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Schabbat Trumah Lesungen und Kommentar

2. Mose 25,1 bis 27,19;
(wegen Rosch Chodesch [zum Adar 1] auch 4. Mose 28,9-15, sowie – anstelle der Haftara 1. Könige 5,26-6,13)
Haftara: das ganze Kapitel 66 aus Jesaja

Kommentar:
Von Michael Schneider, NAI israel heute, Jerusalem

Dieser Wochenabschnitt (Parascha) spricht von den Angaben, Vorschriften und dem Bauplan des Mischkan, der Stiftshütte. Zuvor wurde vom Volk eine Art Beisteuer oder Abgabe (hebr. Terumah) verlangt – „von einem jeden, den sein Herz dazu treibt“. Gott möchte vom Volk, dass es Ihm Seinen „Wohnort“ herstellt.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Insert of the GSI editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Rabbiner Chaim Richman vom Temple Institut in Jerusalem sagt uns in seinem unten anklickbaren (leider nur in englisch vorliegenden) Kommentar zum Bau der Mischkan, der Stiftshütte – also des ersten, des mobilen Tempels – grob ins Deutsche zusammengefasst:
„Ägypten liegt nun hinter uns – es ist Zeit, uns an die Arbeit zu machen…G’tt sagt im Wesentlichen: Wir haben Genügend zusammen durchgemacht, schließlich sagt Er: ICH erschuf die Welt für einen Zweck:
Ihr sollt wissen, wer ICH bin!
So ist Israel befohlen, die Stiftshütte [Tabernakel] inmitten der Wüste zu bauen, es ist eine spirituelle Oase, mitten in der Leere eine ‚Vorahnung’ [Verheißung] … später wird aus dieser Stiftshütte der →Heilige Tempel. Egal, ob wir über die vorübergehende Stiftshütte oder den permanenten Tempel auf dem Berg Morija reden, die Botschaft ist dieselbe:
Israel hat einen Job zu erledigen, eine Berufung, eine Mission, und das ist, Licht zu bringen für die göttliche Gegenwart, in ein Haus nach Seinem Willen, IHN dort zu begrüßen, IHN zuhause zu begrüßen.

»Und sie werden Mir ein Heiligtum bauen, und ICH werde unter ihnen wohnen.« (Exodus 25,8)

    Aktueller Worteinwurf der GSI-Redaktion:

  • Der Zweite Tempel in Jerusalem wurde von Rom zerstört, der deutsche Papst wandert ostentativ auch heute noch – seine verheerende Macht zur Schau stellend – an jedem Karfreitag im Rahmen des so genannten Kreuzweges zum →Kolosseum, das Rom vom Geld seiner Tempelplünderung finanzierte.
  • 1500 Jahre später ruft auch der deutsche Reformator Martin Luther die Christenheit auf, „brennt die Synagogen nieder [die sich die Juden nunmehr in der von Rom heimtückisch herbeigeführten Vaterlandsfremde aufgebaut hatten] →solches sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien.“ Diesen christlich-deutschen Vorschlag Luthers setzten die Deutschen 400 Jahre später in der ’Reichskristallnacht’ um.
  • 1948, um vor den Deutschen und den Christen sicher zu sein, wurde Israel wiedergegründet. Doch nur knapp sechzig Jahre später heißt es wieder vernichtend aus deutschen Sendern (O-Ton ’tagesschau’ 31.01.2011):
    (Overvoice Richard C. Schneider) „Bundeskanzlerin Merkel betonte, dass die Sicherheit Israels von der Stabilität Ägyptens abhänge und stellte zugleich Forderungen an den ägyptischen Präsidenten…Von Israel verlangte Merkel einen sofortigen Stopp des Siedlungsbaus und eine Fortsetzung der Friedensgespräche mit den Palästinensern, dies sei in diesen schwierigen Zeiten wichtiger denn je.“
    (Schneider jetzt mit Mikrofon ’kommentierend’) „Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen erklärte die deutsche Seite den Israelis, sie könnten schon bald so isoliert sein, dass weder die USA noch die Europäer ihnen weiter helfen werden.

    Allen deutschen Christen sei beim Stichwort Antisemitismus die Frage ans Herz gelegt:
    Vielleicht ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für den →Übertritt zum Judentum?

»Baut sie [die Stiftshütte] für mich«, sagt G-tt. Um Meines Namens Willen. ICH will unter den Menschen in dieser Welt verweilen. Das ist Mein Wunsch. G-tt geht es nicht um Perfektion von Menschen. Nur um Seine Aufnahme in diese Welt.“

Die (Hin)gabe soll aber von Herzen kommen, von deinem Inneren her, und keinem anderem Motiv – so dass Er „mitten unter uns wohnen“ kann. Es geht hier nicht um den Zehnten (hebr. ma’asser), auf diesen, der für den laufenden Gottesdienst bestimmt ist, wird später eingegangen. Anschließend gibt Gott durch Mose die Vorschriften und Unterweisung der sieben Elemente oder Teile des Heiligtums und der Gegenwart Gottes bekannt, die von nun an mit dem Volk in die Wildnis ziehen sollen. Interessant, Chasal, die jüdischen Weisen, kommentierten, warum der Allmächtige über mehre Kapitel hinweg bis ins Kleinste Anweisungen über die Stiftshütte Mischkan, das Haus Gottes, und die Gottesdienste gibt (alles während der 40 Tage auf dem Berg Sinai!!), doch nur in 40 Versen wird die Erschaffung des Universums erklärt (s. erstes und zum Teil zweites Kapitel in 1. Buch Mose)!

Was wird hier betont?
1. Die Bundeslade (aron ha-brith; 25,10-22) – aus Akazienholz von innen und außen vergoldet. In der Wüste Sinai sind Akazien (schittim) fast die einzigsten Bäume, die zu sehen sind, sie haben starkes Holz and geben viel Schatten. Auf der Lade befinden sich gegenüberstehende Cherubim, die ihre Flügel ausstrecken und die Gesetzeslade überdecken. (Jedes Mal, wenn ich durch die Wüste im Süden Israels fahre, verwundern mich diese Akazienbäume und ich erzähle den Kindern von der Treue und Fürsorge Gottes, dass es gerade solch ein Baum war, der so viel Schatten gibt – es hätte ja auch eine Eiche sein können, mit kaum Schatten!)

2. Der Schaubrot-Tisch (schulchan lechem-panim; 25,23-29) – 12 Schaubrote repräsentieren die 12 Stämme Israels.

3. Der Menorah-Leuchter (menorah; 25,31-40) – dieser siebenarmige Leuchter muss aus einem Stück Gold sein, aus feinem (genauer: reinem) Gold. Die Lampen sollen „vom Abend bis zum Morgen vor dem HERRN brennen“ (27,20-21) und mit „reinem Öl aus zerstoßenen Oliven“ gefüllt werden. Sechs Arme, drei auf jeder Seite, symbolisieren die sechs Arbeitstage und der siebte Arm des Leuchters in der Mitte symbolisiert den Schabbat, der die restlichen Tage trägt. Eine authentische Abbildung des Tempelleuchters kann im Titusbogen in Rom gesehen werden, seit der Zweite Tempel von den Römern zerstört und geplündert wurde. Ein Replika dieses Leuchters wurde mittlerweile vom Tempelinstitut in Jerusalem nach Vorschrift nachgebaut, man kann es sich hinter Glas ansehen.

4. Die Stiftshütte (mischkan oder ohel moed; 26,1-30) – erst genaue Vorschriften der Stoffe und der vier Decken / Teppiche und dann das Holzgerüst – wieder aus Akazienholz. Alles wurde transportabel geplant, so dass es schnell ab- und aufgebaut werden konnte – denn wir reden von einer Wüstenwanderung, die 40 Jahre dauern sollte. Der biblische Begriff Ohel Moed für Stiftshütte bedeutet: ein Zelt (ohel) der Begegnung (moed), wo sich Mensch und Gott trafen. Ein Treffpunkt des Heiligen. Eine Stiftshütte nach den Angaben der Bibel im Maßstab 1:1 wurde von deutschen Christen errichtet und steht heute zur Besichtigung im Timna-Park ca. 30 km nördlich von Eilat – wo historische Führungen angeboten werden.

5. Der Heiligtum-Vorhang (parochet; 26,31-37) – ein Vorhang der „eine Trennwand zwischen dem Heiligen (kodesch) und dem Allerheilgsten (kodesch kodaschim) bildet“ (26,33). „Dann sollst du die Deckplatte (kaporet) auf die Gesetzeslade im Allerheilgsten legen…“ Das Wort Kapporet was im Deutschen falsch als „Deckplatte“ übersetzt wird, leitet sich von „Kappara“ ab, was wiederum Entsühnung / Versöhnung (kippurim) kommt. Ja, durch Gottes Gnade ist unsere Sünde bedeckt, darum übersetzte man es im Englischen als ‘Mercy seat’ – Gnadenthron.
Interessant ist, dass die hebräsichen Worte Kapporet und Parochet die selben Buchstaben haben, nur in anderer Reihenfolge. Hinterm Vorhang (parochet) befindet sich die Gegenwart Gottes (schechina), die nur einmal im Jahr durch eine Person betreten wurde, d.h. nur durch den Hohepriester am Jom Kippur (Versöhnungstag).

Heute nennt man in den Synagogen den Vorhang, der das Volk von dem Heilgen Wort, der Thora, im Heiligem Schrank trennt, auch Parochet!

6. Der Altar (misbeach; 27,1-8) – außerhalb der (Stifts)Hütte stand der Brandopferaltar. Die Darbringung der Tieropfer wurde im Vorhof des Heiligtums verrichtet. Auch er wurde transportabel mit Ringen und Stangen errichtet.

7. Der Vorhof (chazer; 27,9-19) – in diesem inneren Hof des Heiligtums arbeiteten die Priester und Leviten zusammen.

Im nächsten Wochenabschnitt wird ausführlich auf Vorschriften und Angaben zur priesterlichen Kleidung eingegangen.

Schabbat Schalom


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