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Schabbat Lech Lecha Lesung und Kommentar

1. Mose 12,1 bis 17,27; Jesaja 40,27 – 41,16

Kommentar von Michael Schneider,
NAI israel heute, Jerusalem:

In dieser Schabbatlesung begegnen wir dem ersten der drei Erzväter, Abraham. Abram wagte hier

Eine Woche nach dem Schabbat Noah – an dem die (Friedens-)Taube mit einem frischen Olivenzweig im Schnabel auf die Arche zurückkehrte – feiern wir den Schabbat Lech Lecha – Ziehe hin:

einen drastischen Glaubensschritt, den viele von uns nicht wagen: Er riskierte alles – aber alles, nur um Gott zu gehorchen.
„Geh hin … in das Land, das ich dir zeigen werde!“ Ohne zu wissen wohin, war Abram gehorsam. Wir hingegen sind oft noch nicht einmal bei einem genau vorgelegten Plan bereit zu handeln! Es bleibt immer ein Akt des Glaubens – das verlangt Gott von uns.

Den Dreischritt „aus deinem Land, aus deiner Heimat und aus deinem Vatershaus…“ finden wir später im Kapitel 22 wieder, als Gott ihm befiehlt: „Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebhast.“ Ja, Gott will dein Ganzes, dein Geliebtes, an dem du hängst – denn nur dann kann Er wirken.
Der Segen folgte unmittelbar: „Und ich will dich zu einer großen Nation machen, und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein!“ Was für ein gewaltiger Segen! Warum sind wir dann so kleingläubig, wenn der HERR uns ruft?
Dann folgt ein weiterer wichtiger Segen, der später speziell auf die Nachkommen Jakob d.h. Israel zutrifft (4. Mose 24,9): „Ich (der HERR) werde die segnen, die dich segnen; und wer dir flucht, den werde ich verfluchen…“ (12,3) Behaltet dies in Erinnerung!

Abram zog aus Ur (im heutigen Irak), der Stadt, die Nimrod, ein Widersacher Gottes erbaut hatte. Ein Symbol der Rebellion gegen Gott – daraus ruft Gott auch uns heute! Er war bereits 75 Jahre alt, als Gott ihn herausrief. Man ist nie zu alt, um seine Berufung zu empfangen. Hier schließt auch der Prophetenabschnitt aus Jesaja 40 an, wo das Alter keine Rolle spielt für die, die ‘auf den HERRN hoffen’ (29-31).

Abram und seine Frau Sarai erlebten zahlreiche Glaubensprüfungen. Dann kam es zur Trennung zwischen Lot und Abram, wieder eine Trennung von der Familie. Abram war demütig und sagte: „Willst du nach links, dann gehe ich nach rechts, und willst du nach rechts, dann gehe ich nach links“ (13,9). Rechts war die westliche Hemisphäre, hebr. jamin, in Richtung des Meeres (jam). Lot wählte nach dem äußeren Anschein das wasserreiche Gebiet im Osten von Sodom und Gomorra. Es führte zum Bösen. Abram hat auch diesen Glaubenstest bestanden!
Lot fand trotzdem nicht die Gelegenheit zur Buße, da er diese verpasste, als er sich nicht seinem gottesfürchtigen Onkel anschloss und nicht so handelte wie später Ruth, die Moabiterin, die sich zu Naomi hielt. Lot schloss sich aus den Grenzen der Verheißungen aus, oder wie wir in Jesaja 25,7 von der Decke über die Nationen als „Lots Gesicht“ (pene Lot; später als Hülle übersetzt) lesen. Ein Hinweis auf Lots Blindheit zu den Verheißungen Gottes über Israel!! So damals wie auch heute.
Auch nachdem Abram seinen Verwandten aus der Gefangenschaft, nachdem fünf Könige Sodom geplündert hatten, rettete, ließ dieser eine zweite Chance zur Buße verstreichen.

Abram Lebensalter schritt fort und fort, und noch immer war er ohne eigenen Sohn. Dennoch sprach Gott zu ihm: „Blicke doch auf zum Himmel, und zähle die Sterne… So zahlreich wird deine Nachkommenschaft sein! (15,5) Doch wo blieb der versprochene Sohn? An Verheißungen mangelte es nicht, aber Nachwuchs wollte sich einfach nicht einstellen! Ist es bei uns nicht ähnlich, wenn uns etwas von Gott gezeigt wurde, und wir werden ungeduldig und verlieren fast den Glauben? Sarai veranlasst ihren vielleicht frustrierten Mann, zu ihrer ägyptischen Magd Hagar einzugehen. Eine menschliche Reaktion und akt. Kapitel 16 berichtet nun von der Geburt Ismaels, Abram ist 86 Jahre alt.

Als Abram 99 Jahre alt ist (Kapitel 17), 13 Jahre nach der Geburt Ismaels, nach menschlichen Gesichtspunkten ohne Aussicht auf Nachwuchs, und die einzige Hoffnung wäre ein übernatürliches Eingreifen Gottes, gab es eine weitere Verheißung und einen neuen Namen: Abraham. Der HERR offenbart sich zum ersten Mal als ‘El-Schaddai’: „… und ich will dich sehr, sehr mehren… und zum Vater einer Menge von Nationen werden.“ (17,2-5). Der ewige Bund* (▼1.Kommentar unten) erhält als Zeichen die Beschneidung (brit mila) am Fleisch eines jeden acht Tage alten Jungen. So tritt er in den ‘Bund Abrahams’ ein. Übrigens beschneiden die Araber gemäß Ismael ihre Jungen im Alter von 13 Jahren, darum sind sie auch die Nachkommen Abrahams – was wiederum die erwähnten künftige Grenzen ‘vom Nil bis zum Euphrat’ erklären könnte!

Abram wurde zu Abraham, Sarai wurde zu Sarah, beide erhielten den Buchstaben ‘He’, der wie das ’jod’ eine Kurzform des Gottesnamens JHWH ist. Namensänderung durch Gott hat immer etwas mit neuer Berufung zu tun – wie einst Jakob und Josua.

Abraham konnte die Verheißungen für Sarah nicht mehr glauben. Er war es, der zuerst darüber lachte (17,17), später erst Sarah. Wir werden noch sehen, dass es nicht die letzte Glaubensprüfung Abrahams ist. Die größte steht ihm noch bevor!


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2 Kommentare to “Schabbat Lech Lecha Lesung und Kommentar”

  1. Gods Sabbath sagt:

    *)Anmerkung der God’s Sabbath International Redaktion:
    Der erste Schritt, dem Volk Gottes, den Juden, nach den Maßstäben des Ewigen beizuwohnen ist immer, gemeinsam an Pessach mit ihnen hinauf zu ziehen aus Ägypten, wodurch das Erste Gebot („der ICH dich aus dem Land Ägypten heraus geführt habe“) für Menschen aus den Völkern überhaupt erstmals Gültigkeit erzielt.

    Wer noch nicht vom Ewigen aus Ägyptenland „persönlich befreit“ wurde, der hat noch niemals Seine Heiligen Gebote befolgt, ist also ein ungläubiger Heide (egal, wie sehr er/sie sich auch als Christ sieht – Christsein hebt Gottes Gebote, auch das Schabbatgebot, nicht auf)!

    In Exodus 12,49, in nur zehn Versen nach dem Auszug aus dem Heidentum (also Vers 38 ff), folgt dann das oben erwähnte Zeichen des „ewigen Bundes“, die Beschneidung „Brit Mila“. – Dem Volk Gottes beizutreten und unter ihm zu leben ist hier also allen Nichtjuden vom Ewigen in nur elf kleinen Versen Seines Wortes vollendend erklärt. Weiteres bezüglich Übertritt zum Judentum klick hier >>

    Aktuelle Empfehlung der GSI Redaktion:

    Jüdische Identität und Glaube STAAT ISRAEL 3

  2. Birgit sagt:

    Rolf Piller zum sel. Andenken.
    Durch die Vermittlung des IHoP in Jerusalem lernte ich Rolfs Newsletter kennen. Er hat gebrannt für Israel. Wenn ich noch dran denke, wie ich seine Newsletter anderen weitergab, dass die Petitionen an Bush und Rice geschrieben wurden betreffs der Entwaffnung der Siedler in der Gaza Gegend, auch betreffs der Unterstützung im Iran Konflikt etc. Er war ein wirklicher Segen für Gottes Volk, und damit auch für uns.

    Wer Israel segnet, bekommt es ja vom Ewigen als Segen zurück, oft vielfach, das wusste er. Als ich hier gerade seinen Lebenslauf las, wurde mir klar, dass der Herr ihn genau das gelehrt hat, was er mir gerade beibringt. Wobei einge Anstregenungen, um Gott zu gefallen, oft schief gehen, bis man gelernt hat, genau auf den Herrn zu hören, was ER will. Gott segnet nicht unsere Wege, sondern er führt uns Seine Wege.

    Gehorsam ist der Schlüssel zu gewaltigem Segen!!!!!!!
    So hat Rolf dann genau auf den Herrn gehört, und wurde dann noch ein viel Größerer Segen bei den Ebenezern für Israel. Es gehört auch viel Liebe dazu, in Sibirien bei der Alliya zu dienen, es war doch bestimmt kalt. Es ist für uns schwer zu begreifen, dass er ihn schon zu sich geholt hat. So sagte ich heute, als ich das erfuhr, ja wo ist er jetzt! Gott sagte dann „bei mir“ ich bat Gott dann, dem Rolf einen lieben Gruß auszurichten, falls das in seinem Sinn ist.
    Birgit Zeller, Mannheim