cat-right

Schabbat BaMidbar Lesungen und Kommentar

4. Moses 1,1 – 4,20; Hosea 2,1-22
von Eric Martienssen

Kommentar:
Wie fragte Premierminister Binyamin Netanyahu (Ministerpräsident Benjamin Netanjahu) am Dienstag so außerordentlich charmant den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika vor dem Kongress: „Wissen Sie noch, als wir die Neuen Kinder im Block waren? Ich sehe eine Menge alter Freunde hier. Und ich sehe eine Menge neuer Freunde Israels hier. Demokraten wie Republikaner.“

Genauso sieht es auch um das Buch Levitikus, das 3. Buch Moses, aus, das wir heute mit der ersten Parascha im 4. Buch Moses – „BaMidbar“ / „In der Wüste“ verlassen. Alle nichtjüdischen Völker haben uns und den Ewigen in all den Gesetzestexten von Levitkus längst verlassen und sich eigenen Göttern zugewandt. Wir sind sprichwörtlich alleine gelassen – das ist Wüste! Aber auch ist Wüste, das Alleingelassensein, das alleine Stehen vor dem Ewigen, gelobt sei Er, nicht nur der prägend, sondern auch der einzige Ort, von Herzen Demut zu lernen. Nur langsam begreifen die Völker, dass es anders nicht geht, frei zu werden von anderen Göttern, z.B. dem Christus der Kirche, denn der wirkliche Jesus, ein Jude, ging auch in die Wüste und kam so gestärkt wieder heraus, dass er alle Völker hätte zu G’tt zurück führen können, wenn die Kirche sich ihn nicht einverleibt hätte. Man merke also, erst die langen Gesetzestexte, dann Wüste. Und dann, liebe Freunde Israels? (s. zur Unterscheidung / Abgrenzung →Deutschlands Israelkongress).

Rabbiner Chaim Richman vom Tempel Institut in Jerusalem kommentiert die Sidra BaMidbar in etwa folgendermaßen:
Nach einer kurzen Pause (das Buch Levitikus, das uns anweist, wie man in dieser Welt mit G’tt lebt), ist das Heilige Volk wieder auf der Straße, die Kinder Israels buchstäblich in der Wüste, und marschiert wie ein Mann in Richtung auf das Land Israel zu. Aber können sie ihre Einheit behalten? Ihr Engagement für G’tt und dessen Vision für sie?
Was der Rabbiner Richman hier anspricht ist mitten im Heute, unserer Zeit, besonders in der Diaspora und seinen jüdischen Gemeinden, überhaupt alles der heutigen Parascha scheint heutige Zeit zu sein. Nehmen wir da doch gleich aus dem 1. Kapitel BaMidbar (4. Moses) der Vers 53: „Die Leviten sollen rings um die Wohnung des Gesetzes lagern, damit die Gemeinde der Kinder Israels nicht der Zorn treffe; die Leviten sollen die Vorschriften des Gesetzes beobachten!“

Das heißt jetzt aber nicht, dass die Gemeindemitglieder im Ganzen oder der Einzelne in der Gemeinde tun und lassen können, wonach ihnen gerade so ist. Im Gegenteil. Was der Ewige, gelobt sei Er, hier sagt ist: Was ICH damals Mosche gesagt habe und heute den Priestern (Rabbinern) und Leviten sage, das ist dem Einzelnen wahrscheinlich zu erschreckend und direkt. Also sage ich es den Leviten, die ICH für den Dienst um Mein Allerheiligstes herum, die Stiftshütte, den Tempel, ausgebildet habe. Die sind Mir verantwortlich und die werde ICH auch zur Verantwortung ziehen, dass sie euch, der Gemeinde gegenüber, Mich ja richtig übersetzen, dass sie Mich alle verstehen. – Und wie ernst Er das zu allen Zeiten so auch heute meinte, daran erinnert Er im 3. Kapitel, Vers 4: „Nadab und Abihu [die Söhne Aarons, also Leviten im Priesterdienst] starben vor dem Ewigen, als sie in der Wüste Sinai fremdes Feuer vor dem Ewigen darbrachten.“ Kleiner Rückblick, der Onkel der Beiden, Mosche Avinu (Vater Moses), logischerweise ebenfalls Levit, aber auch der größte Prophet der Bibel, hatte einst vor dem Dornbusch-Feuer gestanden, meinte jedoch, dass er nicht reden könnte. So gab ihm der Ewige als Mundwerk seinen Bruder Aaron. Wenn Sie so wollen, war das damals die Trennung zwischen Geindevorstand, Mosche, und Rabbinern, Aaron (und seinen Söhnen). Jedoch gibt es heute, besonders in der Diaspora, Gemeindevorstände, die ein Angst- und Schreckenregiment führen, und glauben, dass sie auch ohne einen Hauch von Anstand, von Demut (keiner hatte Demut des Mosche Avinu gleich) ganz zu schweigen, oder Kenntnis des Wortes G’ttes die Gemeinde führen können und die Rabbiner müssen spuren, sonst fliegen sie. Das g’ttliche Prinzip wurde also ins Gegenteil verkehrt. Gemeindemitgliedern, die sich muxen, passiert das Gleiche. Solchen Gemeinden sei die demokratische Abwahl solcher Vorstände ans Herz gelegt, „damit die Gemeinde der Kinder Israels nicht der Zorn treffe.“

Womit wir beim Stichwort Demokratie zurück bei Benjamin Netanjahu vorgestern vor dem U.S. amerikanischen Kongress wären (offizielle Redeübersetzung der Botschaft des Staates Israel), hier, unter Freunden, einige echte Worte eines echten Menschen, eines echten jüdischen Vorstandes (vor dem Ewigen) und großen Staatsmannes, der sich nicht schämt, am Schluss den Segen G’ttes auszusprechen:

„Meine Freunde, in Israel müssen Sie keine Nationsbildung betreiben. Wir sind bereits gebildet. Nach Israel müssen sie die Demokratie nicht exportieren. Wir haben sie bereits. Sie müssen keine amerikanischen Truppen schicken, um Israel zu verteidigen. Wir verteidigen uns selbst. Sie sind sehr großzügig dabei gewesen, uns die Mittel zu geben, um die Verteidigung Israels selbst zu übernehmen. Danke Ihnen allen, und danke Ihnen, Präsident Obama, für Ihre standhafte Verpflichtung gegenüber Israels Sicherheit.“ – Obama im Gegensatz zu Angela Merkel (müssen es eigentlich immer Deutsche sein, Beispiel: Erste Abstimmung Deutschland im Sicherheitsrat direkt gegen Israel?) →Angela Merkel und brauner deutscher Antisemetismus.

„Was Israel anbelangt: Wenn die jüdische Geschichte irgendetwas lehrt, dann das, dass wir Aufrufe zu unserer Vernichtung ernst nehmen müssen. Wir sind eine Nation, die aus der Asche des Holocaust entstanden ist. Wenn wir ‚Nie wieder‘ sagen, dann meinen wir ‚Nie wieder‘. Israel behält sich stets das Recht auf Selbstverteidigung vor.“

„Ich bin bereit, schmerzhafte Kompromisse einzugehen, um diesen historischen Frieden zu erzielen. Als Regierungschef Israels ist es meine Verantwortung, mein Volk zum Frieden zu führen. Dies ist nicht leicht für mich. Ich sehe ein, dass wir bei einem wirklichen Frieden einen Teil des jüdischen Heimatlandes werden aufgeben müssen. Das jüdische Volk ist in Judäa und Samaria kein ausländischer Besatzer. Wir sind nicht die Briten in Indien. Wir sind nicht die Belgier im Kongo.“ – vgl. Die jüdische Geschichte STAAT ISRAEL » (von Israel Yaoz)

„Dies ist das Land unserer Vorväter, das Land Israel, in das Abraham die Idee des einen Gottes brachte, wo David sich Goliath entgegenstellte und wo Jesaia eine Vision von ewigem Frieden hatte. Keine Geschichtsverzerrung kann das vier Jahrtausende alte Band zwischen dem jüdischen Volk und dem jüdischen Land leugnen.“ – vgl. am Schluss unseres ‚Aktuelles’-Artikels: „Himmelfahrt und Niedergang der Kirche des Christentums“, Zitat: „Wegen eines Pferdefußes Jerusalem teilen, geht’s noch?

„In den letzten Jahren wiesen die Palästinenser zweimal generöse Angebote von israelischen Ministerpräsidenten zurück, einen palästinensischen Staat auf nahezu dem gesamten Territorium zu errichten, das Israel im Sechs-Tage-Krieg gewonnen hatte […]Es ist Zeit, dass Präsident Abbas sich vor sein Volk stellt und sagt: Ich werde einen jüdischen Staat akzeptieren.“

„Danke Ihnen für die Sicherstellung, dass die Flamme der Freiheit auf der ganzen Welt hell brennt. Möge Gott Sie alle segnen. Und möge Gott die Vereinigten Staaten für immer segnen.“

Hier noch einige Instruktionen, von Rabbiner Richman in der heutigen Parascha entdeckt, die weitestgehend den Worten Netanjahus entsprechen, so zum Beispiel wie wir in dieser Welt leben können, wie wir mit der Stiftshütte, dem Wohnort des Gesetzes (und dem Tempel in Jerusalem, →den wir ersehnen ») als Auftrag umgehen können, denn jede Person hat einen speziellen Auftrag in diesem Land, dieser neuen Generation in der Wüste. Feuer, Wasser, Wüste, der Ort der Demütigung ohne jede Zivilisation, um diese Nation zu formen, dahingehend, eine Nation zu werden, die das Licht G’ttes in die Welt bringen kann (wie es Netanjahu jetzt in Amerika gemacht hat). Die Stiftshütte steht in der Mitte der Wüste, der Wohnort der Gesetze in der Mitte Jerusalems … „um der ganzen Welt zu signalisieren, dass es tatsächlich möglich ist, komplett in der Präsenz G’ttes als Mittelpunkt zu leben.“

Schabbat Schalom

    Hier der englische Kommentar von Rabbiner Richman:

Stichworte zum Thema: , , , ,

Kommentarfunktion geschlossen.