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Schabbat-Sachor TEZAWE – Du sollst befehlen – Lesung und Kommentar

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2. Mose 27,20 – 30,10; 5. Mose 25,17-19; 1. Sam. 15,1-34

Auszug aus dem Kommentar von Michael Schneider, Jerusalem:
In diesem Wochenabschnitt (Parascha) geht es um Angaben und Vorschriften der priesterlichen Kleidung. Nachdem in der vorigen Parascha über die Stätte des Heiligtums, die Stiftshütte, unterwiesen wurde, kommen wir nun zu Vorschriften für Personen: „Heilige Kleider“ des Hohepriesters (hebr. Kohen Gadol) Aaron, und seiner Söhne, Nadab und Abihu, Eleasar und Itamar, die Priester – „zur Ehre und zum Schmuck“. Die es anfertigen, sollen ein „weises Herz“ haben und mit einem „Geist der Weisheit“ erfüllt sein.

Angefangen mit dem Leibrock (hebr. Ephod; 28,6-12), lesen wir von den zwei Steinen auf den Schulterstücken des Ephods, „als Steine des Gedenkens“ für die Söhne Israel. Aaron soll ihre Namen auf seinen beiden Schultern tragen vor dem HERRN zum Gedenken.“ (Vers 12)

– Der Brustschild (hebr. Choschen; 28,15-30) beinhaltete 12 Edelsteine, in Reihen von 4 x 3 auf einem Viereck. Auch hier sollen „die Steine also den Namen der Söhne Israel entsprechen… jeder seinem Namen entsprechend für die zwölf Stämme.“ (Vers 21)

– Auf dem Herzen des Hohenpriester wurden die mysteriösen, heute unbekannten Gegenstände Urim und Tummim aufgesetzt. Zum Rechtsspruch „für die Söhne Israel beständig vor dem HERRN auf seinem Herzen tragen.“ (Vers 30) Auf göttliche, übernatürliche Weise leuchteten diese Urim und Tummim auf, wenn ein Urteil fiel.

– Das Oberkleid (hebr. Me’il; 28,31-35) des Ephods – ganz aus violettem Purpur!

– Weiterhin lesen wir von den „goldenen Glöckchen“ am Saum, durch die man hören konnte, wann der Hohepriester im Heiligtum hinein- und ausging (Vers 35). Wisst Ihr, dass der Hohepriester einmal im Jahr zu Jom Kippur das Allerheiligste betrat und dann an ein Seil gebunden wurde? Das geschah aus folgendem Grund: wenn er unrein war und deshalb in der Gegenwart Gottes starb, konnte das Volk ihn dann mit dem Seil herausziehen, ohne das Allerheiligste zu betreten.

– Auf dem Kopfbund (hebr. Miznefeth) trug der Hohepriester das goldene Stirnschild mit der Aufschrift „kodesch le-Adonai“ („Heilig dem HERRN“). Die Söhne Aarons hatten demgegenüber eine andere Kopfbedeckung, einen Turban (migba’at).

Da alles im „Heiligtum Gottes“ nun heilig und geheiligt wurde, musste sich die Person auch innerlich reinigen, bevor sie es betrat. Interessant ist dabei, dass die Vorschriften des Heiligtum in der vorigen Parascha mit dem Herzen begannen, als sie die Hebe (terumah) gaben, und nun endet es wieder mit dem Herzen – denn sie sollen innerlich gereinigt, „ohne Schuld“ sein, „um den Dienst im Heiligtum zu verrichten, damit sie nicht „eine Schuld auf sich laden und sterben.“ (Vers 43) Gott meint es ernst, dasselbe Prinzip gilt auch heute, Gott ist derselbe, darum: Heilig ist rein! Es beginnt mit dem Herzen und endet mit dem Herzen. Das soll auch uns immer vor Augen sein, bevor wir das Gotteshaus betreten oder jeden anderen Dienst Gottes tun!
Kapitel 29 spricht von der „Heiligung“ der Priester, der Gottesdiener, durch genaue Angaben der Darbringungen von Sühneopfer. Danach kann der priesterliche Dienst ausgeübt werden und die Salbung durch Öl stattfinden: „… gieße es auf sein Haupt und salbe ihn!“ (29,7)

– Die Verse 13-14 in Kapitel 29 zeigen, dass nachdem „die Hände auf dem Opfervieh aufgelegt“ wurden (Vers 10; damit identifizieren wir uns, und sagen, er trage unsere Schuld) durch den „Heiligungsprozess“ das Innerliche von Gott angenommen wird und unser Fleisch „außerhalb des Lagers verbrannt“ wird. Das Innere des Leibes (nicht des Magens) soll auf dem Altar als Rauch aufsteigen (Vers 13). Denn darauf kommt es an!

„Und ich werde dort den Söhnen Israel begegnen, und es wird durch meine Herrlichkeit geheiligt werden … Und ich werde mitten unter den Söhnen Israel wohnen und ihr Gott sein. Und sie werden erkennen, dass ich, der HERR, ihr Gott bin, der ich sie aus dem Land Ägypten herausgeführt habe, um mitten unter ihnen zu wohnen, ich, der HERR, ihr Gott.“ (43-46)

In Kapitel 30 lesen von einem weiteren Altar, jedoch viel kleiner, für das Räucherwerk (hebr. ketoret). Es steht innerhalb im Zelt der Begegnung (hebr. Ohel moed). Eine Symbolik zu unseren heutigen Gebeten, die „hinauf gen Himmel steigen“ sollen – Morgen für Morgen – wie wir im Vers 7 lesen und wie es der Psalmist schreibt: „Ach, hör’ auf mein lautes Flehen, mein König und mein Gott! denn zu Dir geht mein Gebet! O HERR, in der Frühe schon hörst du mein Rufen, in der Frühe schon richte ich dir [ein Opfer] zu und spähe aus..“ (Psalm 8,3-4)

Chag Purim Sameach


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