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Schabbat DEWARIM- und CHAZON-Kommentar vor Tischa beAv

5. Mose 1,1 bis 3,22; Jesaja 1,1-27

Kommenatar von Eric C. Martienssen:
ERINNERUNG ! Sie ist der Grund, warum Moses alle Geschehnisse um Israel und später auch alle Gesetze seit dem Auszug aus Ägypten im Sefer Dewarim, dem 5. Buch Moses, wiederholt und auslegt, denn Devarim – die Reden – die er führt spricht er jetzt zu einer komplett neuen Generation Israeliten, die den Exodus nicht mehr selbst erlebt hat. Und was braucht jedes Volk und jeder Völkerbund der Welt? Das Wissen um seine Entstehungsgeschichte und Gesetze, eine (Ver-) Ordnung, die den Geist der Gründungsväter weitergibt! Im Falle Israel – wenn man so will: dem ersten Nationalstaat der Welt, 3.000 Jahre bevor es im 19. Jahrhundert erst zu den ersten Nationalstaatsbildungen auch unter den heidnischen Völkern kommt – ist hier der alleinige Gründervater Gott persönlich, der Ewige, gesegnet sei Er. Folglich ist Gott auch alleiniger Gesetzgeber für die Nation, die in unserem Wochenabschnitt gerade im Begriffe ist, in ihren Staat einzuziehen, das Land, darin Milch und Honig fließen sollen, wie den Juden durch ihre Erzväter Abraham, Isaak und Jakob von ihrem Gesetzgeber und künftigen Landesvater, Gott, verheißen war.

Aber ob es wirklich so war, das Land? Wie jedes Volk, misstraute auch Israel seinem Gott des Ersten Gebots. Es wollte nach eigenem Geist leben, nach eigenem Gusto (lat. Geschmack, ital. al gusto = nach Belieben), ohne Gesetze des himmlischen Staatsorberhaupts – wie all die anderen Völker auch, die sich eigene Gesetze machten, ohne auf Gott hören zu müssen. Damit sein Volk jedoch hören und verstehen konnte, begann Moses seine Rede über Gott in unserem Wochenabschnitt damit, dass er den Grund voranstellte, warum die Wüstenwanderung bis hierhin vierzig Jahre gedauert hatte, obwohl schon im zweiten Jahr zwölf Kundschafter in das künftige Land Israel ausgesandt worden waren, das ihnen Gott als das Land wo Milch und Honig fließt prophezeit hatte. Sie glaubten Ihm nicht, weil das, was diese sahen in dem Land, zehn von den Botschaftern Angst machte.

In Wirklichkeit war es – und ist es bis auf den heutigen Tag – genau umgekehrt, nämlich dass die heidnischen Nationen, allen voran das christliche Deutschland, Angst vor den Israeliten hat, beziehungsweise Angst vor der Verheißungen Gottes für die ganze Welt, unter federführendem Gottesgehorsam Israels. Deshalb nämlich werden immer wieder deutsch-christliche Märchen penetriert, wie die rechtswidrige Besetzung Palästinas – befreit die armen, unschuldigen Palästinenser aus den nazigleichen Ghettos des Gazastreifens und der siedlungspolitisch geplünderten Westbank! – oder die nach gleichem deutschen Muster skrupellos und vorsätzlich die Wahrheit auf den Kopf stellend in ARD-Tagesthemen, ZDF-heute, FAZ, WELT und BILD in lutherisch-volksverhetzender Nibelungentreue verbreitete Lüge von der rechtswidrigen Besetzung der Krim und Ukraine duch Putins Russland, was sogar dem SPIEGEL vor fünf Jahren noch als Absurde Vorstellung vorgekommen war, bevor er dann selbst vom merkelinisch-vergauckelnden Luthergeist der nationalen SpringerMohnpresse geschluckt wurde. Alles aktuell wieder die gleichen Mechanismen wie schon als „Ermordung Gottes durch Juden“ oder als „jüdische Weltherrschaftsübernahme“ in den „Protokollen der Weisen von Zion“ erfolgreich propagiert, damit unter keinen Umständen das eintrifft, was Gott in unserer Parascha durch Moses Seinem Volk zusagt (5. Moses 1,10+11):

    „Der Ewige, euer Gott, hat euch vermehrt, ihr seid heute so zahlreich, wie die Sterne des Himmels

    [10 Kapitel vorher wurde die Summe aller Israeliten, alle wehrfähigen Männer im Alter zwischen Zwanzig und Fünfzig, auf 601.730 gezählt].

    Der Ewige, euer Gott, möge euch noch tausendmal mehr werden lassen, als ihr jetzt seid, und möge euch segnen, wie Er euch verheißen hat.“

Heißt im Klartext: alle Welt wird jüdisch werden / dem Gott Israels nachfolgen! Die Juden [haben Gottes Gesetze bereits angenommen] zuerst, dann die Griechen, also die heutigen Christen durch Bekehrung zum Ewigen, dem Gott der Juden. Denn bei 601.730 hier genannten „wehrfähigen“ Israeliten, dürfen wir bei – hier nicht mitgerechneten – drei Kindern + Frau + Großeltern von einem Multiplikator von insgesamt 6 ausgehen, tausendmal = ca. 3,6 Milliarden Juden – Verheißung Gottes?!

Das ist es, was Christen so sehr Angst macht (den Ismaeliten, Söhnen Esaus, weniger, von ihnen wird später in unserer Parascha die Rede sein), dass sie immer mal wieder einen Holocaust vom Zaun brechen, damit sie aufs Neue die Macht über Gott erlangen, zumindest die Interpretationsgewalt, wer denn Gott ist – und wer der Messias, der mit dem jüdischen, beschnittenen Rabbiner von Nazareth gar keine Ähnlichkeit haben wird, weil er als Erstes Israel von all seinen Feinden ringsum befreit. Nicht wie Jesu von keinem einzigen!

    Doch auch dieser hatte jedem Menschen den „Ort der ewigen Qual“ vorausgesagt, der einen anderen Gott als den der Tora anbeten würde.

Es handelt sich also bei Weltherrschafts-Angstmache um reine Erfindungen der Kirche und Lutherdeutschlands. Maßgeblich geschürt vom großen (Antisemitismus) Reformator in seinen die Deutschen zur Vernichtung Israels aufrufenden Schriften, die heute noch die lutherische Politik Deutschlands prägen. Der Umstand, dass die deutsche Regierung – nach gescheiterter Erster und Zweiter Weltherrschaftsübernahme – gerade heute wieder zu einer Lutherdekade aufruft, lässt einen verheerenden Blick in die Deutschen Politikerseelen vonwegen Weltherrschaft der Juden zu, während man selbst wieder auf dem Weg zur Weltherrschaft ist – uneinholbarer Führer der EU Europäischen Union ist man ja bereits wieder, sodass man sich jetzt im Zuge der hinterlistig eingefädelten NATO-Osterweiterung und begleitet von Sanktionen gegen das von Merkels-EU überfallene und zum Staatsfeind stilisierte Russland (der letzte deutsche Feldzug hatte den Russen immerhin 26 Millionen Tote eingebracht – jetzt erhofft sich Deutschland mit einem Schlag auch deren Wirtschaft lahmzulegen) die Ukraine einverleiben kann, um seinem Ziel näher zu kommen. Heute gehört uns Deutschland, morgen die ganze Welt? Und wieder sind nur Juden um Charlotte Knobloch (wir berichteten im Kommentar letzter Woche „Wollt ihr uns Juden noch“) mit wenigen tausend lernfähigen Deutschen vereint in „Wehret den Anfängen“ Demonstrationen auf Merkel-Deutschlands Straßen unterwegs – 10 Jahre zu spät!

Solche frühpubertären Gottverlassenheiten hatten auch die Juden in den 40 Jahren Wüste mannigfaltig durchlaufen, vom Goldenen Kalb angefangen, über Korach, das Einlassen mit den Moabiterinnen und so weiter und so fort. Aber jetzt, vor dem Heiligen Land Israel stehend, ganz und gar Volk Gottes. Na ja, fast, denn…

…Da mochte keiner aus dem ganzen Volk mehr auf den Gott hören, der ihnen Milch und Honig zugesagt hatte. Im ‚Schma Israel‚ (Höre Israel) sagt ein Vers am Schluss: „Schaut nicht nach eurem Herzen und euren Augen, denn dann werdet ihr Mir untreu“. Genau hier liegt der Unterschied zwischen der Kultur des griechischen SEHENS und der Kultur des HÖRENS Israels.

Chief Rabbi Jonathan Sacks Foto: coopermiall

Chief Rabbi Jonathan Sacks Foto: coopermiall

Unser Wochenabschnitt heißt die „Reden“. Den Reden Gottes durch Mosche stehen „Hörer“ gegenüber. Bis jetzt sind dies ausschließlich Juden. Doch obige Rechnung gibt eine Verheißung darauf, wie Gottes Welt entstehen kann, wenn alle auf den Ewigen, gesegnet sei Er, hören wollten.
Oberrabbiner Prof. Sir Jonathan Sacks aus London, Chief Rabbi of the United Hebrew Congregations of the Commonwealth, drückte es einmal so aus:
„Die griechische Kultur ist eine am Sehen orientierte Kultur. Das Judentum ist das exemplarische Beispiel einer am Ohr orientierten Kultur, in der der primäre Akt nicht das Sehen, sondern das Hören ist. Was bringt eine visuelle Kultur hervor? Statuen. Gemälde. Architektur. Skulpturen – und Zuschauer-Sportwettkämpfe“
„Im Judentum sagt nicht das, was man sieht, die Wahrheit, sondern das, was man hört – und das ist alles. Wenn man sich auf das Sehen verlässt, geht man in die Irre … Die Kundschafter sahen – und zogen daraus bestimmte Schlüsse. Es waren falsche Schlüsse. Was sahen sie? Wann immer Sie eine Verteidigung des Judentums brauchen, hier ist sie. Erinnern Sie sich, dass Mose unter den vielen Dingen, die er den Kundschaftern aufgetragen hat, sagte: „Seht, was es für Städte sind, in denen sie wohnen, ob sie in Zeltdörfern oder in festen Städten wohnen!“ Und sie kamen zurück und sagten, die Städte seien befestigt und sehr groß. Im 5. Buch Mose , Kapitel 1, fügen sie noch hinzu, sie seien bis an den Himmel ummauert. Also: Was machen die Kundschafter? Sie folgerten, wenn die Städte stark sind, dann ist auch die Bevölkerung stark. Das war ihre Schlussfolgerung … Denken Sie nicht, dass die, die hinter den hohen Mauern eines selbst gewählten Ghettos leben, unbedingt die stärksten Juden sein müssen. Die stärksten Juden können ohne diese hohen Mauern leben. Im Vertrauen auf ihren Glauben können sie sich im Dialog mit anderen Glaubensüberzeugungen oder mit den Kulturen anderer Völker engagieren.“ (Hier geht es zum gesamten Vortrag von Rabbiner Sacks aus London → Tora vom Himmel.)

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .


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< RÜCKBLICK: Gottes Streiten für Israel - Mizrajim bis Emori. Zorn wegen Untreue - 38 Jahre seit Kadesch, bis alle gefallen. VORBEREITUNG: Der Ewige wird für Israel streiten / WARNUNG: Aufruf zur Umkehr - Erlösung Zions durch Gerechtigkeit >
Psalm 137

NICHT ZU VERGESSEN! Der Schabbat vor Tischa B’Av wird auch Schabbat „Chazon“ – der Schabbat der Verkündigung – genannt und es wird der Haftara Teil der Weissagung Jesajas (1,1-27) gelesen, die letzte der drei „Lesungen der Trübsal“. Tischa beAv gedenkt der Zerstörung des 1. und 2. Tempels – neben Jom Kippur ist dieser Tag der einzige 25 Stunden dauernde Fastentag.

Schabbat Schalom


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2 Kommentare to “Schabbat DEWARIM- und CHAZON-Kommentar vor Tischa beAv”

  1. BS“D

    Schabbat Schalom, lieber Herr Martienssen!
    Als mir gestern Abend mein Handy den Eingang Ihrer E-Mail signalisierte, war ich gerade dabei, Ihnen einen neuen Artikel aus meinem Keyboard (früher hätte man gesagt – aus meiner Feder -) abzusenden → Schaltjahr für den Islam?
    Ich konnte also vorher Ihren obenstehenden → Kommentar vor Tischa beAv noch nicht gelesen und beides sich gegenseitig auch nicht beeinflusst haben. Nachdem ich Ihren Artikel nun gelesen habe, ergibt sich ein Grund zu einem Hinweis:
    Die Söhne Esaus sind nicht die Ismaeliten sondern die Edomiter. Der Stammvater der Ismaeliten ist Ischmael, der Sohn Abrahams, dem Abraham diesen Namen selbst gab, und damit ist er auch der Halbbruder Isaaks. Ischmael ist der Stammvater aller Araber.
    Nun noch etwas Originelles zum Schabbat vor Tischa beAv: Er ist immer Schabbat Dewarim und Chazon zugleich, aber fällt manchmal, z.B. im kommenden Jahr 5775 als Schabbat auf den 9. Av. Dann verdrängt der Schabbat den Fastentag, und es wird erst am 10. Av gefastet, weil am Schabbat nicht gefastet werden darf. Einzige Ausnahme: Am Jom Kippur wird auch am Schabbat gefastet.
    Das braucht für die drei Trauerwochen einen speziellen Steuerungs-Mechanismus. Wenn der Schabbat Pinchas vor den 17. Tamus fällt, sind Mattot und Masej zwei eigenständige Paraschiot. Ist jedoch Schabbat Pinchas nach dem 17. Tamus, dann wird Mattot und Massej zu einer Doppel-Parascha zusammengefasst. Entsprechend sind auch die Regelungen für Spezial-Haftarot in diesen Wochen. ( Siehe Darstellung “Das Tora-Jahr“ in der Mappe zum Verständnis des Hawdala-Kalenders).
    Weiterhin alles Gute und Schabbat Schalom!
    Ihr Jehonatan Kiebitz

  2. Marion Parsch sagt:

    Lieber Herr Martienssen,

    gerne trage ich dazu bei, warum gerade die „Christen“ soviel Angst haben. Richtig, der Mensch geht danach, was er sieht und lässt sich davon schnell beeindrucken.
    Die „kath. Kirche“ ist eine riesige Institution, schon immer gewesen. Den Pontifex gab es 500 Jahre vor Jesus dem Narazäner. Seine Anhänger liesen die Kasse noch mehr klingeln.
    Sie hinterfragten nichts. Sie waren beeindruckt über die „Stärke“ und folgerten falsch daraus, dass es seine Richtigkeit damit hätte. Es funktionierte.
    Durch zusätzliche Einschüchterung konnte man die Kühe melken. Der 10. Teil und mehr, wurde benutzt um sich selbst Gutes zu tun und nur ein kleiner Teil davon ging an die Armen. Das ist leider immer noch so.
    Die Christen würden sich auch heute, so ohne Weiteres niemals davon abbringen lassen und diesen Irrtum eingestehen, denn wer so „stark“ und „groß“ ist, kann nicht im Unrecht sein.

    Da der Mensch von Natur aus bequem ist, wird er nur ungern seine alten Gewohnheiten ablegen, jedenfalls nicht, solange es ihm dabei gut geht.
    Denn da kommt die Angst ins Spiel, sie blockiert den notwendigen Mut Neues zu suchen und zu empfangen.

    Wir können nur hoffen und beten, dass die nächsten Generationen, neugierig genug sind, die Wahrheit zu suchen.

    Möge der EWIGE, gelobt sei ER, ihnen dabei behilflich sein.

    Es ist schon Zwölf.

    Schalom und eine gesegnete Zeit.
    Marion Parsch