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Schabbat NOACH Lesungen und Kommentar

1. Mose 6,9 bis 11,32; Jesaja 54,1 – 55,5
(Rosch Chodesch zusätzl. Kl. Hallel, 4. Mose 28,9-15 Haftara: Jesaja 66,1-24)

Auszug aus dem Kommentar
von Michael Schneider, Jerusalem:

In diesem Schabbat-Wochenabschnitt begegnen wir dem ersten Gerechten (hebr.: Zaddik, s. Noachidische Gebote) dieser Zeit – Noah, durch dessen Gerechtigkeit die ganze Menschheit gerettet wurde. So geschah es die ganze Geschichte hindurch – auf Grund weniger und „Überresten“ war Gott gnädig und hat Israel nicht vernichten lassen. Auch der Prophet Hesekiel betont in Kapitel 14 Vers 14 diese Verschonung Gottes durch die Gerechtigkeit einzelner und nennt Noah, Daniel und Hiob.

Es war damals eine Ära des Bösen, in der „gefallene Engel“ unter den Menschen auf Erden herrschten. Es ging sogar so weit, dass es „den HERRN reute, dass er den Menschen … geschaffen hatte und es machte Sein Herz traurig!“ (6,6), alles „war verdorben, denn alles Fleisch hat Sein Weg verdorben auf Erden!“ (6,12).

Das Schlüsselwort unserer Parascha ist „Nechama“, Trost, das mehrmals wiederholt wird – und woraus sich der Name Noah ableitet (siehe Vers 5,29).

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Insert of the GSI editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Gerade im letzten Jahr, aus jüdischer Sicht 5771 ( jüdischer → Hawdala-Kalender 5772 hier > ), erinnerte doch gerade Fukushima so sehr an die Sintflut, daran zu trösten . . .

. . . und daran, mit tätiger Hilfe beizustehen, wie dies besonders auch Israel TAT – und tut gerade auch am heutigen Tage in der Türkei, obwohl diese uns mit internationalen Lügen und an den Haaren herbei gezogenem Staatsterror überzieht.

Denn Noah „fand Gnade in den Augen Gottes“. Noah wurde damals zum ‚Trost der Menschheit’ – sonst wäre alles vernichtet worden!! So auch Lot, ein weiterer Gerechter seiner Generation, der sowohl der Sintflut als auch dem Schwefelhagel entfliehen konnte! (mehr zu diesem Thema ebenfalls in oben verlinktem Hawdala Kalender 5772)

Sieben Tage war Noahs Familie in der „geschützten“ Arche, bis die Flut am 17. Tag des zweiten Monats (Ijar) begann. Gibt es hier eine Parallele zur Endzeit?

Er und seine Familie, acht insgesamt, waren es letztendlich, die die Menschheit vor einer kompletten Vernichtung retteten.

Das Mittel dazu war eine Arche, die „innen und außen mit Pech“ zum Schutz „verpicht“ wurde. Das biblische Wort für Pech ist „Kopher“ und für Verpichten „kaphar“. Daraus leitet sich das Wort für Sühne „KAPPARA“ ab. Interessant ist auch, dass Gottes Schutz „von innen und außen“, also nicht nur über unser Innerstes (bzw. Herz) sondern auch über unser Äußeres herrschen soll.

Der Bau an der Arche, bzw. am Himmelreich Gottes, wurde allen angeboten, und die Tür ist weit offen. Der Bau der Arche dauerte damals 120 Jahre – viel Zeit zur Umkehr!

Zitat aus dem Koran

Doch dann war es so weit, nachdem zwischendurch sicher Zweifel in der Familie auftauchte, begleitet vom Spott der Vorbeikommenden (”Wie kannst du nur an so etwas glauben!”) ▼

In Kapitel Sieben steht, wie sich die Tür der Arche dann schloss und das Gericht vom Himmel “in Strömen” fiel.

Je sieben Paare von reinen und ein Paar von unreinen Tieren wurden in die Arche Noah gebracht.
Hier ein Wort zu den Dinosauriern: Wenn es sie gegeben hat, glaube ich persönlich, gab es sie nur vor der Sintflut (man hat ja versteinerte Abdrücke dieser Mammuttiere gefunden). Danach – wie durch eine göttliche Selektion – gab es sie nicht mehr. Sie kamen nicht mit auf die Arche.
Gott wollte in vielem durch die Sintflut einen Neubeginn gestalten, wie einen neuen ‚Nullpunkt in der Schöpfung’ setzen – diesmal mit drei Ehepaaren!! (wenn man Noah und seine Frau nicht mitrechnen, da sie nach der Sintflut keine weiteren Kinder bekamen).
– Meiner Meinung nach kamen nur die Prototypen / Grundrassen aller Tierarten in die Arche.
– Übrigens sollten wir als Bibel-Glaubende vorsichtig sein mit all den – laut Evolutionslehre –prähistorischen Daten und Angaben von zig Tausenden bis Millionen Jahren !! Der jüdische Kalender zählt zu Rosch HaSchana (Neujahr) seit Beginn der Menschheit, d.h. ab dem sechsten Tag der Schöpfung genau und befindet sich jetzt – zu dem gregorianischen Jahr 2012 – im Jahr 5772.

Im Judentum vergleichen Gelehrte die Sintflut mit dem rituellen Mikweh-Tauchbad. Es reinigte die Menschheit.

Wieder finden wir hier bedeutsame Daten: 17.Ijar, dann 40 Tage Regen, nach 150 Tagen „schlossen sich die Quellen der Tiefe und die Fenster des Himmels“, am 17. Tischri ließ sich die Arche auf dem Berg Ararat nieder, danach eine weitere Zeitspanne bis zum 1. Tag des zehnten Monats „bis die Berggipfel sichtbar wurden“, dann eine Wartezeit von 40 Tagen, bis Noah das Fenster der Arche öffnete.
Dreimal für je sieben Tage schickte Noah einen Vogel hinaus. Erst den Raben, dann die Taube. Am 1. Nissan (1. biblischer Monat, der Frühlingsmonat) „entfernte Noah die Decke von der Arche“ und am 27. Ijar „war die Erde wieder trocken“ und sie verließen die Arche! (8,14-16). Sie waren somit genau 365 Tage in der Arche.

Wie legen die Rabbiner den Unterschied von Regen (geschem) und Sintflut (mabul) aus: Regen dient der Erde zum Guten – sie grünt, blüht und gibt Frucht. In anderen Worten ‚Segenregen’!
Die Flut bringt das Gegenteil – sie zerstört, entwurzelt und tötet. Regen schenkt Leben und die Flut den Tod!

Nach der Sintflut liest es sich so schön: „Und der HERR roch den wohlgefälligen Geruch…“ (1.Mose 8,21) Wie die reine Luft nach dem Regen – aber es war auch der Wohlgeruch der Reinheit der Seelen!

Die Taube mit dem Ölzweig ist heute unter den Menschen zum Symbol des Weltfriedens geworden. Gott schloss Seinen ersten Bund mit Noah und dessen Nachkommen, der bis heute noch sichtbar und gültig ist. Denn sobald wir einen Regenbogen sehen, sollen wir uns an diesen Eid Gottes erinnern, dass Er nie wieder solch eine Flut über die Erde bringen wird. Dennoch war sich Gott bewusst, dass „das Sinnen des menschlichen Herzens böse von seiner Jugend an ist“. (8,21; vgl. 6,5) Das bestätigt auch der Prophet Jeremia: „Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es“ (17,9).

Mit acht Seelen begann Gott mit der Menschheit von vorn. Nach der Sinflut (ab Kap. 9) kamen die ersten Gebote Gottes, wie z.B. das Vermehrungsgebot in Vers 7. Doch schon davor lesen wir in Vers 4 vom Verbot des Genusses von Blut. Im selben Kapitel lesen wir auch vom Fluch Noahs über seinen Sohn Ham, dem Vater Kanaans, womit Kanaan dreimal als „Sklave seiner Brüder“ verflucht wurde! (Übrigens, viele Palästinenser heute beziehen sich in ihrer Abstammung auf die Kanaaniter!!)

Kapitel 10 listet die 70 Völker-Tafel auf, die Nachkommen der drei Söhne Noahs. Jafet wurde der Vorvater der europäischen Völker, Ham ist der Vorvater der afrikanischen Völker und Sem (Schem) wurde zum Vater der semitischen Völker – inkl. Ismaels Nachkommen, d.h. den arabischen Völkern. Kanaaniter und Philister sind jedoch keine Semiten (!), sondern Hamiten.
Meiner Meinung nach hat sich auch hier nichts geändert. Man hat zwar laut UNO 193 Staaten. Doch von den Stammesvölkern her, denke ich, sind wir weiterhin 70!

Nicht lange nach der Sintflut, nach ca. 300 Jahren, taucht eine Person mit Namen Nimrod auf. Der erste Herrscher, der es wagte, Gott zu widerstehen. (‚Nimrod’ kommt von ‚limrod’ – rebellieren, wörtl. „wir werden rebellieren“.) Er wollte Gott ersetzen lassen und dafür einen großen Turm bauen. U.a. errichtete Nimrod Babel/Babylon und Ninive. Die Strafe war eine Sprachverwirrung. Die eine gemeinsame Sprache wurde in vielen Sprachen aufgeteilt, so dass sich die Menschen nicht mehr verstehen konnten (11,9). Bis heute tragen wir diese Strafe!
In der Endzeit jedoch wird es wieder zu einer verständlichen Sprache unter allen kommen. Zefanja 3 Vers 9 sagt: „Dann aber werde ich den Völkern eine andere, klare/verständliche Sprache (das ist die genaue Übersetzung!) geben, damit sie alle den Namen des HERRN anrufen und Ihm EINmütig dienen (→GSI-Artikel: Gott der EINE s. Fragen an Gott).“

In unsere Haftara, im Prophetenabschnitt, in Jesaja 54 lesen wir von der Zerstreuung des Volkes Israel unter alle Völker. Aber Trost finden wir in den Worten des HERRN:
EINEN KLEINEN AUGENBLICK habe Ich dich verlassen, aber mit großem Erbarmen werde Ich dich sammeln.
Im aufwallenden Zorn habe Ich EINEN AUGENBLICK Mein Angesicht vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade werde Ich mich über dich erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.
“ (7-8; der Vers 9 und 10 erinnert uns an Noah und den Friedensbund)

Wenn das ein „Augenblick“ (hebr. rega) in den Augen Gottes ist, was ist dann die Ewigkeit!!??

Schabbat Schalom



1 Kommentar to “Schabbat NOACH Lesungen und Kommentar”

  1. Birgit sagt:

    Der Gehorsam eines Menschen rettet. wie einstens bei Noah.
    In den USA hörte ein Mann im Auto eine Stimme „Halte sofort an“ Er wußte, es ist Gott und gehorchte. Die Leute in den anderen Autos hupten, und schimpften, dann brach die Mississippi-Brücke runter. So wurde durch den Gehorsam, er und alle, die wegen ihm nicht weiterfahren konnten, gerettet.