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Das Wesen des Schabbats Wajakhel-Pekudej Kommentar

2. Moses 35,1 – 40,38; 4. Moses 19; Hesekiel 36,16-38

Seele & Körper – Das Wesen des Schabbats
Kommentar von Eric Martienssen:

Bedingt durch die Doppellesung „Er versammelte“ (die heilige Versammlung) und „Aufnahmen“ (in die Wohnung der Heiligkeit) kommt es in dieser Parascha HaSchawua zur vollendeten Vereinigung von Geist und Körper – der Seele als Wohnsitz Gottes Geistes im Menschen & der Stiftshütte / Tempel als Wohnung des Ewigen in → Seinem Volk in der „Wüste“. In wörtlichstem Sinne ist außerhalb dieser → Einheit mit Gott bis zum heutigen Tag nichts als Wüste.

Daher könnte auch das kollektive Seelenleiden der nicht den heiligen Schabbat beobachtenden Religionen rühren, denn der Schabbat ist die schöpferische Vollendung von allem, „was Er gemacht hatte“ … „Und es waren vollendet die Himmel und Erde und all ihr Heer. Und Gott hatte vollendet“ ↔ was Er „im Anfang schuf“, die Ruhe in Gott, der Schabbat, heiligste Versammlung der B’nei Israel – der Kinder Israels („Israel ist Mein Erstgeborener Sohn“ sagt der Ewige, gelobt sei Er, in 2. Moses 4,22) – im Tempel / Stiftshütte / Mischkan der Wüste.

Eine 2. Parallele von im Anfang Sefer (Buch) Bereschit bis zur Vollendung im Sefer Schmot finden wir an dessen Ende (2. Buch Moses 40,13) in den Worten „und Mosche hatte vollendet“ / „und Mosche sah die ganze Arbeit, und siehe, sie hatten (beim Bau des Körpers der Stiftshütte) dieselbe gemacht; da segnete sie Mosche“ (Schmot 39,43) ↔ Erinnert uns das nicht an die die „ganze Seele Israels“ begründenden Worte: „Und Gott sah an alles, was Er gemacht, und siehe, es war sehr gut … Und Gott segnete den siebten Tag (Bereschit 31,23)?

Doch auch innerhalb der mit dem jeweiligen unserer beiden Paraschot verknüpften Psalmen (Wajakhel → Psalm 61; Pekudej → Psalm 45) finden wir seelisch ↔ körperliche Vereinigungen und Parallelen in Vollendung. So hat Prof. Dr. Yizhak Ahren in seinem Buch „Verknüpfungspunkte – Warum gerade dieser Psalm?“ (Verlag johakiso-edition, Jehonatan Kiebitz, Ramat Bet Shemesh, IL) die Sicht auf Psalm 61 mit dem Satz begonnen: „Zur Errichtung des Heiligtums in der Wüste haben viele Männer und Frauen beigetragen“, und die Sicht auf den Psalm 45 begann er mit der „… Vollendung der Konstruktion des Heiligtums“. Prof. Ahren führt in der Frage, warum Psalm 45 dem Wochenabschnitt Pekudej zugeordnet wird, aus, dass dieser Psalm zur „Hochzeit eines Königs“ verfasst wurde (siehe dazu auch GSI-Rubrik Fragen an Gott, hier → Schabbat, zu Hofe einer exklusiv jüdischen Königin); Ahren weiter: „Bei einem solchen Anlass kommt eine freudige Stimmung auf, und auch die Vollendung des Heiligtums war ein erhebender Moment. Nur durch eine kkordinierte Zusammenarbeit wurde das Heiligtum vollendet; eine Hochzeit markiert den Beginn eines Zusammenlebens von Braut und Bräutigam. Mosches Segen haben wir bereits zitiert. Dem König wünscht der Psalmist: » An deiner Väter Stelle mögen deine Söhne treten, mögest du sie setzen zu Fürsten im ganzen Land « (Vers 17).“

Nur in der Exklusivität, der Ausschließlichkeit zweier Partner in einer Beziehung Braut ↔ Bräutigam, Königin ↔ König, Schabbat ↔ Judentum (als → Zeichen zwischen Mir und euch, 2. Moses 31,12-17, nicht zwischen Nichtjuden und Gott) lässt sich Liebe lieben, Heiligkeit heiligen, die oben bereits verlinkte Einheit namens Sabbat ↔ Ruhe! Aber nur durch Geburt als Kind Israel?

So erlebt: Ein Ger, der vor seinem → Übertritt zum Judentum kein bewusst lebender Christ war, sondern gar niemals zuvor eine Beziehung zu Gott und → Gottes Wort hatte (womit nicht gesagt sei, dass sogenannte gläubige Christen eine Beziehung zu Gott hätten, bestenfalls eine gute seelische Grundlage, den Ewigen, gelobt sei Er, dereinst erkennen zu können, wenn sie sich rigoros von den Verführungen der Götter lossagen, denen sie dienen, s. Psalm 115 und mittlerer Satz im Schma Israel), ein solcher Übergetretener hatte in einem Schacharit-Schabbat-Gottesdienst einmal jemanden gesehen, der seiner Meinung nach etwas falsch machte. Und er ging alsdann zu jedem der jüdischen Geschwister, mit denen der andere Mann geredet hatte, nach Beendigung derer Gespräche hin und warnte sie vor jenem Mann, mit dem sie gerade geredet hatte. Er dachte, weil selbst nach wie vor in keiner Beziehung zum Ewigen Israels stehend, vor der „Falschheit“ jenes Mannes beschützen zu müssen. Weil er jedoch selbst keine seelische Beziehung (die auch normalerweise nur durch jüdische Geburt und Erziehung möglich ist) zu Gott und Seinem Schabbat hatte, sondern nur durch Anstrengung, Auswendiglernen und Ausdauer Jude geworden ist, konnte er gar nicht „wahr“ nehmen, dass er durch seine Warnung Üble Nachrede (laschon Hara – deshalb u.a. auch die ständige Vergegenwärtigung: kein Feuer am Schabbat anzuzünden) betrieb und somit nicht nur den Schabbat und dessen Schöpfer entehrte, sondern die ganze Synagogengemeinde obendrein, Körper und Geist, den Tempel und dessen dort wohnenden Seelen.

Denn der Schabbat ist der Tag der Harmonie, der Harmonie von Körper und Geist (Seele, eben keine irdisch erfassbare Dimension) im Einzelnen … und der Tag der Harmonie in der Gemeinschaft … der der persönlichen Familie wie in der der seelischen Versammlung in der ruhigen Wohnung Gottes mitten in der Wüste (siehe auch → Sehnsucht auf den Dritten Tempel erblühet …).


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