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Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – Holocaustgedenktag 27.01.2010

Gestern Abend lief auf arte eine Shoah-Dokumentation. Da hatten Zeitzeugen und Opfer noch unmissverständlich von „den Deutschen“ gesprochen, „für die wir keine Menschen, sondern wie ein Stück Holz waren“. Heute, einen Tag später, muss man wieder von den „Nationalsozialisten“ schreiben, deren Opfer man diesen Gedenktag widmet. Political Correctness, wie auch Angela Merkel sich angewöhnt hat, von den „Hitler-Deutschen“ zu sprechen, damit sie bloß nichts damit zu tun hat.

„Fürwahr: Die deutsche Erinnerungspolitik ist als veritable Mischung aus Staatsakten, Symbolpolitik und Kunstgewerbe höchst lebendig,“ beschrieb vor kurzem noch Miguel Freund in der Synagoge zu Köln die Situation, GSI berichtete. Womit wir mitten im Thema des Holocaust-Gedenktages sind. Denn, so kristallisierte Miguel Freund im Weiteren heraus,

“wie sehr es offenbar beim Heiligen Stuhl an kontinuierlicher fruchtbarer Erinnerungsarbeit mangelt, stellte schon im letzten Jahr die erneuerte Karfreitagsfürbitte dar, in der wieder für die Juden gebetet werden solle, damit sie „Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen“. Nicht nur der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte diese Entwicklung zu Recht als eine Gefahr, die wieder an die christlich antijüdische Tradition anknüpft.“

Das ist exakt der Punkt, um den es geht: die Unfähigkeit eines Christenmenschen, besonders eines deutschen, in diesem Falle am Papst dokumentiert, einen Zusammenhang zwischen dem eigenen Geist, der ihn zur Missionierung von Juden zugunsten seines eigenen Gottes antreibt, und der Auslöschung des Judentums überhaupt herstellen zu können. Denn das Endergebnis ist doch das gleiche, ob durch Mission oder Holocaust, die Vernichtung des Judentums!

Folglich spricht der Papst in der Videoaufnahme unten, ebenfalls in der Synagoge Köln, von der „wahnwitzigen neuheidnischen Rassenideologie“, ohne sich selbst und seine Vorgänger in den Jahrhunderten als geistliche Urheber derselben sehen zu können – vollkommener Verlust der Selbstwahrnehmung? Wie ist es möglich, den Geist zu vergessen, der doch schon durch seine Vorgänger in Kreuzzügen und Inquisition Zig-Millionen Juden auf grauenhafteste Weise das Leben kostete – ein Geist, auf den die Deutschen unter Anführung durch Hitler im Einklang mit dem päpstlichen Geist 33 – 45 aufsetzten?

Auch ist die Shoa nicht „in die Geschichte eingegangen“, sondern der Geist der Päpste hat diese Geschichte aktiv geschrieben, der die „Juden zum Opfer gefallen waren, weil man (namentlich die Kirche) die Heiligkeit Gottes nicht mehr anerkannte.“ Und genau in dieser Selbsterkenntnis würde Segen und Zukunft für die Weltgemeinschaft möglich – der Erkenntnis der Heiligkeit Gottes. Was ist das?

Vielleicht haben wir die an den Einen Gott Glaubenden in den vergangenen Jahrtausenden – unter o.g. Druck mögen die Heiden uns dies nachsehen – verabsäumt, sie über das Wesentliche im Glauben an Gott, gelobt sei sein Name, aufmerksam und verstehend zu machen. Dabei ist es ganz einfach die Unterscheidung (hebr. Hawdala), wie die Tora sagt (3.Mose 10,10): „wenn ihr unterscheidet zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen und zwischen dem Reinen und dem Unreinen.“

Wenn Gott also sagt: „Du sollst keine andern Götter haben neben mir. — Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild“, dann ist das heilig. Unheilig ist, sich dann eines zu machen, das man sich sogar übers Bett und ins Klassenzimmer hängen kann. Auch, wenn es verständlich ist, denn nur dann kann ich über das Heilige selber verfügen. Dem Rabbiner Jesus wären solche Ansinnen ein Greuel gewesen. Woher kommt also der Unglaube der Heiden, Herr Professor Ratzinger?

In einigen Städten Deutschlands, wie Bonn z.B., werden „Gedenkveranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus“ in neutralen Rathäusern anstelle von Kirchen angeboten.

Es gibt Heiliges und Unheiliges. Wähle das Leben. Schalom Alechem.


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2 Kommentare to “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – Holocaustgedenktag 27.01.2010”

  1. Joel Mertens sagt:

    Mein lieber Herr Martienssen,

    Ihr missionarischer Eifer in allen Ehren, aber mir scheint es, Sie sind da wieder einmal ein Stück weit über das Ziel hinaus geschossen.

    Soweit ich informiert bin, gibt es zwar in der katholischen Kirche durchaus unterschiedliche Ansichten über die theologische Notwendigkeit oder Nichtnotwendigkeit einer Mission gegenüber Juden. Wenn Sie aber die römische Kurie als „geistlichen Urheber“ einer „neuheidnischen Rassenideologie“ ausmachen, schmeißen Sie schon wieder alles in einen Topf.

    Die Tatsache, dass Pius XII in einem Bette schlief mit der Nazihure, heißt noch nicht, dass die letztere ein Kind des ersten wäre. Darauf hinzuweisen, denke ich, ist ein Gebot der Fairness gegenüber unseren katholischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

    Aber leider lässt sich im Internet jeder unüberlegte Gehirnfurz unredigiert veröffentlichen. Da tröstet alleine der Gedanke, dass die missionierenden Piusbrüder von heute wenigstens keinen Hehl machen aus ihrer innersten Überzeugung. Demgegenüber schleichen sich selbsternannte Freunde Israels wie Sie heimlich in unsere jüdischen Gemeinden, wollen konvertieren, um uns dann als „Jews for Jesus“ mit ihrer Liebe zu erdrücken nebbich.

    Ganz schön extrem Ihre Ansichten und recht tückisch, finden Sie nicht?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihr Joel Mertens

  2. Eric GSI sagt:

    Lieber Herr Mertens,
    herzlichen Dank für Ihren konkretisierenden Kommentar. Es wäre m.E. wünschenswert, wenn wir „gemeinsam“ die Dinge beim Namen nennen könnten. Durch die von Ihnen genannten „Jews für Jesus“ und „Christen an der Seite Israels“ könnte sich ein Anfang für eine solche Gemeinsame Linie ergeben, denn seit mehreren Jahren schon plädiere ich für diesbezügliche Wachsamkeit, da meiner Ansicht nach „Israel bei solchen Freunden, keine Feinde mehr braucht“. „Diese Freunde“ schließt einen Papst mit ein, der sich offiziell gegen Antisemitismus ausspricht, jedoch für Judenmission – ein Widerspruch in sich. Hier ist gradliniges, konsequentes Denken gefordert, das Sie durch Ihren Beittrag lobenswert fördern.
    Schalom Schalom, ‚freu mich auf den Schabbes-Gottesdienst, denn war eine Weile krank, vielleicht also bis dann,
    Ihr Eric Martienssen