cat-right

Neujahrsgrüße 5771 an israelisch-ismaelitische Friedensverhandlungen

Unser letzter Artikel in der Rubrik „Aktuelles“ beleuchtete die messianische Hoffnung und Sehnsucht auf den Dritten Tempel anhand des – in den Wochen um die jüdischen Hohen Feiertage herum – zweimal täglich gebeteten Psalms 27 (→Artikel Sehnsucht Tempel). Heute soll im Hinblick auf das für Mittwochabend bevorstehende jüdische Neujahr „Rosch HaSchana“ (Kopf DesJahres →Grusskarten) ein weiterer Psalm die Identität der Israeliten, aber auch unsere „brüderliche Verbundenheit zu den Ismaeliten verdeutlichen“ (s. deshalb auch 5. Moses 23,8 [Edom]), selbst wenn der heutige Islam dieses Neujahrsfest nicht mit uns feiert. Und zwar ist dies nahe liegender Weise ein Psalm – wie könnte es anders sein – der im ganzen Jahr zum Morgengebet gebetet wird, der Psalm 147. Er beginnt, Jahr ein Jahr aus, mit einem Hallel, und er schließt mit einem Hallel, indem Er, der Ewige,

    Er verkündigt Jakob Sein WORT, Israel Seine Gebote und Sein Recht.
    So hat Er an keinem Volk getan; Sein Recht kennen sie nicht. Halleluja!

Hoppla, richtig gelesen: Sie (alle Völker außer den Israeliten) kennen Sein Recht nicht? Das ist eine Identitätsfrage! Sein Recht hat der Ewige „ausschließlich“ Jakob, dem Sohn Izchaks (Isaak), dem Sohn Abrahams geben, dass (s. Bindung Issaks am Berg Moria, 1.Moses 22,18) „durch dein Geschlecht alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du Meiner Stimme gehorcht hast!“ Alle Völker sollen dereinst durch Israel – den Bewahrern Seines Rechts – gesegnet werden, doch lassen diese sich überhaupt segnen? Christen nicht, noch nicht – das liegt allein schon in der Tatsache begründet, dass sie sich eine neue, eine eigene Rechtsgrundlage außerhalb G-ttes geschaffen haben. Denn die absolute normative Grundlage ist das Erste Gebot. Neulich fragte ich eine christliche Leiterin, ob sie mir den Inhalt des Ersten Gebotes sagen könne. Sie sagte: „Ich bin der Herr, dein G-tt, du sollst keine anderen G-tter haben neben mir“ – das Wichtigste, die Identität G-ttes „der ICH euch aus Ägypten herausgeführt habe“, ist bei Christen ausradiert. Ähnlich wie beim Paragraph I der deutschen Straßenverkehrsordnung, bauen aber alle, absolut alle anderen Gesetze des Ewigen auf Seinem ersten Gebot auf. Wie also sollten Christen Sein Recht kennen, wenn ihnen das Erste schon fehlt? Antwort: „durch dein Geschlecht [Israel] sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden“, das ist die Verheißung der →Rosch HaSchana Lesungen. Die Lesungen für die Brüder Ismael und Isaak:

Denn am 1. Festtag wird Kapitel 1. Moses 21 gelesen, das von Ismael:
„Da erhörte der Ewige die Stimme des Knaben [Ismael]. Und der Engel des Ewigen rief Hagar vom Himmel her: Was ist dir Hagar? Fürchte dich nicht, denn der Ewige hat gehört die Stimme des Knaben. Nimm den Knaben an deine Hand, denn ICH will ihn zum großen Volk machen.“
Und am 2. Festtag wird Kapitel 22 im 1. Buch Moses gelesen, das von Isaak:
„ICH habe bei mir selbst geschworen, weil du solches getan hast und hast deines einzigen [geliebten, verheißenen] Sohnes nicht verschont, will ICH dein Geschlecht segnen und mehren, wie die Sterne am Himmel, und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen, und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden.“

Am 7. Juni 1967 wurden die Tore Jerusalems wieder von Israel, dem Sohn Isaaks, des Sohnes Abrahams, in Besitz genommen – zum Segen Ismaels, denn ebenso wie die Christen durch Konstantin im 4. Jahrhundert, waren die Ismaeliten im 7. Jahrhundert durch Mohammed zum angeblichen Feind des Bruders Isaak umfunktioniert worden (→s. zusammen priesen wir G-tt mit Tränen und einem Halleluja).

    Und so heißt es auch in unserem Psalm 147 zwischen den beiden „Hallelujas“:
    (2) Der Ewige baut Jerusalem auf und bringt zusammen die Verstreuten Israels. Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind und heilt ihre Wunden.“
    (12) „Preise, Jerusalem, den Ewigen; lobe, Zion, deinen G-tt.“

Aus dem Schacharit, dem jüdischen Morgengebet:
Aber wir sind Dein Volk, die Söhne Deines Bundes, die Söhne Abrahams, der Dich liebte, dem Du auf dem Berg Moria geschworen hast, die Nachkommen von Izchak, des Einzigen, der auf den Altar gebunden wurde, die Gemeinde Jakobs, Dein Erstgeborener Sohn, den Du aus Liebe und Freude mit Namen Israel und Jeschurun [hebr. Der Redliche] nanntest. Daher sind wir verpflichtet, Dir zu danken, Dich zu loben, Dich zu verherrlichen, zu segnen und zu heiligen, Deinem Namen Lob und Dank zu geben. Wir sind glücklich, wie gut ist unser Anteil, wie angenehm unser Schicksal und wie schön unser Erbe. Wir sind glücklich, dass wir früh und spät, abends und morgens, zweimal am Tage, sagen: Höre Israel, der Ewige ist unser G-tt, der Ewige ist Einer (leise, Gesegnet sei der Name der Herrlichkeit Seines Königreiches für immer und ewig): Dich gab es, bevor die Welt erschaffen wurde, Dich gibt es seitdem die Welt erschaffen ist, Du bist in dieser Welt, Du wirst in der nächsten Welt sein.

Gerade diese Woche vor Rosch HaShana, in der wir uns der Erschaffung der Welt in sieben Tagen erinnern, will unsren Blick auf die jüdische Identität schärfen und besonders heute – in Beobachtung der vermeintlichen „Friedensverhandlungen“ in Washington – den Berg Moria und der Tatsache widmen, dass wir Geschwister sind, Ismael und Isaak (immerhin, Christen hingegen haben gar keine Verwandtschaft mit Israel) im Land, das der Schöpfer der Welt, Elo’h (aramäisch Elah, arabisch Allah), Abrahams Sohn Isaak gegeben hat, nach Seiner Verheißung und zum Segen seines Bruders Ismael. In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Lesern ein sehr glückliches und fröhliches Neues Jahr – bitte vergeben Sie uns, was wir im letzten Jahr falsch getan oder Verletzendes geschrieben haben, wir bitten Sie um Vergebung und sind auf Ihre Vergebung angewiesen – mögen Sie einen guten Eintrag haben [ins Buch des Lebens]! Ihnen allen von ganzem Herzen

Schana Tova
(Eric Martienssen im Namen der Redaktion)



1 Kommentar to “Neujahrsgrüße 5771 an israelisch-ismaelitische Friedensverhandlungen”

  1. […] Klicken Sie hier zum Video für Rosch HaSchana » […]