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Jüdischer oder Christlicher Gottesdienst 1

...von Jehonatan Kiebitz...

…von Jehonatan Kiebitz…

Hawdala zwischen Original oder Betrug?
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Dieses Thema könnte man noch kürzer fassen, einfach: „Jüdisch oder Christlich?“ Das wäre im Forum zum Hawdala-Kalender 5775 und 76 gleichermaßen je zweimal möglich gewesen.
Das wird langsam auffällig wie ein System, und wurde in der GSI-Webseite von deren Betreiber Eric Martienssen auch gleich so aufgefasst und verlinkt. Am kürzesten wäre das „Oder?“ mit dem Fragezeichen!

An dieser Stelle möchte ich zunächst mein Augenmerk auf zwei sehr verschiedene Gesichtspunkte richten, die sich aus diesem Aspekt ergeben. Erstens:

Vorangestellt: Gedicht „Israel“ (PDF)

Wer den Hawdala-Kalender gewöhnt ist und im Anblick des Kalendariums bewusst die drei Quartiere innerhalb der Altstadt-Mauern von Jerusalem vor sich sieht, die auch in Lessings Ringparabel gemeint sind, könnte mich fragen, warum ich in diesem Fall den muslimischen „Ring“ nicht konsequent mit einbeziehe. Diese Frage hat mir zwar noch keiner direkt gestellt, aber sie liegt schon in der Luft.
Die Flüchtlings-Ströme nach Europa verändern ja bereits das ganze „Christliche Abendland“, obwohl seit dem Ende des II. Weltkrieges, als es in ganz Deutschland nur zwei Moscheen gab, die seitdem allein in D. neu gebauten rund 2500 Moscheen bald zu wenig sein werden.

Zum Vergleich: Die Zahl der in der Nazi-Christallnacht zerstörten Synagogen war bei 550. Dieses bestialische christliche Pogrom nach Luthers Konzept, und ihm zu Ehren in dessen Geburtstagsnacht durchgeführt, wurde zwar nur von „volksdeutschen“ SA-Horden in dem von langer Hand organisierten Verbrechen begangen. Es geschah jedoch in einer Zeit, in der zwar nicht der Islam mit dem Christentum assimilierte, aber der „Großmufti von Jerusalem“ als Führer der Arabischen Liga bereits mit dem „Führer der Nazis“ paktierte, und zwar zur Vernichtung der Juden. (Im I. Weltkrieg hatte immerhin Kaiser Wilhelm II. versucht mit dem Islam zu paktieren, und es gab einen von Deutschland organisierten Dschihad, ZDF-Doku (auch: Djihad) gegen England und einen vom deutschen Kaiser gemeinsam mit dem türkischen Sultan betriebenen Genozid an den Armeniern!)

Wenn heute in den arabischen Ländern die Bücher der Nazis Bestseller sind, dann passt das ins Konzept der Völker, die teilweise Israel in unveränderter Gesinnung vernichten wollen, solange sie nicht erkennen, dass sie dabei immer mehr auf Luthers christlichem Steckenpferd reiten. So wissen sie es auch nicht, wenn sie Dinge, die nach 1945 in Deutschland entnazifiziert wurden, heute nach ganz Europa zurückbringen.

In Israel war es wie bei der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft, der zweiten jüdischen Besiedlung dieses Landes zur Zeit von Esra und Nehemia: „In einer Hand das Baumaterial, in der anderen Hand die Waffe“. Die heutige dritte Besiedlung ist die letzte, denn der 3. Tempel mit seiner Bedeutung zur Erlösung der ganzen Menschheit wird zum Symbol, dass alle Menschen den Gott Israels erkennen und es keine Kriege mehr gibt.
Die Schlange kann dann nicht mehr die Rolle des „Erlösers durch den Glauben“ spielen. Zweitens:

Es hat mich Überwindung gekostet, den Begriff „Gottesdienst“ mit der Jüdischen und der Christlichen Eigenschaft zugleich so zum Titel zu machen, dass der Eindruck nicht ausgeschlossen wird, als hätten es auch beide Seiten verdient. Die Niedertracht des Mörders Luther in seinem Buchtitel „Von den Juden und ihren Lügen“ hat mich jedoch davon abgehalten, einen Titel so zu wählen, dass er als Vorverurteilung auch nur erscheinen könnte. Da hat das satanische Beispiel mich belehrt, erst am Schluss dieses Beitrages zur Hawdala (Unterscheidung) darauf zurückzukommen, wenn sich die Leser selbst vorher Ihr Urteil bilden konnten.

„Oder?“ wäre die kürzeste Möglichkeit, die ganze Überschrift zusammenfassen! Es ist das, was seit Anbeginn der Schöpfung zum Wille des Schöpfers gehörte. Das setzt die Fähigkeit der Unterscheidung voraus, um sich entscheiden zu können. Dazu begann die Schöpfung von Himmel und Erde mit der Scheidung des Lichtes von der Finsternis. Das können wir bereits im übertragenen Sinne anwenden auf die Scheidung der Wahrheit von der Lüge, der Freiheit von der Sklaverei, des Segens vom Fluch, der Liebe vom Hass, des Lebens vom Tod, etc.

Das Wort Gottesdienst wird in deutscher Sprache mit gleicher Selbstverständlichkeit von denen benutzt, die in die Synagoge gehen wie von den Kirchgängern. Es gab sogar Zeiten, in denen in Orten mit großem jüdischem Bevölkerungsanteil Christen zu Pessach mit in die Synagoge gingen oder Juden zu Ostern auch mit in die Kirche, bis hin zu gegenseitigen Heiraten, dem Gipfel der Assimilation. Wer kannte noch bei so viel „Glaubens-Toleranz“ die Frage nach der Hawdala zwischen Israel und den Völkern, und damit zwischen dem Gott Israels und den Göttern der Völker?

Ein jüdisches Sprichwort sagt:
„Wenn wir nicht mehr Kiddusch machen, dann macht die Welt mit uns Hawdala“!

Nach den Nürnberger Gesetzen wurde die Assimilation abgeschafft, wie schon so viele Male vorher in der Weltgeschichte, und zwar dadurch, dass die eine der beiden Seiten die andere Seite beseitigen wollte. Im Mittelalter kam es öfters vor, dass eine ganze Jüdische Gemeinde gemeinsam auf einem großen Scheiterhaufen lebendig verbrannt wurde. Bei den Kreuzzügen und Pogromen ging es immer darum, die Juden zu vernichten, und das wurde pauschal damit begründet, sie wären Gottesmörder, wie das Neue Testament die Juden verurteilt – bis zum heutigen Tag wirkende Volksverhetzung! Der Judenmord wurde dabei zum Gottesdienst erhoben, nicht nur bei Luther, und der Gottesdienst der Juden bis zum Gottesmord diffamiert.

Wem fällt überhaupt auf, dass bei diesem historischen Hass gegen die Juden nie ein Beispiel dafür bekannt geworden ist, dass schon einmal Juden ein Pogrom gegen Christen veranstaltet hätten, oder gegen die Moslems, oder gegen andere Religionen? Die Juden beanspruchten doch nie etwas anderes, als einfach das Recht anders sein zu dürfen, und damit ihrem Gott zu entsprechen.
Geht gar nicht erst, könnte mancher einwenden, die haben ja nie die Mehrheit! (Machtfrage!)

An einer Stelle wurde schließlich doch etwas anders: Als im Warschauer Getto von 550 000 Juden bereits eine halbe Million in den Tod deportiert worden waren, sahen sich die großdeutschen Besatzer ungeahnt den restlichen 50 000 als einer bewaffneten Einheit gegenüber. Im Getto-Krieg gegen die Juden brauchten dann die Nazis drei Spezial-Bataillone mit Bomber-Unterstützung und einen ganzen Monat, um den Rest des von ihnen selbst eingerichteten Gettos zu vernichten. In diesem Licht sieht man auch die Entstehung des Staates Israel gegenüber arabischer Besatzung mit einer 200-fachen Übermacht.

Als das Getto also ganz liquidiert werden sollte, und die deutschen Panzer hineinfuhren, sprang zum Beispiel ein junges Mädchen aus einer Haustür hinaus vor einen fahrenden Panzer, heftete dem eine Panzerfaust an und ließ ihn explodieren, was ja eine Kettenreaktion auslöst durch dessen eigene Munition. Das war dem Kind, das dabei sein Leben verlor, lieber, als in einer Gaskammer der brutalsten deutschen Besatzungsmacht zu sterben. Konnte das Kind überhaupt auf eine bessere Weise seinen Lebenswillen bekunden?

Diese letzten nun bewaffneten Juden im Warschauer Getto waren keine Selbstmord-Attentäter, die aus einem religiösen „Glaubenswahnsinn“ heraus handelten. Sie hatten erkannt, dass sie alle umgebracht würden und dass es die Frage nicht gab, ob ihnen ihr Leben lieber wäre. Sie haben nicht nur ihren Mördern eine Lektion erteilt, sondern der ganzen Welt.

Dieses Beispiel steht für alle der letzten 50-Tausend Juden des Warschauer Gettos. Heute erinnert daran auch das Warschauer Getto-Denkmal, vor dem Bundeskanzler Willy Brandt gekniet hat. Er war kein Jude, aber auch kein Christ, doch ein Verfolgter der Nazis gewesen. In seiner Zeit als Regierender Bürgermeister von West-Berlin war ich mehrere Jahre einer seiner Nachbarn, und sein Sohn Peter lebte im gleichen Haus wie ich.

Leider scheint die Welt nicht zu begreifen, dass es ein ganz anderes Denkmal gibt, das nicht nur an den Kampf und den Tod der letzten Juden des Warschauer Gettos erinnert, aber ebenso auch an den Tod aller Juden, die nicht nur im Holocaust von „gläubigen“ Judenfeinden ermordet wurden, sondern bei den vielen, meist christlichen und sogar als „Gottesdienst“ getarnten, Massakern: Dieses vielleicht größte Denkmal in der Weltgeschichte ist der Staat Israel!

Nicht nur das Überleben jedes einzelnen Juden ist ein Wunder in dieser Zeit, sondern auch das Entstehen dieses Judenstaates ist die Folge einer Vielzahl von Wundern, und das noch angesichts der Übermacht der arabischen Nachbarn, die Israel im Unabhängigkeits-Krieg „glaubten“, vernichten zu können. Wieder sehen es Feinde Israels als ihren Gottesdienst an, Das Grausame Israel zu vernichten. Wieder merkt die Welt nicht, dass sie dabei gegen den Gott Israels Krieg führt. Sogar der Weltkirchenrat unterstützt die Feinde Israels mit Milliardensummen!

Verzeihen Sie mir bitte nun eine Zwischenfrage: „Kann der Gottesdienst der Juden und der Gottesdienst der Mörder Israels dasselbe sein? Kann solch ein bis zum Wahnsinn reichender Unterschied unter einem Begriff zusammengefasst werden? Folgen Sie mir bitte dabei weiter, dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Hier geht es zum Teil 2 ►



2 Kommentare to “Jüdischer oder Christlicher Gottesdienst 1”

  1. […] ◄ zurück zu Teil 1 . . . Das ist leider mit keiner einfachen Selbstverständlichkeit möglich, denn die Juden wurden verteufelt und deren Verständnis verboten, und der Welt gegenüber den Aufgaben des Volkes Gottes, den Juden, durch ihren jüdischen Gottesdienst, sogar das Gewissen belastet und Angst erzeugt. Warum eigentlich? Könnte es sein, dass sich mit Israel im Unterschied zur ganzen Welt zwei von Grund auf verschiedene Systeme gegenüber stehen? […]

  2. […] Warum gerade dieser Psalm?“ ISBN 978-3-936524-23-9, € 9,80, 136 Seiten, Verlag „Kiebitz Edition“ wie s.u. Hawdala-Kalender). Zitat Yizhak […]