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Parascha Schabbat Ki Tissa Lesungen und Kommentar

2. Mose 30,11 – 34,35; 1. Könige 18,1-39

Auszug aus dem Kommentar von Michael Schneider, Jerusalem:
Unser Wochenabschnitt (Parascha Ki Tissa – „Wenn du zählst“) berichtet von der großen Sündentat mit dem goldenen Kalb. Er beginnt mit dem von Gott befohlenen Lösegeld (hebr. kopher nefesch) und Sühnegeld (hebr. kessef kippurim) in Höhe von einem „halben Schekel, nach dem Schekel des Heiligtums“, das – pro Person ab 20 Jahren, egal ob reich oder arm – entrichtet werden sollte (30,15).

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

Bitte beachten Sie auch unseren AKTUELLES Artikel:
NS DOK Interview zum Thema HakenKreuz Karneval und Kirche

Stichpunkte der Parascha Ki Tissa
nach dem jüdischen
Hawdala-Kalender

< Bund am Sinai - Bundestafeln. Engel-Verirrung (Goldenes Kalb). Offenbarung im Stiftszelt. 2 neue Tafeln / Elijahu stellt den Altar des Ewigen wieder her - Gott offenbart sich durch Feuer, das Volk bekennt sich zu Ihm >
Psalm 75

In Kapitel 31 lesen wir von der Berufung des Künstlers Bezalel aus dem Stamm Juda, der vom Geist Gottes mit Weisheit, Verstand und Können erfüllt war. Sein Name bedeutet ‘im Schatten Gottes’. Bezalel Ben-Uri war von Gott „beim Namen“ gerufen und berufen, Sein Heiligtum und die Geräte der Stiftshütte kreativ zu gestalten. Gott offenbarte ihm – ein wenig – Seine Denkweise. Er half ihm, vieles aus einer göttlichen Perspektive zu sehen. Bezalel war ein inspirierter Künstler!
Von Gott bekam er Kreativität: Das, was jede berufene Person braucht, um Erfolg im Dienst zu haben. Darum kann auch jeder, der Erfolg möchte, darum bitten, dass er mit dem Geist Gottes und Seiner Weisheit erfüllt wird.

Im selben Kapitel lesen wir vom

    Schabbat als ewigem Zeichen des Bundes zwischen Gott und Seinem Volk. „Er ist ein Zeichen zwischen Mir und den Söhnen Israel für ewig. Denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht, am siebten Tag aber hat er geruht…“ (31,12-18)

So steht es auch in Hesekiel 20 Vers 20.

In Kapitel 32 lesen wir von der großen Sünde, der Erstellung des goldenen Kalbs. Wie kam es dazu? Das geschah, als die geistliche Führung im Volk fehlte! Dies erzeugte ein Vakuum. Mose war der Vermittler zwischen Mensch und Gott. Der fehlte nun, als Mose sich 40 Tage auf dem Berg Sinai aufhielt. „Sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den Ich ihnen geboten habe…“ (32,8) warnt uns Gott auch heute!
Übrigens, diese unvorstellbar große Sünde der Götzenanbetung wiederholte sich, nachdem Salomos Reich zerfiel, d.h. nach 120 Jahren Königtum (Saul, David und Salomo), durch den König Jerobeam. Er verführte das zehnstämmige Nordreich wieder zur Sünde: Er ließ wieder zwei goldene Kälber errichten. Eins in Beth-El und eins in Dan (1. Könige 12,28 und 2.Könige 10, 29).

Nachdem Gott zu Mose sagte: „Ich habe dieses Volk gesehen, und siehe, es ist ein halsstarriges Volk. Und nun laß Mich, damit mein Zorn gegen sie entbrenne und Ich sie vernichte, dich aber will Ich zu einer großen Nation machen“ (32,9-10), kommen wir hier zu einem wahren Test für einen Gottesmann. Gott wollte das Volk vernichten und durch Mose eine neue Nation gründen. Ähnlich wie zur Zeit Noahs.
Doch Mose sprach als wahrer Führer zum Herzen Gottes und flehte zugunsten seines Volkes. Erstens erinnerte Mose Gott daran, was wohl die Völker sagen würden, besonders die Ägypter: Dass der allmächtige Gott Israels gescheitert sei, Er zwar gewaltig beim Auszug aus Ägypten gewirkt hat, jedoch nur, um Sein Volk letztendlich „im Gebirge umzubringen und sie von der Fläche des Erdbodens zu vertilgen“ (32,12).
Zweitens erinnerte Mose Gott an den ewigen und geschworenen Bund mit den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob.
Dieses Flehen Moses geschah, bevor er „das Kalb und die Reigentänze“ mit eigenen Augen sah und die Bundestafeln aus Zorn darüber zerschmetterte. Dann rief er: „Her zu mir, wer für den HERRN ist!“ (32,26). Alle anderen, ca. 3.000 Person, wurden getötet.

Als die Strafe vorbei war, kam Mose zum dritten Mal vor Gott und flehte um Vergebung für sein Volk. Und hier finden wir die Größe Moses. Er war bereit, sein Leben für die Errettung des Volkes hinzugeben: (32,32) „Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus.“ (der erste Hinweis auf das Buch des Lebens im Himmel).
Mose war bereit, sein Leben zu opfern, um andere zu retten. Genau das wollte Gott hören!
Wir lesen im Psalm 106: „Da gedachte Er sie auszurotten, wäre nicht Mose gewesen, Sein Erwählter. Der trat in die Bresche vor ihn, um seinen Grimm vom Verderben abzuwenden“ (Vers 23). Das zeigt die Größe Moses!! Der erste Erlöser!

Gott sandte „Seinen Engel“, der von nun an mit diesem Volk ziehen sollte (Vers 34). Mose bekam Angst, dass Gott ihn verlassen würde und rief aus, er würde ohne das Erblicken des Angesichts Gottes keinen Schritt weiter gehen: „Und nun, wenn ich also Gunst / Gnade (hebr. ‚chen’) gefunden habe in deinen Augen, [dann] lass mich doch Deine Wege erkennen, so dass ich Dich erkenne… Woran soll man denn sonst erkennen, dass ich Gunst gefunden habe in Deinen Augen, ich und Dein Volk? Nicht daran, dass Du mit uns gehst und wir, ich und Dein Volk, [dadurch] vor jedem Volk auf dem Erdboden ausgezeichnet werden?“ Auch diesen Wunsch erfüllte der HERR dem Mose (33,17).

Mose ließ nicht locker. Er wollte „Seine Herrlichkeit sehen!“ (Vers 18). Alles hat Gott Mose jedoch nicht erkennen und verstehen lassen: „Ich werde gnädig sein, wem ich gnädig bin, und mich erbarmen, über wen ich mich erbarme“.

Gott zeigte Mose nur „Seinen Rücken“, „Sein Angesicht“ jedoch nicht (Vers 23). „Der HERR, der HERR, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue...“ (34,6). Das ist der wahre Gott! Mose bestand hartnäckig auf seinen Wunsch, bis er von Gott die gewünschte Zusicherung bekam. „Wenn ich doch Gunst/Gnade gefunden habe in deinen Augen, Herr, so möge doch der Herr in unserer Mitte [mitgehen]! Wenn es auch ein halsstarriges Volk ist, vergib uns aber [dennoch] unsere Schuld und Sünde und nimm uns als Erbe an!“

Und die Antwort des HERRN folgte: „Siehe, ich schließe einen Bund: Vor deinem ganzen Volk will Ich Wunder tun, wie sie [bisher] nicht vollbracht worden sind auf der ganzen Erde und unter allen Nationen...“ (34,10)
Und so war und ist es auch bis zum heutigen Tag!

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Insert of the GSI editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

(5. Mose 10,15) “Aber nur nach deinen Vätern [Israel] trug der Ewige Verlangen; Er liebte sie und hat euch, ihre Nachkommen [Juden],
auserwählt aus allen Völkern, so wie es heute ist »
Verfolgen Sie zu dieser Parascha auch den (leider nur englischsprachig vorhandenen) Video-Kommentar von
Rabbi Chaim Richman, The Temple Institute Jerusalem »

Gott tut immer noch Wunder durch und in diesem Volk, vor den Augen der Erde und aller Nationen! Allein die Wiedergeburt des Staates Israel 1948 und die Rückkehr der Juden aus über 120 Ländern nach knapp 2000 Jahren ist das Wunder des Jahrhunderts!

Unser Prophetenabschnitt aus 1. Könige 18 berichtet von einem anderem Berg, der sich schon im gelobten Land befindet, dem Berg Karmel. Dort, wo Elia „als letzter Prophet Israels“ den 450 Baal-Priestern gegenüberstand und, so wie Mose in unserer Parascha, dem Volk zurief ‘Her zu mir, wer für den HERRN ist!’, dem Volk zurief: „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der HERR der (wahre) Gott ist, dann folgt ihm nach; wenn aber der Baal, dann folgt ihm nach!“

Das sollen wir uns auch heute immer wieder gegenseitig zurufen. Danach geschah das Wunder, und das Feuer fiel vom Himmel. Das ganze Volk fiel auf sein Angesicht und antwortete: ADONAI HU HA-ELOHIM! ADONAI HU HA-ELOHIM! Der HERR, Er ist Gott! Der HERR, Er ist Gott!

Schabbat Schalom


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