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Schabbat Bechukotai Lesungen und Kommentar

3. Moses 26,3 – 27,34; Haftara-Prophetenlesung: Jeremia 16,19 – 17,14
von Eric Martienssen

Kommentar:
„Wenn ihr nach Meinen Gesetzen wandelt und Meine Gebote beobachtet und sie haltet, so will Ich euch Regen zur rechten Zeit geben, der Boden wird seinen Ertrag geben und die Bäume auf dem Felde ihre Frucht“, so beginnt die Parascha Bechukodai – Nach Meinen Gesetzen.

Aber nicht nur unsere heutige Wochenlesung beginnt so, sondern auch der mittlere Block des Schma Israel (5. Moses 6,5-9; 5. Moses 11,13-21; 4. Moses 15,37-41). Dort hingegen ist zwischen die Anweisung G’ttes, „Seine Gebote zu beobachten und zu halten“, und den Lohn dafür, nämlich „Regen zur rechten Zeit“, das wichtigste von allen Geboten (pl. Mitzwot) eingeschoben, und zwar die (sg.) Mitzwa: „den Ewigen, euren G’tt zu lieben und nur Ihm alleine mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele zu dienen“.

Übrigens soll ähnliche Worte auch der gerade aus der Wüste gekommene pharisäische Rabbiner Jesus von Nazareth* dem Satan erwidert haben, um dessen Versuchung zu widerstehen. Wenn dem so sei – schließlich sind alle diesbezüglichen Überlieferungen von den nach wie vor machthabenden Römern verfälscht – würde hieran Jesus überdeutlich gemacht haben, dass jemand anderem als G’tt alleine zu dienen (gar ihm selber, Jesus), oder einen anderen G’tt als den Ewigen anzubeten oder einen anderen G’tt als den der Tora im Allgemeinen und den des →Ersten Gebotes im Besonderen zu lieben, zum Satan führt – den Ort der ewigen Qual (vgl. Lk 16,19-31, für den, der Jesus statt dem Ewigen nachfolgt, gibt es – diesem Gleichnis Jesu zufolge – kein Leben nach dem Tod).
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*) Wikipedia: Aufgrund der Entstehung des Neuen Testaments nach dem Bruch zwischen Judentum und Christentum vermuten Kritiker eine verzerrte Darstellung der Pharisäer, die zur Zeit der Entstehung jener Schriften zur dominanten jüdischen Richtung geworden waren. Sie weisen darauf hin, dass Jesus pharisäische Positionen der Schule des Hillel (Nächstenliebe) oder der des Schammai (zur Ehescheidung) vertrat. Seine Auffassung von einem Leben nach dem Tod ist ebenfalls bei den Pharisäern zu finden. Auch die Anrede Rabbuni (=Meister, Lehrmeister) weist Jesus als in der pharisäischen Tradition stehend aus. Die überlieferten Auseinandersetzungen wären danach eher als talmud-typische Diskussionen der jüdischen Streitkultur zu sehen, die spätere Schreiber als tiefere Konflikte verstanden oder propagandistisch gedeutet haben.

Ohne die Liebe zum Ewigen, gelobt sei Er, ist alles zum Teufel, ist man versucht, ganz gerade heraus zu sagen. Und eben so gerade heraus sagt es auch der Ewige, gleich nachdem Er vom Segen für das Land spricht – merke: Israel ist nicht nur die einzige Demokratie im Mittleren Osten, sondern Israel machte aus der Wüste fruchtbares Land und ist mit seiner diesbezüglichen Technologie weltweit himmelweit führend! Aber auch das Gegenteil, der Fluch, ist wahr: „Und wenn ihr Mir entgegentretet und Mir nicht gehorchen wollt, so werde ich euch noch mehr schlagen, siebenfach, nach euren Süden.“

Es ist also einigermaßen unspaßig, dem Heiligen Volk anzugehören . . . gleichwohl sind die Heidenvölker, allen voran die Christen, durch die Geschichte hindurch bis zur Weißglut neidisch auf das Heilige Volk, so sehr, dass sie sogar eine Ersatztheologie erfanden (→Die Bibel vs selbsternanntes Volk G’ttes), nach welcher – ohne selbst die Gebote auch nur ansatzmäßig halten zu wollen – nicht mehr die Juden, sondern sie, die Christen, G’ttes Volk seien (was für ein Unfug, als würde G’tt nicht wissen, welches Volk er erwählt hat und Ihn heiligt). Doch auch darum geht es in dieser Wochenlesung nicht, es geht eben nicht um menschliche Aufrechnung, sondern um G’ttes Rechnung, und Er will – kann man es dem Ewigen, dem Schöpfer, verübeln? – die Gesetzestreuen segnen, zur Umkehr anhalten und dann den mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossenen Bund erneuern.

Man könnte allerdings meinen, damit seien alle Menschen aus den Völkern außer Wertung, so sehr sie es auch wollten und sei sie auch noch so hart, wie hier angesprochen. Wäre aber diese Wertung nicht gleichbedeutend dem →Niedergang der Kirche des Christentums, das sogar – siehe Kasten – nicht einmal davor zurückschreckte, entgegen aller Warnungen von Jesus, Götzen anzubeten und nicht mehr G’tt, den Einen, den der Jude Jesus angebetet hatte?

Es gibt mittlerweile immer mehr Christen, die deshalb den Übertritt zum Judentum anstreben, →Parascha Jitro / Yithro / Jethro. Aber muss dieser Übertritt denn sein? Reicht es nicht, den Römern und deren Lügenherrschaft abzusagen und aus der Kirche auszutreten? G’tt sagt, ja, das reicht! Nicht wörtlich, aber doch sinngemäß im letzten Satz unserer Parascha:

„Dies sind die Gebote, die der Ewige am Berg Sinai Moses für die Kinder Israels befohlen hat.“

Warum sollte also ein Nichtjude die 613 Gebote für die Kinder Israels einhalten, wenn er mit dem Halten von sieben einfachen Geboten ebenfalls das Leben nach dem Tode, das Ewige Leben / Ewiges Leben, erreicht? Das ist nicht nur eine Frage, sondern auch … Die Gute Nachricht! Die Schlechte: „Verbot von Götzenanbetung“ (wie den Christus der Kirche) gehört immer noch mit dazu, siehe →Noachidische Gebote. Hier wird der Jude vom Ewigen dem Nichtjuden gegenüber absolut gleich behandelt. Allerdings gereicht dem Juden zum Vorteil, dass Er an diese Mitzwa morgens und abends erinnert wird. Wie? Sie ahnen es: durch das Beten des Schma Israel! Und wieder ist es der unserer Parascha so verwandte mittlere Block des Schma, in welchem der Ewige, gelobt sei Er, bekräftigt: „Hütet euch, dass euer Herz nicht verführt werde, ihr abweicht, andern Göttern dient und euch vor ihnen verneigt“.

Aber noch ein, die völlige Umkehr benötigendes Verbot ist unter den sieben für Nichtjuden verbliebenen Geboten: die G’tteslästerung. Jeder Mensch, der zum Beispiel den Christus, Buddha, oder – ebenso verbreitet – den Mammon anbetet, soll sich darüber im Klaren sein, dass er / sie reziprok, also im gleichen Verhältnis, dem Ewigen lästert / →sich damit dem Heiligen Israels verweigert (von Jehonatan Kiebitz). Dieser jedoch stellt Dich am Ende der Tora aus Liebe vor die Entscheidung, ob Du leben willst oder nicht:

Wähle das Leben! (5. Moses 30,14-19)
Schabbat Schalom


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1 Kommentar to “Schabbat Bechukotai Lesungen und Kommentar”

  1. […] ist. Ein Mensch aber, der dieses ihm „bekannte“ Wort und Gesetz des Ewigen – die Tora, s. dazu auch den Wochenabschnitt dieser Woche – derart vorsätzlich verachtet, indem er sich ein Neues Wort schreibt und einen Neuen Gott durch […]