Messias ja auch ihr Hoherpriester und seit seiner Himmelfahrt schon längst im Himmel ist, was andererseits auch von Mohammed behauptet wird. Das auf der Erde in Jerusalem nicht mehr vorhandene Heiligtum befindet sich ja längst im himmlischen Jerusalem und 1944 ist dort der Vorhang vor der Bundeslade im Tempel zerrissen, damit ihr Hohepriester nun endlich seinen Dienst im Allerheiligsten beginnen kann. Wer´s nicht glaubt, ist selbst d´ran schuld.

Diese zweite Gruppe, die bei 1944 geblieben ist, hat dann ihren Schwerpunkt auf das „Malzeichen des Tieres“ gelegt, und eine Frau namens Ellen Gould White wurde ihre „Prophetin“ und Führerin. Sie hat ganz offensichtlich bei diesem Malzeichen des Tieres nicht erkannt, dass darin ein Antisystem gegen die Tefilin, das Zeichen Gottes, gemeint sein müsse, denn damit nimmt der Jude den Heiligen Namen des Gottes Israels an seine Hand und seine Stirn. Man könnte sagen: „Sie war ja eine Frau“! Das hat aber nichts damit zu tun, dass sie auch nicht gemerkt hat, was das „Malzeichen des Tieres“ ist. Da steht ausdrücklich, es ist der Name des Tieres. Das bedeutet doch, dass es dem Einzig Heiligen Namen als Ersatztheologie entgegensteht.

Sie meinte aber das Zeichen Gottes gefunden zu haben, und damit auch das Antizeichen definieren zu können. Statt der Tefilin nahm sie den Schabbat, das Zeichen zwischen Gott und seinem Volk Israel, und nun war es einfach, mit dem Sonntag als christlichem Antisystem entgegen dem Sabbat das schreckliche Malzeichen gefunden zu haben. Wenn sie Recht hätte, dann wäre der Name des Tieres Sonntag mit der Zahl 666 (auch lt. Gimatria Unsinn) und der Heilige Name wäre Sabbat, was zwar ein Zeichen Gottes ist, aber offensichtlich nicht Sein Heiliger Name sein kann.
Dass der Schabbat einst nur Israel und nicht Ägypten gegeben war, konnte sie nicht stören, denn die ungläubigen Juden wären ja schon längst von Gott verworfen, und die neuen Gläubigen wären das neue Israel. Der Sabbat ist der 7. Tag der Woche, und die in der Messias-Erwartung seit 1944 neu begonnene „Advents- (Ankunfts-) Zeit“, gab dann der Bewegung den Namen Siebenten-Tags-Adventisten! (STA – Eine Christliche Messias-Erwartung mit dem Zeichen des Gottes der Juden)

Wenn auch in so einer Entstehungs-Geschichte eindeutige Irrtümer sichtbar werden, gehen auf jeden Fall auch positive Folgen nicht zu übersehen. Der Sabbat im Namen einer christlichen Organisation konnte es nicht zulassen, einen Katechismus beizubehalten, der die Veränderung des Gesetzes Gottes betreibt. Diese christlichen Sabbat-Halter, egal aus welchen Gründen, bekamen eine neue Beziehung zur Heiligen Schrift, zur Tora und den Propheten, und stellten dadurch ihre ganze Organisation um nach einem Verständnis der Speisegebote auf ein Niveau von Kaschrut, und legten die für das Christentum selbstverständliche Feindschaft gegen Gottes Gesetz ab, sodass sie von anderen christlichen Kreisen sogar als gesetzlich verspottet werden. Wenn sie aufhören würden, Israel missionieren zu wollen und stattdessen von Israel lernen wollten, könnten sie allen Kirchen bald noch weiter voraus sein. Gott kann also auch Fehler von Menschen zum Guten lenken!

Die STA sind sogar wesentlich beteiligt an der Entstehung und dem Aufbau der Neuform-Reformhäuser, die besonders in der Schweiz und Deutschland zusammenarbeiten. In den Fabriken, in denen ihre Ernährungs-Produkte hergestellt werden, ziehen sie sogar manchen Maschgiach (jüdischen Kontolleur des Kaschrut) zu Rate. Da verwundert es auch kaum, dass früher in der Kaschrut-Liste der Europäischen-Rabbiner-Konferenz auch Reformhaus-Produkte angegeben wurden. Den heutigen Stand dieser Dinge kenne ich vom Orient aus nicht mehr.

Zum Abschluss eine Zusammenfassung: Es gibt schon längst noch andere christliche Kreise, die auch den Sabbat halten. Leider sind sie insgesamt geprägt von einem Missions-Eifer, die Juden zu ihrem christlichen Messias, also lt. 1. Gebot zu einem anderen Gott bekehren zu wollen. Das findet seine Speerspitze in Gruppierungen, die sich im Vereinsnamen direkt als Juden ausgeben und sich z.B. „Messianische Juden“ nennen. Sie wissen nichts von der List der Schlange die den Erlöser spielt, und den Einzigen Gott zu einer Bewusstseinsspaltung teilt. Sie geben vor Juden zu sein und jüdisch zu leben, haben aber vor, nicht nur „Ägypten“ sondern auch „echte Juden“, also die aus Ägypten Herausgeführten, aus dem 1. Gebot herauszubringen!

Vom Martin Luther wird berichtet (Marcus Lehmann: „Rabbi Joselmann von Rosheim“, 2 Bände, Morascha-Verlag Basel), dass er auf dem Weg zum Reichstag in Worms den vom Kaiser Maximilian eingesetzten und von dessen Enkel und Nachfolger Karl V. bestätigten „Oberbefehlshaber aller Juden deutscher Nation“, den Kaiser Max liebevoll „Joselin“ nannte, in Frankfurt am Main aufgesucht hat.
Luther erklärte ihm, dass er selbst ein Erlöser aller Deutschen, und zwar vom papistischen Joche sein wolle, und forderte ihn auf, ein Erlöser aller Juden zu werden, indem er sich von ihm (Luther!) taufen ließe und alle Juden dazu bringe, seinem Beispiel zu folgen.

Natürlich sprach Luther dabei nicht extra aus, dass er damit der Erlöser aller Deutschen und aller Juden sein wollte, noch weniger aber, dass er die Juden damit vom Erlöser Israels erlösen wollte, den er weder kannte noch verstand. Sieht man die List der Schlange, die den Erlöser spielt, auch in den von ihr inspirierten Köpfen? Rabbi Joselman ist darauf nicht hereingefallen, denn er hat den Schöpfer und Erlöser der Welt gekannt und ihm die Treue gehalten. Luther ist rasend geworden, wie das auch von seinen Verehrern unter den Nazis oft berichtet wird.

Der Ewige, der Schomer (Hüter) Israels, segne Sein Volk mit Frieden!
Schalom auch allen Lesern und dem Betreiber der GSI-Webseite Eric Martienssen!
Jehonatan Kiebitz



3 Kommentare to “Jüdisches oder Christliches Verständnis”

  1. Eldien sagt:

    In diesem Artikel möchte ich zunächst einen Zahlenfehler korrigieren. Das Datum der angeblichen Wiederkunft Jesu wurde von den Anhängern William Millers auf den 22.10.1844 festgelegt. Die Jahreszahl wurde im Artikel einmal korrekt im Zusammenhang mit 1914 geschrieben, sonst immer 1944. Das war leider das Jahr des Höhepunktes der Shoah.
    Die zweite Korrektur bezieht sich auf den zerrissenen Vorhang zum Allerheiligsten. Der soll schon, nach Matt. 27,51, während der Kreuzigung Jesu im irdischen Tempel zerrissen worden sein. Nach einer alten Version der STA sollte Jesus den Vorhang, von dem in der Tora 2. Mo. 25,9 erwähnten Vorbild und in der Deutung des Hebräerbriefes auf den im Himmel befindlichen Heiligtums, geöffnet haben, um dann nach 3. Mo. 16,15 das himmlische Allerheiligste zu betreten. In dieser Version bezieht man sich auf den Text in Dan. 8,14 von der Reinigung des Heiligtums von Gräuel und Schändung des Heiligtums. Die jüdischen Gelehrten deuten dieses Ereignis auf die Reinigung von der Schändung des Tempels durch Antiochus IV. von 167-164 v.u.Z. Da die Weissagung von Dan. 8,11-14 bis „zum Ende“ reichen soll, wurde von William Miller die Frage nach dem Zeitraum gestellt. War es die Befreiung der jüdischen Gemeinde um 164 v.u.Z. mit der damaligen Reinigung des Tempels, dem Chanukkafest, oder könnte man dieses Ereignis mit einem Jahr-Tag Prinzip auch auf eine spätere Zeit deuten? William Miller machte das und kam mit seinen Anhängern schließlich auf den 22.10.1844, als die Reinigung des geistlichen, irdischen Tempels durch Jesus in seiner Wiederkunft. Die blieb aber zu ihrer Enttäuschung aus. Nach dieser Enttäuschung wurde die Idee von der Reinigung des himmlischen Heiligtums, in Kombination zum Hebräerbrief und dem Jom Kippur, als Erklärung von den STA angenommen. Damit entfernte man sich aber von der Deutung einer immanenten, irdischen Schändung des geistlichen Heiligtums, wie es der Kontext korrekt erklärt. Am Jom Kippur wurden schon bereute und vergebene Sünden der Gläubigen symbolisch aus dem Allerheiligsten entfernt, das Heiligtum sollte also rituell an diesem Festtag gereinigt werden. Man koppelte diesen Text in Dan.8,14 einfach vom Kontext der irdischen Schändung des „kleinen Horns“ Dan.8,11-13 ab.
    Nach der Auslegung der damaligen Adventisten sollte Jesus am 22.10.1844 am jährlichen Jom Kippur wiederkommen und dabei einen typologischen, eschatologischen Jom Kippur erfüllen. Sie verknüpften den Erlass zum Wiederaufbau Jerusalems 457 v.u.Z. in Dan.9,24.25 mit dem Beginn der 2300 Abende und Morgen von Dan. 8,14 als Jahr-Tage. Das angenommene genaue Datum wurde nach dem Kalender der Karäer (s. h. Wikipedia) festgelegt, die das Passafest und danach auch den Jom Kippur entsprechend 3. Mo.23,10 (die erste Garbe musste schon gewachsen sein) meist einen Monat später als die Juden feiern. Nach der jüdischen Zählung war damals der jährliche Jom Kippur am 22.09.1844, sieben Monate nach Passa am 03.04.1844 gehalten. Der Ostersonntag, meist der Sonntag nach dem Passa, war damals der 07.04.1844. Das Chanukkafest von 1844 vom 05. – 12.12.1844 wurde damals leider als eine mögliche eschatologische Erfüllung nicht erkannt, da man nur den Jom Kippur und nicht das eigentliche Fest der Reinigung von den Verfolgungen und Schändungen der jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinden im Blick hatte. Wenn man das Chanukkafest schon interreligiös feiern will, dann als das Fest der Religionsfreiheit. Keine Gemeinde sollte wegen ihres Glaubens mehr verfolgt werden und natürlich auch keine andere verfolgen. Insofern hat die Warnung vor dem „kleinen Horn“ und später, in der Wiederholung der Offenbarung des Johannes, vor dem „Tier“ und der „Hure Babylon“ seine eschatologische Berechtigung.

  2. Jehonatan Kiebitz sagt:

    BS“D

    Schalom, lieber Eric !

    Vor ca. 20 Jahren, als ich mich für die letzten Jahre vor dem Rentenalter mit allen Bedingungen und Gepflogenheiten des Verlags-Gewerbes vertraut machte, begegnete mir folgender Satz: „Wenn ein Verleger auf ein neues Buch nacheinander 10 verschiedene Korrektoren ansetzt, findet der Elfte immer noch genug Fehler“. Bei modernen Drucken, besonders bei Zeitungen mit oft maschinell übersetzten Texten, bekommt man oft den Eindruck, sie seien gar nicht korrigiert, was man auch nicht immer erwartet, denn man hat ja Verständnis für Zeitdruck durch Redaktionsschluss etc. Druckfehler werden höflich ignoriert, wenn nicht der Sinn entstellt wird. Das Wort Druckfehler bedeutet aber auch, dass man sie nicht der Redaktion sondern der Druckerei zuschreibt.

    Vor erst wenig Jahren begann mein ungeahntes, ungeplantes und vorher nicht einmal gewolltes Praktikum im Internet, und zwar in Deiner Webseite. Da änderte sich manch gewohnte Vorstellung. Da geht es nicht nur um redaktionelle oder drucktechnische bzw. bloß Tippfehler, also um die einfache Korrigierbarkeit von Fehlern. Die Suchmaschinen, die bei Freischaltung alles verarbeiten, registrieren später erfolgte Korrekturen und, da ihnen ein eigener IQ fehlt, kann das zum Nachteil des Betreibers werden. Man muss deshalb Korrekturen an dieser Stelle möglichst ganz vermeiden.

    Im Fall dieses Beitrages von mir ist ein solcher Fehler vorhanden, der die Leser sicherlich irritiert, den man aber lieber doch nicht im online gegangenen Text korrigiert. Da ist die Jahreszahl 1944 an allen Stellen falsch, wo sie vorkommt, und müsste jeweils 1844 heißen. An einer Stelle wird das zwar sichtbar. Da diese Zahl für Adventisten eine besondere Bedeutung hat, möchte ich auf diese Weise darauf hinweisen, dass eine Korrektur-Notwendigkeit längst erkannt ist, aber der Weg vorgezogen wird, statt der Korrekturen in meinem Artikel mittels diesem eigenen Kommentar die Leser um Nachsicht zu bitten und es schlicht als einen Druckfehler zu übersehen.

    Mit Schalom-Grüßen aus Israel !
    Jehonatan Kiebitz

  3. […] beizusteuern, die er – zur Lektüre sehr empfohlen – unter folgende Frage setzte: Jüdisches oder Christliches Verständnis? Schabbat Schalom, Ihr Eric Martienssen Stichworte zum Thema: Schabbat, […]