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Schabbat Chukkat – no Rote Kuh no Messias no Christus no Kirche

Kl. Hallel; 4. Moses 19,1 – 22,1 / 4.M.28,9-15 || Haftara: Jesaja 66

Kommentar von Eric Martienssen:
Wenn der Prediger Kohelet (7,23) resigniert: „Ich dachte es zu verstehen, doch es blieb mir fern“, mag er diese Aussage nach dem Midrasch Bamidbar Rabba (19,3) wohl auf das Auftaktkapitel (19) unserer heutigen Parascha Grundgesetz (hebr. Chukat) bezogen haben, das Gebot mit der „Roten Kuh“. Wir wollen es deshalb einmal überspringen, einverstanden? Nur soviel vielleicht noch, nämlich dass unsere Weisen feststellen, dass es seit der Gesetzgebung überhaupt nur zu neun Opferungen Roter Kühe gekommen ist. Die Opferung der zehnten Roten Kuh ist laut RaMBam dem Messias vorbehalten.

    Desweiteren Rabbi Mosche Ben Maimon über den Maschiach (griech. Christos – nicht Jesus, erst recht nicht Christus): … Sollte daher ein König vom Stamme David erstehen, der seinen Geist der Thora zuwendet und wie der Stammvater David die Gebote erfüllt, sowohl der schriftlichen wie der mündlichen Lehre, auch ganz Israel veranlasst, nach der Thora zu leben und sie zu befestigen, so kann er für den Messias gehalten werden; nimmt seine Wirksamkeit einen glücklichen Verlauf, besiegt er die Nationen der Umgebung, erbaut den Tempel und versammelt die Zerstreuten Israels, so ist kein Zweifel mehr, daß es der richtige war…(vgl: Mischneh Torah, Hilchath Melachim, Kap. II.)

Was keinem von uns jedoch fern ist, im Gegenteil: es sollte uns sehr nahe gehen, ist die volle Power von Trauer, die sogar Mosche Rabbeinu so sehr verzweifeln lässt, dass er, der größte Prophet aller Zeiten aber eben auch ganz und gar Mensch der Gefühle (was für eine Kombination!), den größten Fehler seines für uns alle auf ewig vorbildlichen Lebens begeht. Und hier ist der Grund:

    Und es kamen die Bne Jisrael, die ganze Gemeinde, in die Wüste Zin im ersten Monat, und das Volk ließ sich in Kadesch nieder. Da starb dort Miriam und wurde dort begraben. Und es gab kein Wasser für die Gemeinde… (Bamidbar 20,1-2)

Wie sehr hatte Moses seine Schwester geliebt. Das Judentum, Israel, ist das Volk der Prophetie, doch in erster Linie eine Erinnerungsreligion (daher die Kraft). Also erinnern wir uns. Woran? Natürlich an Ägypten, woran denn sonst:

    (2. Moses 2,3) Da nahm sie für ihn ein Kästchen aus Papyrusschilf, verklebte es mit Erdharz und Pech, legte das Kind hinein und legte es ins Schilf am Ufer des Nils. Seine Schwester stellte sich etwas weiter ab, um zu erfahren, was mit ihm geschehen würde. Da kam die Tochter Pharaos an den Nil, um zu baden, und ihre Jungfrauen wandelten am Rande des Nils und sie erblickte das Kästchen […] und sprach: „Das ist eines von den Kindern der Hebräer“. Da fragte seine Schwester die Tochter des Pharao: „Soll ich hingehen und dir von den Hebräerinnen eine Amme rufen, dass sie Dir das Kind säuge? […] „Nimm dies Kind mit und säuge es mir, ich will Dir den Lohn dafür geben!“

Und ihr Lohn war stets die überschwängliche Liebe ihres Bruders Moses – selbst als Mirjam ihm später vorwarf, sich eine kuschidische Frau genommen zu haben, und – ohne Qualifikation oder Berufung wie Korach in unserer letzten Parascha – sogar darauf beharrte, selbst mit dem Ewigen, gelobt sei Er, reden zu dürfen, deswegen sogar vom Ewigen mit Aussatz, schneeweiß, bestraft wurde. Mosches Liebe für sie blieb unerschütterlich, die sich daran stets erinnerte, was sie für ihn, dem Erstgeborenen Sohn in Ägypten getan hat; somit also auch für uns, Israel, dem Erstgeborenen Sohn Gottes. Erinnerung?

Nein, keine Erinnerung des Volkes, keine Liebe zu unserer Erretterin und unserem Erretter in Personalunion (der Ewige ist Frau und Mann, Singular und Plural) – jetzt, im vierzigsten Jahr der Wüstenwanderung immer noch der gleiche Zweifel an Gott. Statt Erinnerung an das Erste Gebot: „Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich aus Ägyptenland, dem Sklavenhause, geführt hat“ der Vorwurf an Moses wegen des Durstes: „warum habt ihr die Gemeinde des Ewigen in diese Wüste gebracht; nur damit wir und unser Vieh hier sterben? Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt?“ – Seine heiß geliebte Schwester gerade verloren und dann sowas, diese himmelschreiende Undankbarkeit, Ungerechtigkeit, Gottverlassenheit. Zur übergroßen Trauer gesellt sich Zorn (wie wir alle das bis zum heutigen Tag noch nach dem Verlust eines geliebten Menschen empfinden), und er sprach:
„Hört doch, ihr Widerspenstigen, werden wir euch wohl aus diesem Felsen Wasser hervorbringen können?“ Und Moses erhob seine Hand und
schlug den Felsen zweimal, da kam viel Wasser heraus und die Gemeinde und ihr Vieh tranken.

Indes, als ihm und Aaron zuvor die Herrlichkeit des Ewigen erschienen war vor dem Stiftszelt, da hatte der Ewige, geheiligt sei Er, ihnen ganz klar zu Mosche gesagt: Nimm den Stab, versammle die Gemeinde, und

    rede vor ihren Augen mit dem Felsen, dass er sein Wasser gebe!

In der tiefen Trauer um seine geliebte Schwester war Mosche so durcheinander, dass er ungehorsam wurde. Er hatte ebenso, wenn auch auf andere Weise, wie das Volk mit diesem Gott, den er doch eigentlich so liebte, gehadert. Von einem Führer erwartet Gott jedoch unbedingten Gehorsam gegenüber Seinem Wort, Gottes Wort. Zur Strafe durfte Moses das Land, darin Milch und Honig fließen, das Land, das den Vätern versprochen ward, „damit ihr [Israel] darin wohnet“, selber niemals sehen.

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

Am Schabbat geht es vom Monat Siwan in den Monat Tamus (auch Tammus), an dessen 17. Tag die dreiwöchige Trauerzeit um die Zerstörung u. a. des Ersten Tempels (durch Nebukadnezar/Babylon) und des Zweiten Tempels (durch den Pontifex/Rom) in Jerusalem beginnt. Aber vergessen wir aktuell nicht, dass der offizielle Name des baruch HaSchem 1981 von der IDF zerstörten iranischen Kernkraftprogramms zur Auslöschung Israel auch genau deshalb „Tammus“ war (s. Kernkraftwerde Osirak-Kommentar in Margaret Traubs Antwortgedichtsübersetzung auf Günter Grass). Soll Israel warten, bis durch das vermeintliche Atomabkommen der UNO/USA mit Iran durch gelockerte Wirtschaftssanktionen und gedrosselte Urananreicherung Teherans während unseres Trauergebets der Judenstaat ausradiert wird, bevor auch nur ein Abfangjäger von Zahal gegen die Schlangengrube der Ayatollahs von Hassan Rohani in die Luft gegangen ist? Kommentare wie Gebete herzlich erwünscht!

Stichpunkte der Parascha Chukkat
nach dem jüdischen
Hawdala-Kalender ( JETZT bestellen! ):
< Rote Kuh - Reinigungswasser. Haderwasser - Kadesch. Mirjams und Aharons Tod. Kupferne Schlange. Sieg über die Könige Sichon und Og. || Gottes Diener mit Jerusalem getröstet - Neumond- und Schabbatfeier ewige Weltordnung > Psalm 95

…oder auch Psalm 106,6 ff: „Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben unrecht getan und sind gottlos gewesen. Unsre Väter in Ägypten wollten Deine Wunder nicht verstehen. Sie gedachten nicht an Deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer. Er aber half ihnen um Seines Namens willen, dass er Seine Macht beweise. Er schalt das Schilfmeer, da wurde es trocken, und führte sie durch die Tiefen wie durch trockenes Land und half ihnen aus der Hand dessen, der sie hasste, und erlöste sie von der Hand der Feinde.“
… als da wären, wie es u.a. im letzten Kapitel der Parascha heißt: Edomiter, Amoriter, Ammoniter, Moabiter, doch auch heißen könnte: Lutheraner in der Lutherdekade, die – wie Angela Merkel und Pfarrer Gauck – die Palästinenserführer, also die, die Israel auslöschen wollen, als Staatsgäste willkommen heißen, evangelische und katholische Kirchen, die vereint mit den Vereinten Nationen Israel verurteilen, die die vom Iran gesteuerte Hamas jedoch nicht einmal als Terrororganisation einstufen, weil sie doch vom ehrenwerten PLO-Terroristen Mahmoud Abbas und seiner insbesondere von Protestanten so geliebten Fatah, jetzt sogar vereint mit der Hamas, doch christliche Ziele verfolgt: Die Auslöschung des Judenvolkes – denn christliche Mission der Juden ist nichts anderes als Auslöschung des Judentums, nur eben in heilig-römischem Geiste.

Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig.
Gelobt sei der Name der Herrlichkeit Seines Reiches für immer und ewig,
Schabbat Schalom


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2 Kommentare to “Schabbat Chukkat – no Rote Kuh no Messias no Christus no Kirche”

  1. BS“D

    Schalom, lieber Herr Martienssen!

    Das Unübliche, zu Tora-Kommentaren die Kommentar-Funktion zu bemühen, hatte ich früher schon thematisiert.

    Mit dem Schluss-Satz in Ihrem Kommentar zu Paraschat Chukkat haben Sie mir einen Grund gegeben, der wohl den meisten Lesern Ihrer Webseite nicht sichtbar bzw. bewusst werden könnte.

    Sie zitieren den Anfang des → Schema-Israel: Höre Israel: HaSchem, unser Gott, ist HaSchem der einzig Eine. (Dewarim – 5. Buch Moses – Kapitel 6 Vers 4 Übers. Rabb. Hirsch) und danach den Satz, der jedem Benutzer eines Siddur Gewohnheit ist. (Baruch Schem Kewod Malkuto leOlam waEd: Gelobt sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches immer und ewig.)

    Schlagen Sie aber in der Tora nach, werden Sie anstelle dieses Satzes nur den einen Buchstaben Waw finden, der zwei Begriffe, zwei Welten, oder, wie auch immer, zwei Dinge verbindet. Deutsch könnte man sagen: Das verbindende Und.
    In Kapitel 4, 2 kurz vorher finden wir den Text: Füget dem, was ich euch gebiete, nichts hinzu und lasset nichts davon fehlen, die Gebote Gottes, eures Gottes, zu hüten, die ich euch gebiete.

    In dem Fall ist es eine äußerst brisante Stelle, an der doch sichtbar etwas hinzugefügt wurde, was zwar kostbar klingt, aber offensichtlich nicht dort hingehört!

    Zumindest im Siddur Sefat Emet kommt diese Konstellation zweimal vor. Ganz am Anfang, auf Seite 7. Da folgt, in Klammern gesetzt, dem Schma Israel der hinzugefügte Satz mit dem voran gestellten Hinweis: (leise), und er ist auch in einer kleineren Schriftgröße gedruckt. Auf Seite 36 ist er nur kleiner gedruckt. Wie kann so etwas bestehen?

    Im Hawdala-Kalender 5771 hatte ich unter der Überschrift „Das Einzig Ewige Gesetz, das Geheimnis der Erlösung, und die unteilbaren Grenzen des Friedens“ diese Stelle in den Blickpunkt gerückt, ohne die Praxis im Siddur, die der Tora zu widersprechen scheint, zu berühren.
    Da ging es schlicht um das Geheimnis des Lebens: „Höre und Liebe“, beides auf den Ewigen, den Gott Israels, bezogen.
    Sie geben mir jetzt den Grund, das ungewöhnliche auszusprechen: „Wie kommt an diese Stelle mitten im Herzen Israels dieser Satz, der doch beim Lesen der Tora keineswegs erlaubt und zu vermuten ist?“
    Ahnen Sie, das es einen der schmerzlichsten Punkte in der Geschichte Israels berühren muss?“

    Im Mittelalter hat die christliche Kirche sich mit ihrer → Ersatztheologie nicht nur demonstrativ an die Stelle Israels platziert und Israel als von ihrem Gott verworfen deplatziert. Sie hat auch die Juden in ihren Gettos kontrolliert und bevormundet, was sie zu tun und zu lassen hätten. Das Schema Israel, dass den christlichen Gott zu deutlich als einen von Menschen erfundenen → ideologischen Götzen bloßstellen konnte, hat die Kirche den Juden einfach verboten. Das Herz des Judentums war den Juden strafbar gemacht worden.

    Nun war ja die Kirche ein Macht-Apparat wie jede Form des Terrorismus, mit Folterungen, Hinrichtungen, Scheiterhaufen etc. Man kann mit Konsequenz nur sagen, die Kirche war die Mutter allen Terrorismus, auch wenn sie heute in einem ganz anderen Lichte erscheinen will. Ein Wolf bleibt auch im Schafspelz ein Wolf!

    Die Kirche hat auch, in der DDR war so etwas nicht unbekannt, ein raffiniertes System der Bespitzelung betrieben. Es waren also auch Spitzel im Auftrag der Kirche im Gottesdienst in den Synagogen anwesend. Diese wurden zwar als solche von den Juden meist durchschaut, aber auch als gefährlich wahrgenommen, zum Beispiel wenn das verbotene Schema Israel doch an seiner vorgesehenen Stelle vorgekommen wäre. Das ging einfach nicht.

    Andererseits haben die Juden auch die Gewohnheiten eines Spitzel erkannt. Der wusste auch, wann das Schma Israel an der Reihe gewesen wäre, und ist erst zur Synagoge hereingekommen, wenn das verbotene Schema Israel nicht mehr zu lange auf sich warten ließ. Das war der Jüdischen Gemeinde zwar angenehmer, als sich vor HaKadosch, baruch Hu (Dem Heiligen, gelobt sei ER), schämen zu müssen.

    Die Christen haben den Juden ihr Glaubensbekenntnis unter Strafe gestellt! Deshalb haben die Juden es an den Anfang des Gottesdienstes gestellt und den Satz „Gelobt sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches immer und ewig“ folgen lassen, gleichsam wie eine Brücke zum Anschluss an die Stelle, wo das Schema Israel eigentlich hingehört hätte. Dort wurde dieser Text noch einmal gelesen und es ging weiter mit dem Waw, und „liebe Gott, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen.“ …
    Die meisten Benutzer des Siddur kennen heutzutage diese traurige Seite nicht mehr.

    Ihnen und allen GSI-Lesern wünsche ich Schabbat Schalom und Chodesch Tov, einen guten neuen Monat, da der erste Tag Neumond in diesem Fall am Schabbat ist.

    Ihr Jehonatan Kiebitz

  2. Gods Sabbath sagt:

    …erschreckende Hintergründe, danke Herr Kiebitz. Wenn man heute vermeintlich gute Dinge sieht, dann verkennt man oft, dass diese verbrecherische Hintergründe haben. Insofern sollte ein Papst, auch Mutter allen Gott spottenden Glaubens und Kriege, der demonstrativ für Frieden, beispielsweise aktuell in der Ukraine für Frieden betet, immer Anlass geben, darüber nachzudenken, welches kirchliches Menschenrechts-Verbrechen dem zu Grunde liegen mag? Dann kommt man schnell darauf, das a) dem Ewigen das falsche Gebet eines Massenmörders – und Mörders des Rabbiners von Nazareth – ein Gräuel ist und b), dass die Krise in der Ukraine von der EU unter lutheranischem Einfluss Merkels vorsätzlich, durch Wortbruch, herauf beschwört (DER SPIEGEL) wurde. Wortbruch ist eine rein christliche und durch Merkel wieder kultivierte Disziplin! Wie auch die Hinterlist mit der Entwaffnung der vermeintlich Putins Befehl gehorchenden „russischen Separatisten“ stark an Merkels Siedlungslügen erinnert. Einzig dazu gedacht, die Israel das Existenzrecht absprechenden Palästinenser zur Vernichtung Israels zu legitimieren, dass sie sich selber die Finger nicht mehr dreckig machen muss. So eben auch in der Ukraine den faschistischen Truppen um Yatsenyuk den Persilschein geben, die Separatisten auszulöschen, wenn die erstmal entwaffnet sind. Darin ist Luther-Deutschland ja Exportweltmeister. Wie die Chemiewaffen in Syrien schließlich ja auch mit deutschem Gift erst möglich wurden, was sich schon in Deutschlands Erstem Weltkrieg bewährt hatte.