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Jüdischer Kalender Schabbat Ekew

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5. Mose 7,12 bis 11,25; Jesaja 49,14 – 51,3

von Michael Schneider, Jerusalem:

Kommentar: Unsere Parascha (Wochenabschnitt) ist sehr reich an Inhalt, viele Kommentare und Erkenntnisse könnten darüber geschrieben werden.

Wir befinden uns noch in der Abschiedsrede Moses. Mose kannte ‘seine Leute’ und bangte aufrichtig um ihren Glauben und ihre Treue zu Gott – und was wohl wird, wenn er nicht mehr ist? Daher eröffnete er seine Rede in diesem Abschnitt mit dem Hinweis auf ihre Belohnung, wenn sie durchhalten. „Und es ward sobald (ekew) ihr meine Rechtsstimmungen hört und sie tut…“ Wenn sie es nur täten!?
Dann stünde ihnen unermesslich viel Segen zu. Segen – in was?
Und Er wird dich lieben und dich segnen und dich zahlreich werden lassen. Er wird die Frucht deines Leibes segnen und die Frucht deines Landes…“ (7,13) sowie keine Krankheiten, Siege über die Feinde… etc. Was für ein Segen, was für eine Verheißung! Hätte man doch nur…!
Mose fragt das Volk in Kapitel 10 Vers 12 ganz direkt:
Und nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, von dir?,
als nur, den HERRN, deinen Gott, zu fürchten, auf allen seinen Wegen zu gehen und ihn zu lieben und dem HERRN, deinem Gott, zu dienen mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, indem du die Gebote des HERRN und seine Ordnungen, die ich dir heute gebe, hältst, dir zum Guten?

Ja, Erfurcht, Liebe und Dienen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele wird von uns heute auch verlangt. Das ist was Gott von uns will! Durch Einhalten Seiner Gebote drücken wir es aus! Das ist das „Beschneiden des Herzens“, wie wir in Kapitel 10 Vers 16 lesen. Es wird uns dann nur gut gehen. Darum, was hält uns davon ab?

Kapitel 8 spricht von der Versorgung durch Nahrung, beginnt jedoch mit dem Satz, der die Priorität setzt: „…um dich erkennen zu lassen, daß der Mensch nicht von Brot allein lebt. Sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN hervorgeht, lebt der Mensch.“ (8,3)

Nachdem dies geklärt war, konnte Gott das Land mit den sieben (Frucht)Arten (hebr. Schewa Minim) segnen: „Weizen und Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatbäume; ein Land mit ölreichen Olivenbäumen und Honig (gemeint ist Dattelhonig)“.
Interessant ist, dass die (Frucht)Arten im biblischen Text chronologisch nach den landwirtschaftlichen Erntezeiten des Jahres aufgelistet werden.

Nun fehlt nur noch das Danksagen nach dem Essen. Vers 10 lehrt uns die Reihenfolge: „achalta, sawata we-berachtadu hast gegessen, du bist satt geworden, und dann sollst du den HERRN preisen.“. Für was soll gedankt werden? Für das gute Land, das Er uns gegeben hat! So sollen auch wir es tun.
Darum ist das Tischgebet bei den Juden, anders als bei den Christen, am Ende der Mahlzeit!

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

So steht dieses Tischgebet, →Birkat Hamason, auch am Ende eines jeden Kiddush, das im Anschluss an den Schabbes- oder Festtagsgottesdienst in der Synagoge gehalten wird:

Stichpunkte der Parascha Ekew
nach dem jüdischen
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< Der Ewige will dein Herz erkennen – 40 Jahre Wüste. Du sollst erkennen, wovon der Mensch lebt: Nicht von Brot allein – von allem, was Gottes Mund ausspricht – Manna. Segen + Früchte des Landes – beim Essen den Ewigen nicht vergessen, sonst hochmütig und vernichtet wie Völker zuvor. Gottes Werk: Erlösung Israels und vieler Kinder der Nationen, die den Ewigen suchen. Der Ewige tröstet Zion – gleich Eden seine Wüste > Psalm 75

D.h. vor dem Essen wird nur kurz gesegnet (über Brot und/oder Wein) und am Ende gedankt! Von dieser Reihenfolge lesen wir auch in Joel 2,26.
(Wahrscheinlich wollte der liebe Gott, dass das Essen nicht kalt wird, und zudem bleiben dadurch die Kinder bis zum Schluss mit am Tisch sitzen!!)

Unser Prophetenabschnitt aus Jesaja 49 spricht von einer ähnlichen Situation im Volk, wie wir sie heute haben: „Zion sagt: Verlassen hat mich der HERR, der Herr hat mich vergessen. Vergißt [etwa] eine Frau ihren Säugling, dass sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes? Sollten selbst diese vergessen, Ich werde dich niemals vergessen!“ Was für eine Verheißung! Trotz unseres Versagens.
Denn…: „Und alles Fleisch wird erkennen, dass Ich, der HERR, dein Retter bin, und der Mächtige Jakobs, dein Erlöser.

Hier ist die Quelle unserer Hoffnung – und nicht in unseren eigenen Kräften!

Schabbat Schalom


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