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Chanukka und Nittelnacht 5772 Schabbat Mikkez

Schabbat-Lesung und Kommentar für die 52. Woche 2011, (Chanukka und Nittelnacht 5772)
MIKEZ – Nach Ablauf, 1. Moses 41,1 – 44,17, 4.M. 7,30-41; Sacharja 2,14 – 4,7
Auszug aus dem Kommentar von Michael Schneider, Jerusalem

Kommentarauszug:
Im Kapitel 41 lesen wir, nachdem wir von der göttlichen Gabe Josefs vom Träumedeuten im vorigen Kapitel erfahren haben, von dem nächtlichen ‘erschreckenden’ Traum Pharaos. Sieben gesunde Kühe und sieben magere Kühe, gleichbedeutend sieben gute, reiche Jahre und sieben schlechte Dürrejahre. Nach zweijähriger Haft wird Josef vom Kerker in den königlichen Palast Ägyptens versetzt. Sehr kontrastreich, doch so sind die Wege und das Eingreifen Gottes, wie mit dem Auszug aus Ägypten, einen Tag zuvor waren sie noch geschlagene Sklaven und innerhalb von weniger als 24 Stunden marschierten sie triumphal als Freie und als Nation aus.

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

Die 4. Chanukka-Kerze wird am Freitagnachmittag, also vor den Schabbatkerzen, entzündet und auch erst am Samstagabend, nach der Hawdala, wird die 5. Chanukka-Kerze entzündet – in diesem Jahr also exakt zum Beginn der → Nittelnacht / Nittelnacht . . .

. . . Wie nach der Zeitwende in der Nittelnacht so war auch vor der Zeitwende, bis 164 v.d.Z., (Chabad Frankfurt, in Broschüre: Chanukka 5772) „während der härtesten Zeit der syrisch-griechischen Besatzung Israels das Torastudium bei Todesstrafe verboten. Trotzdem lernten Kinder insgeheim, und wenn sie kontrolliert wurden, gaben sie vor, ein harmloses Spiel mit einem vierseitigen Kreisel zu spielen, den wir heute unter der Bezeichnung Dreidel kennen…“

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Stichpunkte der Parascha Mikkez
nach dem jüdischen
Hawdala-Kalender

< “Joseph Retter Ägyptens durch Gottes Geist / Menorah und Oliven: Nicht durch Heer und Kraft - durch den Geist des Ewigen > Psalm 40 und Psalm 30 (nach „Verknüpfungspunkte – Warum gerade dieser Psalm?“ von Prof. Yizhak Ahren / ebenfalls wie der Hawdala-Kalender erschienen in der johakiso-edition, Jehonatan Kiebitz, Ramat Bet Shemesh, IL)

Bitte beachten Sie dazu AKTUELLES Artikel » Terminkonjunktion zu Chanukka
und bitte beachten Sie AKTUELLES Artikel » Jüdische Weihnachtsgeschichte

So wie bei Daniel versuchte jedoch der Herrscher es erst noch mit allen herkömmlichen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, wie Wahrsager und Magier, bis sie einen ‘Hebräerjungen’ heran riefen. Doch „… da war keiner, der ihn deuten konnte“ (41,8 und 15).
Als Josef herangerufen wurde, gab dieser von vornherein bekannt, dass er nur ein Mund des Allmächtigen Gott Israels ist (41,25), nun mit dieser Deutung konnte sich Ägypten vorbereiten: „der Überfluß wurde zum Vorrat“ (41,34-36) So wurde der Auflöser zum Erlöser!

Und der richtige Mann am richtigen Ort dafür war Josef, dem der Name ‘Zephanat Paneah“ (Brot des Lebens auf alt-ägyptisch) gegeben wurde. Er rettete das ägyptische Reich. Was war die (Er)rettung laut Vers 55: „Geht zu Josef; tut, was er euch sagt!“. Das ist das Brot, Sein Wort!

„… nur der Thron (Pharaos) wird größer sein als du“ (41,40). Als sie ihn erkannten, fielen die Brüder vor ihrem Bruder Josef nieder, was eigentlich viele Jahre früher → vom damals verhassten Josef schon durch einen Traum vorausgesehen wurde.

Josefs Kommen nach Ägypten war von Anfang an von göttlicher Hand geführt, nicht nur um das ägyptische Reich, sondern um seinem Vater Jakob (Israel) und seiner Familie vor der kommenden Hungers- und Notjahre zum Retter zu werden, nachdem sie nach Ägypten ziehen mussten. D.h. Heilmittel vor der Krankheit. So wie es sich auch mit der Rettung des jüdischen Volkes zur Zeit Ahasverus zutrug, als Mordechai und Esther einem Putsch zuvorkamen, der sich später zum Vorteil wendete!

Jakob wie auch Josef trennten sich für ca. 20 schmerzhafte Jahre von ihrem Vaterhaus, um die göttliche Aufgabe zu erfahren. Die Parascha gibt uns die Lehre: Nichts in der Welt ist aus den Augen Gottes und alles dient dem Heilsplan. Sogar das Geld wie auch die ‘Königskelche’ in die Säcke der Brüder einzuschmuggeln und sie grundlos zu beschuldigen, waren – und sind leider noch – die antisemitischen Wellen in der Diaspora, die das Volk zum Sündenbock macht. Es waren und sind alle Mittels zum Zweck, ein Mittel gegen Assimilation und Heimkehr heute ins Land der Vater, zum Tisch Josefs.

In unserer Parascha erleben wir das erste Weinen Josefs, als er ‘seine Augen erhob und sah seinen Bruder Benjamin, den Sohn seiner Mutter… Und Joseph eilte [hinaus], denn sein Erbarmen (rachamim) wurden gross über seinen Bruder, und er suchte [einen Ort], zu weinen. Und er ging in das innere Gemach und weinte dort.“ (43,29-30)

Shabbat Shalom we Chanukka Sameach



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