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Jüdisches oder Christliches Evangelium – Die Hawdala eines Begriffes

Jehonatan KiebitzBS“D

 

    Schalom, lieber Herr Martienssen!

Ihrem Wunsch im Bezug auf Pessach will ich gern entsprechen. Zuerst wünsche ich jedoch Ihnen und allen Lesern Ihrer GSI–Webseite Pessach Sameach, ein fröhliches Pessachfest!
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Erlauben Sie mir bitte, mit Zitaten aus der Tora in der Übersetzung und kommentiert von Rabbiner Samson Raphael Hirsch, 1808 – 1888 zu beginnen, aus dessen Werk auch sonst alle Zitate, wenn nicht anders vermerkt, entnommen sind.

„Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sagte sich in seinem Herzen: sollte einem Hundertjährigen noch geboren werden, oder Sara, eine Neunzigjährige gebären?“ (1. Moses 17,17).

Zitate aus dem Hirschkommentar:
. . . „Wo gibt es aber wohl in aller Welt einen größeren, lächerlicheren Kontrast als die Erwartung, dass ein hundertjähriger Mann und eine neunzigjährige Frau, die in ihrer langjährigen Ehe nie ein Kind zusammen erzeugt, fast am Ende ihres Lebens, einen Sohn erhalten sollen! Und auf diesen gar nicht mehr zu erwartenden, jedenfalls vereinzelten und selbst von den Eltern früh – wie zu erwarten stand – verwaisten Spätling nun gar die Aussicht eines großen, die Welt überwindenden künftigen Volkes, die Hoffnung der ganzen Menschheit gegründet! Das ist – nur die natürlichen Verhältnisse der Dinge in Anschlag gebracht – eine bare Lächerlichkeit, das Knüpfen des Allergrößten an den winzigsten, fast nichtigsten Anfang. Dieser Kontrast war so groß, dass selbst ein Abraham bei allem seinen Vertrauen unwillkürlich lachen musste, und dieses Lachen war und ist so bedeutsam, dass es bei Sara wiederholt hervorgehoben wird und in dem Namen des verheißenen Kindes für alle Folgegeschlechter Verewigung finden sollte. Der ganze Anfang des jüdischen Volkes ist lächerlich, seine Geschichte, seine Erwartungen, seine Hoffnungen, sein von diesen Hoffnungen getragenes ganzes Leben erscheint dem nur die gewöhnlichen, natürlichen Kausalitätsverhältnisse berechnenden Verstande, als die ungeheuerlichste, lächerlichste Prätension (Anm. = Anspruch). Sie wird nur vernünftig, ja sie gewinnt den allerhöchsten berechtigten Ernst, wenn sie die erste und höchste Kausalität aller Kausalitäten, wenn sie das tief eingreifende, frei allmächtige Wollen und frei allmächtige Vollbringen eines frei allmächtigen Gottes zur Basis der Beurteilung nimmt. Das sollte von vornherein unseren Stammeltern zum Bewusstsein kommen, das sollte allen ihren Nachkommen im Bewusstsein bleiben. Darum wartete Gott mit der Keimlegung dieses Volkes bis zu diesem „lächerlichen“ Alter seiner Stammeltern, darum begann er erst die Realisierung einer Verheißung zu pflanzen, nachdem alle menschliche Hoffnung zu Ende gekommen; denn es galt ja ein Volk zu schaffen, das von Anfang zu Ende seines Lebens und Strebens mit seinem ganzen Dasein im Gegensatz zu allen in die Erscheinung tretenden welthistorischen Potenzen ein Fingerzeig Gottes in Mitte der Menschen werden sollte, und daher bis auf den heutigen Tag jeder Gott leugnenden Beschränktheit als die lächerlichste Lächerlichkeit erscheinen muss. Das dem Juden in seinem Wege durch die Geschichte nachschallende Gelächter ist die voll gültigste Wardeiung (Anm. = Verwirklichung) der Göttlichkeit dieses Weges; es berührt ihn nicht, weil er von vornherein auf dieses Gelächter vorbereitet ward.

„Und Gott hatte Sara bedacht, wie er es gesagt, und Gott vollbrachte Sara nun, wie er gesprochen. Sara empfing und gebar Abraham einen Sohn für sein Alter, zur bestimmten Zeit, welche Gott ausgesprochen hatte. Abraham nannte seinen Sohn, der ihm geboren worden war, den ihm Sara geboren hatte: Jizchak. Und Abraham beschnitt seinen Sohn Jizchak im Alter von acht Tagen, wie ihm Gott geboten. Abraham war aber ein Mann von hundert Jahren, als ihm sein Sohn Jizchak geboren wurde. Da sagte Sara: Gelächter hat Gott mir bereitet, wer es hört, lachet mein.
(1. Moses 21,1 – 6)“

Zitate aus dem Hirschkommentar zu Vers 3: . . . der ihm geboren worden war, den ihm Sara geboren: In beiden Beziehungen: dass ihm, dem Hundertjährigen, noch und erst ein Sohn geboren wurde, und dass Sara, die Neunzigjährige, noch und erst Mutter ward, war die Geburt dieses Kindes, zumal nach allem, was sich an dieselbe knüpfte, Jizchak, etwas den natürlichen Verhältnissen zufolge Lächerliches. Wollen wir es den Zeitgenossen verdenken, wenn sie an der Wiege des jüdischen Volkes sich eines spöttischen Lächelns nicht erwehrten, da dem Gott nicht in die Berechnung der Ereignisse und der Gänge der Zeiten Hineinziehenden, die welthistorischen Prätensionen des welthistorischen Judenvolkes noch heute zum Gespött sind? Auf diese Stellung sind wir von vornherein hingewiesen, der erste Abrahamssohn ward Jizchak genannt und wird so lange also genannt werden, bis alle die nur auf Gottes Waltung und Gottes Verheißung gegründeten Hoffnungen sich erfüllen, dann wird unser Mund der zuletzt lachende sein – heißt ja Jizchak: er wird lachen! – und dieses Lachen wird das mild hauchende Lächeln der Freude sein.

Wie würde man diese im Namen Jizchak verborgene bzw. enthaltene Botschaft in den Jahren nach dem sogenannten Mittelalter mit den satanischen Folterungen durch die Inquisition wohl treffend bezeichnen? Ist es nicht der Ausdruck einer Frohen Botschaft, die die ganze Weltgeschichte überstrahlt bis zu deren Ziel, der einstigen Erlösung der ganzen Welt?

„Von Anfang hat Gott Himmel und Erde erschaffen. Und die Erde war einst unklar und ungeschieden, und Finsternis auf dem Gewoge; und ein Gottes-Odem über den Wassern schwebend. Da sprach Gott: Es werde Licht! Und da ward Licht. Gott schaute das Licht an, dass es gut sei, und es schied Gott zwischen dem Licht und der Finsternis. (1. Moses 1,1 – 4)“.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass am Anfang des Schöpfungwerkes Gottes die Scheidung stand? Hebräisch heißt es „wajawdil Elohim…“ (und es schied Gott…). Das Substantiv dazu ist Hawdala, die Unterscheidung. Auf jeden Fall sagt uns dieses kurze Wort bereits, warum Gott die Unterscheidung machte:
Zum Licht gehört das Adjektiv, das es gut sei. Wenn etwas gut ist, ist das ein Scheidungsgrund, von dem, das eben nicht so gut ist! Da wird eingeteilt in das, was einen Wert hat, und gut ist immer ein Wert, und in das, was eben nicht bewertet wird oder nichts wert ist.
In modernen Schulen ist die Rede von Werte-freiem Ethik-Unterricht. Was fehlt da? Die Hawdala oder das Licht? Oder beides?
Die Demokratie hat in Frankreich gerade ein „Gesetz“ hervorgebracht, durch das homosexuelle Beziehungen der Ehe gleichgestellt werden. Soll da die Fähigkeit zu unterscheiden abgeschafft werden oder ist das ein Beweis dafür, dass diese Fähigkeit bereits bei der Mehrheit verlustig gegangen ist? Wie werden dann in Frankreich die Scheidungsgründe neu geregelt? Bisher war ja ein Scheidungsgrund die Kinderlosigkeit. Oder ist das durch „Verhütungsmittel“ bereits schon längst lächerlich geworden und damit egal?
Die Ankündigung des achten Schöpfungswerkes an Abraham durch Verheißung seines Sohnes Jizchak, den ihm Sara gebären sollte, geschah im Schatten der Brit Mila, der Beschneidung Abrahams und aller Männlichen in seinem Hause und vor der Vernichtung von Sodom und Gomorra, wo Sittlichkeitsverbrechen in ähnlicher Weise zur staatlichen „Un-“Rechtsordnung erhoben wurden wie jüngst in Frankreich. Heute stehen auf der Welt Atomwaffen bereit, mit denen sogar Menschen die Macht haben, in einem Ausmaß Feuer vom Himmel fallen zu lassen, wie es in Sodom noch nicht vorstellbar war.

Nachdem der Mensch als Stellvertreter von Gott in einer dem Schöpfer würdigen Hülle geschaffen war, wie es des Schöpfers Ebenbild entspricht, und ihm seine Aufgaben innerhalb der Schöpfung anvertraut worden waren, erteilte Gott am Ende des sechsten Schöpfungstages seiner ganzen Schöpfung das Prädikat „Sehr gut“.
Mit dem Siebenten Tage wurde das Schöpfungswerk dadurch vollendet, dass Gott mit der Schöpfung aufgehört hat und für den Zeitraum des siebenten Tages nach den beiden Attributen „gut“ und „sehr gut“ zwei weitere Eigenschaften aussprach: „Gesegnet und geheiligt“. Da war die Zeit reserviert, die für den Schöpfer und seinen Stellvertreter die Voraussetzung war, um die würdige Beziehung aufzubauen, die eine schöpferische Tätigkeit des Menschen nach dem Willen seines Schöpfers erst ermöglicht und zu seinem Schöpfer aufzuschauen: Die Ruhe.
Der Mensch wurde aber auch für seine Taten verantwortlich. Nach dem Sündenfall wurde er zur Verantwortung gezogen, und es war nicht mehr alles gut, vor allen Dingen nicht der Tod, vor dem der Mensch ja gewarnt worden war.
So wie dem Licht die Finsternis am ersten Tage der Schöpfung, stand nun der Wahrheit die Lüge gegenüber. Der Mensch hatte nicht der Wahrheit gehorcht und vertraut, dem Wort, das Gott zu ihm gesprochen hatte, sondern der Lüge, die er durch die Schlange zu hören bekam. Die Gefahr des Glaubens, den Adam angenommen hatte, als er der Lüge erst zur Macht verholfen und damit die Sünde in die Welt gebracht hat, wo wird diese Gefahr des Glaubens heute erkannt?
Das Rad der Weltgeschichte drehte sich bereits, und gut war weiterhin alles, was dem Willen des Schöpfers diente. Dem dienten auch die Cherubim mit dem flammenden Schwert, die den Weg zum Baum des Lebens bewahren sollten, damit der Fluch der Sünde und unheiliges Wesen dort hin keinen Zugang erlangen konnten. Wie unglaublich ist doch das, was Menschen seitdem alles geglaubt und dadurch angerichtet haben!

Seitdem ist vom Schöpfer aller Dinge in der Ihm gehörenden Welt, deren König Er doch von Anfang an ist, auch seine Eigenschaft als deren Erlöser das sichtbare Geheimnis der Erlösung geworden. Die Vollendung der ganzen Weltgeschichte ist die Erlösung der Welt von der Sünde, die Wiederherstellung der Attribute „gut, sehr gut, gesegnet und geheiligt“. Den Tod gibt es dann nicht mehr.

Ist nun die Frage erlaubt, wie das zugehen soll? Bald sind 6000 Jahre der Weltgeschichte abgelaufen, und dann beginnt das siebente Jahrtausend. Was ist seitdem alles geschehen?

Da ist die Sintflut über die Erde gekommen, aus der nur die Familie des einzigen noch Gerechten, Noach, für einen Neuanfang lebend hervorging, und Gott machte mit ihm einen Bund. Dann kam die Zerstreuung der Menschen in alle Kontinente von Babylon aus.
Als Kind dieser Zeit ging Abraham als der Gerechte vor Gottes Augen hervor, denn er konnte unterscheiden, was andere mit der Begründung des Glaubens ablehnen. Er zerstörte die toten Götzen und gehorchte dem lebendigen Gott. Mit ihm machte Gott nicht nur einen Bund. Aus ihm ließ Er ein neues Volk hervorgehen, mit dem Er wiederum einen Bund schließen konnte, in dem die Erlösung der ganzen Welt begründet werden sollte.
Der Ursprung dieses Neuen Volkes macht auch sichtbar, dass der Schöpfer und der Erlöser ein und derselbe ist. Inmitten dieser von Sünde und Tod belasteten Weltgeschichte hat Er, dessen siebenfaches Schöpfungswerk sehr gut war, ein ganz neues Schöpfungswerk begonnen, damit alles wieder sehr gut werden soll: Das achte Schöpfungswerk!
Er hat es Abraham angekündigt, als dieser und seine Frau Sara bereits im Greisenalter waren. Siehe oben die einleitenden Zitate vom Rabbiner Hirsch, sel. A.
Die ganze Schöpfung ist ein Wunder des Schöpfers. Das achte Schöpfungswerk ist nichts anderes als ebenfalls ein Schöpfungswunder. Bedenken wir dessen Tragweite bis zur endgültigen Erlösung, und im eigentlichen Sinne als Voraussetzung dafür, kann doch darin nur ein Grund zur Freude beruhen, die alles Weinen einst beenden wird. Damit sind wir wieder bei der frohen Botschaft, die das Geheimnis des Namens Jizchak ist, und dem Blick in die Zukunft, der daraus resultiert: Er wird lachen. Im deutschen Sprichwort sagt man: Wer zuletzt lacht, lacht am besten!

Der Ausdruck frohe Botschaft könnte jedoch Leute aus einer nichtjüdischen Schule irritieren. Er bedeutet z.B. auf lateinisch Evangelium.
Könnte das dieselbe Bedeutung haben oder stattdessen vielmehr der Hawdala zwischen Licht und Finsternis, der Unterscheidung zwischen Wahrheit und Lüge, eine äußerst weitreichende weitere Dimension erschließen?
Ersatztheologie heißt im heutigen Sprachgebrauch das religiöse System, das zu 100 % alles, was jüdisch ist, nicht nur bekämpft, sondern durch theologischen Trickbetrug zu ersetzen versucht und sich anmaßt, sich an die Stelle Israels platzieren zu können und begründet das mit der Behauptung, Israel sei als Träger des Erlösungswerkes Gottes verworfen worden und ausgeschieden.

Wenden wir lieber erst noch einmal unseren Blick auf das achte Schöpfungswerk. Jizchaks Söhne waren die Zwillinge Jaakov und Esav [Jakob/Esau]. Jaakov war der Träger der Verheißung und in der Linie der Stammväter Abraham und Jizchak [Isaak] derjenige, der den Namen des Gottesvolkes zuerst bekam – Israel. Alles, was seitdem mit dem Volk Israel in der Weltgeschichte geschah, ist Bestandteil des achten Schöpfungswerkes bis auf den heutigen Tag. Sind wir uns bewusst, dass außer dem täglichen Eingreifen des Schöpfers in Sein Schöpfungswerk ein schon mehrere Jahrtausende andauerndes Schöpfungswerk stattfindet mit den Namen Israel, angesichts einer Welt, die immer wieder versucht, Israel zu vernichten bzw. zu ersetzen? Überall ist Israel der Fingerzeig Gottes in der Welt.

Damals kam Jaakovs Sohn Joseph nach Ägypten und er war der Vorreiter für seine ganze Familie. In Ägypten wurde aus der Familie Israel das Volk Israel. Sie kamen dort, und später noch oft genug in eine Lage, die der von Abraham und Sarah vergleichbar war in puncto Hoffnungslosigkeit. Sie waren zu einem so großen Volk geworden, dass es den Ägyptern sogar vor ihnen graute, aber sie wurden versklavt und niedergedrückt, dass sie keine Hoffnung sehen konnten, dem Gott ihrer Stammväter als Sein Volk jemals dienen zu können.
Sie kamen aber nicht auf demokratische Gedanken, etwa „Freie Wahlen“ zu verlangen, wie das im modernen Staat Israel selbstverständlich zu sein scheint, sondern sie schrien zu ihrem Schöpfer und Erlöser → Gedicht CHANUKKA –, und Er erhörte sie. Er erwies sich ihnen auf eine Weise als ihr Erlöser, dass die damalige Welt dadurch zur Erkenntnis des Gottes Israels kommen konnte. So, wie ihre Entstehung als 8. Schöpfungswerk ein Wunder war, so war auch ihre Erlösung ein großes Wunder, die Erlösung des Volkes Gottes aus der Sklaverei der Götzendiener in Ägypten zu der Freiheit, dem Gott Israels Diener zu sein. Das setzte wiederum eine Hawdala voraus: Gott ließ über Ägypten 10 Plagen kommen, die wesentlich dazu dienten, Israel und Ägypten voneinander zu scheiden bzw. zu unterscheiden. In der Pessach-Haggada, nach der die Pessach-Feier abläuft, sind diese bedeutsamen Zitate aus der Tora als Erzählung auf volkstümliche Art enthalten.
In Israel gibt es dazu ein kleines Frage- und Antwort-Spiel:


    Frage: Wie viele Tage hat Gott gebraucht, um Israel aus Mizrajim (hebr. Ägypten) zu befreien?
    Antwort: Sieben Tage. Am siebenten Tage geschah das Wunder des Durchzuges durch das Rote Meer trockenen Fußes, und das Wasser stand ihnen zur Rechten und zur Linken wie Mauern. Ihr Gott hat jedoch für sie Hawdala gemacht und ihre Verfolger von ihnen auf Distanz gehalten. Als sie selbst das andere Ufer erreicht hatten, ließ ihr Erlöser das Meer in seinen natürlichen Zustand zurückkehren und ihre Verfolger, das ägyptische Heer, die ihnen ins Meer hinein gefolgt waren, darin ertrinken. Nun hatten sie keine Verfolger mehr zu befürchten. Diese sieben Tage feiert das Volk Israel seitdem im Zeitmaßstab 1:1 mit den sieben Tagen des Pessach-Festes.
    Frage: Warum hat es dann 40 Jahre gedauert, bis sie am Ziel, dem Abraham, Jizchak und Jaakov verheißenen und von Gott sogar zugeschworenen Land angekommen sind?
    Antwort: Gegenüber 7 Tagen, um Israel aus Mizrajim herauszuführen, hat der Gott Israels 40 Jahre gebraucht, um Mizrajim aus Israel herauszubringen. Das meint eine Reinigung und Läuterung der Herzen und des Wesens von dem Unwesen und der Gesinnung Ägyptens, bis ihnen kurz vor dem Einzug in das Land Israel gesagt werden konnte: “Ihr seid nun zum Volk Gottes geworden“ (5. Moses 29,11 ff.). Dort im verheißenen Land gingen Sie dann einer Blütezeit entgegen, die mit dem König David und dessen Sohn Salomo einen Glanz über die ganze damalige Welt ausstrahlen konnte.

Es standen aber Israel auch wieder schwerste Schicksalszeiten bevor bis zur Zerstreuung in die ganze Welt. Das alles hätte Israel nicht als der Knecht Gottes durchlaufen können, wenn ihnen ihr Erlöser, der letztendlich der Erlöser der ganzen Welt ist, nicht etwas anvertraut hätte, als sie aus Mizrajim ausgezogen waren.

Omerzählen Pessach nicht Ostern Schawuoth nicht PfingstenNach dem 1. Tag des Pessach-Festes, dem Hohen Feiertag, beginnt das Zählen von 7 Wochen bzw. 50 Tagen als zusammenhängende Zeit, mit der Pessach bis zum größten Ereignis der Welt-Geschichte am 50. Tag verbunden wird, nachdem sie in Ramses im Land Goschen, dem Nildelta, aufgebrochen waren. Das Volk Gottes hatte den Berg Gottes, den Chrorew [Horeb/Sinai] erreicht. Dort blieben sie zwei volle Jahre und dort bekamen sie, was das erste Menschenpaar durch die Sünde verloren hatte, die Nähe bzw. den Zugang zum Baum des Lebens in Form der Tora, die sie dann bis zum heutigen Tag begleitete. Adam HaRischon, der erste Mensch, war in nur einer Prüfung wegen einem Gebot dem Versucher erlegen. Abraham hat zehn Treueprüfungen bestanden. Statt 10 Plagen Ägyptens, bekam Israel 10 Gebote auf zwei Tafeln → das „Jüdische Kreuz“ als Voraussetzung des Lebens.
Nun bleibt zu hoffen, dass mit diesen Zeilen und der darin enthaltenen Darstellung des achten Schöpfungswerkes der Begriff der im Namen Jizchak enthaltenden Frohen Botschaft, des „Jüdischen Evangeliums“, und des Erlösungswerkes erkennbar geworden ist.

Das Thema ist aber erst abgeschlossen, wenn die Hawdala zu einem ganz anderen sogenannten „Evangelium“ erreicht ist, das nun der Welt seit rund 2000 Jahren mit Staatsmacht, Waffengewalt und Folterungen aufgezwungen wurde, glauben zu müssen. Das ist entstanden als Folge einer Konfrontation von Delphi (Orakel – Griechenland) mit Jerusalem (Tempel – Stätte der Offenbarung des Gottes Israels). Griechenland hatte versucht, das Judentum, das achte Schöpfungswerk, als die Offenbarung des Gottes Israels, des Schöpfers des ganzen Universums, zu vernichten. Darauf habe ich schon in verschiedenen Betrachtungen hingewiesen und auf die Schriften der Makkabäer, die zu erkennen geben, dass so ein Holocaust mit gleichen Zielen und Grausamkeit nichts Neues ist.

Der Hellenismus, die damalige Weltmacht Griechenland, versuchte vergeblich mit militärischer Gewalt das Judentum, das Geheimnis des Schöpfers aller Dinge und des Erlösers der Welt, zu vernichten. Weil ihnen das eben nicht gelang, gingen sie den Weg der List wie die Schlange im Sündenfall. Sie hatten nie vermocht zu unterscheiden zwischen dem Werk des Gottes Israels, das sie vielleicht für eine menschliche religiöse Duselei der Juden und damit für ein Menschenwerk ansahen, und ihren eigenen Götzendiensten. Sie kannten einfach nichts als Menschenwerk. Ihr hellenistischer Stolz ruhte aber nicht, als es ihnen nicht gelang, das Judentum zu vernichten. Deshalb suchten sie nun, es durch eine das Judentum übertreffende neu zu kreierende Religion zu ersetzen. Das setzte aber voraus, alles, was jüdisch und damit ein Werk des Gottes Israels ist, und damit zuerst den Gott Israels zu ersetzen. So entstand die Ersatztheologie, die ich gewöhnlich die griechische Religion nenne, die sich ja auch der griechischen Sprache bedient, z.B. mit dem romanisierten griechischen Ausdruck Christus anstelle des hebräischen Maschiach, dem auf Geheiß des Gottes Israels gesalbten König Israels. Das alleinige Wahlrecht Gottes zur Königswahl in Israel gehört nicht zu den Begriffen der Demokraten.
Alles, was jetzt die Griechen starteten, basierte auf der Praxis der Schlange, die in den Garten Eden hineingekommen war. Man musste nur erreichen, dass der Ersatz geglaubt wurde. Das System der List ist also die Erzeugung eines „Glaubens“. Dieser Glaube bekommt dann Instanzen, die entscheiden, was geglaubt werden muss und was nicht geglaubt werden darf, die also dem Glauben auch mit Staatsgewalt zur Geltung verhelfen können, die am Ende verfügen, das heilig oder unheilig, was rein oder unrein ist, etc.

Wie hat denn bei der Ersatztheologie nun eigentlich der Ersatz für den Gott Israels funktioniert?
Da hat man versucht, mehrere „Fliegen“ mit einer Klappe zu schlagen. Man musste ja anstelle des dem Namen Jizchak innewohnenden Geheimnisses ein neues Evangelium erfinden, damit aber gleichzeitig die Tora des Gottes Israels und diesen selbst ersetzen.
Dazu musste eine neue Tora erst einmal erfunden und geschrieben werden, die nun, weil bisher noch nicht vorhanden, Neues Testament genannt wurde. Damit meinte man vielleicht auch, das Lächerliche in Verbindung mit Jizchak ersetzen zu können, indem man etwas noch mehr Lächerliches erfunden hat in einem Mensch, der, da nicht von einem Manne gezeugt, durch seine Geburt seine eigene Mutter entjungfern musste und durch sein Leben dazu dienen sollte, einem Menschen Anbetung, aber auch am Ende dem damit erfundenen Gott Sterblichkeit zu verschaffen.

Was man doch alles mittels „Glauben“ bei den Menschen erreichen kann, wenn man gleichzeitig das Unterscheidungsvermögen, die Hawdala, abschafft !!!

Was ist heute das Fazit? Die Hawdala zwischen Gottes Werk und Menschenwerk, die allerdings die jüdische Gottes-Erkenntnis voraussetzt!

Ich wünsche Ihnen allen Pessach Sameach gemeinsam mit Israel!
Ihr Jehonatan Kiebitz


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3 Kommentare to “Jüdisches oder Christliches Evangelium – Die Hawdala eines Begriffes”

  1. Gods Sabbath sagt:

    Israel suchte nicht Wahlen
    sondern schrie in Todesqualen
    zu dem Schöpfer aller Dinge,
    dass ER ihnen Rettung bringe.

    Auszug aus Gedicht „Chanukka“ von Jehonatan Kiebitz.
    Alle 30 Verse lesen, download: Chanukka PDF »

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