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Vom Berg Sinai bis in alle Enden der Erde

Über eine besondere Gabe des Autors dieses Artikels, Jehonatan Kiebitz aus Ramat Beit Shemesch, IL, schrieb Professor Yizhak Ahren einmal anlässlich des 20. Geburtstages dessen Hauptwerkes in der → JÜDISCHE ALLGEMEINE: „Ungewöhnlich ist der Hawdala-Kalender von Kiebitz deshalb, weil er etliche Angaben enthält, die man in einem Werk dieser Art nicht erwartet. So hat Kiebitz den kühnen Versuch unternommen, jeweils in einer Zeile den Inhalt des Wochenabschnittes und den der Prophetenlesung (Haftara) zusammenzufassen.“ – In seinem nun folgenden Beitrag (alle „Zitate“ in Übersetzung von Rabbiner S. R. Hirsch, 1808 – 88) bringt Jehonatan Kiebitz nicht weniger als sieben Paraschot, von „Bo“ bis „Ki Tissa“, vortrefflich zusammen und auf den Punkt. Eric C. Martienssen

 

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Vom Berg Sinai bis in alle Enden der Erde

„Sprich doch in die Ohren des Volkes, dass jeder von seinen Bekannten und jede von ihren Bekannten sich silberne und goldene Geräte erbitte. Und Gott gab die Gunstwürdigkeit des Volkes in Mizrajims Augen, und auch der Mann Moses war im Lande Mizrajim [Ägypten] sehr groß, in den Augen der Diener Pharaos und in den Augen des Volkes.“ (2. Moses 11, 2 + 3)
2. Moses 12,35 + 36: „Israels Söhne hatten nach Moses Wort getan und von Mizrajim sich silberne und goldene Geräte und Kleider erbeten. Und Gott hatte des Volkes Gewährungswürdigkeit in Mizrajims Augen gegeben, sie kamen noch ihren Bitten zuvor und leerten Mizrajim aus.“

Das versklavte Volk zieht in die Freiheit. Als Sklaven waren sie keinen Lohn gewöhnt. In der Stunde der Befreiung, nach den Strafwundern, durch die ihr Erlöser sie von einer „Herrenrasse von Götzendienern“ geschieden hatte, waren sie in deren Augen sogar eine Belohnung wert. Die Ägypter hatten auch erfahren, warum Israel aus ihrer Mitte herausziehen sollte. Sie sollten dafür frei werden, dem Schöpfer des Himmels und der Erde zu dienen, der bereits auch als ihr Erlöser zu erkennen war. Noch nicht sichtbar ist jedoch, wofür sie dabei diese Wertsachen brauchen werden.

Ihr nächstes Ziel war der Berg Gottes, der Ort des brennenden Busches, an dem Moses das Zeichen gegeben worden war, hier werde er mit dem Volk Israel vereint Gott dienen. Dem ging aber ein Krieg voraus. Sie wurden überfallen von Amalek.
Dabei wurde ihr Gott ihr Panier. Moses Knecht Jehoschua stand mitten im Kampfgeschehen, und Moses stand auf dem Gipfel des Hügels. Der Sieg hing davon ab, dass Moses Hände oben blieben, das Zeichen, bei allem Geschehen nur auf Gott zu blicken, IHM zu vertrauen, aber auch in Verantwortung vor IHM handeln zu können. Dabei standen Aharon und Chur Moses zur Seite. (2. Moses 17, 9 – 16)
Moses und Aharon sind Leviten, in Jehoschua ist Joseph durch den Stamm Ephrajim vertreten, und in Chur der Stamm Jehuda.

Am Berg Gottes offenbarte sich der Erlöser Israels mit dem Gesetz der Freiheit. Von ihrem Umgang damit hing die ganze Freiheit ab und die Fähigkeit, im Dienst des Ewigen selbst zu reifen für die Ewigkeit.

Die Worte, die Gott für die Ohren von ganz Israel wahrnehmbar gesprochen hatte, wollte er ihnen aber auch schriftlich geben, eingraviert in zwei Tafeln aus Stein. Davon lesen wir am Ende von Paraschat Mischpatim → Gebote erst tun, dann verstehen.
2. Moses 24,12 – 14:
„Da sprach Gott zu Mosche: Gehe hinauf zu mir den Berg hinan und bleibe dort. Ich möchte dir die steinernen Tafeln, die Lehre und das Gebot geben, die ich geschrieben habe, um sie zu lehren. Da erhob sich Mosche und sein Diener Jehoschua, und Mosche ging zum Gottesberg hinan. Zu den Ältesten aber hatte er gesprochen: Bleibet uns erwartend hier, und bis wir zu euch zurückkommen. Sehet, Aharon und Chur sind bei Euch. Wer etwas vorzutragen hat, trete zu ihnen hin.“

Hier haben Aharon und Chur wieder eine gemeinsame Aufgabe für das Volk. In dem Fall ist Jehoschua mit Moses auf dem Berg, und die beiden Männer, die Moses im Krieg die Arme gestützt haben, sind mitten unter dem Volk. „Die Herrlichkeit Gottes ruhte auf dem Berge Sinai und …“ (Vers 16).

Damit wird unser Blick auf das Geschehen oben auf dem Berg gelenkt und es beginnt die Paraschat Trumah. Wir bleiben im Erlebnis des Geschehens dabei selbst auf dem Berg im Leseplan noch in Paraschat Tezaweh (→ Gott erwählt oder Merkelinisch missbraucht) und dem Anfang von Paraschat Ki Tissa → hinauf zum ewig Heiligen, also zwei Wochen und zwei Tage im Verhältnis der Wochenabschnitte, bis Mosche schließlich mit den beiden Bundestafeln in der Hand nach 40 Tagen und 40 Nächten vom Berg herab steigt.

Alles, was Moshe in dieser Zeit auf dem Berg Sinai anvertraut wurde, diente dazu, dem Heiligen Gesetz Gottes eine Heimstätte auf dieser Erde zu schaffen. Es ist das Allerheiligste, was es auf Erden geben kann.

Als Mosche vom Berg herunter kommt und dem Lager Israels entgegen geht, wird der unvorstellbar grausamste Kontrast sichtbar zu dem Geschehen, bei dem wir Mosche doch so gern begleitet haben auf dem Berg Gottes. Das Bild nach dem Krieg gegen Amalek und nach dem Bund Gottes mit Israel am Fuß des Berges Sinai, das geprägt war durch zwei Leviten, einen Ephrati und einen Ben Jehuda ist zerstört. Aharon steht allein da.
Von Chur gibt nur die mündliche Überlieferung Auskunft, dass er von Leuten unter dem Volke ermordet und damit Aharon erpresst worden war, anstelle dem Willen Gottes den Willen des Volkes zu tun, Demokratie!
Das Volk, das aus Ägypten viel Gold und Silber mitnehmen durfte, hatte nicht gewartet bis sie erfahren sollten, wie sie damit Gott dienen können. Sie hatten Aharon gezwungen, ein goldenes Kalb zu gießen, einen der Götzen Ägyptens → vgl. die Katastrophe: Wenn aus einem God’s-Kohen ein US-Kerry wird!

Trumah, Hebe, eine freiwillige Spende, dazu sollte Moses das Volk aufrufen. Auf dem Berg war ihm im Detail der Bau des Heiligtums für das Allerheiligste, die beiden Bundestafeln, und der Dienst in und mit dem Heiligtum auf dieser Erde gezeigt und erklärt worden. Dabei hat der Ewige, der schon gesehen hatte, was am Fuß des Berges im Lager Israels geschah, Bezalel, den Enkel des Chur aus dem Stamme Jehuda, bereits mit Namen berufen, an der Seite Moses zu stehen und das Werk zum Bau des Heiligtums zu vollbringen.

Wie unvorstellbar ist das, was Mosche durchmachen musste, als er sah, was unten im Lager geschehen war. Der Tag, an dem er die beiden Tafeln am Fuße des Berges zerschmetterte, war der 17. Tammus. Zwei Jahre sollte Israel nun dort am Berg Gottes bleiben und lernen, nur Gott allein zu dienen.
Der heilige Zweck des Goldes, Silbers und Kupfers für das Gesetz Gottes wurde dort am Berg verwirklicht im transportablen Heiligtum. Darin erschien ihnen die Gegenwart des Heiligen, gelobt sei er, auch später im heiligen Lande, in dem nur der leben kann, dem das Heilige Gesetz Gottes auch heilig ist.

Erst vom König David wurde wieder Gold und Silber und Kupfer gesammelt, um das bewegliche Heiligtum an dem von Gott erwählten Ort, auf dem Berg Moriah, durch den Tempel abzulösen. Diese Aufgabe blieb Davids Sohn Salomon vorbehalten.

Dieser Tempel wurde später zerstört an einem 9. Aw, als das Volk Israel in die Babylonische Gefangenschaft kam. Die Bundeslade, in der die beiden Bundestafeln aufbewahrt sind, wurde von den Priestern versteckt. Babylon wurde abgelöst von Medo-Persien. Dort wurde Esther, eine Tochter aus dem Stamm Benjamin, Königin und ihr Sohn später König. Er sorgte dafür, dass Israel in sein Land zurückkehren konnte und der zweite Tempel in Jerusalem gebaut wurde. In diesem blieb der Platz der Bundeslade leer.

Über den Zweiten Tempel kam Griechenland, um das Judentum zu vernichten, der Tempel wurde entweiht und drei und ein halb Jahre gab es keinen Dienst im Tempel. Der Treue von Kohanim war es gegeben, Griechenland zu besiegen und den Tempel wieder zu weihen, das Weihe-Nacht-Fest zu Chanukka, der Heilige Abend am 25. Kislev (immer im Dezember) → Wie viele Heilige Abende hat ein Jahr?

Die Griechen errichteten mit List eine Ersatzreligion (Ersatztheologie), um der Menschheit das Geheimnis Israels zu nehmen, zu verschließen und unzugänglich zu machen, nachdem sie militärisch vergeblich waren. Durch einen Aberglauben machten sie den Gott Israels zu einem Menschen und diesen Menschen zu Gott.
Das Römische Reich, das Griechenland ablöste, zerstörte den zweiten Tempel, wiederum an einem Tischa beAw, dabei die Stadt Jerusalem, versklavte ganz Israel so dass sie in die ganze Welt zerstreut wurden, verwüsteten das Land Israel und machte die Stadt Rom anstelle Jerusalems zur „heiligen“ Stadt → Paraschat Trumah → Raubmord Gottes Tempelschatzes durch Kirchenpapst in Rom(inkl. Film-Dolu).
Das Ziel der Weltgeschichte wird jedoch erst sichtbar, wenn der dritte Tempel eingeweiht wird. Wo? Um diesen Ort streitet sich doch heute bereits die ganze Welt, um Israel daran zu hindern: Natürlich wieder auf dem Berg Moriah! Das ist der historische Ort vom Geheimnis Abrahams, mit dem das achte Schöpfungswerk begann: Israel → Gottes Volk!

Da wird das, was auf dem Berg Sinai zum Dienst Israels unter allen Völkern vorbereitet wurde, seine Vollendung finden, und das Gesetz des Ewigen das Unterpfand für alles Leben geworden sein. Alle Systeme, Herrschaftsformen, Demokratien und Religionen, die sich Gottes Gesetz entgegen stellen, werden dann gefallen sein und „ … Gott wird in alle Ewigkeit hin regieren, und es ist gesagt: Gott wird dann König über die ganze Erde, an jenem Tag wird dann Gott einzig und Sein Name einzig sein.“*

    *)Aus dem Lied des Jehoschua Bin Nun, des Nachkommen Josephs, der gemeinsam mit Kaleb, Ben Jefunnes vom Stamme Jehuda, aus dem auch Chur stammte, Israel in das verheißene Land bringen durfte.

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2 Kommentare to “Vom Berg Sinai bis in alle Enden der Erde”

  1. In eigener und aktueller Sache:
    Mit welchen Fakten dem erlogenen, altdeutsch merkelinischen Israelhass- und Hetzauftritt des Präsidenten der Europäischen Uniom Martin Schulz vor der Knesset geantwortet werden muss:

    Beim Verfassen oben verlinkten Ki Tissa-Kommentars tauchte, noch mangels offizieller Stellungnahmen, der Name des EU-Präsidenten Martin Schulz nur beiläufig auf.

    Hier nur in Kürze nachgereicht die Stellungnahme
    – des Premierministers des Staates Israel Benjamin Netanjahu, der Schulz „selektive Wahrnehmung des Nahostkonflikts“ vorwarf,
    – der Ministerin für Kultur und Sport Limor Livnat: „Wenn der Präsident des Europäischen Parlaments hier auf dem Podium der Knesset steht und diese Dinge sagt und noch dazu auf Deutsch, so ist es kein Wunder, dass sich Abgeordnete und Minister darüber aufregen“,
    – des Knesset-Abgeordneten Nissan Shlomansky: „Es geht nicht an, dass jemand zu uns nach Hause kommt, neben den Knesset-Vorsitzenden gesetzt wird, auf deutsch sprechen darf, was für uns nicht einfach ist, und dann, anstatt neutral zu bleiben, uns mit solch falschen Vorwürfen beschuldigt“ … Schulz‘ Aussagen seien Teil der Propaganda des palästinensischen Präsidenten Abbas und „der palästinensischen Mörder und Terroristen“,
    – des Chefs der Arbeitspartei Jizchak Herzog, der sich mit den Worten distanzierte: „Er hat halt von einem Treffen mit palästinensischen Jugendlichen in Ramallah erzählt und dass einer von ihnen ihm erzählt hat, dass die Juden auf der anderen Seite der grünen Linie viel mehr Wasser bekommen als die Palästinenser“.
    (Stimmen wiedergegeben vom ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv)

    Darum ging es nämlich, dass Schulz glaubte, in Jerusalem – nach Deutschland eigener, nie geringer gewordener Nazi-Demagogie – die „Wasserlüge“ als Ausgleich für das Versprechen lancieren zu dürfen, dass die EU keinen Boykott gegen Israel plant oder befürwortet. Er lobte darüber hinaus, das Dreckfass schamlos voll machend, die Bemühungen der USA. Die wir, zugegeben, etwas distanzierter sehen, klick die Katastrophe: Wenn aus einem God’s-Kohen ein US-Kerry wird!

    Die Antwort der Botschaft des Staates Israel in Berlin widerlegt Schulz‘ Lügen faktisch richtig stellend:

    „Die Regierung des Staates Israel sieht den bilateralen Prozess mit den Palästinensern und die Einhaltung von Abkommen als den einzigen Weg, um eine dauerhafte, auf der Grundlage zweier Staaten basierende, Lösung für eine friedliche Koexistenz zu erreichen. Alle Wasser- und Abwasser-Angelegenheiten sollten demnach zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) koordiniert werden … Israel versorgt das Westjordanland mit jährlich 53 Millionen Kubikmeter Wasser, etwa 22 Millionen Kubikmeter mehr als in den Oslo-Verträgen vorgesehen. Nach Angaben der PA aus dem Jahr 2011 liegt der durchschnittliche pro Kopf Verbrauch in Städten in der PA bei 103 Litern, was einem Gesamtvolumen von 37,6 Millionen Kubikmetern entspricht. Trotz der angespannten Bedrohungslage, insbesondere aus dem Gazastreifen, unternimmt Israel zahlreiche vertrauensbildende Maßnahmen und unterhält einen bilateralen Dialog mit der PA über verschiedene Belange…“

  2. […] beachten Sie auch den AKTUELLES-Artikel → Vom Berg Sinai bis in alle Enden der Erde von Jehonatan Kiebitz, in dem auch ein wichtiger Hinweis zu unserem Wochenabschnitt gegeben wird, […]