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Ostern-Papstes Karfreitag Kolosseums-Kreuzweg den Juden zum Spott

von Eric Martienssen

In seinem kurz vor dem 3300-sten Pessachfest erschienenen Buch „Jesus von Nazareth“ Teil 2 kommt der Papst zu einer vermeintlich erstaunlichen Erkenntnis. Nicht einmal im von den Römern selbst erfundenen Neuen Testament – für ihn und die Christenheit Teil der Heiligen Schriften – gäbe es eine Bestätigung dafür, dass das jüdische Volk am Tod Jesu schuld sei. Macht sich der deutsche Papst jetzt sogar noch über die Zig-Millionen Juden lustig, die in zweitausendjähriger römischen Kirchengeschichte „nur“ wegen einer „Schreib-Lese-Schwäche“ von Christen ermordet wurden?

Genau genommen kann der Pontifex, wie jeder andere Christ auch, gar nichts dafür. Denn lesen wir, wie heute Früh, an einem der ersten Tage im Pessach jedem Juden als Gebet ins Herz gelegt, das Große Hallel (Psalm 113 – 118), so lesen wir dort

    Über die Völker (haGojim):
    Ihre Götzen sind das Werk von Menschenhand. Sie haben einen Mund, aber sie können nicht sprechen; sie haben Augen, aber sie können nicht sehen . . .

Wie sollten also die Völker – wie die Römer – sich etwas über ihre Götzen aufschreiben und dann auch noch lesen können, wenn diese Götzen doch selbst keine Augen haben, sodass sie sehen könnten? Das ist es, was der Papst nun, baruch HaSchem, zugibt.

    So spreche Israel (jomar na Israel):
    Ewig währt Seine Liebe. So spreche das Haus Aaron: Ewig währt Seine Liebe. So sprechen die, die den Ewigen fürchten: Ewig währt Seine Liebe . . .

War es in der Sederliturgie (wie erstaunlich aktuell!) noch der arabische König von Ägypten, der die Juden am Ende bat „bittet auch um Segen für mich“ (Exodus 12, in den folgenden Versen macht der Ewige, gelobt sei Er, allem mit Ihm ziehenden nichtjüdischen Mischvolk das →Angebot zum Übertritt in Sein Volk), so scheint das o.g. Buch jetzt Einsichten in die unteilbare Einzigkeit des Ewigen – der ich dich [persönlich = Erstes Gebot] aus der Knechtschaft Ägyptens geführt habe – beim Oberhaupt der Christenheit wach zu rufen. Doch fraglich bleibt, ob es beim Pontifex, dessen lügenverhaftete Gewaltherrschaft nunmehr zweitausend Jahre statt der zweihundert Jahre im Falle des ägyptischen Unterdrückers andauert, auch Konsequenzen in Richtung Anerkennung der Alleinschuld Roms respektive der Kirche mit sich bringt und Papst Benedikt XVI. den Kreuzweg zum Kolosseum in Rom anno Domini 2011 wegen erwiesenen Wegfalls der geschichtswissenschaftlichen Grundlage (Domini- wie auch Kolosseums-Wahrheit betreffend, alles Lügen der Kirche) drangibt?

Es ist nämlich die eine Sache, jemanden von Schuld frei zu sprechen, wie vorliegend dass die Juden nicht Schuld an der Kreuzigung Jesu sind, eine völlig andere jedoch zu bekennen, dass man selber der Schuldige war, der alleine deshalb nämlich tausende von Lügengeschichten erfand und Millionen Menschen ermordete, damit seine Alleinschuld nicht auffliegen würde! Hier eine kleine Zusammenfassung der tatsächlichen Umstände:

Der Pontifex verkörpert „persönlich“ das Rom, welches Jesus ermordete:

Zweitausend Jahre lang gab der Pontifex und die von ihm gegründete Kirche den Juden die Schuld am Tod Jesus von Nazareth, um zu vertuschen, dass ihn bzw. sie die alleinige Schuld an dessen Verurteilung und Hinrichtung trifft. Um aber auch nur den kleinsten Anfangsverdacht dieser mörderischen Alleinschuld (mit Vorsatz! denn Jesus war ein in der römischen Provinz Judäa äußerst beliebter pharisäisch-jüdischer Rabbiner) von sich zu weisen, verortete die schon Jahrhunderte lang → durch den Pontifex institutionalisierte römische Kirche ihr eigenes Entstehen mit einem undurchdringlich verwirrenden Mythos um „Kaiser Konstantin“ und das „Konzil von Nicäa“ in das vierte Jahrhundert („Mit Konstantin wurde das Christliche Abendland gegründet / Trier erinnert an den großen Kaiser“ – Sonderausgabe „Paulinus“ 2. Juni 2007, Wochenzeitung im Bistum Trier). Die Geschichte wurde also ins absolute Gegenteil verkehrt, jetzt waren die Juden die Bösen, während seine tatsächlichen Mörder, Rom / Pontifex – die durch eine selbst geschriebene „Heilige Schrift“ auch gleich in ihrem Sinne die Stelle des Volkes Israel einnahmen (manche Christen nennen sich auch heute noch „das wahre geistliche Israel“) – rein gewaschen waren.

Kolosseum vs. Gottes Tempel

Kolosseum vs. Gottes Tempel
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„Nach einer neueren Rekonstruktion der Bauinschrift des Kolosseums wurde die Errichtung des Kolosseums aus der Beute des jüdischen Krieges finanziert, unter anderem mit dem im Jahr 70 geplünderten Goldschatz des Tempels von Jerusalem“ (→Wikipedia):

Es steht nunmehr also auch fest, nachdem Rom bzw. der Pontifex knapp vierzig Jahre zuvor schon den zur Bedrohung werdenden Rabbiner Jesus von Nazareth ermordet hatte, dass diese gleichen Verbrecher Israel zunächst im Jahre 70 physisch enteigneten, um im wahrsten Sinne des Wortes „auf dem Blut des Judentums“ genau jenes Kolosseum zu bauen, in dem der Pontifex schamloser Weise in 14 Stationen am Karfreitag den leidvollen Kreuzweg des Jesus in Mittrauer der ganzen Welt beendet, den er höchstselbst heimtückisch ermordete.
Mit den „14 Stationen“ wird gleichzeitig jedoch auch stellvertretend für hunderte weiterer Imitate des Judentums seitens der Kirche, durch die diese Toratreue vorgaukeln will (die jedoch schon mit Betrachtung der eigenen Götzen in Entwertung des Gottes des Ersten Gebotes seine eindeutige Widerlegung findet), die theologische Enteignung des Judentums im so genannten Neuen Testament Roms und des daraus hervorgehenden pontifikalen Christentums bzw. Roms angesprochen – vergleiche »Anleitung in 14 Schritten zu einem „seelenvollen Seder“«. Eine Gruppierung, die sich interessanter Weise sogar „Christen an der Seite Israels“ nennt, will Christen gar den jüdischen Sederabend erklären, indem sie im fetten Aufmacher eines riesigen Artikels Pessach als das Fest weismachen will, aus dem „das Osterfest hervorgegangen ist“. Dabei müssten doch gerade Menschen wissen, die sich einen solchen Namen geben, wie sehr sie damit die theologische Enteignung Gottes wie der Erwählung des Volkes Israel als Sein Volk noch in heutiger Zeit betreiben, Absicht? Hier wird also eine selbst erfundene Lüge mit einem geschickten Bezug auf die Wahrheit selber zur Wahrheit empor gehoben, nur eben einer nicht nur eigenen sondern auch neuen.

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn Christen lernten, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen und ihre Götzen verlassen könnten. Doch nur so kann es gehen, wie es der Papst jetzt vorlebt: Erst seine Fehler selbst einsehen, das ist der Anfang von allem. Dann könnte es dazu kommen, dass man auch die Konsequenzen (Bitte um Vergebung) ziehen und vom Bösen ablassen will (also Kreuzweg zum Kolosseum am Karfreitag absagen). Sicher ist es dann immer noch zu früh dafür, eine Erlösung durch den Ewigen, wie am Erlösungsfest von jeden einzelnen Juden „persönlich“ erlebt, überhaupt nur in Aussicht zu stellen. Wer weiß aber, was passieren kann, wenn Ermutigung mit hinzu kommt, wie beispielsweise durch Premierminister Netanjahu so geschehen, wörtlich in einen Dankesbrief an den Papst:

    Ich begrüße es, dass Sie in Ihrem neuesten Buch entschieden einen falschen Vorwurf zurückweisen, der für viele Jahrhunderte eine Grundlage des Hasses auf das jüdische Volk gewesen ist. Meine innigste Hoffnung geht dahin, dass Ihre Klarheit und Courage die Beziehungen zwischen Juden und Christen auf der ganzen Welt festigen und dazu beitragen wird, Frieden und Aussöhnung für die zukünftigen Generationen zu fördern.“

Diese versöhnlichen Worte eines Juden an eben den Papst, der noch 2009 nach Israel reist, um dort vor Ort zur Judenmission aufzuhetzen … ein Jahr nachdem er das österliche Gebet für die verblendeten, verstockten und perfiden (untreuen, ungläubigen) Juden wieder einsetzte (→Hanspeter Heinz: Störung der christlich-jüdischen Beziehungen). So könnte also Versöhnung aussehen, wenn man seine Verbrechen offen bekennt. Dann, wenn man sich löst von seinen christlichen Götzen, sollte es wieder möglich sein, das mit der Liebe: „ihr sollt den Ewigen, euren Gott, lieben, mit eurem ganzen Herzen, mit eurer ganzen Seele und mit all eurer Kraft,“ wie das Schma Israel beginnt. Und wie endet es? „Schaut nicht nach eurem Herzen und euren Augen, denn dann werdet ihr Mir untreu. Damit ihr all Meiner Gebote gedenkt [mit dem ersten angefangen] und sie erfüllt und eurem Gott heilig werdet, ich bin der Ewige, euer Gott, der euch aus dem Land Ägypten geführt hat, um euer Gott zu sein, ich bin der Ewige, euer Gott.“ Die Juden wissen es, weil sie es sich über die Jahrtausende hinweg eingeprägt haben, die Christen werden es lernen, alsbald sie sehen und lesen können. Ein Anfang ist gemacht, wenn die →Sehnsucht auf den Dritten Tempel und den Messias erblüht. Das Fest des Pessach im Ersten Monat Nissan ist wie eine innere Erneuerung für den, der wahrhaftig leben mag – leChaim!

Bild © Diliff / Creative Commons / Retuched by God’s Sabbath International


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