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EMOR Kommentar – Heiliges Leben der Juden

3. Mose 21,1 – 24,23; Haftara: Hesekiel 44,15-31
Die Sprüche der Väter 2

Kommentar von Eric Martienssen:

In der Parascha Kedoschim der letzten Woche hieß es gleich eingangs “Ihr sollt heilig sein, weil ICH heilig bin”. Zu denen der Heilige dies sagen lässt sind die, die den Völkern hier auf Erden vorausgehen, hier unten bereits im Angesichte des Ewigen – gelobt sei Er – heilig werden sollend. die Juden. Warum hier schon? Weil es sonst kein Leben bei Gott in der kommenden Welt geben wird. Das ist die Message, die die Juden den Völkern durch Vorleben weitergeben sollen, dass diese nicht gar dem Irrsinn verfallen, sie könnten hier unten ihre Götter der Kircche anbeten oder den Gesetzen des Islam nachgehen, und schwupps, nach dem Tod, geht es dann zum Ewigen, den und dessen Gesetze sie vorher abgelehnt haben. Um ganz klar zu machen, was HaShem damit meint, indem Er es zum Gesetze machte, hier unten heilig zu werden, „weil ICH heilig bin“
sei an dieser Stelle das Schabbatgebot erwähnt, das Zeichen zwischen den Seinen und Ihm. Denn Er lebt schließlich mitten unter ihnen. Prompt schmeißt der christliche oder muslemische Familienvater am Schabbat den Rasenmäher an. Verstehen Sie, was gemeint ist und dass es gar nichts damit zutun hat, ob man meint, es käme doch schließlich nur auf das Feiertag halten an? Doch am Schabbat ruhte der Ewige selbst in der Schöpfung. Er tut es auch im Himmel! Und hat wahrscheinlich auch kein Verständnis dafür, dass Du dann einen Walkman mit einschmuggelst. Und das ist es, was, wenn Du es hier unten nicht begriffen hast, da oben nie eine Chance bekommen wirst auszuprobieren. Versteht sich von selbst, weil das Ausprobieren als Tätigkeit und als solches schließlich die Ruhe, Deine Ewige Ruhe, stören würde.

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

Stichpunkte der Parascha EMOR (Sprich zu…) nach dem jüdischenHawdala-Kalender (Link auf Artikel Jüdische Allgemeine)
< Gesetze für geheiligtes Leben der Priester zum Dienst im Heiligtum. Die Feste des Ewigen - Heilige Versammlungen || Der Ewige - Erbgut der Cohanim > Psalm 42

Die Völker, besonders Christenkirchen, müssen umlernen, statt sich selbst heilig zu sprechen, wie der Papst Franziskus es ihnen gleich zweifach durch Heiligsprechung zweier Päpste am Sonntag in Rom vormachte, heißt es in einem heiligen Volk, dass Gott Dich als heilig erkennt.

Im Prinzip haben wir mit unserer kommenden Tora-Wochenlesung EMOR inhaltlich zwei Abschnitte zu je zwei Kapiteln vorliegen. Beginnen wir unsere Betrachtung mit dem ersten Abschnitt, den Kapiteln 21 und 22, die an den Hohenpriester – den Cohen Gadol – Aharon und seine Söhne, die Cohanim, gerichtetet sind. Hier weist der Ewige, gesegnet sei Er, Mosche an: „Sprich [emor] zu den Priestern, den Söhnen Aharons, und spreche zu ihnen“… was für einen Auftrag sie innerhalb des Volkes Gottes und der ganzen Welt haben! Und genau dieser herausragende priesterliche Auftrag Gottes bringt die Welt gegen eben diese Cohanim – sie tragen auch immernoch Namen wie Cohn, Cohen, Coehn oder Kahn – und ganz Israel bis zum heutigen Tag auf. Oft bis zur Raserei.

… Doch was eigentlich sonst noch soll Mosche den Cohanim gebieten bzw. befehlen? Eben, die Feiertage zu halten soll er ihnen befehlen, sie zu achten (zu beobachten), also Achtung zu üben vor dem einen (1) Gott, der „Dich gerettet aus dem Sklavenhause Ägyptens“. Sprich: Erstes Gebot – Die Juden sind das einzige Volk, welche das Zehnwort, also die Zehn Gebote Gottes am Berg Sinai zu Schawuot empfingen und bis heute beobachten! Bei heidnischen Religionen hapert es oft schon dabei, allein nur das Erste Gebot zu zitieren, geschweige denn dessen Gott zu achten. So zum Beispiel die nach Trunkenheitsdelikten zurückgetretene EKD-Ratsvorsitzende und heutige Botschafterin der den Gott Israels verspottenden Lutherdekade. In einem Spiegelinterview Ende 2012 wurde Bischöfin Käßmann die Eingangsfrage gestellt, ob sie das Erste Gebot zitieren könne – sie konnte es nicht und sagte ein vermeintliches erstes Gebot auf, welches nicht einmal dem Sinne nach mit dem Ersten Gebot Gottes, selbst wenn man die Lutherbibel zugrunde legte, etwas gemein hatte. GSI verfasste zu dieser Tragödie eine Pressemitteilung (Erstes Gebot der Lutherdekade PDF).

Der Gott des Ersten Wortes ist natürlich, wie eben angerissen, auch der Gott Seines Vierten Wortes, des Schabbats, Seines Schabbats = Gottes Schabbat. Dieser Tag gehört Ihm! Er ist Sein Besitz, den Er mit Seinem Volk, dem Volk Gottes, Israel, teilen will (und allen, die sich zu Seinem Volk hinzu gesellen würden, Gerim – Bewusst zum Judentum Übergetretene). Und um diese Tage Seines Eigentums geht es, die Feiertage, die hier aufgelistet werden, beginnend natürlich mit dem Schabbat, dann den Bogen spannend von den Wallfahrtsfesten nach Jerusalem, Pessach, gefolgt, 50 Tage später, von der Übergabe der Tora an Schawuot bis zum Sukkot. Doch folgt in der Auflistung nach Schawuot nicht direkt Rosch HaSchana, wie wir es wohl alle erwartet hätten, sondern eine besondere Mizwa unterbricht unsren Ablauf:


    Und wenn ihr die Ernte eures Landes schneidet sollst du die Ecken deines Feldes nicht ganz fortnehmen indem du schneidest, und das Aufzulesende – versehentlich zu Boden Gefallene – Deiner Ernte sollst Du nicht auflesen; dem Armen und dem Fremden sollst du sie lassen, ICH bin Gott, euer Gott
    (3. Moses 23,22)

    Hier, als kleine Pause vom Felde, ein Sabbath Song:

    Finden wir hier nicht die Ahnmutter unsres Königs David, nämlich Ruth, eine Nichtjüdin in unsrer Seele wieder, die von dem, was wir übrig ließen überlebte, dann in Boas ihren Löser fand um später Ahnmutter Davids zu werden, aus dessen Geschlecht dereinst der Messias kommen wird? Sie hatte wahrlich Hunger gelitten und Schmerzen, wie auch der Nichtjude (dem einzigen, dem ein ganzes Buch unserer Heiligen Schriften gewidmet ist), Hiob, hier Kapitel 7: „Muss der Mensch nicht immer im Dienste stehen auf Erden und sind seine Tage nicht wie die eines Tagelöhners? … Ich will reden in der Angst meines Herzens und klagen in der Trübnis meiner Seele … dass ich mir wünschte, erwürgt zu sein (nachdem er alle seine Kinder verloren hatte, alles Gut, Haus und Hof und Gesundheit), und den Tod lieber hätte als meine Schmerzen. Doch keine Sekunde zweifelte Hiob an Gott!

Das Liegenlassen der versehentlich zu Boden gefallenen Ernte für die Armen und Fremden hat für Dr. D. Hoffmann etwas Grundlegendes im Judentum, Zitat:

    „Die Anerkennung Gottes als den Herrn des Bodens, die durch die Weihung des Zuerst Geernteten zum Ausdruck kommt … ICH bin der Ewige, euer Gott, schließt die Vorschrift; des Reichen und des Armen Gott bin ICH, dem ihr ja gemeinsam das Erste eurer Ernte dargebracht habt.“

Wir werden erinnert an das Wesentliche, das vom Wesen Gottes Zeugende, wie Er zu den Menschen steht: Die Jüdische Religion ist im gleichen Umfang auch Verpflichtung gegenüber dem Mitmenschen! Für unsere Weisen kann „mit ganzer Seele Gott zu dienen“ durchaus auch heißen, „sein Leben für Gott zu lassen“ (Brachot 54a). Die oben erwähnte Unterbrechung zwischen Schawuot und Rosch HaSchana will uns auch noch einmal verinnerlichen, dass es die Tora war, die dem ganzen Volk Israel vom Gott des Ersten Gebotes am Sinai gegeben worden war, für die das Volk Gottes später soviel Verfolgungen auf sich zu nehmen bereit sein musste; bereit, das eigene Leben für das an Schawuot offenbarte Wort, die Tora, zu geben.

Schabbat Schalom


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