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Schabbat Schoftim Lesungen und Kommentar

5. Mose 16,18 bis 21,9; Jesaja 51,12 – 52,12
von Michael Schneider, Jerusalem

    Vorab: Am 31. August hat laut jüdischem Kalender der Monat Elul begonnen

[s. dazu auch den GSI-Artikel → Sehnsucht auf Dritten Tempel und Messias erblüht].

    Das ist der Monat der Vergebung (Selichot), Umkehr und Buße, in dem wir unser Herz auf den großen Gerichtstag an Neujahr vorbereiten. Darum auch „Monat des Erbarmen“ (chodesch haRachamim) genannt. Früh morgens geht der Jude zur Synagoge zu den Selichot-Gebeten, dazu bläst man das Schofarhorn, ein Weckruf zur Umkehr. Während dieser Tage sollte man besonders vorsichtig sein – so die jüdischen Weisen – jemanden zu richten. Denn Gott wird uns mit demselben Maß richten. Darum seid barmherzig, so dass der Herr auch euch gegenüber gnädig sein kann.

Kommentar:
Unser Schabbatabschnitt beginnt mit dem Gebot: „Setze Dir Richter (Schoftim) und Aufseher (Schotrim) in Deine Tore….. Zuerst wird der Richter erwähnt, da er von der Authorität her höher steht, als der Aufseher/Polizist. ’Schotrim’ ist der heutige Begriff für ’Polizisten’. Damals wie auch heute sind Menschen in diesen beiden staatlichen Ämtern anfällig für Korruption und Bestechung. Darum lesen wir die warnenden Worte Moses in seiner Abschiedsrede:

. Zum „Der König regiert“-Schabbat dieses Video der IDF-Band . . . . . . . . .

„Du sollst das Recht nicht beugen, du sollst die Person nicht ansehen und kein Bestechungsgeschenk nehmen. Denn das Bestechungsgeschenk macht die Augen der Weisen blind und verdreht die Sache der Gerechten. Der Gerechtigkeit [und nur] der Gerechtigkeit sollst du nachjagen…
Mose wusste, wie leicht es Richter und Polizisten aufgrund ihrer Autorität haben, das Zepter, von Menschen verleitet, zugunsten des Stärkeren zu richten. Darum der Aufruf: Richte Dein Auge auf die Gerechtigkeit, die göttliche, und jage ihr nach!

Da wir Gottes Handeln an Israel als Abbild/Vorbild für unser Glaubensleben sehen, sind diese harten Strafmaße in 5. Mose 17 heute geistlich zu verstehen. „Wenn einer in deiner Mitte, in einem deiner Tore,… was Böses in den Augen des Herrn, deines Gottes, tut und indem er seinen Bund übertritt“, der soll „draußen getötet werden“.
Ja, wie es auch David in Psalm 139 sagt: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist…“ Ja, dass wir es dann herausschneiden (lassen) und es „außerhalb des Lagers verbrennen oder steinigen“. ’Erschaffe in uns ein reines Herz’, sollen wir täglich von Gott erbitten.

Wie Ihr seht, kann man auch diese Toratexte heute im geistlichen Sinne verstehen. Alles Unreine soll aus unserer Mitte bzw. Lager entfernt werden.
Und wiederholt wird vom Volk Gottes verlangt, dass es: „von dem Gebot weder zur Rechten noch zur Linken abweicht, damit es die Tage in seiner Königsherrschaft verlängert…“ Das war wohl wirklich Moses größte Sorge, wenn er das Volk verlassen würde!
Wie können wir von der Tora, Gottes Wegweisung, abweichen? Wenn sich unser Herz über unsere Brüder erhebt – lesen wir. Wenn Hochmut und Ergeiz an die Stelle von Demut treten, die der Herr von uns verlangt (Micha 6,8).

In Kapitel 17 Verse 14 bis 20 lesen wir vom bekannten „König-Gesetz“ (chok ha-Melech). Denn Mose wusste, dass eine Zeit kommen würde – nachdem das Volk Israel das Land in Besitz genommen hat – in der sie nach einem König verlangen. In den Vorschriften für einen König lesen wir: a) er muss von Gott erwählt werden, b) aus dem Volk Israel sein und kein Fremder, c) mit Pferden, Frauen und Reichtum (Gold und Silber) soll er nicht übertreiben, . .

. . . . . . . . Ergänzung der GSI-Redaktion – unser “Graues Kasterl” . . . . . . . . .

Stichpunkte der Paraschat Schoftim
nach dem jüdischen
Hawdala-Kalender

Richterrecht: Schwere Sachen ins Heiligtum. Königsrecht: Tora schreiben, lesen, regieren. Leviten-, Priester- und Prophetenrecht: Erziehung zu Dienern des Ewigen. Vernichtung Götzendienst; Freistätte. Zeugenrecht. Kriegsrecht. / Gottes Recht an Seinem Volk Israel: Gerichtszeit zu Ende – Gott ist König – nach Zion zurückgekehrt, Sein Volk getröstet, Jerusalem erlöst, Israel zieht heim > Psalm 17


. . denn sie alle führen zu Hochmut und Selbstsicherheit, was zu Glaubensverlust und Götzendienst führen kann, d) es wurde dem König aufgetragen, eine eigene Tora zu schreiben, die „Licht zu seinen Füßen“ ist und wonach er handeln soll.
König Salomo ist ein klassisches Beispiel dafür, wie diese Tora-Regeln NICHT eingehalten wurden. Er hatte übertrieben viele Frauen, Reichtum, etc. – was wirklich zu Glaubensverlust und Götzendienst führte!!
Gott wusste das, all das steht schon in der Tora geschrieben!
War es nicht auch das, was der Prophet und Richter Samuel dem Volk vorhielt, als sie einen König „wie die anderen Völker“ verlangten? Nachzulesen in 1. Samuel Kapitel 8.

Dennoch finden wir unseren Trost in den Versen unseres Prophetenabschnitts in Jesaja 51,12:
Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wer bist du, dass du dich vor dem Menschen fürchtest, der hinstirbt…“ (das doppelte „Ich, ich.. – anochi, anochi“ ist eine klare Antwort zu dem ersten Vers in Jesaja 40 mit der doppelten Anrede „Tröstet, tröstet, mein Volk /oder: mit Mir… – Nachamu, Nachamu ami / imi...“ Ja, der Herr ist es, der Tröster und Erbarmer Israels!)

Und die Hoffnung auf und in den kommenden Erlöser, den Messias, den jeder sehen wird:
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße dessen, der [frohe] Botschaft bringt, der Frieden verkündet, der gute Botschaft bringt, der Heil verkündet, der zu Zion spricht: Dein Gott herrscht als König! … Denn Auge in Auge sehen sie, wie der Herr nach Zion zurückkehrt.
Brecht
[in Jubel] aus, jubelt allesamt, ihr Trümmerstätten Jerusalems! Denn der Herr hat sein Volk getröstet, hat Jerusalem erlöst!
Der Herr hat seinen heiligen Arm entblößt vor den Augen aller Nationen, und alle Enden der Erde sehen die Rettung unseres Gottes.
„Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Gnade wird nicht von dir
(Israel) weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der Herr, dein Erbarmer.

Schabbat Schalom !


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