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Schabbat Bereschit Lesungen und Kommentar

1. Mose 1,1 bis 6,8; Jesaja 42,5 – 43,10

Auszüge aus dem Kommentar
von Michael Schneider, Jerusalem:

Mit den Worten „Am/Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ beginnt das Schreiben Gottes an die Menschen. Auch beginnt die jährliche Thoralesung erneut von vorn. Da könnte man fragen: Warum diese Wiederholungen?
Die Rabbiner sagen hier, jedes Jahr wird man neu mit Neuem aus demselben Text von Gott erleuchtet und inspiriert. Ich füge hinzu: der Mensch ist auch jedes neue Jahr auf einer anderen geistlichen Stufe in seinem Leben mit Gott.
Heute sind ihm eben andere Sachen wichtiger (und er markiert sie gelb in) oder anderes spricht das Herz an, was er im vorigem Jahr gar nicht so berücksichtigt und daher überlesen hatte. Darum sollte man nie im Bezug auf Gottes Wort sagen: „Das habe ich ja schon mal gelesen!“

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

Stichpunkte der Parascha Bereschit (Am Anfang … )
nach dem jüdischen
Hawdala-Kalender

< Schöpfung Himmel und Erde, Mensch, Eden, Abels Tod – Noah / Israel – Gottes Zeuge > Psalm 139

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Beachten Sie bitte gerne auch unseren Aktuelles Artikel:
Hoschana Raba, Simchat Tora und Schabbat Bereschit

Wir lesen, es war Tohuwabohu. Doch was heisst dies Wort genau? Es sind drei Worte: Tohu wa-Bohu, d.h. Tohu und Bohu, heisst soviel wie „Erstaunen / Bewundern und Verwirrung“ – darum ist das üblicherweise verwendete Wort Chaos nicht die korrekte Übersetzung dafür!! Zum zweiten Mal wird es in Jeremia 4,23 erwähnt: „Ich schaue die Erde, und siehe, sie ist wüst (tohuwabohu) und leer…“

Wisst Ihr, nähme man jeden 50. Buchstaben im hebräischen (Ur)text, angefangen mit dem ersten „Tav“ im ersten Buch im ersten Kapitel, erhält man die vier Buchstaben des hebräischen Wortes „Thora“ (tav, waw, resh, he), das für die fünf Bücher Mose steht. Übrigens, Thora bedeutet genau übersetzt „Wegweisung (Gottes)“ und nicht wie üblich – auf negative Weise –“Gesetz“!! (Interessant ist, 50 Tage nach dem Auszug aus Ägypten fand die →Herabgebung der Thora am Berg Sinai statt!)

In unserer Parascha, dem Wochenabschnitt, geht es um die Schöpfung der Welt bis hin zur Zeit Noahs. Innerhalb von knapp sechs Kapiteln bündeln sich über 1500 Jahre! In dieser Zeitspanne lebten zehn Generationen von Adam bis Noah. Was für eine kurze Berichterstattung für eine lange Zeit des Geschehens! Ja, in der Kürze liegt die Würze!

Eins sollte uns jedoch im Schöpfungskapitel, Kapitel 1, auffallen: Wie kommt es, dass es vom ersten Tag an Licht gab, Gott jedoch erst am vierten Tag die Sonne und den Mond schuf? Es war das Licht und die Herrlichkeit Gottes, die schien! Und so wird es in der Endzeit auch wieder geschehen.

Übrigens, der Name des ersten Menschen und der heutige Begriff für Mensch, Adam, stammt von dem hebräischen Wort „Adama“ (Erde) ab. „Da bildet Gott, der HERR, den Menschen (adam), aus Staub vom Erdboden (adama)…“ (Vers 2,7)

In unsere Parascha finden wir nicht nur den ersten sterblichen Menschen, sondern auch den ersten Entrückten: Hennoch (eigentlich „hannoch“, was „einweihen“ bedeutet – denn er war es hier, der den Begriff der großen künftigen Entrückung als erster verwendete)!! Das biblische Wort für „entrücken“, das in unserer Parascha zum ersten Mal erwähnt wird, heißt „lakach“ (1. Mose 5,24), was sonst als „nehmen“ übersetzt wird. Dann begegnen wir einer Art Entrückung bei Mose und dem Propheten Elia. Interessant ist, das Alter von Hennoch war 365 Jahre, genau die Zahl der Tage eines Jahres!!

Hier in unserer Parascha begegnen wir schon Satan (als Schlange), aber auch dessen Ende!!! Wir lesen in 1. Mose 3,15 von „dem Fers, der seinen Kopf zermalmen“ wird.
Die Verlockung und verführerische Versuchung des Teufels (bis heute bietet er uns die sündvolle giftige Frucht an. Wie die verführerischen Wege der Hure in Sprüche 7. Aber ihre Wege „führen zum Scheol, hinab zu den Kammern des Todes“).

‚Man verspricht uns den Himmel’, wie man sagt – so tat es die Schlange: Sie versprach ihnen „wie Gott zu sein“ (Vers 5). Darum passt auf! Der Teufel hat bis zum heutigen Tag ganz raffinierte erfinderische Tricks, uns zum Abfall von Gott zu verführen.

Am dritten Schöpfungstag fällt auf, dass dort zweimal „Und es ward gut“ steht. Das wird so erklärt: Weil an diesem Tag das Trockene (Erde) und das Meer sowie die Samen der Frucht erschaffen worden sind. So wurde daraus ein Begriff unter den Juden im Volksmund, dass alles Dritte „doppel-gut“ ist (hebr. „pa’amaim ki tov!“). Aus diesem Grund wird auch gerne am „dritten Tag“ der Woche geheiratet – für die Frau ein „gut“ und für den Mann ein „gut“!

Der Mensch wurde zuletzt erschaffen, am sechsten Tag. Danach ruhte Gott „von all seinen Werken“. Auffallend jedoch ist, dass Gott den sechsten Schöpfungstag nicht wie bei der Erschaffung seiner anderen Werke mit „Und es ward gut“ abschloss!
Oft wird gelehrt, dass Gott nach der Erschaffung des Menschen gesagt hat „Und es ward sehr gut!“. Diesen Satz hat Gott jedoch nicht direkt nach der Erschaffung des Menschen gesprochen, sondern erst, als er ALLES ansah, was Er gemacht hatte (1.Mose 1,31).
Die Juden legen das so aus: Dem Menschen gab Gott die freie Wahl, Ihm zu folgen oder gegen Ihn zu rebellieren (wenn man weder für noch gegen Ihn ist!! Das bedeutet, es gibt kein dazwischen!), d.h. zwischen →Gut und Böse zu wählen.

Die ersten drei Verse im zweiten Kapitel sind der Schabbatspruch vor dem Wein- und Brotsegen, in denen die Heiligung und die Ruhe des siebten Tages zum Ausdruck kommt. So soll auch der Mensch nach den sechs Arbeitstagen der Woche, wie Gott nach den sechs Schöpfungstagen, ruhen und den →Schabbat heiligen!

Dann lesen wir von der perfekten Gemeinschaft, die der Mensch mit seinem Schöpfer im Garten Eden (Gan Eden) hatte. Die einzige Aufgabe des ersten Menschen war die Namensgebung der Tiere. Was für ein Job!

Doch dann, als Adam wahrscheinlich gerade dabei war, die Tierpaare zu benennen, sah Gott: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei!“
So schuf Er aus Adams Rippe die Frau. Doch davor musste Gott ihn in einem Tiefschlaf setzen. Danach aber kam die Versuchung, und die Sünde kam in die Welt und Schamloses wurde zu Scham. Adam und Eva versteckten sich plötzlich hinter einem Baum.

Da taucht die Frage auf, die in den Schulen in Israel im Bibelunterricht diskutiert wird. Wie kommt es, dass noch im ersten Kapitel im Vers 27 Gott sein Geschöpf nach Seinem Ebenbild machte, zu Mann und Frau. Wie ist das zu verstehen? Denn erst Ende des zweiten Kapitels schuf Gott die Frau!!!??

Habt Ihr Euch mal gefragt, warum man nicht den Namen der Frucht, die zur Sünde führte, bekannt gab? Der Grund – laut Rabbinern – weshalb keine spezielle Frucht erwähnt wird, wäre, dass kein „Schandmal“ über dieser Frucht steht und Menschen sie nicht essen würden, da sie bis heute verflucht wäre!

Jüdische Weisen sagen, dass die Frucht am „Baum der Erkenntnis des Bösen und Guten“ entweder Trauben, Feigen oder die Sukkot-Zitrusfrucht Etrog gewesen sein könnte.
Die Cherubim, die Engelwächter vor dem Garten Eden sind die Cherubim, die sich auf der Bundeslade befinden. Danach auf dem Deckvorhang zum Allerheiligsten, die Parochet.

Noch etwas für alle Liebespaare: Ende Kapitel Zwei lesen wir von dem wichtigsten Dreier-Prinzip der Ehe:
1) Vater und Mutter zu verlassen;
2) seiner Frau anhängen (dawak, der hebräische Begriff für „kleben“)
und
3) zu einem Fleisch werden. Das heißt wörtlich – wie es in anderen Bibelstellen bestätigt wird – der Mann soll seine Frau mehr und mehr kennenlernen, das ist seine Lebensaufgabe.
Dies bedeutet wahre Liebe à la Bibel – und es ist nicht immer eine Sache von Gefühlen!

In Kapitel 4 lesen wir vom ersten Mord in der Weltgeschichte, der nur aus reinem Neid gegenüber dem eigenen Bruder geschah. So wurde Neid und Eifersucht der Urgrund und die Wurzel jedes Mordens und allen Übels.

Eine Erklärung, warum die ersten Menschen hunderte von Jahre gelebt haben (Beispiel: Methusalem wurde 969 Jahre), lautet, dass sie den nachfolgenden Generationen so noch aus erster Hand alles erzählen und Wichtiges weitergeben konnten, was dann später niedergeschrieben werden konnte. Viele erklären sich die lange Lebenszeit mit gesundem Essen. Die eben erwähnte Auslegung meint aber, dass Gott die wenigen Gerechten mit Absicht so lange am Leben erhielt, weil mehr und mehr die Sünde und bösartige Menschen die Erde bevölkerten.

In unserem Prophetenabschnitt, Haftara, aus Jesaja 42 lesen wir von Lob und Preis über die Weltschöpfung Gottes. Aber in einem Atemzug zieht der Prophet den Faden zur Erwählung Israels als Volk Gottes. Von ihm soll das „Licht zu den Nationen“ kommen!!

An diesem besonderen Schabbat, nach der Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit nach mehr als 5 Jahren und 4 Monaten im dunklen Kerker der Hamas, kann man Vers 7 nicht übersehen: „…um Gefangene aus dem Kerker herauszuführen und aus dem Kerker / Gefängnis, die in der Finsternis sitzen“.

Behaltet diesen Vers 8 aus der Haftara:
Ich, der Ewige ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götzenbildern“.

Schabbat Schalom


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1 Kommentar to “Schabbat Bereschit Lesungen und Kommentar”

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