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Chaje Sarah Kommentar

1. Mose 23,1 bis 25,18; 1. Könige 1,1-31

„Die Bindung Isaaks“ Kommentar
von Israel Yaoz | weitere Artikel dieses Autors auf GSI s. Christlich – Jüdische Annäherungen

Die Frau im Judentum vs  Jungfrau Maria

Die Frau im Judentum vs Jungfrau Maria

“Und Sarah war 127 Jahre alt als sie starb”; der Midrasch (Tanchumah: Wajera) erzählt, dass während Abraham mit Isaak auf dem Weg zum Berge Morijah war, der Satan zu Sarah kam, und erzählte, was ihr Mann mit ihrem geliebten, einzigen Sohn vorhat. Kaum hatte der Satan das verraten, da starb sie.
In 1. Moses 17, 17 sagt Abraham zu sich selber: “Einen Hundertjährigen sollte noch (ein Sohn) geboren werden? Und Sarah sollte mit neunzig Jahren noch gebären?” – D.h., Isaak war 37 Jahre alt zur Zeit, als seine Mutter starb, zur Zeit seiner “Bindung”.

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

Die Mutter – Sarah ist die erste Erzmutter und eine der sieben Prophetinnen – starb also aus Gram über das, was Abraham mit dem geliebten, einzigen Sohn vorhatte; aber stets in der Gewissheit einer großen Verheißung. So bringt Tod und Leben Sarahs auch Rabbiner Samson Raphael Hirsch in den wunderbaren Zusammenhang, nämlich dass
„Sarah nicht 127 Jahre lebte, sondern 100 Jahre, 20 Jahre und 7 Jahre. Diese drei Ziffern repräsentieren uns den Entwicklungsgang eines Menschenlebens: Das Kindesalter, die Reife Jugend, das vollemdete Greisenalter. Ein geistig und sittlich vollkommenes Leben lässt sich nicht besser ausdrücken“. . .

Das Christentum hat dieses Motiv mit Wohlwollen aufgenommen: Der Kirchenvater Hieronymus lehrte: Natürlich ist die Bindung Isaaks ein geschichtliches Ereignis, aber dennoch ist es nur eine Vorausdarstellung vom eigentlichen Opfer, nämlich wenn Gott Seinen eigenen Sohn opfert. Und schau: “Beide sind sie zwischen 30 und 40 Jahre alt; beide gehen sie bewusst den Weg zum Opfertod, und beide tragen sie das Holz”.
In der Grabeskirche in Jerusalem, auf Golgotha, ist Isaak dargestellt als ein Erwachsener, und ebenfalls auf der linken Seite vom Eingang der Verkündigungskirche in Nazareth liegt ein erwachsener Isaak auf dem Opferaltar.

. . . Die an Zynismus nicht zu überbietende verbrecherische Aneignung von Motiven der nur den Juden gegebenen Tora durch das Christentum, um diese Texte umso besser verwerfen und dann ins völlige Gegenteil zu Gottes Wort verkehren zu können, wird nicht nur in katholischen Persiflagen deutlich wie s.o. Hieronymus. Nein, sie werden oft auch – dort um so gottverlassener – im Protestantismus fortgesetzt. Die Kirche profitiert dabei von ihrer Interpretationshoheit – egal wie absurd sie ist, ihre Schäfchen schlucken bedauerlicher Weise alles. Das allerschlimmste Beispiel ist natürlich das obige von der Vertauschung Gottes Sohnes. Da es unumstößlich erschien, dass Juden auf ewig Gottes erstgeborener Sohn blieben (denn es war schließlich in 2. Moses 4,22 festgeschrieben), hat man einfach einen neuen Sohn deklariert (der mit Nichtjuden Zeit seines Lebens nichts zutun haben wollte), und dieser wurde – obwohl Jude – wundersam auf einmal zur Galionsfigur des Christentums, und den opferte die Kirche dann (merke: Jesu Hinrichtung war vom Pontifex veranlasst worden). Und auch ein Hieronymus elfhundert Jahre nach oben genanntem Kirchenvater, trug zum unermesslichen Glück der Kirche bei. Doch nicht durch seine Lügenmärchen, sondern durch die Leugnung seiner Existenz, Hieronymus Buntz. Dieser war nämlich durch Martin Luther ermordet worden. Jetzt wurde die christliche Erfolgsgeschichte rund. Denn hatte die katholische Kirche durch ihren Pontifex den Rabbiner von Nazareth ermordet und war durch die Vertuschung dieser Wahrheit zum Weltmarktführer unter den Religionen geworden, so war die evangelische Kirche dadurch groß geworden, dass ihr Anführer seinen besten Freund ermordete und wird bis heute gefeiert – hat Luther seinen Freund Hieronimus Buntz erstochen? Wie auch immer, die Erfolgsstory goes on, am perversesten durch die deutsche Lutherdekade unter dem Führer Nikolaus Schneider und der durch Menschenleben und Gott verachtenden Geisterfahrerin Margot Käßmann.

Das Judentum der damaligen Zeit dürfte diese allegorische Darstellung von der Bindung Isaaks erschrocken haben; Isaak ist für den Juden das Musterbeispiel des gottesfürchtigen Juden: “Einst nun ging Isaak um die Abendzeit aufs Feld hinaus, um nachzusinnen….”(1. Moses 24,63)
(“lassu`ach” so wie Siecha = Gespräch); d.h.:”er betete”.
“Und Isaak säte in dem Lande und er erntete in jenem Jahre hundertfältig; “Me`ah She`arim”, denn der Herr segnete ihn. (1. Moses 26,12) – so heißt auch, nicht zufällig das ultra-orthodoxe Viertel in Jerusalem – eben weil Isaak so gottesfürchtig war…!

In dem Mosaik von der Synagoge in Beth Alfa –sechstes Jahrhundert – dürfte bewusst Isaak dargestellt sein als ein unmündiges Baby (wie ein Hühnchen zusammengebunden) um dieser Hieronimus-Hypothese zu widersprechen.
Im selben Mosaik wird gezeigt, dass der Widder mit einem roten Strick an dem Strauch gekettet ist und sein Horn völlig entfernt ist vom Gestrüpp. Auch in dem sehr beschädigten Mosaik von der Synagoge in Sephoris ist das eindeutig. Dies beruft sich auf den Midrash, der besagt, dass Gott am sechsten Schöpfungstag, in der späten Nachmittagsstunde, noch zehn Dinge geschaffen hat, die mit der Heilsgeschichte von Israel zusammenhängen: “Und auch den Widder von Abraham….”
D.h. dieser Widder war schon seit der Schöpfungswoche vorbestimmt worden, das stellvertretende Opfer von Abraham zu werden.
Dieser Opferaltar wurde der Ort, wo die Stämme Israels später, Jahrhunderte lang ihre Opfer darbrachten, nämlich im Tempel auf den Berg Morijah in Jerusalem. Der erste Israelit hatte dort zum ersten Mal seinem Gott ein Vieh geopfert!

Schabbat Schalom

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Bild: © stock.xchng (SXC)



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