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SCHIRA am BESCHALACH: Juden-Lied an Himmel

2.Moses 13,17 – 17,16 || Richter 4,4 – 5,31
Kommentar von Eric Martienssen

Der ehemalige Großrabbiner Sacks brachte vor zwei Jahren einmal diesen denkwürdigen Satz hervor:

Chief Rabbi Jonathan Sacks Foto: coopermiall

Chief Rabbi Jonathan Sacks Foto: coopermiall

Die Tora ist Gottes Lied, und gemeinsam sind wir ihre Sänger.“ Mehr dazu weiter unten. Tatsächlich ist es so, dass man auch unzählige Kommentare schreiben könnte über den Tora-Wochenabschnitt (Parascha) „Beschalach“ (Als ziehen ließ…), alleine schon über die Errettung Israels nach Durchzug – trockenen Fußes übrigens – des Schilfmeeres, in welchem das gesamte nachfolgende Heer des Pharao Ägyptens, Mitzrajims, völlig ertrank. Doch könnte es menschlich, seelisch, nicht viel angebrachter sein, einmal die Gefühle der Juden zu betrachten, nachdem der Feind, der sie auslöschen wollte, selber versank? Die Lobeslieder, die sie sangen, und insbesondere die der Frauen der Juden, hatte man sie doch unter den sechshunderttausend aus Ägypten Ausgezogener nicht einmal mitgezählt, sind sie nicht gefühlsmäßig – anders als unter den muslimischen Islameiferern in Köln und vielleicht bald in ganz Europa – viel relevanter, emotional engagierter, als die männlichen? Nun, das ist nur ein Grund, warum unser „Schabbat Beschalach“ den Beinamen „Schabbat Schira“ (Schabbat des Liedes) trägt und sogar die Haftara das Siegeslied einer Frau, der Deborah, laut erschallen lässt. Niemand geringeren als einer Prophetin und Richterin also. Hier geht es um das Gefühl überschwänglicher Freude, das die Rationalität des Kopfes schwerlich hervorbringen kann. Hören wir einmal rein in das Wort der Tora, das jetzt und hier ein Gesang ist:

    „Miriam die Prophetin, Ahrons Schwester, nahm die Pauke in die Hand und alle Frauen zogen heraus, ihr nach, mit Pauken und im Tanz. Da entgegnete ihnen Miriam: singet zu Gott, denn hoch, hoch ist Er, Pferd und Reiter hat Er ins Meer geschleudert“. (Schmot – 2.Moses 15,20-21)

Kann Mann euphorischer feiern? Zumal dieses Gefühl in 2. Moses 12,38 („viel Schwarmgemeng [Mischvolk, also Nichtjuden] zog mit ihnen hinauf“) auch alle Nichtjuden übermannt, die auch heute wieder mit den Juden vereint aus ihrem christlichen Ägypten ins Land und Volk Israel ziehen. Für Ramban (Rabbi Mosche ben Nachman) gilt es, nicht nur die Frau sondern auch andere sonst weniger in den Vordergrund tretende Menschen mit gleicher staatstragender Bedeutung in die Mitte der Betrachtung zu stellen. Nachdem schon 20 Verse zuvor der „Schira Mosche“ (Lied des Mosche) erklungen und Miriam bereits erwähnt worden war, möchte die Tora den dritten der Geschwister nicht ungenannt lassen, und erwähnt auch Ahron – ein Zeichen des Respekts ihm gegenüber.

Welch Unterschied wird hier sichtbar zwischen dem Respekt Gottes in Seinem Wort und der Respektlosigkeit der Menschen gegen Gott; gerade heute, da Palästinenser-Führer unter dem Beifall und Sponsoring der Kirchenchristenheit → Loblieder auf Tempelberg-Terroristen singen und der Geist Gottes vom christlichen Schwulen-Geist des Zentralrats der Juden in Deutschland geradezu gedemütigt wird. Letzterer hatte im November 2015 erst den Grünen-Politiker Volker Beck mit dem Leo-Beck Preis ausgezeichnet … Dr. Josef Schuster wörtlich gegenüber dem Preisträger: „Sie haben sich die Auszeichnung mehr als verdient!“ Zur Erinnerung: Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen war es, die zur Kennzeichnung von Waren aus dem Westjordanland, dem Gazastreifen oder aus Ostjerusalem aufrief. „Für die Galerie“ hatte Volker Beck vollmundig vor der deutschen Öffentlichkeit bekundet, gegen die Etikettierung von Siedlungsprodukten zu sein. Seinen wahren Geist legte Beck erst offen, als Israel Gleiches mit Gleichem vergalt, also als Reaktion auf die auch von Angela Merkels Kirchenvolk im Europäischen Parlament beschlossene Judenstern-Kennzeichnungspflicht für Siedlerprodukte nun umgekehrt die Knesset eine Kennzeichnung Ausländischer Nicht-Regierungsorganisation beschloss. Dieses → kritisierte der schwule Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe Volker Beck gegenüber dem SPIEGEL dann äußerst scharf. Merke:
. . . der Geist eines Schwulen kennt keine moralischen Grenzen, denn er hat sich gegen die Natur allen menschlichen Lebens (sich durch heterogene Liebe fortzupflanzen) entschieden. Juden müssen wieder lernen, die Geister von Menschen so klirrend klar zu unterscheiden, wie Gott das Wasser teilte, um das Heilige für den Einzug ins Heilige Land zu bewahren und das Unheilige zu ersäufen. Diese göttliche Unterscheidungsfähigkeit ist von existentieller Wichtigkeit für Israel … und – durch das Gott heilige Israel – für die ganze Menschheit! Auch was den wahren Geist Angela Merkels anbelangt, die Israel vernichten wollende Palästinenser-Terroristen als Freunde Deutschlands respektiert und deshalb mit Milliarden aus den Kirchenkassen des Weltkirchenrates und des Lutherischen Weltbundes unterstützt, im Gegenzug jedoch den Siedlungsbau des Staates Israels auf Gottes Land verurteilt. Davon unbeirrt stellt der Ewige, gelobt sei Er, in Seinem Abschluss der aktuellen Parascha das absolute Gegenteil zur → merkelinisch-lutherischen Weltpolitik und zum deutschen Antisemitismus im Tarnmantel des Anti-Israelismus klar:

    „Schreibe dies zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein; denn ich will Amalek unter dem Himmel austilgen, dass man seiner nicht mehr gedenke. Und Mosche baute einen Altar und nannte ihn: Der Ewige, mein Feldzeichen! Und er sprach: Die Hand an den Thron des Ewigen! Der Ewige führt Krieg gegen Amalek von Kind zu Kindeskind.“ (17,14-16) – „Amalek als Alibi?“ Der aus Israel stammende Rabbiner Avichai Apel, Vorstandsmitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz und Gemeinderabbiner in Dortmund, widerspricht dieser Auffassung energisch: »Natürlich können wir die Palästinenser nicht einfach als Amalek bezeichnen.« Die Tora, sagt Apel, »hat uns eine solch radikale Mizwa gegeben, weil die Situation so radikal war. Weil dieser radikale Zustand heute nicht mehr besteht, können wir das heute nicht mehr so verstehen wie damals.« Lesen Sie hier den → ganzen Artikel der Jüdischen Allgemeinen.

Deshalb geht’s bei uns auch weiter mit dem Gesang des ehemaligen (1991 bis 2013) Chief Rabbi of the United Hebrew Congregations of the Commonwealth, Prof. Sir Jonathan Sacks:
„Worte sind die Sprache der Vernunft. Musik ist die Sprache der Seele. Das Judentum ist eine Religion der Worte, und doch, wenn immer die Sprache des Judentums sich auf die geistliche Ebene erhebt, bricht sie in Gesang aus, als ob die Worte selbst Ausflucht suchten aus der Schwerkraft der endlichen Bedeutungen. Es liegt etwas in einer Melodie, die eine Wirklichkeit deutet, die außerhalb unserer Reichweite liegt, was William Wordsworth beschrieb, als den „sublimen Sinn /mit etwas viel Tieferem vermischt/dessen Wohnung das Licht von untergehenden Sonnen ist /und der runde Ozean und die lebendige Luft.“ Musik steht im Mittelpunkt der jüdischen Erfahrung:
Wir beten nicht, wir dawnen, was bedeutet, wir singen die Worte, die wir zum Himmel richten. Wir lesen die Tora nicht, sondern wir singen die wöchentliche „Lesung“, jedes Wort mit seiner eigenen Kantabilität. Auch rabbinische Texte werden nie nur studiert, wir singen sie mit dem besonderen Sing-sang, den alle Studenten des Talmuds kennen. Jede Zeit und jeder Text hat ihre bzw. seine spezifischen Melodien. Das gleiche Gebet kann mit einem halben Dutzend verschiedener Melodien gesungen werden, je nachdem, ob es Teil des morgendlichen, nachmittäglichen oder abendlichen Gottesdienstes ist, und ob es sich um einen Wochentag oder den Schabbat, um ein Fest oder um einen der Hohen Feiertage handelt. Es gibt verschiedene Kantabilitäten für biblische Lesungen, je nachdem, ob der Text aus einem der Mosebücher, der prophetischen Literatur oder den Ketubim, den „Schriften“, stammt.
Musik ist die „Landkarte“ des jüdischen Geistes, und jede geistliche Erfahrung hat ihre eigene, unverwechselbare, melodische Tonalität.“
. . . klick » hier zur gesamten Ansprache „Die Tora als Gottes Lied“ von Rabbiner Sacks,
. . . klick » hier seine Ansprache „Tora vom Himmel“, Tanach im Vergleich zum Alten Testament.

Schabbat Schalom


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