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MIKEZ im Chanukka – Kommentar

Großes Hallel; 1. Moses 41,1 – 44,17, 4.M. 7,42-53 || Sacharja 2,14 – 4,7, Jesaja 66

„Nach Verlauf zwei [voller] Jahre hatte Pharaoh einen Traum: er stand am Nil…“ (1Mo41,1). Jeder weiß von den zwei Träumen Pharaos: Dem einen von den sieben fetten und den sieben mageren Kühen, dem zweiten von den sieben fetten und den sieben mageren Ähren. Warum aber zwei [existentiell wichtige] Träume, sowohl für das Überleben Ägytens als auch Israels? Um dies zu erfahren blättern wir einmal zurück in die letzte Parascha. Wohl bemerkt, nicht in unseren Kommentar WAJESCHEW, den wir aktueller Weise dem Thema Siedlungsprophetie trotz EU Judenboykott widmeten, also der Gott verachtend christlichen Allianz zwischen Merkels antisemitischem EU-Lutherstaat mit dem palästinensischen Terrorregime unter Mahmud Abbas. – Nein, was am Ende der Parasha WAJESCHEW, gerade heute voll existentieller Bedeutung für das Volk Israel und jeden einzelnen Nachfahren Israels zu Tage trat, war die strikte Unterscheidung, die Hawdala, zwischen zwei Träumen, einem voll guten und einem voll bösen Traum. In der Unterscheidungsfähigkeit lag die Prophetie von Joseph / Josef (mit fast identischem Inhalt im Koran Yusuf), und liegt sie auch heute wieder: Aus der christlich dominierten Welt Ägyptens aus und in Jakobs engelhaften Himmelsleiter-Traum einzuziehen, oder im christlichen Glauben – wieder – den nächsten Albtraum zu erleben. Es ist Deine Entscheidung Israel, klirrend klar zu unterscheiden!

Den ersten Traum erzählte der Mundschenk Pharaos unserem Josef im Kerker. Er handelte von voll Fruchtbarem bei viermaligem Vorkommen von Wein bzw. Beeren zum „Dienst am Herrn“. So sagt der Talmud, dass vier Becher Wein am Seder getrunken werden sollen, zur Befreiung. Josef prophezeit entsprechend des voll guten Traumes, dass der Pharao wieder „das Haupt des Munschenks erheben“ wird, zur Freiheit und Würde. – Nun dachte sich der Bäcker/Christentum/Islam: Ach, wenn das so einfach geht, Errettung/Befreiung zu erlangen, dann will ich dem Josef auch mal nen Traum vorträumen. Es war ein voll böser Traum. Ergo prophezeit Josef dem Bäcker „binnen drei Tagen wird der Pharao deinen Kopf von dir herab nehmen und dich an einen Baum hängen, und das Gevögel wird das Fleisch von dir abfressen.“ (1.Mo.40,19)

"An den Wassern zu Babylon saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten"

„An den Wassern zu Babylon saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten“

Beide Träume des Pharos in unserer aktuellen Wochenlesung MIKKEZ stellen jeweils in sich Gutes und Böses gegenüber, während in der Lesung der Woche zuvor der eine Traum [voll] gut und der andere [voll] böse war. Immer waren es ZWEI Träume! Ist es für Christen nicht ein ziemlich Existenz gefährdendes Wagnis, einen Traum zu erfinden, wenn doch der Ewige weiß, welcher Traum – faktisch belastbar: der Ewige hat Sein Wort darauf gegeben! – wahr und ehrlich ist? Sollte umgekehrt ein Jude nicht stringend wie der Ewige und mit Ihm Eins unterscheiden können, was voll böse und was voll gut, also was zum Albtraum führt und was zur Heimkehr / Befreiung / Errettung der Träumenden, an den Stromarmen Babylons gefangen sitzend? – Das nun ist das Große an Josefs Deutung und die Überlegenheit seiner Weisheit. Er hat den Mut zur Wahrheit und damit zur einzigen Befreiung, sogar vor dem König! Er verzehrt sich danach, dem Pharao nur Gutes deuten zu können, aber er verbürgt sich nicht dafür. Er kann es nicht, weil das bei Gott steht. Josef erinnert daran, dass das Glück unbeständig ist. Er deutet dem Pharao nicht dessen Träume sondern dessen Pflichten. Die aus dem Verlassen auf den Ewigen, den Schöpfer und Regenten der Welt, stammende jüdische Weisheit ist es, die Zeiten sich zum [voll] Guten kehren lässt und deren Aufgabe es ist, die Menschen zu lehren, was sie tun sollen.

Schabbat Schalom,
Ihr Eric Martienssen

Statt Märchen zu Weihnachten
Die Jüdische Weihnachtsgeschichte


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